Vom Verstand zum Mind – Wie wir im Alter mental stärker werden können

In diesem Posting geht es mir um einen echten Paradigmenwechsel: vom reinen Erhalt unserer mentalen Leistungen im Alter zur echten Entfaltung!

Wir hören überall: „Trainiere dein Gehirn, um den Abbau zu verlangsamen!“ Das klingt wie ein Kampf gegen das Unvermeidliche! Doch was, wenn das Altern nicht nur eine Herausforderung, sondern eine neue Chance für unsere mentale Entwicklung bietet? Statt uns nur auf den Erhalt kognitiver Fähigkeiten zu beschränken, können wir unser Gehirn neu nutzen, unsere Intuition, Weisheit und Kreativität entfalten und geistig weiterwachsen. Es geht nicht darum, weniger zu verlieren – sondern darum, mehr zu gewinnen. Wir sollten uns daher fragen: Wie kann ich mein geistiges Potenzial im Alter wachsen lassen und voll ausschöpfen?

Take away

  • Geistiges Wachstum endet nie – Unser Gehirn kann sich bis ins hohe Alter weiterentwickeln.

  • Vom Wissen zur Weisheit – Intuition, Weitblick und Bewusstsein gewinnen an Bedeutung.

  • Begeisterung ist der Schlüssel – Emotionale Stimulierung fördert geistige Fitness.

  • Meditation schafft Balance – Sie stärkt die rechte Gehirnhälfte und verbessert kognitive Funktionen.

  • Innerer Dialog formt Realität – Ersetze „Ich werde vergesslicher“ durch „Ich werde smarter“!

 

Mercedes Benz Left Brain Right Brain print ads [1]

 

PARADIGMENWECHSEL: VOM GEISTIGEN ERHALT ZUR GEISTIGEN ENTFALTUNG IM ALTER!

Auf wenig anderes sind wir so stolz wie auf unseren Verstand und unser Wissen! Von klein auf werden wir darauf getrimmt, dass viel Wissen und ein scharfer Verstand die höchsten Güter sind und daher werden wir auch nach unserer Denkleistung und unserem Intellekt beurteilt. In der Schule, während der Ausbildungszeit und das ganze Berufsleben lang ist es darum gegangen Wissen anzusammeln, gute, rationelle Entscheidungen zu treffen oder Expertise zu beweisen. Die Gedanken, die wir uns im Lauf unseres Lebens gemacht haben, prägen heute unsere Persönlichkeit zumindest zu einem großen Teil. Und so ist auch die Angst groß, dass wir Denken, Verstand und Ratio im Alter verlieren könnten.

Ich habe viel zu den Themen geistige Fitness und Mental Self Care im Alter recherchiert und traf dabei auf unzählige deprimierende Statistiken über den Abbau der mentalen Fähigkeiten und über den Vormarsch von Demenzerkrankungen in unserer Gesellschaft. In Deutschland sind derzeit 1,8 Millionen Menschen an Demenz erkrankt, das sind 8,5 % aller Personen über 65 [2] und diese Zahl soll sich bis 2050 nahezu verdoppeln! Umfragen haben ergeben, dass mehr als jeder zweite (!) Angst hat, im Alter an Demenz zu erkranken, also vor dem Verlust unseres Verstandes! [3] Was für eine deprimierende Ausgangslage!

Weiters findet man auch viele Methoden und Übungen, wie man dem geistigen Abbau begegnen kann. Selbst die EU hat einen EU-Compass for Action on Mental Health and Well-being herausgegeben. Es gibt viele gute Programme und viele Übungen und sie sind mit Sicherheit gut, aber für mich als älteren Menschen war nichts dabei, was mich so richtig begeistert hat. Denn für mich liegt der gesamte Fokus viel zu sehr nur auf dem maximalen Erhalt der kognitiven Leistungen, also darauf, dem Abbau bestmöglich entgegenzuwirken. Dieser einseitige Fokus klingt für mich wie ein Kampf, den man nicht gewinnen kann.

Ich habe dazu ganz andere Gedanken

Was wäre, wenn unsere geistige Entwicklung jetzt nochmal so richtig los geht?
Was wäre, wenn wir im Alter unser Gehirn völlig neu zu benützen lernen?
Was wäre, wenn wir im Alter unsere mentalen Leistungen zu neuen Höhen führen könnten?
Was wäre, wenn wir tatsächlich vom Wissen zur Weisheit wechseln können und damit auch für Junge interessant bleiben?

Für mich ist das sehr real und vor allem alternativlos! Ich möchte definitiv nicht meine Zeit hier in diesem Leben mit Sudoku oder sonstigen Spielen verbringen (auch wenn ich sie ehrlicherweise manchmal selber gerne mache). Der Weg heißt für mich vom Verstand zum Mind und öffnet das Tor zu unseren Weisheitsjahre.

WORIN LIEGT DER UNTERSCHIED ZWISCHEN VERSTAND UND MIND?

Der Begriff MIND kommt aus dem Englischen und ich verwende ihn, weil es dafür im Deutschen keinen gleichwertigen Begriff gibt. Der Unterschied ist kurz zusammengefasst: Während der Verstand sich hauptsächlich auf kognitive und analytische Fähigkeiten konzentriert und mit dem Gehirn (insbesondere dem Frontallappen) assoziiert wird, umfasst der Mind das gesamte Spektrum mentaler Aktivitäten, einschließlich Emotionen, Wahrnehmungen, Intuition und Bewusstsein, spirituelle Erfahrungen und lässt sich nicht ausschließlich auf das Gehirn beschränken. Manchmal verwendet man im Deutschen dafür den Begriff Geist, der aber auch völlig unterschiedlich interpretiert wird. Für mich steht der Geist über dem MIND und umfasst die höheren Ebenen des Bewusstseins. [4]  MIND beinhaltet also viel mehr als der rationale Verstand und man kann ihn trainieren.

UNSERE GEHINRHÄLFTEN – DER MEISTER UND SEIN DIENER

Ian McGilchrist, britischer Psychiater, Neurowissenschaftler und Philosoph, zeigt mit seinen Forschungen, dass die zwei Gehirnhälften zwar dieselben Grundfunktionen erfüllen, aber auf sehr unterschiedliche und komplementäre Weise. [5] Wie wir die Welt interpretieren und erleben, hängt davon ab, ob diese beiden Gehirne im Gleichgewicht arbeiten oder ob eines von ihnen dominant ist. Das wiederum prägt die Welt, in der wir leben. „Die beiden Hemisphären haben jede für sich einen eigenen Stil, eine eigene Sicht auf die Welt, wenn man so will. Sie sehen die Dinge unterschiedlich. Sie setzen unterschiedliche Prioritäten. Sie haben unterschiedliche Werte[6]

 

Rechte Hämisphäre ist links, linke Hämisphäre ist rechts

RSA ANIMATE: The Divided Brain [7]

 
  • Die linke Hemisphäre (die McGilchrist als "Emissary“, als Abgesandter, bezeichnet) ist analytisch, detailorientiert und neigt zu abstraktem, kategorisierendem Denken, bringt fokussierte Aufmerksamkeit zum Detail - begreift Dinge.

  • Die rechte Hemisphäre (die er als „Meister“ bezeichnet) – mit ihrer breiten, wachsamen Aufmerksamkeit stellt die Beziehung zum Umfeld dar. Sie hat einen ganzheitlichen, intuitiven Zugang zur Welt und erfasst Komplexität, Kontext – versteht Zusammenhänge.

In unserer modernen, westlichen Welt dominiert der Fokus auf die linke Hemisphäre – die ich mit dem VERSTAND assoziiere. Unsere ganze Schulbildung und beruflichen Herausforderungen sind dadurch geprägt. Diese Dominanz führt zur fragmentierten, mechanistischen Weltsicht, die das Ziel im Detail und nicht in der Ganzheitlichkeit sucht. McGilchrist argumentiert, dass diese Dominanz der linken Hemisphäre sogar potenziell negative Folgen für unsere Kultur und unser Verständnis der Realität hat und plädiert für eine Wiederherstellung des Gleichgewichts zwischen den Hemisphären, um eine ganzheitlichere und bedeutungsvollere Wahrnehmung der Welt zu ermöglichen – ich assoziiere das mit dem Begriff MIND.

 

RSA ANIMATE: The Divided Brain

 

“The intuitive mind is a sacred gift.
The rational mind is a faithful servant.
We have created a society that honors the servant
but has forgotten the gift.”
— Albert Einstein

WIE KOMMEN WIR VOM VERSTAND ZUM MIND?

Hier spielt die Meditationspraxis wieder einmal eine entscheidende Rolle. Viele meditative Praktiken fördern die rechte Hemisphäre. Bestimmte Bereiche werden vergrößert und aktiver als sie es sonst wären, wie man mit EEG gut nachweisen kann. Vor allem aber führt sie zu einer Balance der Gehirnhälften, also die Integration von kreativem, analogem Denken zu analytischem Denken. Meditation kann zur Verbesserung der kognitiven Funktionen beitragen, indem sie die Dichte der grauen Substanz im Gehirn erhöht. Die graue Substanz ist für die Verarbeitung von Informationen, das Gedächtnis und die Entscheidungsfindung verantwortlich.

Für mich sind die folgenden drei Punkte die wichtigsten Zutaten für die Entwicklung zum Mind.

Begeisterung – Wie ich schon in einem eigenen Post beschrieben habe, ist nach Gerald Hüther (Neurowissenschaftler) die Begeisterung der Dünger für das Gehirn. Unser Gehirn ist lebenslang lernfähig, es ändert sich durch Umbauprozesse permanent bis ins hohe Alter. Allerdings ist das Gehirn weder eine Maschine, noch kann man es wie einen Muskel trainieren, sondern es braucht eine emotionale Stimulierung. Begeisterung sendet jene Botenstoffe aus, die die Umbauprozesse anstoßen damit neue Netzwerke aufbaut werden. Wenn diese Voraussetzung – also Begeisterung – nicht zustande kommt, passiert auch nichts im Gehirn! Menschen, die lustlos in eingefahrenen Verhaltensmustern leben, schaffen keine Regeneration und keinen Wiederaufbau. Schon aus diesem Grund können wir uns doch nicht damit zufriedengeben, unsere mentalen Leistungen im Alter bestenfalls zu erhalten!

Meditation und Achtsamkeit – ich habe schon so oft über Meditation gesprochen, aber bitte erlaubt mir, dass ich es einfach immer und immer wieder sage: Es ist die Meditationspraxis, die den Monkey Mind [8] zur Ruhe bringt, die die rechte Gehirnhälfte stimuliert und dir, und uns allen, spirituelle und intuitive Erfahrungen ermöglicht. Das ist es, was wir speziell auch im Alter dazulernen können, wenn wir uns vom Verstand zum Mind entwickeln wollen.

Genau das hat auch das EU Forschungsprojekt Silver Santé Study [9] gezeigt: regelmäßig meditierende Personen über 65 haben deutlich bessere kognitiven Leistungen als nicht Meditierende. Insbesondere die Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit und der emotionale Zustand sind viel besser. Diese Forschungsergebnisse zeigen auch, dass durch regelmäßige Meditation das Demenzrisiko verringert werden kann!

Neues suchen und ein positiver innerer Dialog – Im eigenen Meer der Glaubenssätze zu verharren, macht alt. Alterslos sind wir nur, wenn wir immer wieder aus dem Konstrukt unserer Glaubenssätze ausbrechen. Also wenn wir uns dazu bereit erklären, die Welt auch einmal ganz anders zu sehen und zu erleben - auch oder besonders dann, wenn es sich ungewöhnlich anmutet.

Wenn du dein Gehirn optimal nützen möchtest, darf es nicht mit negativen Gedanken oder einschränkenden Glaubenssätzen zugemüllt sein, denn dann dreht es sich nur mehr um sich selbst. Beobachte dich einmal beim Denken: Wie schätzt du die Qualität deiner Gedanken ein, das sind übrigens 60.000 bis 80.000 pro Tag! Sind sie überwiegend neutral, negativ oder positiv? Welche Grundstimmung erzeugen sie, eine eher optimistische, lösen sie Freude, Zuversicht, Vertrauen aus oder sind sie eher pessimistisch? Welche Gedanken gehen im Kreis, ohne dass du einen Ausweg findest? Beziehen sich deine Gedanken überwiegend auf die Vergangenheit, die Zukunft oder das Jetzt? Erhöhen sie deine Energie oder ziehen sie dich runter?

Hier die Statistik: 95% aller unserer Gedanken sind repetitiv und bringen nichts Neues! Im Normalfall überwiegen die neutralen Gedanken, gefolgt von negativen Gedanken. Positive Gedanken sind der geringste Anteil, wenn man sich nicht bewusst darauf fokussiert.[10] Erstaunlicherweise fällt uns das nicht immer leicht, und nicht selten hat daher der Innere Dialog eine negative oder kritische Note.

Tipp: Wenn du deinem Inneren Dialog auf die Schliche kommen willst, dann sprich eine Zeitlang immer wieder deine Gedanken aus! Das kann ganz leise sein, aber hör dir dabei zu. Du wirst merken, dass das gar nicht so einfach ist. Denn dein Innerer Dialog ist oft so viel schneller und unterschwellig. In jedem Fall wirst du ein Gefühl für deinen Gedankenstrom bekommen und manchmal kannst du gleich mit einer Gegenfrage, einem positiven Statement oder Affirmation dagegen anreden.

Grundvoraussetzung für unser Wohlbefinden und unseren mentalen Aufbruch sind ein unterstützender und freundlicher innere Dialog. Daher hat der Gedanke Ich werde immer vergesslicher keinen Platz mehr in deinem Kopf und du solltest ihn schleunigst durch Ich werde immer smarter ersetzen! 😊

Es ist zugegebener Weise nicht ganz leicht, aus einer Gedankenroutine auszubrechen. Es gehört viel Achtsamkeit dazu und man muss sich immer und immer wieder an der Nase nehmen, dem Gedankenkarussell ein STOP verordnen und die Aufmerksamkeit in die Richtung lenken, die einen mit Freude erfüllt. Aber es lohnt sich allemal!

AUFBRUCH IN UNSERE WEISHEITSJAHRE

Mit diesem Paradigmenwechsel beginnt der Aufbruch in unsere Weisheitsjahre. Wenn wir uns in den Weisheitsjahren vom Verstand zum MIND entwickeln, erweitert sich unsere Sichtweise automatisch und wir nützen viel mehr Bereiche unseres Gehirns. Wir können also im Alter ganz bewusst jene Fähigkeiten ausbauen, die zu Intuition, Weitsicht und gelassener Reflexion etc. führen, alles Fähigkeiten, die auch unsere Gesellschaft dringend braucht. Zusätzlich bringt uns das Alter – bewusst erlebt - neue positive Erlebnisse und Erkenntnisse, die man davor noch nicht kannte und die auch nur im Alter erlebbar sind.

Das bezeichne ich als den Weg vom Verstand zum Mind – vom Wissen zur Weisheit. Vielleicht ist das auch ein Ansatz, der dich begeistern könnte?

As we begin to navigate the wisdom years,
we begin to move out of the sphere of achievement and ambition
into the sphere of enjoyment and appreciation
and opening to the wonder of it all.
- Joseph Campbell

Herzlichst
Helga

[1] Mercedes Benz Left Brain Right Brain print ads  

[2] DZNE Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e. V.Fakten zu Demenz Stand 2024

[3] DAK Gesundheit: Deutsche haben immer mehr Angst vor Krankheiten 2024

[4]  Der Begriff Geist wird je nach Wissenschaft sehr unterschiedlich definiert: in der Medizin und Neurowissenschaften als Produkt der Gehirnfunktionen, in der Psychiatrie und Psychotherapie als Gesamtheit der psychischen Funktionen, in der Psychologie als Summe aller mentalen Prozesse und Verhaltensweisen und in der Theologie und der Energetik wird der Geist in einem spirituellen, transzendenten Kontext verstanden als göttlicher Geist, Seele, Teil einer höheren Ordnung der Realität, der über das Physische hinausgeht. In der Philosophie werden verschiedene Positionen diskutiert, vom Dualismus (Geist und Materie als getrennte Substanzen) bis zum Materialismus (Geist als Produkt physischer Prozesse) – Wenn man von Körper – Seele – Geist spricht, versteht also jeder etwas anderes darunter!

[5] Ian McGilchrist: The Master and his Emissary (2009), The Matter with Things (2021)

[6] CBC/Radio Canada: Neuroscientist argues the left side of our brains have taken over our minds  2021

[7]  RSA ANIMATE: The Divided Brain 2011

[8] Von einem Monkey Mind spricht man, wenn einen Sorgen, Gedanken, Befürchtungen, Grübeleien, Ängste, Aufgaben plagen und diese unkontrolliert durch den Kopf rasen, Er symbolisiert eine Horde von Affen, die wild herumhüpfen, sich von Ast zu Ast schwingen, kreischen und für unangenehme Unruhe sorgen.

[9] Medit-Ageing / Silver Santé Study - Investigating the impact of meditation training on mental health and wellbeing in the ageing population. Eine französische Studie unter der Leitung von Dr. Gael Chetelat - koordiniert vom französischen INSERM

[10] Lynn McTaggart – Power of 8 Masterclass 2021

DETOX your Life – ein kostenloser Online-Kongress voll hilfreicher Impulse

Wenn du das Gefühl hast, du musst in deinem Leben wieder mal Ballast abwerfen, dann findest du auf diesem Online Kongress DETOX your Life von Alina Leitinger jede Menge Ideen dazu.

 

Alina Leitinger: Homepage

 

Alina Leitinger ist Ernährungs- und Vitalcoach und hat eine Reihe von inspirierenden Expertinnen und Experten zusammengebracht, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen teilen, um unterschiedlichste Impulse und praxisnahe Tipps in den Bereichen Ernährung, Bewegung, Entspannung, Gedanken & Emotionen sowie Beziehungen und Umfeld zu geben und ich freue mich, dass sie auch mich als Speakerin eingeladen hat.

Alina und ich haben bereits mehrfach zusammengearbeitet, zum Beispiel in den Videos Essen im Alter – Eine Lovestory oder auch Ernährung im Alter, worauf kommt es an Daher weiß ich: Mit ihr ist es nicht nur interessant, sondern echt praxistauglich, sofort umsetzbar und macht immer Spaß!

DETOX YOUR LIFE: SO KANNST DU DABEI SEIN

  1. Lade die ALIVE-App kostenlos herunter

  2. Melde dich zum Kongress an.

  3. Ab dem 23.02.2025 geht es los! Jeden Tag erwarten dich drei neue, spannende Interviews … (sie bleiben darüber hinaus auch länger freigeschaltet)

  4. ...und das alles kostenfrei!

25 Expert*innen, 30 Themen, 30 Minuten Interviews =
14 Tage voll mit hilfreichen und wertvollen Inhalten

Die Liste der Expertinnen und Experten und ihre Themen findest du weiter unten. Egal, ob du deine Ernährung verbessern, deine Energie steigern oder einfach neue Lebensfreude entdecken möchtest, aber auch ob du Tipps zur Schmerzfreiheit suchst, dich die Macht deiner Stimme interessiert oder du wissen möchtest, welche Vitalstoff Booster richtig für dich sind – ALIVE bietet dir Informationen und die Werkzeuge dazu.

MEIN BEITRAG: DETOX FÜR DEINEN ENERGIEKÖRPER

Am 24.02.2025 spreche ich über ein Thema, das mir besonders am Herzen liegt, nämlich, wie du deinen Energiekörper von Fremdenergien und emotionalem Ballast befreist.

Dein Energiekörper braucht genauso viel Pflege
wie dein physischer Körper!

Vielleicht kennst du das Gefühl, schon am Morgen müde zu sein oder dass du nach Gesprächen erschöpft bist, obwohl eigentlich alles gepasst hat. Vielleicht auch, dass du müde und schlapp bist, obwohl du eigentlich nicht viel gemacht hast, oder dass dich eine Situation überraschend aus der Bahn wirft - dann ist es Zeit für ein Detox für deinen Energiekörper!

Im Laufe des Alltags müllen wir unseren Energiekörper durch nicht ausgelebte Emotionen und negative Gedanken immer mehr zu und/oder übernehmen von anderen Menschen deren negative Energien und Ladungen. Ähnlich wie mit dem physischen Körper, sollten wir daher auch unseren energetischen Körper regelmäßig „reinigen“.

Alina und ich besprechen, wie man diese Energien erkennt, wie energetische Reinigung geht und wie du das ganz einfach in dein tägliches Programm - ähnlich wie duschen oder Zähne putzen - einbauen kannst. Wir machen gemeinsam eine kurze Übung, die du sofort mitmachen kannst. Wir zeigen dir in diesem Beitrag auch, warum Entspannung für energetisches Detox so wichtig ist und auch, was du energetisch machen kannst, wenn dich etwas total aus der Bahn wirft.

Ich freue mich, wenn du dabei bist und wünsche dir viel Spaß und neue Ideen beim Zuhören!

Herzlichst
Helga

DETOX your Life – das Programm

Tag 1:
Katharina Hymer – Fasten & Detox für mehr Balance
Corinna Hintenberger – Authentisch sichtbar werden
Martina Reiterer – Digitaler Stress & Augengesundheit

Tag 2:
Roman Schindler – Körperliche & mentale Stärke aktivieren
Helga Pražak – Detox für deinen Energiekörper
Dörthe Buchmann – Von Wunden zu Wundern: Dein Leben im Einklang mit Karma & Fülle

Tag 3:
Cathrin Hauk – Deinen Seelenweg erkennen & mutig folgen
Jessica Oeschger – Stress loslassen & innere Balance finden
Bianca Zavarko – Human Design & Energiearbeit für dein volles Potenzial

Tag 4:
Martina Weigl – Ordnung im Zuhause, Klarheit im Leben
Patricia Valehrach – Mit der Maya-Analyse Beziehungen verstehen und harmonisieren
Bianka Groh – Alte Beziehungsmuster loslassen & echte Verbindungen leben

Tag 5:
Miriam Biritz-Wagenbichler – Alltagsbewegung als Schlüssel zu mehr Gesundheit
Sabine Danner-Pongratz – Der Yoga-Pfad: Dein Weg zu Harmonie & Gesundheit
Waltraud Steiner – Die SMARTI-Methode: Visionen verwirklichen mit Leichtigkeit

Tag 6:
Conny Kreuter – Die Macht der Stimme
Nicole Siller – Lustvolle Beziehungen gestalten
Karen Scheuerer – Schmerzfreiheit & ganzheitliche Gesundheit

Tag 7:
Katharina Maywald – Schmerzfrei & gesund mit dem faszialen Ansatz
Monika Hofstetter – Seelenträume & kreative Transformation
Christian Althoff – Emotionale Freiheit mit EFT

Tag 8:
Kathrin Fliegner – Mut zur Veränderung & die richtige Energie für dein Leben
Ursula Wölfl – Frau im Fokus - Körperliebe & Wohlbefinden
Barbara Böhm – Die Magie des Lebens spüren

Tag 9:
Alina Leitinger – Warum Veränderung Zeit braucht – und wie du dranbleibst

5 Bonus-Tage von Alina mit je einem DETOX Thema:
1️ Feuer löschen – Bedeutung stiller Entzündungen im Körper
2️ Darm-Alarm – Wie man die wichtigste Barriere im Körper saniert
3️ Werkzeuge für unsere Zellen – Längst vergessene Vitalstoff Booster
4️ Schlaf & Entspannung
5️ Bewegung

Ich bin 70! Unglaublich, was sich in dieser Zeit alles verändert hat

Ich kann es kaum fassen, dass ich nun 70 Jahre alt bin! Mein Vater ist mit 69 gestorben und als meine Mutter ihren 70. Geburtstag feierte, war sie zwar quicklebendig, aber ganz anders als ich heute. Allein ihre Garderobe war sehr konservativ, nie hat sie Jeans getragen oder Hoodies. Sie hat auch nicht Yoga gemacht, war nicht joggen, sie hat eigentlich überhaupt keine Bewegung gemacht 😄. Sie war nicht digital mit der Welt vernetzt, sie hatte einfach regen Austausch mit der Nachbarschaft. Wie anders ist das heute für mich: Ein Leben, das viel schneller, vernetzter und aktiver geworden ist!

Was bedeutet es also, 70 zu sein? Für mich ist es ein Gefühl der Zufriedenheit, der inneren Ruhe und Sicherheit. Ich bin weniger hektisch als früher und nehme die Dinge anders wahr, reflektiere mehr, mache überwiegend das, was mir Freude macht, bin gerne für andere da, möchte etwas bewegen, was mir am Herzen liegt und blicke mit viel Dankbarkeit auf viele persönlicher Erlebnisse und Geschichten zurück!

Takeaways

  • In meinem Rückblick auf 70 Jahre gibt es unterm Strich viele positive persönliche und gesellschaftliche Entwicklungen. Das macht mich hoffnungsvoll auch für die Zukunft.

  • Ich wuchs in einer Zeit auf, in der Selbstständigkeit und Eigenverantwortung einen hohen Stellenwert hatten.

  • Wir Babyboomer sind in einer analogen Welt groß geworden und haben die digitale Entwicklung von Anfang an miterlebt. Diese Erfahrung sollten wir nützen.

 
 

In diesem kurzen Rückblick möchte ich euch erzählen, was ich an diesen – meinen - 70 Jahren so besonders finde.

EIGENSTÄNDIGKEIT UND FREIHEIT

Mein Heimatort in Oberösterreich hatte etwa 4.000 Einwohner und jeder kannte jeden. Man konnte einfach ohne Anmeldung bei jemandem zu Hause vorbeischauen, denn die Türen waren immer offen und die Leute hatten Zeit füreinander.

Es gab noch kein Fernsehen, nur Radio, aber dafür viele Vereine fürs Gemeinschaftsleben. Wir hatten keinen Kühlschrank und so wurden z.B. die Eier in Wasserglas eingelegt, um sie haltbar zu machen und das Gemüse wurde im Keller gelagert; die Milch holten wir sowieso täglich vom Bauern. Lange hatten wir auch keine Waschmaschine, ein Umstand, den ich mir heute unmöglich vorstellen kann. Die Heizung wurde zuerst mit Koks, später mit Öl beheizt und als schließlich die Gasleitung kam waren alle begeistert von dieser sauberen Energie!

Wir waren echte „Straßenkinder“! Es gab ja kaum Autos und so war die Schotterstraße vor unserem Haus unser Spielplatz. Wir sind in der ganzen Siedlung umhergezogen, keiner hat genau gewusst, wo wir sind und die Eltern meinten „Sie werden schon heimkommen, wenn sie Hunger haben 😁“ Wie anders ist die Welt, in der Kinder heute aufwachsen und in der sie überall und ständig erreichbar sind. Unser Kinderalltag war von einer erstaunlichen Eigenständigkeit geprägt, denn niemand hat uns gesagt, was wir in der Freizeit machen sollen, wir haben uns einfach etwas ausgedacht.

In der Volksschule war ich mit 37 anderen Kindern in einer Klasse, mit einem Lehrer! Ich war eines der wenigen Kinder das danach ins Gymnasium ging. Mein täglicher Schulweg, zuerst zu Fuß und dann mit dem Personenzug, dauerte weit über eine Stunde. Außerdem war die Schule zu klein für die vielen Kinder (Boomer-Zeit!) und wurde doppelt belegt: eine Woche hatten wir am Vormittag Unterricht, in der nächsten Woche am Nachmittag. So bin ich bereits mit 10 Jahren eine Woche um 6 Uhr von zu Hause weggegangen und nach 14:00 nach Hause gekommen und in der folgenden Woche war es 11 bis nach 19 Uhr und ich war über weite Strecken alleine unterwegs. Damals war das normal. Ich bewundere heute mehr denn je das Vertrauen meiner Eltern in mich und aller Eltern in ihre Kinder! Wir waren eigenständig, denn es war ja auch gar nicht anders möglich! In meiner damaligen Welt konnte ich niemanden mal so schnell anrufen, wir waren vollkommen darauf angewiesen, uns mit festen Zeitpunkten und Absprachen zu verabreden und mussten uns daran halten. Beeindruckend finde ich, wie wortgewandt und selbstsicher Kinder heute sind, mir ist noch der Satz meiner Großmutter in den Ohren „Wenn Erwachsene sprechen, müssen Kinder still sein“. Beachtlich, was aus uns trotzdem geworden ist 😊.

Und dann England! Der damalige Sehnsuchtsort vieler Schüler! Ich durfte bereits mit 12 Jahren meine ersten Ferien bei einer Familie in Birmingham verbringen. Nach nur zwei Klassen Englisch in der Schule, konnte ich gerade einmal genug, um das Wichtigste auszudrücken. Trotzdem bin ich alleine (!) von Salzburg nach London-Heathrow und weiter nach Birmingham geflogen. Meine Gastfamilie konnte nicht Deutsch und ich war gefordert, sehr schnell zu lernen. Ich war unglaublich gerne dort und meine häufigsten Worte waren georgeous und amazing. Anfangs waren meine Eltern besorgt, weil sie nur eine einzige Postkarte bekamen, aber dann meinten sie, „Keine Nachricht ist eine gute Nachricht, sie hat zumindest kein Heimweh.“ Das hatte ich definitiv nicht! Es war das England der Beatles, des Minirocks, schriller Farben und es gab Fruchtjoghurt und Cereals, all das gab es zu Hause nicht. Diesem Aufenthalt folgten noch weitere und ich habe daraus für mein Leben ein Gefühl von Freiheit und Offenheit für Fremdes mitgenommen.

FUN FACTS UND LANGEWEILE

Mit 11 Jahren habe ich meine erste Hose bekommen! Aus heutiger Sicht ist es unvorstellbar, dass Mädchen keine Hosen tragen durften! Es war eine schwarze Glockenhose und ein Quantensprung in meiner Garderobe! Im normalen Alltag haben wir Mädeln nur Röcke getragen, im Sommer mit Stutzen im Winter mit Wollstrumpfhosen, also die, die unter den Knien immer Falten gemacht und manchmal auch gejuckt haben. Wenn wir fein ausgegangen sind, gab es Nylonstrümpfe mit Strumpfhalter. Ach, war das schrecklich! Wie wunderbar und unkompliziert ist die Mode heute dagegen.

Während des Lockdowns wurde immer wieder hervorgehoben, wie sehr gerade Teenager darunter leiden, dass sie ihre Freunde nicht treffen können, allein zu Hause sitzen müssen und keine Erfahrungen machen können. Für mich war das wie ein deja vue. So ähnlich (natürlich ohne die gesundheitliche Angst im Nacken) fühlte es sich damals für uns „Fahrschüler“ an, unsere Freunde waren ja nicht an unserem Wohnort. Zusätzlich hatten wir auch keine Möglichkeit mit unseren Freunden zu chatten, telefonieren oder online zu spielen. Da war viel Kreativität gefragt, um etwas mit der Freizeit anzufangen. Ich habe gebastelt, genäht, Handarbeiten gemacht, Briefe geschrieben, gelesen und auch zu Hause geholfen. Und ja, über lange Strecken war es trotzdem langweilig. Damals habe ich es gehasst, aber aus heutiger Sicht bewerte ich das anders und sehe genau darin kreatives Potenzial. In Zeiten von Smartphone ist uns Langeweile abhandengekommen und ich denke es wäre gut, sie zumindest zeitweise wieder zu entdecken.

 

Mit so einer Schreibmaschine habe ich mit 17 “Maschinschreiben” gelernt!

 

Zugegeben, sie war von meiner Oma und es gab modernere, aber sie war eben die Einzige, die wir zu Hause hatten. In den Sommerferien habe ich mir das Schreiben mit 10 Fingern selbst beigebracht. Jeder Anschlag war dabei ein Kraftakt! Wenn ich heute den Söhnen meines Neffen zusehe, mit welcher wahnsinnigen Geschwindigkeit ihre Finger über die „Tasten“ fliegen, sehe ich wieder, wie viel Zeit zwischen uns liegt.

ENTWICKLUNGEN, DIE UNS VERÄNDERT HABEN

Die Entwicklung der Kommunikationstechnologie habe ich hautnah mitbekommen, denn meine Schwester ist 1971 nach Japan übersiedelt. Japan war unendlich weit weg und Kommunikation ein Luxus. Es gab im Grunde nur Briefe und die haben Wochen gebraucht. Allerdings existieren heute hunderte Briefe, die vor allem meine Schwester und Mutter austauschten - das ist gesammelte Familiengeschichte. Das hat aufhört, als E-Mail aufkam und die Nachrichten kürzer und kürzer wurden. Telefonieren war nur über den Operator (man sagte auch „die Vermittlung“) möglich, denn jedes Ferngespräch musste angemeldet werden. Man wusste nie, wann die Verbindung kam und nicht selten warteten wir stundenlang (!) auf das Gespräch. Dann saß mein Vater mit der Stoppuhr daneben, weil es fast unbezahlbar war. Eine Minute Telefonat hatte damals den Gegenwert von ca. 14 Kilogramm Brot gekostet oder auf heutige Währung umgerechnet ca. 41 Euro pro Minute![i]  Später kamen Fax, dann E-Mail und heute nützen wir begeistert und dankbar Videochats, die nichts kosten. Diese technologischen Errungenschaften machen es möglich, selbst über diese weite Distanz eng verbunden zu bleiben.

In der Schule und auch noch auf der Uni lernten wir mit Rechenschieber und Logarithmenbüchern zu rechnen. Das kann ich heute natürlich nicht mehr, aber geblieben ist, dass man vorab überschlagmäßig das Ergebnis abschätzen musste. Dieses innere Korrektiv, sich nicht auf das zu verlassen, was der Rechner oder Computer ausspuckt, halte ich besonders in Zeiten von AI für besonders wichtig.

Auf meiner Universität gab es nur eine Lehrveranstaltung für EDV, es gab einen Großrechner für die ganze Uni und unsere Aufgaben mussten wir auf Lochkarten stanzen. Mit Schachteln voller Lochkarten sind wir dann in den Rechnerraum gegangen und haben dort auf einen Slot gewartet, damit diese Karten eingelesen und berechnet wurden. Ein Fehler auf nur einer Karte genügte und nichts ist mehr gegangen! Die große Errungenschaft waren die so genannten technischen Taschenrechner, die mehr konnten als addieren und subtrahieren, aber immens teuer waren. Als Studenten hätten wir uns niemals vorstellen können, dass kaum 20 Jahre später leistungsstarke „Minicomputer für die Hosentasche“ ihren Siegeszug antraten.

Meinen ersten Computer kaufte ich 1986 für meine Dissertation, weil das Universitätsinstitut keinen Computer hatte! Es war ein Commodore 64 mit 84 KB Arbeitsspeicher – jedes Foto oder jede Mail auf meinem Smartphone hat mehr Datenvolumen! Einen weiterer Meilenstein erlebten wir 1999. Ich werde nie vergessen wie wir um 11 Uhr nachts mit unserem neu installierten Internet den ersten Urlaub von zu Hause aus buchten! Ab dann war für uns alles anders! Die Entwicklung war (und ist) rasant und es ist genial, was uns heute alles zur Verfügung steht. Es ist aber auch anstrengend mit der Entwicklung mitzuhalten und manche Änderungen oder Trends zu akzeptieren bzw. mitzumachen. Mich persönlich bringt es auf die Palme, dass es in vielen Fällen keine Ansprechpartner mehr gibt, sondern man muss mit einem „Bot“ zufrieden sein, der, je nach Programmierung ziemlich schnell ratlos ist. Ohne meinen Sohn, der mich immer wieder zu neuem digitalen Verhalten anregt und meine Anlaufstelle für Troubleshooting ist, würde ich mich viel schwerer tun.

DIE WELT DER FOTOS – EIN VÖLLIG ANDERER BLICKWINKEL

Für meinen 70. Geburtstag habe ich nach Fotos gesucht. Obwohl mein Vater gerne fotografierte, gibt es nur eine Handvoll persönlicher Aufnahmen aus meiner Kinderzeit. Auch aus meiner Schulzeit und selbst aus dem Studium gibt es wenige Fotos von Personen und Alltagssituationen, also das, was mich heute interessieren würde. Fotografieren war teuer, man überlegte sich gut, was man festhielt und das waren meist Reiseerinnerungen, z.B. Landschaften und Schlösser, Heute hingegen nehmen wir massenhaft Personenfotos auf, machen Selfies in allen möglichen und unmöglichen Situationen - Landschaften und Sehenswürdigkeiten sind ja jederzeit im Internet abrufbar. Ich wäre neugierig, wie jemand in 70 Jahren aus dieser ganzen Flut von Fotos seine Lieblingsaufnahmen aussucht.

VON DER SCHOTTERSTRASSE ZUM SMARTPHONE - 70 JAHRE VOLL VERÄNDERUNGEN MACHEN LUST AUF ZUKUNFT

Es gäbe noch so vieles zu beleuchten! Fakt ist jedenfalls, dass mich all diese Erlebnisse und Errungenschaften geprägt haben, sie sind unauslöschlicher Teil meiner ganz persönlichen Entwicklung. Als typischer Babyboomer bin ich in diese enorm spannende Zeit des Wertewandels hineingewachsen und haben die digitale Revolution miterlebt – ich kenne beide Seiten, analog und digital. Und ich glaube, diese Fähigkeit, die alte und neue Welt zu verbinden, gibt uns Babyboomern besondere Fähigkeiten. Wären wir damit nicht gute Impulsgeber für die Diskussionen um den Umgang mit AI?

Es ist schwer sich vorzustellen, wo die Entwicklung hingeht, aber durch den Blick zurück erkennt man, dass immer neue Möglichkeiten entstanden sind. Ich finde, sich das vor Augen zu führen ist wichtig, gerade heute, wo es so viele Zukunftsängste gibt. Ich will keine rosarote Brille aufsetzen oder blauäugig behaupten, dass Entwicklung nur schön ist. Nie geht etwas linear weiter, da gibt es Tiefen und manchmal sogar schlimme Abstürze, aber in Summe geht es immer bergauf! Niemand hat das besser untermauert als der schwedische Arzt Hans Rosling und ich kann euch nur empfehlen einen seiner TED Talks[ii] anzuhören oder sein Buch FACTFULNESS[iii] zu lesen. Sein Credo: Die Welt ist besser als wir glauben!

Ich wäre so neugierig, wie mein Sohn zu seinem 70. Geburtstag auf seine Lebensreise zurückblicken wird. Ein Teil davon ist auch meine Zeit, aber vieles, was er dann erzählen wird, kann ich mir nicht ansatzweise vorstellen. Die Geschwindigkeit des Wandels bleibt für mich immer wieder erstaunlich. Aber nicht einmal Bill Gates konnte sich die Entwicklung vorstellen, als er 1981 sagte: „Niemand wird jemals mehr als 640 KB Arbeitsspeicher in seinem PC benötigen!“

Und jetzt will ich meinen besonderen Geburtstag einfach nur feiern – ganz im Sinne von Let´s Celebrate.

Herzlichst
Helga

 [i] Inflationsrechner: www.finanzrechner.at

[ii] Hans Rosling: TED Talk – How not to be ignorant about the world. (2014)

https://www.ted.com/talks/hans_and_ola_rosling_how_not_to_be_ignorant_about_the_world?subtitle=en

[iii] Hans Rosling: FACTFULNESS Wie wir lernen die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist. (2019)

Der UN-World Meditation Day 2024: Meditation verändert die Welt

Meditation erhält eine neue, weltweite Aufmerksamkeit!

Die UN-Generalversammlung hat den 21. Dezember 2024 zum ersten World Meditation Day erklärt, um das Bewusstsein für den Wert dieser jahrtausendealten Praxis für unsere physische und mentale Gesundheit und darüber hinaus zu schärfen.

Als ich vor über 20 Jahren begonnen habe, mich mit Meditation zu beschäftigen, war das noch etwas Exotisches und oft nur im buddhistischen Kontext verankert. Heute hingegen gehört Meditation – vor allem in Form von Achtsamkeitsübungen – zu den wichtigsten Praktiken, um den Stress des Alltags zu bewältigen und das ständige Gedankenkarussell oder den Monkey Mind zur Ruhe zu bringen.

Für mich als Energetikerin ist Meditation ohnedies das grundlegende Werkzeug, das es ermöglicht, in völliger Entspannung einen Zustand der Verbundenheit und Intuition zu erreichen. Die jahrelange Praxis hat mir so viele positive Erfahrungen gebracht, dass ich mittlerweile seit einigen Jahren selbst Meditationsabende leite.

Diese vielen positiven Auswirkungen von Meditation sind in den letzten Jahrzehnten umfangreich untersucht und dokumentiert worden. Besonders bemerkenswert ist jedoch, dass die UN die Meditation nicht nur als Instrument für die individuelle Gesundheit betrachtet, sondern auch als ein wirksames Mittel, um Frieden in der heutigen Welt zu fördern. Auch die Wahl des Datums – die Wintersonnenwende – ist wohl kein Zufall, denn seit jeher symbolisiert sie den Beginn von „neuem Licht“.

In meinem Blog habe ich schon vielfach die positiven Effekte von Meditation beschrieben, sowohl für den Einzelnen (z. B. Entspannung hoch 3 gehört zum Repertoire, Hast du genug Energie, der Selbstliebe mehr Raum geben) als auch für andere (z. B. Unsere Herzen sprechen miteinander, Möge es dir gut gehen). Heute möchte ich den Aspekt der UN aufgreifen: Nämlich die Idee, dass wir durch Achtsamkeit und Meditation nicht nur unser persönliches Wohlbefinden steigern, sondern damit auch Einfluss auf das Weltgeschehen nehmen können. Für mich ist dies eine schöne Aufgabe, die gerade auch für uns Senioren und selbst im hohen Alter noch möglich ist.

Aus Anlass des UN World Meditation Days möchte ich daher alle bestärken, die diese Praxis bereits in ihren Alltag integriert haben, dann jene, bei denen sie mit der Zeit „eingeschlafen“ ist animieren, sie wieder aufzunehmen und schließlich all jene, die bisher damit noch keine Erfahrung gemacht haben motivieren, es auszuprobieren.

Takeaway

  • Die UN erklärt den 21. Dezember zum World Meditation Day, um das Bewusstsein für die positiven Auswirkungen von Meditation auf unsere Gesundheit und die Welt zu schärfen.

  • Meditation ist ein kraftvolles Werkzeug für alle Altersgruppen – besonders für Senioren, die durch regelmäßige Praxis nicht nur ihre eigene Lebensqualität verbessern, sondern auch aktiv zur gesellschaftlichen Ruhe und Positivität und zum positiven Wandel beitragen können.

  • Nur durch innere Ruhe und inneren Frieden können wir äußere Ruhe und Frieden schaffen.

 

Image by Freepick

 

„MEDITIEREN SIE FÜR IHR EIGENES WOHLBEFINDEN UND DAS ÜBERLEBEN UNSERES PLANETEN“

Es besteht kein Zweifel: Meditation bringt uns allen viele Vorteile und sie wird inzwischen auch im Gesundheitsbereich als wertvolles Werkzeug anerkannt. Die Vereinten Nationen betonen jedoch, dass die Motivation hinter dem World Meditation Day einen großen Schritt über das persönliche Wohlbefinden hinausgeht. Dazu möchte ich euch das Zitat auf der offiziellen Homepage geben:[1]

In times of global challenges, such as armed conflicts, climate crises and rapid technological advancements, meditation offers a powerful means to cultivate peace, unity and compassion.

World Meditation Day reminds us of the importance of nurturing human consciousness to address these issues and create harmony within ourselves and our communities.

By fostering inner peace through meditation, individuals contribute to building a more resilient and sustainable world for current and future generations.”

Zusammengefasst: In Zeiten großer globaler Herausforderungen bietet die Meditation ein wirkungsvolles Mittel, um Frieden, Einheit und Mitgefühl zu entwickeln. Durch die Förderung des inneren Friedens durch Meditation trägt jeder Einzelne dazu bei, eine widerstandsfähigere und nachhaltigere Welt für heutige und künftige Generationen zu schaffen.

Dieses Statement bietet eine vollkommen neue Sichtweise, denn sie geht weit über den privaten Stress-Release und die Entspannung hinaus, die wir oft mit Achtsamkeitsübungen verbinden.

Dass eine Organisation wie die Vereinten Nationen das Weltbild von Verbundenheit aufgreift, hat mich überrascht und gleichzeitig mit großer Hoffnung erfüllt. Überall gibt es Zeichen, dass die Welt im Umbruch ist - vielleicht ist das genau jenes Zeichen dafür, dass etwas sehr Positives entsteht! Wird Energetik zum Mainstream? Ich würde es mir wünschen! (Höchste Zeit für ein neues Weltbild).

VOM ICH ZUM WIR: MEDITATION ALS MOTOR FÜR GLOBALE VERÄNDERUNG

Ich möchte euch gerne ein paar Ideen geben, was das bedeuten könnte.

Durch die Meditation können wir neue Impulse im kollektiven Bewusstseinsfeld setzen, dem Informationsfeld, das uns miteinander und mit allem verbindet. Auch wenn wir diese Vernetzung im hektischen Alltag oft nicht wahrnehmen, hat sie eine messbare Wirkung, besonders wenn tausende von Menschen gleichzeitig meditieren. Dieses Phänomen wurde als Maharishi-Effekt [2] in vielen Studien untersucht. Gemeinsame Meditation fördert die Harmonie im kollektiven Bewusstsein.

Die erste Studie in den 1970er-Jahren hat gezeigt, dass eine regelmäßig meditierende Gemeinschaft messbare Verbesserungen der Lebensqualität bewirken und sogar die Kriminalitätsrate senken kann. Ein besonders beeindruckendes Beispiel ist ein Projekt von 2007 bis 2009, bei dem eine Gruppe von Meditierenden – nur ca. 1% der Bevölkerung – in mehreren US Großstädten die Gewaltverbrechen in diesem Zeitraum um 18,5% reduzierte. [3] [4]

Die Keimzelle für derartige Phänomene ist die Innere Kohärenz, (ein Gefühl von Stimmigkeit, Sinnhaftigkeit und das Vertrauen Herausforderungen meistern zu können) jedes Einzelnen. Wir brauchen den Frieden in uns für den Frieden im Außen. Und das ist echt eine Aufgabe! Wie oft beklagen wir die turbulenten Zeiten, aber wenn wir in uns hineinschauen, ist es da drinnen häufig nicht weniger aufgewühlt. Daher ist die Botschaft der UN:

Das WIR beginnt im ICH.

Ich war immer schon der Ansicht, dass Achtsamkeit nicht nur eine private Angelegenheit ist. Diese Haltung sollte auch in unseren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aktivitäten verankert sein. Es reicht nicht aus, dass Unternehmen ihren Mitarbeitenden Achtsamkeitskurse anbieten, damit sie den täglichen Stress besser bewältigen. Deshalb habe ich das Buch Business Energetik geschrieben, um aufzuzeigen, wie Achtsamkeit und energetische Prinzipien die Geschäftswelt positiv verändern können, wenn Unternehmen Achtsamkeit in alle Bereiche und Aktivitäten einfließen lassen.

SENIOREN MEDITIEREN FÜR DIE GESELLSCHAFT

Das ist wie geschaffen für uns, quasi eine WIN-WIN Situation.

1.     Zur Selbstfürsorge und Prävention
Meditation unterstützt die Steuerung des Körpers, hilft bei akutem Bedarf ebenso wie präventiv, ist kostenlos, liegt in unserem ureigensten Bereich und es gibt weder ein Alterslimit noch eine Alterseinschränkung.

2.     Als Gesellschaftlicher Beitrag
Wir Senioren haben die Zeit und die Möglichkeit, mit unseren Meditationen und durch unsere innere Arbeit, einen Beitrag für Ruhe und Positivität in der Gesellschaft und für einen positiven Wandel zu leisten. Und auch dafür sind wir nie zu alt!

EIN EINSTIEG FÜR NEULINGE: MEDITATION LEICHT GEMACHT

Es gibt viele verschiedene Arten von Meditation, sodass jeder die Methode finden kann, die am besten zu ihm passt. Für Einsteiger empfehle ich sogenannte geführte Meditationen, die auch kurz sein können (5-10 Minuten). Dabei spricht eine Person einfache Anleitungen zur Entspannung, die auch mit entspannender Musik untermalt sein können. Zu Beginn werden die ideale Sitzposition (wenn der Lotos- oder Schneidersitz nichts für dich ist, dann bleib einfach auf deinem Sessel sitzen oder leg dich nieder) und der Fokus auf den Atem erklärt, es geht immer auch um die Entspannung im Körper und oft wird eine Bilderreise zu bestimmten Themen angeboten. Das Ende der Meditation – das „Zurückkommen“ – entspricht in etwa dem morgendlichen Aufwachen und hilft, sanft in den Alltag zurückzukehren.

Wichtig bei der Auswahl einer Meditation ist, dass dir die Stimme und das Thema sympathisch sind. Es ist auch gut, sich die Meditation zu Beginn einmal bewusst anzuhören, um später, im Fluss der Praxis, noch besser abschalten zu können. Ich empfehle die gleiche Meditation regelmäßig über einen längeren Zeitraum, z.B. über 3 Wochen, täglich zu hören und erst dann zu einer anderen mit einem anderen Thema zu wechseln. So könnt ihr positive Veränderungen leichter wahrnehmen.

Links zu Meditationen

  • Du kannst zum Beispiel meine Entspannungsmeditation ausprobieren

  • Es gibt wirklich viele gute und kostenlose, geführte Meditationen in YouTube. Lasst euch einfach bei der Auswahl inspirieren.

  • Achtsamkeitsinstitute wie das MBSR (Mind Based Stress Reduction) haben ebenfalls Meditationen auf ihren verschiedenen Homepages.

Ich hoffe, dieser Artikel hat dich inspiriert und ermutigt, Meditation in dein Leben zu integrieren – für dich selbst und für die Welt um dich herum.

Herzlichst
Helga

[1] United Nations: World Meditation Day 21st December.  https://www.un.org/en/observances/meditation-day

[2] Erzeugung von Kohärenz und Harmonie im kollektiven Bewusstsein der Nation: https://transzendentalemeditation.at/der-maharishi-effekt-1-zusammenfassung-1/

[3] AAAS American Association for Advancement of Science: Can group meditation prevent violent crime? Surprisingly, the data suggests yes: New study (2016) https://www.eurekalert.org/news-releases/671086

[4] Theory and research on conflict resolution through the Maharishi effect - David Orme-Johnson, PhD:  https://research.miu.edu/maharishi-effect/theory-and-research-on-conflict-resolution

 

„Jeder sollte seine Memoiren schreiben“ - live Interview auf HR2

Memoiren schreiben gibt es seit der Antike! Da waren es Kriegshelden, wie Julius Caesar, der über seine Schlachten berichtete, doch heute, im Zeitalter des Sich-Vermarktens, sind sie bei Politikern, Sportlern und Showstars besonders hoch im Kurs. Gerade hat Ex-Kanzlerin Angela Merkel mit ihrem 700 Seiten Buch FREIHEIT für großes Medienecho gesorgt. Aus diesem Anlass hat der Hessische Rundfunkt HR2 im Rahmen der Sendereihe ZUM TAG das Memoirenschreiben von verschiedenen Seiten beleuchtet. Der Titel der Sendung war Zur Erinnerung: die eigene Geschichte schreiben.

In diesem Podcast sprechen ein Politikwissenschaftler und ein Historiker über die Qualität von Merkels Memoiren, es gibt auch Zitate von Ireen Sheer über den ersten Teil ihrer Memoiren, die meinte, es war mehr Arbeit als gedacht. Ein Ghostwriter berichtet, wie er die Memoiren von Sportlern schreibt und dabei fremde Leben erleben darf. Und schließlich hat man mich eingeladen, um mit mir darüber zu diskutieren warum es eigentlich für jeden Sinn macht, seine eigenen Memoiren zu schreiben. Live Interview von Minute 44:30 – 51:38

Ich habe schon zwei Mal über dieses Thema geschrieben (Warum Memoiren schreiben gut tut und Memoiren – mehr als nur Erinnerung ) und möchte euch mit diesem Interview einfach noch einmal daran erinnern, dass diese Selbstreflexion des eigenen Lebens - oder auch nur besonderer Lebensabschnitte - eine wichtige Entwicklungsaufgabe im Alter ist. Es geht nicht darum sich zu beweihräuchern, auch nicht um sentimentales Schwelgen oder vielleicht auch nur an Altem festzuhalten. Es geht um Reflexion, sich darüber klar zu werden was wichtig und schön war und was nicht (!) und darum, mit sich und dem eigenen Weg im Reinen zu sein.

Memoirenschreiben ist inzwischen in der Altersforschung als identitätsstiftende und besonders sinnvolle Tätigkeit anerkannt [i]. Studien zeigen, dass Menschen, die sich mit ihren autobiografischen Erinnerungen beschäftigen, weniger depressiv und geistig beweglicher sind. Das trifft allerdings nicht zu, wenn in der Biographiearbeit nur die Vergangenheit glorifiziert oder primär anderen Menschen oder der Zeitgeschichte oder den Umständen Schuld zugewiesen wird.

 

Foto Helga Prazak: Im Helikopter unterwegs zu einer Produktionsanlage

 

Hier meine TAKEAWAYS, die euch vielleicht INSPIRIERen, diesen Schritt zu machen.

  • Wir kennen Memoiren meist nur von Celebrities und die schreiben mit einem bestimmten Fokus für ein Publikum. Aber ehrlich: Am interessantesten ist doch mein eigenes Leben! Auch, wenn es nach außen nicht so spektakulär war, wie das der Celebrities. Jedes Leben ist reich an Erfahrungen!

  • Natürlich kennen wir uns, aber durch die bewusste Auswahl der Erinnerungen triffst du eine bewusste Entscheidung, was dir wichtig ist.

  • Die Form (schriftlich oder als Tonaufnahme), der Umfang, die Zielsetzung oder der Lebensabschnitt sind völlig frei wählbar, es muss einfach nur zu dir passen und dir etwas bedeuten.

  • Entscheidend ist, WIE man zurückschaut, also die Einstellung dazu. Schaut man voll Wehmut zurück und führt sich permanent vor Augen, was man alles jetzt nicht mehr hat, oder hält voll Ärger und Groll nur solche Situationen fest, so führt das zur Verbitterung und die tut niemandem gut, schon gar nicht unserer Gesundheit!
    Man kann aber auch neugierig zurückschauen, was man Neues im eigenen Leben entdeckt, jetzt, wo man Abstand hat und um viele Erlebnisse reicher ist. So kann man sich die “eingebrachte Ernte” anschauen: Gutes und Schlechtes, und möglichst ohne Wertung. Und dann kommt der entscheidende Schritt: an dieser Stelle hast du die große Freiheit der persönlichen Einstellung dazu.

Es geht darum, wie du heute dazu Stellung nimmst,
nicht, wie du es damals erlebt hast!

Es ist deine freie Entscheidung
heute daraus ein Drama zu machen
oder einen Entwicklungsroman
oder vielleicht sogar in Teilen eine Komödie.

Hier geht es allein um deine eigenen Einstellungswerte. Gut zurückzu-schauen ist entscheidend für ein glückliches Leben. Und JA zum eigenen Leben zu sagen ohnedies!

  • Für mich war entscheidend, schwarz auf weiß zu sehen, dass es auch nach Tiefs, Krisen und dramatischen Wendepunkten gut, oft sogar besser, weitergegangen ist. Und ich habe erkannt, welche meiner Qualitäten und Strategien mir dabei geholfen haben. Auf diese kann ich auch heute zählen, wenn unvorhergesehene Situationen auftauchen.

  • Wann ist der richtige Zeitpunkt? Da gibt es nur eine einzige Antwort: wenn es dir ein Bedürfnis ist und du Zeit dafür hast oder sie dir nimmst. Du musst nicht warten, bis du 70Plus bist, um deine Memoiren zu schreiben. In meinem Kopf war lange Zeit die Idee, das macht man nur wenn man wirklich alt ist. 😉  
    Reflexion tut bereits sehr viel früher gut. z.B. die Abenteuer der Jugend festhalten, die Berufsjahre reflektieren, mit etwas abschließen (z.B. Beziehungen) etc.
    Ich habe vor kurzem für die Erstellung meiner Seelenmatrix (Seele – eine führende Kraft in unserem Leben) einige Seiten einer Selbstbeschreibung – das bin ich! - gemacht. Sie enthält meine Eigenschaften, die für mich wichtigen Stationen und Ereignisse in meinem Leben, sowohl schöne und angenehme als auch damals schmerzvolle Muster, die sich immer wiederholen und auch, wie mich zwei andere Menschen, die mich gut kennen, sehen.

  • Solch ein Rückblick gibt viel Kraft und Zufriedenheit. Alle, mit denen ich gesprochen habe und die ihre Memoiren geschrieben haben, meinten unisono, dass es sich viel leichter lebt, wenn man einerseits mit problematischen Situationen und Personen aufgeräumt hat und andererseits die Reichhaltigkeit des eigenen Lebens sieht.

  • Vielleicht wünschen sich auch eure Kinder, dass ihr euer Leben oder die Familiengeschichte festhaltet. Ich bin meiner Schwester sehr dankbar, dass sie unsere Familiengeschichte dokumentiert hat, und wir haben gemeinsam viel Erkenntnisse (auch über uns) gewonnen. Von meinem Vater hätte ich mir gewünscht, dass er seine Kindheitsgeschichten auf einem Gutshof in Niederösterreich aufgeschrieben hätte. Das waren die Gute-Nacht-Geschichten meiner Kindheit. So sind sie nur mehr bruchstückhaft in meinem Kopf – aber dennoch bedeuten sie mir viel.

Meine 4 wichtigsten Erkenntnisse

  1. Die Auswahl zeigt, was im Leben wirklich zählt!

  2. Auch schwierige Zeiten gehen vorüber und lösen sich positiv auf. Wenn man allerdings draufkommt, dass man unversöhnlich nach wie vor an Erinnerungen kaut, ist es Zeit Hilfe zu holen. Dieses Aufarbeiten ist eine der wesentlichen Grundlagen für Gesundheit im Alter.

  3. Man wird sich der eigenen Qualitäten und Lebensstrategien viel bewusster.

  4. Alleine durch das Niederschreiben der vielen schönen Erlebnisse ist bei mir so viel Dankbarkeit entstanden – Dankbarkeit für mein Leben und für all die wundervollen Menschen um mich herum.

Herzlichst
Helga

PS: Vielleicht ist ja gerade die “stillste Zeit” im Jahr (für mich ist das immer von Weihnachten bis zum 6.. Jänner) und der Jahreswechsel ein guter Anlass sich über die eigenen Memoiren Gedanken zu machen. Ich wünsche euch jedenfalls viel Freude dabei.

[i] [i] Geneviève Grimm-Montel: Funktionen des Erinnerns im erzählten Lebensrückblick älterer Menschen. Dissertation an der Universität Zürich (2012) https://www.zora.uzh.ch/id/eprint/76278/1/Grimm-Dissertation.pdf

Seele - die führende Kraft in unserem Leben

Die Zeit um Allerseelen und das trübe, manchmal auch nebelig- mystische Herbstwetter lösen bei mir immer das Bedürfnis aus, innezuhalten und über das Leben und seine Endlichkeit beziehungsweise Unendlichkeit nachzudenken. Daraus sind schon die Posts Reden wir über Sterben und Tod und Letzte Hilfe Kurs entstanden. Dieses Jahr ist es die Seele, mit der ich mich näher befasse.

Überall auf der Erde und in allen Religionen machen sich die Menschen seit je her Gedanken über die Seele und es gibt viele Gemeinsamkeiten, aber auch viele Kontroversen. Ich möchte in diesem Post nicht diskutieren, ob die Seele unsterblich ist, reinkarniert oder nicht, sondern ganz einfach beleuchten, welche Rolle sie in unserem täglichen Leben spielt.

Während meiner Berufsjahre und auch in meinen energetischen Ausbildungen habe ich viele Persönlichkeitsmodelle kennengelernt und jedes davon hat mir neue und auch hilfreiche Einsichten und Erklärungen gebracht. Aber so im Innersten „ertappt“, wie bei der Beschäftigung mit meiner Seele, bin ich mir noch nie vorgekommen. Plötzlich war so klar, warum sich immer wieder dieselben Muster und Situationen in meinem Leben zeigen und gleichzeitig kann ich viel gelassener damit umgehen.

Mit diesem Post möchte ich euch zeigen, wie man mit der Seele kommunizieren kann um sich selbst besser kennenzulernen, denn es scheint mir, dass mit dem Älter werden die Fragen nach Sinn und Warum noch dringlicher auftauchen als früher.

Take away

  • Aus meiner Sicht ist die Seele mein unveränderlicher Wesenskern und der wahre CEO in meinem Leben.

  • Jede Seele hat einen einzigartigen Archetyp und bildet mit der Lebensaufgabe und individuellen Qualitäten meine Grundenergie, die sich wie ein „roter Faden“ durch das Leben zieht.

  • Durch die Beschäftigung mit der eigenen Seele lassen sich viele Fragen über uns selbst beantworten, die wahren Stärken entfalten und man ist einfach viel authentischer!

 

Foto: Valentin Antonucci auf pexels

 

DIE SEELE - OFT ZITIERT UND UNTERSCHIEDLICH VERSTANDEN

Wie oft zitieren wir die Seele in Redewendungen, ohne uns Gedanken zu machen, was denn eigentlich die Seele ist: „Mir liegt etwas auf der Seele. Du sprichst mir aus der Seele. Sich alles von der Seele reden. Den Seelenfrieden finden. Mit der Seele baumeln. Wir sind ein Herz & eine Seele. Ja, und man kann sogar seine Seele verkaufen! Offensichtlich wissen wir alle, dass da etwas Besonderes in uns ist.

Dem Begriff Seele nachzugehen, ist schwierig, weil es so viele unterschiedliche Deutungen gibt. Allein im Arbeitskreis MITEINANDER: Ärzte-Psychotherapeuten-Energetiker, den ich ein paar Jahre leiten durfte, sind wir nach etlichen Missverständnissen in heißen Diskussionen auf fundamentale Unterschiede gestoßen. Unsere Psychotherapeuten und Mediziner haben Seele als Synonym für Psyche angesehen, also die Gesamtheit der Gefühle eines Menschen. Wir Energetiker hingegen sehen die Seele als immaterielle, unsterbliche Identität, die bereits vor der Geburt existiert, den Körper vorübergehend bewohnt und diese Erfahrungen über den physischen Tod hinaus bewahrt.

ENTDECKE DEINE SEELE

Der energetischen Sicht folgend habe ich im Artikel Jour Fixe mit dem Kernteam schon eine Definition versucht und die Seele als CEO bezeichnet, also den „Geschäftsführer“ in meinem Leben. Er repräsentiert den Eigentümer (der ist für mich das Höhere Selbst), bringt bereits eine Lebensaufgabe mit, sucht die besten Bedingungen dafür, also einen Körper mit all den biologischen Gegebenheiten der Ahnenlinien und ein entsprechendes Umfeld, um diese Lebensaufgabe bestmöglich zu erfahren. In diesem Post möchte ich diesen Gedanken weiter vertiefen und der Strategie nachgehen, die „mein CEO“ in meinem Leben verfolgt.

In meinen Meditationsgesprächen mit der Seele ist mir vor allem ihre Größe und Einzigartigkeit bewusst geworden sowie ein tiefes Gefühl von Sicherheit entstanden. Sie ist unser wahrer Wesenskern mit all den individuellen Eigenschaften, Stärken und Schwächen. Dieser Teil in uns kann durch Erziehung, Wissen und auch Erfahrung nicht verändert werden, allerdings können wir uns davon distanzieren, indem wir z.B. äußeren Einflüssen nachgeben oder uns ungewollt anpassen. Dann leben wir auf eine Art und Weise, die nicht unserem wahren Kern entspricht, wir erleben Selbstzweifel, sind nie so richtig zufrieden oder auch ewig auf der Suche.

Ich habe auch den Eindruck, dass die Seele wenig übrig hat für unser wirtschaftliches Dasein. Es ist ihr egal, ob wir Erfolg haben, reich oder arm sind, etwas Großes oder Kleines bewegen. Das passt schon eher zum EGO und zum Verstand. Der Seele geht es vielmehr um die Qualität, mit der wir durchs Leben gehen und was wir dabei erleben, erfahren und was wir daraus machen. Früher dachte ich, Seelenaufgabe und Berufung sind etwas Großes, der ultimative Weg zu Liebe und wahren Gefühlen. Das ist sicher nicht falsch, aber offensichtlich gibt es auch noch ganz andere, viel profanere Dinge, die die Seele ausprobieren möchte und das können sogar auch Reibung und Konflikte sein. Diese aufzulösen und neue Wege zu gehen – darum geht’s!

Durch die Beschäftigung mit der eigenen Seele lassen sich viele persönliche Fragen beantworten:

Wer bin ich? 
Was ist der Sinn meines Lebens? 
Warum fallen mir manche Dinge so leicht und andere so schwer?
Wieso passieren mir immer wieder die gleichen Dinge?

Die Seele in ihrer Vielfalt zu erkennen, geht nicht mit Logik oder über den Verstand. Es ist eine andere Ebene, die man - aus meiner Erfahrung - eher mit dem Herzen spürt. Ebenso kann man die Stimme der Seele wahrnehmen, wenn man völlig neutral und still ist und nur beobachtet, denn die Sprache der Seele ist meist deutlich leiser als die des Verstandes.

Die Voraussetzung für eine Begegnung ist daher tiefe Entspannung und Gedankenstille. Dann kannst du direkt mit ihr sprechen - sie ist ja immer da. Die Informationen und Antworten kommen allerdings nicht immer so direkt, wie wir das gewohnt sind oder wünschen. Manchmal sind es spontane, klare Botschaften und so einprägsam, dass es nichts mehr zu diskutieren gibt, manchmal ist es eine tiefe innere Erkenntnis oder es zeigt sich ein unmissverständliches Gefühl und manchmal kommt in diesem Moment einfach gar nichts. Das ist dann gewöhnungsbedürftig und kann frustrierend sein, denn schnell ist der Verstand da und meint: Siehst du, geht ja doch nicht!

Daher kann man sich auch anders helfen, um Einsicht in die Seele und ihre Aufgaben und Qualitäten zu bekommen.

ARCHETYPEN DER SEELE UND ENTWICKLUNGSZIELE

Eine der besten Beschreibungen der Seelenaufgaben habe ich bei Varda Hasselmann und Frank Schmolke in ihrem Buch Archetypen der Seele [1] gefunden. Eines Tages kam mein Mann zu mir und meinte „Bitte lies das, so gut habe ich mich noch nie beschrieben gefühlt! Jetzt machen für mich so viele Dinge, die sich in meinem Leben wiederholen, erstmals Sinn.“ Die Beschreibung seiner Seelenmatrix war auch für mich ein Schlüsselmoment in unserer Beziehung. Nicht nur erkannte ich meinen Mann darin, ich habe auch verstanden, warum er auf bestimmte Situationen immer gleich reagiert und dass das keine Schwäche, sondern Programm seiner Seele ist.

Das Modell von Seelenmatrix und die Archetypen der Seele basiert auf der Idee, dass jede Seele mit einer einzigartigen, angeborenen Energiestruktur in diese Welt kommt. Die Basis bilden sieben Archetypen oder Seelenrollen: Heiler, Künstler, Krieger, Gelehrter, Weiser, Priester und König. Diese Rollen haben natürlich nichts mit Berufsbildern zu tun. Die Seelenrolle zeigt unser Potenzial und eine bestimmte energetische Schwingung, die unsere Grundausstrahlung bildet.

Wie man diese Seelenrolle tagtäglich lebt, hängt von weiteren konstanten Faktoren ab, die grundlegende Aspekte unseres Wesens prägen. Hier nur ein paar Beispiele:

  • Die Grundangst, z.B. das Gefühl von Unzulänglichkeit, Angst vor Unberechenbarkeit oder verletzt zu werden. Sie zeigt sich in vielen Situationen und ist ein starker Antrieb für persönliche Entwicklung.

  • Das Entwicklungsziel (z.B. herrschen, unterordnen, akzeptieren … ) ist jenes Thema, mit dem wir uns auf unterschiedlichste Weise auseinandersetzen müssen.

  • Der Modus zeigt das Temperament, wie wir dieses Entwicklungsziel erreichen: z.B. leidenschaftlich, vorsichtig, zurückhaltend oder aggressiv.

  • Die Mentalität ist die geistige Grundhaltung, mit der wir durchs Leben gehen. z.B. als Skeptiker, Zyniker, Pragmatiker, Idealist, Realist.

  • Das Reaktionsmuster legt fest, wie wir auf plötzliche Ereignisse reagieren, z.B. emotional, intellektuell, aktionistisch.

  • Das Seelenalter ergibt sich aus der Anzahl von Inkarnationen und entspricht einer Art Reifungsprozess.

Jeder dieser Aspekte hat eine spezifische Energie und alle zusammen bilden die Energiestruktur unserer Seele. Sie drückt sich in all unseren Lebenssituationen aus und gibt uns Orientierung und Stabilität. Eine wichtige Erkenntnis war für mich, dass diese Seelenenergie über das gesamte Leben unverändert ist und vor allem auch unabhängig von äußeren Einflüssen wie Erziehung oder Erfahrungen.  

DIE SEELE SPIELT IM ALLTAG IMMER MIT

Neugierig habe ich mich selbst anhand der Seelenmatrix eingeschätzt und mich dabei positiv „ertappt“ gefühlt! Dass ich mich in der Rolle der Weisen wohl fühle, die gerne schwierige Erkenntnisse verständlich vermittelt, für Kommunikation sorgt und gerne auf der Bühne steht (u.v.m.) war schnell klar. Dass aber dazu Unzulänglichkeit als Grundangst zu mir gehört, hat mir die Augen geöffnet. Ein ganzes Leben lang begleitet mich dieses Gefühl und ist unabhängig von all meinen vielen Erfolgen. Früher habe ich mit diesem Gefühl gehadert und dagegen angekämpft. Nach der Beschäftigung mit der Seelenmatrix habe ich es einfach angenommen. Inzwischen beginne ich sogar schon innerlich zu lächeln, wenn sie sich wieder einmal zeigt und denke: Wozu forderst du mich heute auf? Außerdem laufe ich nicht mehr Eigenschaften nach, die ich nicht habe. wie z.B. die Qualitäten der Kriegerin, die u.a. kein Problem mit Konfrontationen hat. Konfrontationen sind einfach nicht meines, ich löse das anders.

Besonders interessant fand ich die Reaktionsmuster, also die Art und Weise wie man auf überraschende Situationen reagiert. Das zeigt sich im Alltag immer und immer wieder und kann zu massiven Missstimmungen führen, wenn die anderen „anders“ reagieren. Wenn z.B. eine überraschende Nachricht kommt, kann die erste Reaktion Angst oder Sorge sein oder auch eine intellektuelle Analyse der Situation oder man beginnt spontan, aktionistisch zu handeln. Wie wir reagieren, hat nichts mit Intellekt zu tun, sondern ist Teil unserer Seelenergie und damit angeboren. Sich und andere in dieser Erstreaktion zu kennen und zu akzeptieren ist bereits ein großer Schritt zum gegenseitigen Verständnis

SCHICKSALHAFTE WENDUNGEN

Ich habe viel gelesen und vor allem auch meditiert, um meine Seele zu erfahren. In einer Meditation hatte ich plötzlich diese Klarheit, dass sie den „roten Faden in meinem Leben“ darstellt. Wenn ich auf mein Leben blicke, dann ist da tatsächlich eine Konstanz - trotz aller biografischen Brüche, Schwierigkeiten und Wendungen und manchmal ganz entgegen meine Wünschen oder meinen Verstand. Aus heutiger Sicht kann ich zu jeder dieser Situationen sagen: Gut war´s! Für mich ist damit klar, dass da eine höhere, nicht verstandesmäßige Instanz in mir am Werk ist.

Für mich ist die Seele
der rote Faden in meinem Leben!

Wenn man sich mit den Energiestrukturen der Seele befasst, können wir unsere individuellen Stärken besser verstehen, unsere Ängste annehmen und unser Leben in Einklang mit unserem tiefsten Wesen gestalten. Alles in allem: authentischer und leichter durchs Leben gehen.

Es gibt viele gute Informationen im Internet, aber ich empfehle dir, dich mit jemand anderen dazu auszutauschen, denn viel zu leicht trifft man auf „blinde Flecken“ oder bleibt im Wunschdenken stecken. Außerdem ist die Beschäftigung mit der Seele nichts, was man so schnell einmal nebenbei „abtickt“, es ist eine dauernde Entdeckungsreise zu sich selbst. Und je mehr man sich selbst entdeckt, desto stärker wird unser Strahlen!

Herzlichst
Helga

mehr Informationen zur Seelenmatrix u.a. Andrea Tuma: Impulsen der Seele folgen

[1] Varda Hasselmann und Frank Schmolke: Archetypen der Seele: Die seelischen Grundmuster - Eine Anleitung zur Erkundung der Matrix -  Goldmann 2010

 

Möge es dir gut gehen! Hilfe über das Informationsfeld

Das Leben besteht nicht nur aus Sonnenschein und selbst wenn es einem persönlich gut geht, gibt es Situationen, in denen man einem Liebsten als Eltern, Großeltern, als Partner:In oder Freund:In gerne helfen möchte. Aber oft ist das einfach nicht möglich, weil diese Person weit weg wohnt, man sich nicht direkt in ihre Entscheidungen einmischen will oder soll oder weil man einfach keine Ahnung hat, was man tun könnte. Zurück bleibt dieses unangenehme und dunkle Gefühl von Machtlosigkeit und Sorge.

Physisch sind wir in so einem Fall also mit unseren Möglichkeiten zu helfen eingeschränkt, aber energetisch können wir immer etwas für das Wohlbefinden unserer Liebsten tun - und genau das möchte ich euch heute zeigen.

Auslöser für diesen Post war eine Freundin, die sich große Sorgen um ihren Sohn machte, der im Ausland lebt. Seine junge Familie, mit zwei kleinen Kindern, anspruchsvollen Jobs und nur Homeoffice scheint immer mehr ins Burnout zu schlittern und wegen der großen Distanz kann sie ihr als Mutter und Oma nicht beistehen. Mit jeder neuen, oft negativen, Nachricht stiegen ihre Sorgen. Ich kenne das, denn Teile meiner Familie leben seit langem im Ausland und wenn es ihnen nicht gut geht, fühle ich die Entfernung noch mehr als sonst. Aber es ist oft auch nicht nur die Distanz, manchmal fühlt man sich auch machtlos, wenn es dem Partner nicht gut geht, mit dem man zusammenlebt.

Natürlich sind das Themen, mit denen man immer im Leben konfrontiert werden kann, aber ich habe den Eindruck, mit dem Alter belasten uns diese Sorgen mehr, vielleicht, weil man sensibler geworden ist (Ungeduld und dünne Haut) oder auch mehr Zeit und weniger Ablenkung hat. Aber gerade weil wir mehr Zeit haben, können wir uns dem auch besser widmen und in jedem Fall energetisch etwas machen.

Take away

  • Wir können für Menschen, die uns viel bedeuten, energetisch immer etwas machen.

  • Eine einfache Methode dazu ist die Loving-Kindness-Meditation, die ich um energetische Aspekte ergänzt habe:

  • Bring Licht in schwierige Situationen!

 
 

LOVING KINDNESS MEDITATION & LICHT!

Früher hat meine Oma für uns gebetet, wenn es ein Problem gab oder wir auf Reisen waren und auch meine Schwiegermutter hat das regelmäßig für uns gemacht. Wir haben damals zwar nicht wirklich daran geglaubt, aber uns dennoch über diese liebenswerte Geste gefreut. Heute sehe ich das anders, denn ganz unabhängig von jedem religiösen Kontext passiert etwas, wenn wir uns mit liebevollen Gedanken einer anderen Person zuwenden.

Ich wende dafür die Loving-Kindness-Meditation (Liebende-Güte-Meditation) an, wie sie Barbara Fredrickson, Wegbereiterin der positiven Psychologie, ausführlich beschrieben hat. [i] Diese Meditationspraxis hilft, Abstand von allen Schwierigkeiten zu nehmen und einfach nur eine positive Haltung einzunehmen, sodass sich Gutes entwickeln kann. Man konzentriert sich auf die positive Absicht und wartet, was daraus entsteht, wobei das Gefühl wichtiger ist als die konkreten Sätze, die man während der Meditation spricht.

Ich ergänze diese Meditation durch eine energetische Komponente, in der man sich zusätzlich auch auf Licht konzentriert mit der Absicht, Licht in diese Situation bzw. zu dieser Person zu bringen. Die Konzentration auf Licht hat eine besondere Qualität - es geht dabei im wahrsten Sinn des Wortes „ein Licht auf“ und die Stimmung verändert sich fast unmittelbar. Du brauchst keinen konkreten Wunsch zu äußern und schon gar keinen (Lösungs-)Weg andenken, allein die Konzentration auf das Wort „Licht“ ermöglicht es, dass sich nach und nach Klarheit einstellt, neue Ideen auftauchen, Entspannung eintritt u.v.m. Licht ist für mich das Meer aller Möglichkeiten (in der Quantenphysik auch als Zero-Point-Field bezeichnet) aus dem wir schöpfen können. Probier es einfach öfter aus und die wirkende Kraft kommt schnell mit der Übung.

  1. Zuerst entspanne dich selber. Suche dir einen ruhigen Ort, setz dich aufrecht hin und schließ die Augen. Konzentriere dich auf deinen Atem, atme tief in den Bauch und entspann deinen Körper mehr und mehr.

  2. Beginne dann mit der herzzentrierten Atmung (Unsere Herzen sprechen miteinander), indem du dir vorstellst, du atmest langsam durch dein Herz ein und wieder aus. Spür, wie du mit jedem Atemzug dem Herzen neue Energie zuführst. Während du bei dieser Atmung bleibst, stell dir nun eine Situation vor, in der du selbst Liebe oder besondere Zuneigung bekommen hast und es dir rundum gut gegangen ist. Bade in diesem guten Gefühl.

  3. Jetzt sprich für dich selbst bestärkende Sätze, die dir in der aktuellen Situation gut tun wie z.B.
    Auch wenn ich gerade voll Sorge bin, weil …. – es ist OK und wichtig, dass ich mich jetzt entspanne.
    Möge es mir gelingen, trotz all dieser Nachrichten oder Umständen mich zu entspannen und wohl zu fühlen.
    Möge ich mit meinem Mitgefühl und mit dieser Meditation ……. (Name) unterstützen.

  4. Nun wendest du dich mit diesem guten Gefühl dem Menschen zu, den du unterstützen möchtest. Stell dir dabei vor, wie helles Licht zu dieser Person und/oder in eine schwierige Situation, einen Streit etc. fließt. Ruf dir ein oder zwei gute Eigenschaften oder Stärken dieser Person in Erinnerung und sag laut oder nur in deinem Kopf langsam Sätze wie z.B
    Mögest du Klarheit und neue Ideen finden, damit gut umzugehen.
    Mögest du Zuversicht finden.
    Möge dieses Licht dich dabei unterstützen einen neuen Weg zu finden und für Klärung und/oder Harmonie sorgen, etc.
    Möge dieses Licht Entwicklungen zu deinem höchsten Wohl und zum höchsten Wohl aller Beteiligten unterstützen.
    Mögen deine guten Eigenschaften und Stärken auch zur positiven Entwicklung beitragen.
    Sprich an, was du diesem Menschen wünschst, während du weiter in dein Herz ein- und ausatmest und in dem Gefühl von Liebe, Güte und Zuversicht bleibst. Und gib kein konkretes Ergebnis vor, denn das liegt nicht in unserer Macht.

  5. Lass die Bilder langsam los, atme noch ein paar Mal tief ein und aus, mach dann langsam die Augen auf, komm in den Alltag zurück und bleib in dem Vertrauen, das Bestmögliche getan zu haben.

Die Formulierung „möge ich…“ und „mögest du…“ fand ich anfangs eher antiquiert und sie entspricht nicht meiner normalen Sprache. Aber langsam habe ich mich damit angefreundet, denn diese Worte sind irgendwie besonders. Diese Formulierung lässt alle Optionen offen ohne dabei etwas aufzuzwingen – sie ist einfach nur ein liebevolles Angebot! Genauso ist es auch gemeint, denn es liegt nicht an dir, ob, wann und wie die Person deine Energie und Wünsche aufnimmt und wie sie reagiert. Nur die Person selbst kann letztlich eine Veränderung bewirken. Wir können zwar immer mit Liebe und Licht unterstützen, aber unsere eigenen Erwartungen und Hoffnungen spielen dabei keine Rolle (und die im Zaum zu halten ist oft gar nicht leicht).

VERBUNDEN ÜBER EIN INFORMATIONSFELD

Dass Meditation für einen selbst sehr angenehm und wirkungsvoll ist, besonders in stressreichen Situationen, ist für viele noch verständlich. Dass diese Form der Meditation aber tatsächlich auch etwas bei anderen bewirkt, ist nicht gängiges Know-How. Erklärbar ist das über die Quantenphysik und die Tatsache, dass wir alle auf einer energetischen Ebene und über ein Informationsfeld miteinander verbunden sind, auf das wir von überall zugreifen können (Prinzip der NIcht-Lokalität). Jeder Gedanke und jede Emotion, die ja ebenfalls Energie und Information sind, werden in dieses universelle Feld eingebracht und von anderen Menschen über deren energetische „Antennen“ abgerufen. (Ein neues Weltbild)

„Stellen sie sich das Quantenfeld als eine große, unsichtbare Datenbank vor, und der Zugang zu den, in dieser riesigen Datenbank enthaltenen Informationen erfolgt über ihr zentrales Nevensystem.”
Dr. Joe Dispenza

Ich habe auf diese Weise schon so viele, auch überraschende, positive Wendungen erlebt, sodass ich keinerlei Zweifel an dieser Verbundenheit mit allem und der energetischen Wirksamkeit habe.

WICHTIGER JOB FÜR SENIOREN: SCHICK GÜTE UND LICHT IN DEIN UMFELD

Also kurzgesagt geht es bei dieser Hilfe

  • zuerst um die eigene Entspannung,

  • dann das Senden von Licht,

  • die Formulierung offener Wünsche ohne spezifische Ergebnisse oder Lösungen und

  • zuletzt das Vertrauen, dass es gut ist.

Nimm aufmerksam und dankbar auch kleinste positive Veränderungen wahr. Z.B. sagte meine Freundin nach einer Woche fast nebenbei „Als wir das letzte Mal telefoniert haben, schien mir mein Sohn etwas entspannter.“ Und später „Ich hab schon seit zwei Wochen keine Hiobsbotschaften mehr bekommen.“

Natürlich ist die Loving Kindness Meditation nicht etwas, was Senioren vorbehalten ist, ganz im Gegenteil, je früher man damit anfängt, desto besser. Aber ich sehe mit dieser Art, Liebe und Güte zu schicken, dennoch einen wichtigen Beitrag, den wir Senioren unseren Liebsten jederzeit gönnen können. Stellt euch vor, wir machen das regelmäßig - wieviel Positives könnten wir anstoßen!

Herzlichst
Helga

[i] Barbara Fredrickson: Die Macht der Liebe – campus Verlag 2013
Teil II  Ihr Leitfaden zur Liebe – Liebende Güte Meditation; Andere lieben in Krankheit und Gesundheit; Mitgefühl: Leiden mit Liebe begegnen

Strahlend alt werden meets 360° Pure Power

Bei meinem Vortrag Sinn im Alter habe ich Judith Schäfer kennengelernt und bereits nach den ersten gemeinsamen Diskussionen stand fest, wir kombinieren unsere Konzepte und Ideen zu einem Expertentalk, den ich euch heute zeigen möchte.  

Judith ist Holistic Coach und Expertin für funktionale, natürliche Ernährung, neurozentrierte Bewegung sowie Bewusstseinsmedizin und ihr 360° Konzept EAT • MOVE • FEEL umfasst die wohl wichtigsten Ressourcen des Alters: Ernährung, Bewegung und Bewusstsein.

 
 

Zu Beginn sprechen wir darüber, was sich zwischen Anfang 50 (Judith) und 70 (Helga) verändert.Was erwartet mich in dieser Zeit? Viele haben auch Angst vor dem älter werden, ist das berechtigt?“ -„Kommt darauf an, wie man es angeht: ich finde, du kannst dich darauf freuen.”

Dann beleuchten wir die vielen negativen Altersstereotypen und unterschiedlichen Altersbilder, die uns begegnen und wie sie uns beeinflussen.

Wann beginnt man sich mit dem Alter zu befassen?“ Wir saugen ein ganzes Leben lang Bilder vom Alter auf, aber richtig befassen damit sollte man sich meines Erachtens erstmals so Mitte 50 mit einer Art Halbzeitreflexion, ähnlich dem Coaching, das ein Fußballtrainer für seine Mannschaft in der Halbzeitpause macht. In meinem Halbzeitcoaching schauen wir, welche Bilder und tiefere Überzeugungen über das Alter dominieren, was bisher gelungen ist, was losgelassen werden sollte, entwickeln eine emotionale Vision für das hohe Alter, analysieren die 5 Säulen und finden heraus, was in Balance gebracht werden muss. Aus all dem ergibt sich dein persönlicher „Pensions-Job“. Klingt ein bisschen wie im Management, aber warum nicht? Judith bringt es auf den Punkt: „Wir sind doch alle „Lebensunternehmer“, da dürfen wir ruhig die Verantwortung für unser Leben in dieser Weise übernehmen.“

Wir sind uns einig, dass der Longevity Hype und der Forever Young Aktionismus die falsche Richtung sind, was nicht heißt, dass wir nicht vital und geistig aufgeschlossen sein sollten, um die Reife und Weisheit des Alters zu entwickeln. „Sei bewusst so alt, wie du bist!“

Wir diskutieren, was es bedeutet, im Alter und mit den jetzigen Ressourcen auch für die Gesellschaft noch etwas Unterstützendes zu machen.

Im zweiten Teil des Expertentalks erklärt Judith ihren 360° Coaching Ansatz eat-move-feel mit Blick auf die Bedürfnisse des Älterwerdens. Dieses Konzept basiert auf dem Prinzip der Verschränkung, denn alle Bereiche des Lebens - sei es Ernährung (eat), Bewegung (move) oder energetisches, emotionales und mentales Wohlbefinden (feel) sind miteinander verbunden und bedingen einander. Nur wenn alle Ebenen in optimaler Frequenz im Einklang schwingen, können wir strahlen und unser Leben in eine positive Richtung lenken.

  • eat: Dazu zählt eine entzündungsarme, blutzuckerneutrale, möglichst pflanzenbasierte Kost, unterstützt durch Mikronährstoffe und Wasser (Mehr Wasser bitte!), bei der aber der Genuss nicht zu kurz kommt! Abgesehen von dieser Ausrichtung, die man als Low-Carb/ketogene Ernährung beschreiben könnte, geht es darum individuell darauf einzugehen: Was tut unserem Körper gut, damit er die Kraft hat, die im jeweiligen Lebensabschnitt gebraucht wird.

  • move: Bewegung ist einfach eine Voraussetzung für die Aufrechterhaltung der körperlichen Gesundheit. Judith spricht über ihre beiden Trainingsmodule. Beim Neuro Mental Training wird der Körper genutzt, um die Neuroplastizität des Gehirns zu fördern. Über leichte Bewegungsübungen kann man selbst mögliche neuro-degenerative Krankheiten weit hinausschieben. Das Neuro Physis Training hilft dabei zusätzlich die Muskeln zu stärken, verbessert die Koordination und dient der Sturzprophylaxe.

  • feel: In diesem Bereich treffen sich die Arbeitsweisen von Judith und mir, denn hier geht es um Energie, Lebenskraft, Emotionen und Gedanken. Sich immer wieder achtsam auf die Schliche kommen: warum tue ich das, was ich tue? Was ist die Intention dabei und was die Konsequenz? Es geht auch darum zu schauen ob z.B. Krankheiten bzw. Symptome eine Botschaft oder einen emotionalen oder mentalen Auslöser enthalten. Das 360° Grad Coaching von Judith unterstützt dabei in einer Kombination aus Achtsamkeit, energetischen Praktiken und gezielter Arbeit mit dem Unterbewusstsein.

Und nun wünschen wir dir viel Freude beim Zuhören, Lass Dich inspirieren von unseren vielen praxisnahen Ratschlägen.

 
 

Judith und ich freuen uns über dein Feedback ebenso wie über deine Fragen und Ideen.

Herzlichst
Helga

Zu Ernährung siehe auch Essen im Alter – eine Lovestory und Ernährung im Alter - was es braucht

Die Kraft des Sinns im Alter

The Power of Meaning - Die Kraft des Sinns - war das Thema des TimeWaver Kongresses 2024, zu dem ich als Referentin eingeladen wurde. Neben großartigen Präsentationen aus Wissenschaft, Business, Coaching und Spiritualität, konnte ich darüber referieren, welcher Sinn im Alter steckt und wie man diesen Sinn findet.

Ich hatte bis dato mit TimeWaver keinerlei Verbindungen. Bei meinen Recherchen fand ich jedoch heraus, dass das Unternehmen im Bereich der Informationsfeldtechnik tätig ist, sich mit Quantenphysik, Informationsmedizin und der Harmonisierung von menschlichen Feldern als auch von Unternehmensfeldern mit individualisierten Frequenzen sowie mit Mikrostromanwendungen befasst. All das sind Themen, die mich seit vielen Jahren faszinieren und die ich seit einiger Zeit selbst anwende. Man sagt, es gibt keine Zufälle, aber ganz sicher gibt es Synchronizitäten!

Meinen Vortrag im Rahmen dieses Kongresses möchte ich euch heute präsentieren. Regelmäßige Leser meines Blogs werden darin einiges hören, was sie schon gelesen haben, aber natürlich sind auch meine neuen Gedanken über den Sinn des Alters dabei. Und ich würde mich freuen, wenn ihr mir eure Ideen dazu schreibt.

 
 

SINN DER ALTEN FÜR DIE GESELLSCHAFT

Beim Vorbereiten wurde mir klar, dass diese Sinnfrage in Bezug auf Alter zwei Ebenen hat:

  • Einerseits ist es wichtig, dass wir unseren persönlichen Sinn im Alter finden und auch etwas Sinnstiftendes tun, um gesund und vital bis ins hohe Alter zu leben.

  • Ebenso wichtig ist es allerdings auch, dieser ganzen Generation von Alten seitens der Gesellschaft Sinn und Wert zuzusprechen.
    In der öffentlichen Diskussion um den demographischen Wandel und Überalterung geht es leider fast ausschließlich um Versorgung und Finanzierung. In den Köpfen ist offensichtlich stark verankert, dass Menschen nach ihrer beruflichen Laufbahn nicht mehr zu gebrauchen sind. Ich möchte daher der Frage nachgehen: „Welchen Sinn geben wir Alten unserer Gesellschaft?

Daher findet ihr am Anfang des Vortrags meine Ideen zu diesem Thema: What if …. Was wäre, wenn wir Alten als Asset, also als Vermögenswert für unsere Gesellschaft gesehen würden und eine Gruppe sind, die einen wesentlichen Beitrag leistet. Und worin könnte dieser Beitrag bestehen?

 
 

Je mehr ich mich selbst mit dem Thema Alter befasse, desto mehr glaube ich, dass genau diese Themen in den Vordergrund rücken sollten: Worin liegen der Sinn und die Rolle der Alten für eine funktionierende Gesellschaft? (siehe auch Man lernt nie aus: neue Rollen, neue Aufgaben )

WIE FINDET MAN SELBST DEN SINN IM ALTER?

Neben diesen grundsätzlichen Gedanken findet ihr in meinem Vortrag auch viele Ideen, was die Sinnfindung für jede und jeden Einzelne/n beinhalten kann. Und ihr könnt dazu auch vieles im Post Sinn im Alter nachlesen.

 

Foto: Radiokolleg Gewonnene Jahre oe1:ORF – Neue Wege ins Alter

 

Denn letztlich geht es darum JA zu unserem Leben zu sagen.

Herzlichst
Helga

Urlaub in der Pension: Solo-Urlaub gehört dazu!

Was ist Urlaub eigentlich, wenn man in der Pension (Rente) sowieso praktisch immer frei hat? In diesem Post findet ihr einige meiner Gedanken dazu.
Für mich bleiben viele Motive natürlich gleich, wie z.B. durch Reisen Abstand vom Alltag zu bekommen oder Neues zu erleben. Neu ist allerdings für mich, Urlaub auch einmal allein zu machen, denn in der Pension verbringt man viel mehr Zeit miteinander als je zuvor, auch wenn vielleicht während des Tages jeder seinen eigenen Dingen nachgeht. (Schatz wir müssen reden – Paar- & Partnerrollen neu definieren)

Ich komme gerade von einer großen Reise zurück, die ich diesmal allein gemacht habe. Neben vielen wunderschönen Erlebnissen habe ich auch interessante Einsichten mit nach Hause genommen. Was mir dabei aufgefallen ist, welche Erkenntnisse ich und mein Mann daraus mitnehmen und warum wir eine Auszeit auch in der besten Beziehung als wichtig und sinnvoll ansehen, das möchte ich diesmal mit euch teilen.

Takeaway

  • Urlaub in der Pension ist so wichtig, wie eh und je! Auch am gemeinsamen Genießen soll sich nichts ändern.

  • Aber: Gönn dir auch mal einen Urlaub allein!

  • Das schärft die Selbständigkeit, stärkt die Eigenverantwortung, bringt neue Ideen und belebt alte Gewohnheiten - .was wiederum die Beziehung lebendiger macht.

 
 

URLAUB IN DER PENSION NEU DENKEN

Mit dem Eintritt in die Pension (Rente) ändert sich nicht nur der Alltag, sondern auch die Bedeutung des Begriffs „Urlaub“. Ohne geregelte Arbeit stellt sich ja die Frage: Was ist Urlaub, wenn man ohnehin täglich frei hat?

Ich habe eine interessante Definition für die Entstehung des Begriffs Urlaub gefunden. Die Bezeichnung geht bereits ins Mittelalter zurück, als Mägde und Knechte nach der Ernte den Bauern, also den damals so genannten „Ur“, um Er“laub“nis bitten mussten, den Hof vorübergehend verlassen zu dürfen.[1] Im späten 19. Jahrhundert bekam der Urlaub dann seine heute gebräuchlichste Bedeutung als eine bezahlte Zeit, die man fern von zuhause oder der Arbeit auf Reisen oder zur Erholung verbringt. Und bekanntlich muss man ja auch heute noch den Urlaub beim Dienstgeber beantragen!

In der Pension ist es doch immer noch ähnlich,

  • Heute müssen wir zwar keinen Dienstgeber mehr um Erlaubnis bitten, aber die Urlaubspläne dennoch mit dem Partner abstimmen – und es ist wichtig, sich gegenseitig auch mal „Urlaub“ zu geben.

  • Fern von zu Hause bedeutet auch „Tapetenwechsel“ und der ist fast immer mit neuen Eindrücken verbunden. Genau die sind ja auch im Alter wichtig (Neues erleben, das glücklich macht)

  • Allerdings steht „Erholung finden“ für mich heute nicht mehr ganz oben auf der Urlaubsliste, denn neben der geringeren Arbeitsbelastung mache ich zur Entspannung mehr Meditation und Bewegung als früher. Aber es gibt sehr viele, die Erholung auch in der Pension dringend brauchen, etwa, wenn jemand seinen Partner pflegt, intensiv in das Oma/Opa-Geschehen eingebunden ist oder eine stressreiche Zeit durchmacht. 

DIE KUNST DES URLAUB MACHENS – GEMEINSAM UND ALLEIN!

Mit den Jahren haben wir viel Erfahrung gesammelt und wissen, was im Urlaub für uns oder den Partner gut funktioniert und was nicht. Aber vielleicht ist ja genau das der Aufhänger dafür, einmal etwas anderes auszuprobieren.

Während unserer Berufsjahre haben mein Mann und ich den Urlaub nicht nur wegen der Reisen und neuen Eindrücke sehnlichst erwartet, sondern auch um endlich Zeit füreinander zu haben. Denn die war in unserem Alltag ziemlich knapp. Auch jetzt in der Pension unternehmen wir nach wie vor gerne etwas gemeinsam, aber nun haben wir viel gemeinsame Zeit. Daher steht heute Folgendes auf der Wunschliste ganz oben:

·         Gemeinsam Neues erleben, von dem wir dann zu Hause noch lange zehren können

·         sowie bewusst alleine etwas unternehmen, sich mit gutem Gefühl Auszeit von der Partnerschaft nehmen und ganz den eigenen Wünschen nachhängen.

Im Internet findet man unter „Urlaub allein“ unendlich viel Information und offensichtlich gibt es einen Trend dazu. Ganz besonders scheint das bei jüngeren Paaren üblich zu sein. Über ältere Paare finde ich wenig und es sollen auch nur etwa 5% der über 55-jährigen allein unterwegs sein.[2] Ich kenne zwar etliche Paare in unserem Alter, die das immer schon gemacht haben, aber überwiegend, finde ich, war es in meiner Generation nicht so üblich, dass man allein verreist ist. Da stand dann schon einmal die Frage im Raum: „Ist bei euch alles in Ordnung?“

Offensichtlich ist etwas von diesen Vorbehalten in meinem Unterbewusstsein übriggeblieben, denn der Satz: „Mein Schatz, ich würde gerne zu meiner Schwester nach Japan fliegen - und zwar allein!“, ist mir echt nicht leichtgefallen, obwohl ich mir sicher war, dass mein Mann meine Idee unterstützen würde.

ALLEIN REISEN SCHÄRFT DIE AUFMERKSAMKEIT!

Das hat er auch und hielt die Reise für eine gute Idee. Der Zwiespalt lag vielmehr bei mir, weil ich weiß, dass er ebenfalls gerne reist und fühlte sich zunächst seltsam und fast egoistisch an. Doch meine Ambivalenz war völlig unbegründet, wir haben beide davon profitiert!

Ich hatte wunderschöne Erlebnisse und Eindrücke, die ich mit nach Hause gebracht habe, aber da ist noch mehr. Allein die Flugreise war eine interessante Erfahrung. Früher, während meiner Berufsjahre, bin ich viel geflogen und war sehr selbständig unterwegs. Auf diesem Flug wurde mir jedoch schnell bewusst, wie sehr ich mich inzwischen daran gewöhnt habe, dass mein Mann einfach da ist. Das viele Zusammensein in der Pension hat zu einer gemütlichen, symbiotischen Abhängigkeit geführt. Wir verlassen uns aufeinander, oft ganz automatisch. Das ist im Grunde ja auch gut, aber die permanente Verfügbarkeit des anderen macht in vielen Bereichen bequem: „Bitte mach du das, du kannst das besser!“ oder umgekehrt „Lass das, ich mach das schon!“ Ich nütze auch gerne das 4-Augenprinzip „Schaust du bitte drüber, wenn ich das online bestelle“ oder „Könntest du mir das Kleingedruckte bitte schnell vorlesen, sonst müsste ich meine Lesebrille herausholen“ (Echt jetzt? Ja! 😂)

Auf der Reise war ich plötzlich wieder allein verantwortlich; niemand war da, mit dem ich mich schnell mal abstimmen konnte und ich hatte stundenlang keinen Gesprächspartner. Das war eine wertvolle Rekalibrierung! Ich merkte, wie sich meine Sinne schärften, ich viel konzentrierter war und wie schnell ich wieder in die Selbstverantwortung früherer Jahre zurückschlüpfte. Ein cooles Gefühl! Allein zu reisen fördert definitiv die Konzentration und Aufmerksamkeit!

ALLEIN DAS ZU HAUSE NEU ENTDECKEN

Auch mein Mann machte während meiner Abwesenheit ebenfalls positive Erfahrungen. Er entschied sich, die Zeit allein zu Hause zu verbringen, anstatt selbst zu verreisen. Anfangs genoss er es, all die kleinen Dinge zu tun, bei denen es normalerweise Kompromisse gibt. So hat er geballt alle seine Lieblingsgerichte genossen! Endlich Würsteln und Leberkäse und kein Salat oder „Gesundes“! Herrlich - hat aber dann gerade einmal nur zwei Tage angehalten 😁! Auch wurden ihm all die vielen kleinen und liebevollen Rituale bewusst, die sich in unserem gemeinsamen Alltag eingenistet haben und jetzt fehlten. Der gemeinsame Kaffee am Vormittag, die Frage: „Was machen wir heute?“, gemeinsame Wanderungen und Diskussionen, etc. All diese Dinge, die man oft für selbstverständlich hält, bekamen wieder eine neue Bedeutung. Nach ein paar Tagen allerdings stellte sich dann für ihn eine wunderbare Leere ein, die sonst so nie da ist, weil ja gemeinsam immer irgendetwas los ist. Diese Ruhe inspirierte ihn zu neuen kreativen Ideen.

SCHWESTERNTAGE: FÜR MÄDELSZEIT IST MAN NIE ZU ALT!

Das haben wir ewig nicht mehr gemacht! Während meines Urlaubs machten meine Schwester und ich einen Kurztrip zu zweit, nur wir beide! Ich glaube das letzte Mal machten wir das vor mehr als 50 Jahren!

Wir hatten ein schönes Hotel gebucht und ließen uns einfach treiben. Zu unserer Überraschung sind wir in kürzester Zeit in einen Modus von Leichtigkeit gefallen, von Humor und Situationskomik, die aus dem Nichts zu kommen schien und die auch kaum jemand sonst versteht. Denn diese Tage erinnerten uns beide wieder an unsere Kindheit und Jugend, also an die Zeiten, in denen wir unbeschwert miteinander lachen und albern konnten, ohne jegliche Verantwortung. Wie herrlich!

KURZURLAUB ALS LEBENSELEXIR

Während ich diese Tage einfach nur genossen habe, waren sie für meine Schwester wie ein aufbauendes Lebenselixier. Seit mehreren Jahren ist sie in die Pflege ihres Mannes eingebunden, und ich habe erlebt, was das bedeutet. Die physische, emotionale und mentale Anstrengung ist enorm und die ständig notwendige Präsenz, die dauernden Herausforderungen und das notwendige Zurückstecken eigener Bedürfnisse sind äußerst belastend. Ich bewundere sehr, wie sie diese Situation akzeptiert und bewältigt und sich trotzdem ihre Zuversicht und positive Einstellung bewahrt hat. So einen Kurzurlaub hat sie seit der Erkrankung ihres Mannes noch nie gemacht, denn wann immer sie etwas Zeit hatte, war sie so erschöpft, dass sie einfach nur Ruhe suchte und nicht Abwechslung. Jetzt spürte sie, wie sehr sie genau die gebraucht hat, um viel Energie zu tanken und für ihren Partner da sein zu können.

WIE GEHT´S WEITER?

All diese Erkenntnisse haben uns angeregt, uns intensiver über das Thema “Was machen wir gemeinsam und was alleine” zu unterhalten und noch mehr daraus zu machen.

Laut der Entwicklungspsychologin Pasqualina Perrig-Chiello liegt gerade in einer gesunden Balance zwischen „Wir“ und „Ich“ einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für langjährige Beziehungen. „Viele Menschen vergessen, ihre eigenen Interessen und Bedürfnisse zu pflegen, was langfristig dazu führen kann, dass Partner für den anderen uninteressant werden. Gerade im Ruhestand, wenn viel gemeinsame Zeit zur Verfügung steht, ist es entscheidend, Freiräume zu schaffen und zu respektieren.“ [3]

Ich habe beschlossen, mich zuallererst im Alltag bei der Nase zu nehmen und mich weniger dem bequemen WIR hinzugeben, sondern all die kleinen Dinge allein zu machen. Außerdem erstelle ich gerade eine Liste, was ich überhaupt gerne im Urlaub allein machen würde. Das ist etwas völlig anderes als die Eigenständigkeit im Alltag, also Arbeit, Hobbies oder kurz etwas unternehmen, wie z.B. ein Abend mit Freundinnen. Hier geht es darum, welche Bedürfnisse möchte ich abdecken, die eine längere Zeit in Anspruch nehmen oder was möchte ich im Urlaub gerne machen, was meinem Mann keinen Spaß macht.

Mein Mann hat mich mit dem Wunsch überrascht: Ich wäre gerne länger allein zu Hause! Ich habe einige Ideen, für deren Umsetzung ich einfach mehr Ruhe brauche. Ich verstehe ihn, denn als Energetiker weiß ich natürlich, wie sehr wir uns gegenseitig beeinflussen, ohne überhaupt etwas miteinander zu reden oder zu machen. Unsere Herzfelder kommunizieren miteinander (Unsere Herzen sprechen miteinander) und wir spüren auch die Energiefelder des anderen permanent. Allein aus diesem Grund ist es sinnvoll, sich gegenseitig immer wieder Raum zu geben, damit man sich auf die eigene Energie besinnen kann.

Für meine Schwester war der Kurzurlaub ebenfalls ein Auftakt und ein Katalysator, sich in Zukunft nicht nur Ruhe zu gönnen, sondern vor allem auch Zeit für Dinge, die ihr Herz erfreuen. Sie hat bereits einen weiteren Kurzurlaub geplant!

Eine Reise,
viele persönliche Erkenntnisse und
wir alle haben davon profitiert!

Natürlich liegen in jeder Partnerschaft die Dinge etwas anders und das eine oder andere ist für dich vielleicht weniger von Bedeutung, aber ich hoffe, ich konnte dir trotzdem einige neue Ideen sowie Gesprächsstoff geben, wie sinnvoll ein „Urlaub allein“ und Freiraum in der Pension sein kann.

Herzlichst
Helga

[1] Wikipedia – Urlaub: https://de.wikipedia.org/wiki/Urlaub#:~:text=Sprachgeschichtlich%20geht%20der%20Begriff%20Urlaub,ganz%20allgemein%20%E2%80%9EErlaubnis%E2%80%9C%20bedeutete.

[2] https://www.destinet.de/meldungen/menschen-management/statistik-benchmarks/7864-reisetrend-solo-travel-verreisen-deutsche-urlauber-gerne-allein

[3] Pasqualina Perrig-Chiello: Wenn die Liebe nicht mehr jung ist. Hogrefe 2017

 

Ungeduld und "dünne Haut"

Warum geht denn das jetzt schon wieder nicht? Ich sitze vor meinem Computer, will eine wichtige Bestellung aufgeben und im letzten Schritt bricht der Vorgang ab. Und das nicht zum ersten Mal! Am liebsten würde ich alles hinschmeißen. Mein Sohn, zufällig zu Hause, schaut mir über die Schulter und meint lapidar: „Ja, das passiert – schreib halt an den Chat Assistant!“ Nein, mach ich nicht, ich will mich damit überhaupt nicht mehr befassen! So ein ...!!!

Bin ich wirklich ungeduldiger geworden?

Wir wollen in einer fremden Stadt in ein bestimmtes Restaurant gehen. Es regnet. Hektisch suche ich auf Google Maps – habe natürlich auch kaum Internet – und ich finde es nicht. Ungeduldig sagt mein Mann: „Aber du hast doch gesagt, du weißt, wo es ist!“ Dieser simple Satz ärgert mich bereits, wir argumentieren, hören einander nicht mehr zu, jeder ist schließlich beleidigt. Eine völlig harmlose Situation bringt „unsere Fässer zum Überlaufen“ Woher kommt das?

Ist unsere „Haut wirklich dünner“ geworden?

Ich beobachte daraufhin meinen Mann und mich und auch alle Bekannten und Freunde in unserem Alter und stelle ein verblüffendes Phänomen fest: obwohl objektiv gesehen unser Alltag stressfreier ist als früher, wir mehr Zeit haben uns einer Sache zu widmen und wir bei vielen wirklich wichtigen Themen deutlich gelassener sind als je zuvor (!!), scheinen Kleinigkeiten uns schneller aus dem Gleichgewicht zu bringen. Es ist der Kleinkram, der so sehr nervt!

Warum das so ist und wie wir das lösen, will ich euch in diesem Post erzählen.

Takeaway

  • Es ist unser Nervensystem, das mit fortschreitendem Alter den Sympathikus (YANG) noch mehr in den Vordergrund bringt, während sein Gegenspieler, der Parasympathikus (YIN) schwächer wird.

  • Mit bewusster Aufmerksamkeit und ein paar einfachen Tricks können wir den Ruhenerv des Parasympathikus aktivieren bzw. stärken – das ist nicht nur für uns selbst gut, sondern werden auch alle in unserem Umfeld genießen.

 

Burak Başgöze auf pexels

 

WARUM REGEN WIR UNS ÜBER KLEINIGKEITEN IMMER MEHR AUF?

Lass z.B. einmal die letzte Woche Revue passieren. Sicherlich findest du Situationen oder Momente, in denen du gestresst oder ungeduldig warst. Was waren die Auslöser dafür und vor allem, wie lange hast du gebraucht, bis du wieder ganz im Lot warst?

Ich gebe „Ungeduld im Alter“ in eine Suchmaschine ein und bekomme seitenweise Artikel vorgeschlagen, die mit der Wesensveränderung im Alter zu tun haben: Altersstarrsinn, zunehmende Aggressivität und Ungeduld als erste Anzeichen von Demenz. Dass dies ein Erkennungsmerkmal sein kann, mag schon sein, aber ich bin fast schockiert mit welcher Vehemenz wir sozial und medial gedanklich in diese Schiene gedrängt werden, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass Demenz die einzige Erklärung für Ungeduld im Alter ist.

Ich gebe nicht auf, suche weiter und finde Gründe, die für mich viel naheliegender sind:

  • Vergleiche mit früher, die uns verärgern oder deprimieren (z.B. langsameres Reagieren)

  • Bisher nicht geklärte Konflikte kommen jetzt mehr und mehr an die Oberfläche

  • Latente oder diffuse Schmerzen, die man oft gar nicht wahrnimmt, können einen ungeduldig werden lassen

  • Schlechteres Hören, bewusst oder unbewusst

  • Mangel an Neuem oder geistigen Herausforderungen - man wird nicht mehr so gefordert, daher thematisiert man Kleinigkeiten

Nach umfangreichem Recherchieren finde ich schließlich jene Erklärung, die für mich besonderen Sinn macht!

Wenn wir älter werden, verändert sich nicht nur unser Körper, auch die Balance in unserem vegetativen Nervensystem verändert sich. [1]

Verantwortlich für die Funktion des vegetativen Nervensystems, unseres „Innenministeriums“, ist das Duo des Sympathikus (sympathisches Nervensystem), und des Parasympathikus (parasympathisches Nervensystem). Sie verhalten sich wie YIN und YANG. Während der Sympathikus (YANG), das “Gaspedal”, Energie mobilisiert und in Stress-Situationen aktiviert (fight or flight response), sorgt sein Gegenspieler, der Parasympathikus (YIN), dafür, dass der Körper während Ruhephasen regeneriert und genährt wird (rest & digest response). Sie arbeiten autonom, stehen selbständig nebeneinander, agieren aber symbiotisch, wobei immer einer „den Hut aufhat“ und sorgen so für eine ausreichende Balance.

Während wir uns in jungen Jahren schneller an Situationen anpassen, bei Stress den Sympathikus hochfahren und uns dann mit Hilfe des Parasympathikus wieder richtig entspannen, wird auch unser Nervensystem – ähnlich unseren Muskeln - mit dem Alter langsamer und schwächer in seiner Reaktion. Zusätzlich ist das sympathische Erregungsniveau mit dem Alter permanent etwas höher, weil der für Ruhe & Regeneration wichtige Parasympathikus ungleich schwächer wird. Diese Dysbalance lässt uns nicht nur unruhiger werden, sie macht uns im Alter unter anderem auch anfälliger für Bluthochdruck, Stressfolgen und andere körperlichen Probleme.

Und schließlich bietet unser Leben heute reichlich stressige Situationen und Momente, die mit Leichtigkeit eine erhöhte Sympathikus-Aktivierung auslösen können (Probleme mit Online-Portalen, Hektik an der Supermarktkasse, in der Warteschlange, beim Autofahren, schlechte Nachrichten,...). Manchmal wollen wir es selbst nicht glauben (Warum rege ich mich denn überhaupt auf?) aber auch jungen Menschen fällt es an uns Senioren auf (Warum regst du dich / ihr euch so auf?).

IM ALTER AKTIVE FREUNDSCHAFT MIT DEM VAGUS-NERV SCHLIESSEN

Der Hauptnerv des Parasympathikus ist der Vagus-Nerv (Regulator & Selbstheilungsnerv). Ihm kommt eine Schlüsselrolle zu, denn er verbindet das Gehirn mit fast allen unseren Organen, sorgt für Informationsaustausch vom Körper zum Gehirn und umgekehrt, reguliert viele Körperfunktionen und hat einen gewaltigen Einfluss auf unsere Gesundheit und Psyche.

Zu seinen wichtigsten Aufgaben gehören Entspannung und Unterstützung der Selbstheilung. Ist er stark und aktiv, kann sich der Körper nach Stress gut erholen, man fühlt sich wohler und hat positive Emotionen, Ein schwacher Vagus-Nerv erhöht die Anfälligkeit für Entzündungen, Erkrankungen, negative Emotionen bis hin zu Depression und vor allem auch Ungeduld!

Der Vagus-Nerv führt seine Tätigkeit zwar autonom durch, braucht aber im Alter vermehrt unsere Zuwendung und Aufmerksamkeit. Und die können wir ihm geben.

SO KANNST DU DEINEN VAGUS-NERV UNTERSTÜTZEN UND DEINE GELASSENHEIT STÄRKEN

Ich habe schon an vielen anderen Stellen in meinem Blog über die Wichtigkeit der Entspannung gesprochen (Entspannung³ gehört zum Repertoire!) und dir etliche Übungen gezeigt wie Meditation (Anleitung … ), herzfokussierte Atmung oder Tapping (Stress release mit Tapping). All diese kleinen Übungen eignen sich auch zur Aktivierung des Vagus-Nervs.

Hier möchte ich dir noch ein paar weitere Tipps geben. Aus all dem kannst du das heraussuchen, was leicht anzuwenden ist, dir guttut und du nicht nur zu Hause machen kannst, sondern auch in der Öffentlichkeit. Denn wichtig ist es, auf zwei Ebenen anzusetzen, der langfristigen, kontinuierlichen Aktivierung und der akuten – also, dass du dich schnell aus einer stressigen Situation herausnehmen kannst und zu deiner inneren Gelassenheit findest.

Längerfristige Aktivierung des Vagus Nervs – Tipps für eine entspannte Grundkondition

  • Regelmäßige Meditation, Qigong, Thai Chi, Autogenes Training

  • Entspannungsmassage, Fußmassage oder sanfte Berührungen

  • Guter Schlaf – Wenn wir über Schlafen sprechen, sprechen wir vom Vagus-Nerv, denn durch ihn kommen wir zur Ruhe. In meinem Post Wenn der Schlaf graue Haare bekommt findet ihr schon viele Anregungen zum guten Schlaf. Ich habe auch noch zusätzlich die Information gefunden[2], dass Alkohol vor dem Schlafengehen zwar das Einschlafen erleichtern kann, aber die zweiten Schlafhälfte unruhig wird, da die Parasympathikus-Aktivität reduziert wird.

  • Singen oder Summen – Der Vagus-Nerv läuft am Kehlkopf und an der Luftröhre entlang. Wenn also der Kehlkopf durch Summen oder Singen vibriert, dann wird der Vagus-Nerv stimuliert.

  • Kälteduschen/-bäder – Kalt duschen erhöht die parasympatische Aktivität, insbesondere wenn man es über einen längeren Zeitraum macht (bitte unbedingt beachten, ob gesundheitlich etwas dagegenspricht!). Ich mache das seit einigen Jahren täglich kurz nach dem morgendlichen Duschen und ja, es kostet mich fast immer Überwindung, aber danach fühle ich mich super!  

Entspannung „auf Knopfdruck“

  • Tiefes Atmen! Die wirkungsvollste Methode, um deine Ungeduld aufzulösen ist tiefes, bewusstes Atmen Damit signalisieren wir unserem Körper, dass es Zeit ist, in einen Zustand der Entspannung überzugehen. Das kannst du überall und jederzeit einsetzen – nur, wir müssen es halt im richtigen Augenblick dann auch wirklich machen!
    👉 Atmen mit verbundenem Atem (Bauchatmung): Atme durch die Nase tief in den Bauch, so dass sich dein Zwerchfell beim Einatmen ausdehnt und durch den Mund wieder aus. Mach das langsam und fließend wie eine Wellenbewegung und in kürzester Zeit wirst du Entspannung spüren.
    👉 BOX-Breathing nennt man die Technik, bei der man gleich lange durch die Nase einatmet, dann hält man den Atem an, atmet bewusst und langsam durch den Mund aus und wartet ebenso lange bei leerer Lunge, bis man wieder einatmet. Du kannst dabei in jeder der vier Phasen bis 4, 5 oder 6 zählen, solange, wie es für dich angenehm ist.

  • Sanfte Ohrmassage! Rund um das Ohr befinden sich wichtige Akupunkturpunkte und auch der Vagus-Nerv verläuft hier. Du kannst entweder die Ohren außen von oben nach unten leicht massieren (insbesondere die Ohrläppchen) oder du streichst mit deinem Zeigefinger hinter dem Ohr leicht auf und ab. Beides bewirkt über ein Signal an das Gehirn eine schnelle und beruhigende Wirkung auf den ganzen Körper.

  • Leichtes Dehnen! Wenn wir gestresst sind, spannen wir uns auch körperlich an, verkrampfen die Schultern und andere Muskeln. Da hilft es dann, sich in so einem Moment bewusst zu dehnen oder strecken und dem Körper ein entspannendes Signal zu geben.

  • Lachen! Lachen entspannt jede Situation! Durch Lachen atmest du intensiver und veränderst deine Gesichtsmuskeln, die in einer unmittelbaren Beziehung zum Vagus-Nerv stehen. Wenn es dir gelingt, im Stress bewusst selber und ohne irgendeine Abwertung zu lachen, tust du viel Gutes für dich und dein Wohlbefinden. (Humor im Alter)

Die Tatsache, dass wir bei Ungeduld im Alter besonders auf unseren Parasympathikus achten müssen, war für mich und meinen Mann eine wertvolle Erkenntnis. Dieses Bewusstsein allein hat uns seither geholfen, mit Ungeduld in stressigen Situationen anders umzugehen. Z.B. erinnern wir einander ins solchen Momenten humorvoll daran, dass es „da ja auch noch den Parasympathikus gibt, den man einladen könnte” 🙂”. Alleine, dass wir es ansprechen verändert etwas und zaubert oft zumindest ein Lächeln auf´s Gesicht. Den einen oder anderen „Ausraster“ gibt es zwar noch, aber jetzt lässt er sich viel leichter bewältigen.

Herzlichst
Helga

[1] M. Pflughaupt, T. Koch, M. Hübler: Veränderungen des vegetativen Nervensystems im Laufe des Lebens; Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden (2006)

[2] Esanum: Dr. Sophie Christoph: Wie Alkohol die Architektur des Schlafes fragmentiert (10.06.2021)

Entdecke deine Weisheitsjahre: vom Ego zur Seele

„Das Älterwerden ist oft von Stereotypen und falschen Vorstellungen geprägt, denn wir betrachten es oft durch die Linse dessen, was wir verlieren und nicht durch die Linse dessen, was wir gewinnen. Was wäre, wenn der Rest deines Lebens der beste Teil deines Lebens wäre?“

Mit diesem Paradigmenwechsel begann Cheryl Richardson [1] (Self-Care Coach und Autorin) ein Interview, das mich sehr angesprochen hat, weil sich einerseits unsere Ansichten über das Alter decken und weil sie andererseits den Weg der persönlichen Entwicklung zu einem „weisen Älteren“ so gut beschreibt.

Deshalb will ich euch in diesem Artikel einige ihrer wichtigsten Aussagen zusammenfassen.

Take Away:

  • Wie du von einem EGO-dominierten Leben zur Entfaltung deiner Seele gelangst

  • Praktische Anregungen für deine Weisheitsjahre

  • Erstell eine Bucket-List deiner Seele

 

Foto Sigrid Umgeher

 

UNSERE WEISHEITSJAHRE

Hast du dir schon einmal überlegt, ob du ein weiser Alter oder eine weise Alte werden willst? Entweder nein, weil es dann mit der Jugendlichkeit vorbei ist oder ja, weil weise Alte etwas Besonderes sind. Wie auch immer, weise werden wir nicht von selbst, also nicht nur durch die Lebensjahre, Erfahrung oder Wissen sondern auch durch aktives Arbeiten an innerem Frieden und Zufriedenheit mit uns selbst.

Wenn wir die Mitte unseres Lebens erreicht haben, ist es Zeit, uns bewusster auf die innere Welt zu konzentrieren. Es geht dabei nicht darum, ein Einsiedler zu werden oder uns von der äußeren Welt zurückzuziehen, sondern es geht darum ein Gleichgewicht herzustellen!

Für Cheryl Richardson beginnen die Weisheitsjahre bereits über 50 als langsamer, stetiger Prozess, als eine Reise, deren Ziel es ist, vom EGO-dominierten Leben zu sich selbst zu kommen und der Seele Raum zu geben.

Es ist so wichtig, das Älterwerden zu unserem Vorteil zu nutzen!

Alleine mit der Einstellung „die beste Zeit liegt noch vor mir“ ändert sich alles! Denn dieses optimistische Bild der Zukunft lässt uns alles was ist und noch kommt positiv gestalten.

Diese folgenden Einstellungen machen unsere Weisheitsjahre aus: [2]

  • Ab der Mitte unseres Lebens müssen wir uns weniger mit dem Körper und mehr mit dem Bewusstsein identifizieren, das ihn belebt. Für mich ein spannender Gedanke, denn für die meisten steht gerade dann der Körper als Maß aller Dinge im Fokus!

  • Wir sollten unsere Lebensweise vom Leistungsanspruch unseres EGOs hin zu unseren Herzenswünschen entwickeln. “As we begin to navigate the wisdom years, we begin to move out of the sphere of achievement and ambition into the sphere of enjoyment and appreciation and opening to the wonder of it all.” (Joseph Campbell)

  • Wir dürfen nicht stehen bleiben! Auch wenn wir viele Dinge gut gemeistert haben (z.B. ein erfolgreiches Berufsleben), sollten wir weitergehen, denn sonst stagniert unsere Energie. Wir brauchen aber die Energie, die durch Neues entsteht. Dieses Neue sollte nicht (nur) dem Verstand folgen, sondern insbesondere unserer Seele.

  • Wenn etwas nicht mehr so geht wie bisher (z.B. ich bin nicht mehr der fitte Sportler von früher ☹️), brauchst du eine „updated Version of yourself“ 🙂, die du primär in deinem Inneren findest.

  • Weisheit hat auch damit zu tun, dass wir erkennen, wie kostbar unsere Zeit und Energie ist und dementsprechend wählerisch sind, wie wir damit umgehen.

Vereinfacht gesagt:

Die Weisheitsjahre sind ein Prozess wo der Verstand (EGO)
und das Herz (SEELE) mehr und mehr in Balance kommen.

Mein Mann und ich haben uns immer wieder gefragt, wo und wie wir die Weichen für unser gemeinsames, schönes Leben jetzt im Alter gestellt haben? Wir hatten einige Ideen dazu, aber durch Cheryl Richardson habe ich zumindest eine Antwort gefunden. Zwischen 50 und 60 haben wir beide umfangreiche energetische Ausbildungen neben dem Beruf gemacht und damit im Grunde einen konsequenten Weg von außen nach innen, also vom EGO zur SEELE, und der damit verbundenen Persönlichkeitsentwicklung, begonnen. Über die vielen Jahre konnten wir diese neuen Lebenseinstellungen auch in den Alltag integrieren. Wenn uns heute etwas zuwiderläuft, z.B. ein Missgeschick, Schmerz oder Sorge, dann erinnern wir uns gegenseitig daran, dem ängstlichen Verstand Einhalt zu gebieten und das zu finden, was uns in dieser Situation weiterbringt.

BEWUSST ÄLTER WERDEN! VOM EGO-LEBEN ZUM SEELENAUSDRUCK

In meinem Post Jour Fixe mit dem Inneren Kernteam bin ich schon auf diese Begriffe eingegangen, möchte sie aber aus dem Blickwinkel der Weisheitsjahre noch weiter beleuchten.

  • Das EGO oder die Persönlichkeit ist das, was im Laufe der Zeit von klein auf geformt wird. Es sind die Glaubenssätze und Rollen, die wir unser ganzes Leben lang aufgenommen haben, z.B. von Eltern, Lehrern, unseren Peers und Freunden, dem Arbeitsumfeld, der Gesellschaft. Es ist unsere Reaktion auf all das, was passierte. Das EGO orientiert sich am Außen, in dem es sich sicher fühlen will und es äußert sich über den Verstand.

  • Die SEELE ist das, was wir wirklich sind, die Essenz, das Bewusstsein, das zum größeren Bewusstsein zurückkehren wird, wenn wir den Körper verlassen. Die Seele ist nicht hier um etwas zu erreichen, zu erobern oder Dinge anzusammeln. Sie ist hier, um das Leben in jedem Moment, der sich vor uns entfaltet, vollständig zu erfahren und die persönlichen Qualitäten zum Ausdruck zu bringen. Sie Seele äußert sich über unser Herz.

Unsere Gesellschaft verehrt überwiegend nur das EGO (den Selbstdarsteller), das im Verstand einen permanenten Verbündeten hat. Das ist in der ersten Lebenshälfte ja auch wichtig, um sich in der Welt positionieren zu können.

Da sich die Seele generell nicht durch äußere Ziele oder Errungenschaften ausdrückt - denn sie ist leise und man spürt sie primär nur in Ruhe und innerer Stille - wird es beim bewussten Altern wichtig, EGO-Gewohnheiten, Überzeugungen und Einstellungen zu hinterfragen.

Es hat einen großen Vorteil sich mit der SEELE einzulassen!
Die Seele kann mit den Veränderungen des Körpers liebevoll umgehen, das EGO nicht! Der Alterungsprozess, die Veränderungen bei Schönheit, Fitness und Status treffen ein ausgeprägtes EGO besonders hart, weil es von Vergleichen lebt und daher schnell abwertend oder destruktiv wird. Das EGO hat Angst vor dem Tod, die SEELE nicht! Das EGO hat eine Anhaftung an die Materie, das Verlangen, dass die äußere Welt auf eine bestimmte Art und Weise so oder so sein soll (oder auch nicht), damit wir uns gut fühlen oder glauben uns gut zu fühlen.

Das Ziel in unseren Weisheitsjahren ist es aber, das EGO langsam zu durchschauen und Teile davon abzulegen, z.B. die Rolle des Überfliegers, des Machers, der Ehrgeizigen, der Pleaserin (allen alles recht machen wollen). Diese verschiedenen Rollen hatten wir früher aus damals gutem Grund angenommen, sie sind aber in den Weisheitsjahren nicht mehr notwendig.

Kennst du den Begriff Bucket List, jene Liste von all den Dingen, die du unbedingt noch sehen, tun oder erleben möchtest, bevor das Leben zu Ende geht (GOGO – SLOWGO – NOGO)? Das ist auch in Ordnung, nur sei dir dabei bewusst, dass das meistens eine reine EGO-Liste ist, die nichts mit dem zu tun hat, was deine Seele erleben möchte. Bronnie Ware, eine australische Krankenschwester, hat über Jahre festgehalten, was Menschen in den letzten Stunden ihres Lebens wirklich bereuen und darüber ein Buch geschrieben. [3] Das waren allerdings keine Dinge, die man üblicherweise auf einer Bucket List findet, sondern diese 5 Themen [4]

  1. Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mir selbst treu zu bleiben.

  2. Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet.

  3. Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken.

  4. Ich wünschte, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden gehalten.

  5. Ich wünschte, ich hätte mir mehr Freude gegönnt.

Also mach, am besten in Meditationen, nach und nach eine Bucket List deiner Seele! Was will sie erleben, in welchen Momenten fühlt sie sich so richtig lebendig? Und denk daran, dass das oft scheinbare nur kleine Momente sind, aber du merkst, dass dir dabei das Herz aufgeht.

WIR HABEN NOCH NIE DAGEWESENE CHANCEN

Unsere Eltern und die Generationen vor uns hatten die Möglichkeiten noch nicht, sich mit solchen Gedanken auseinanderzusetzen. Sie hatten ganz andere Voraussetzungen und Herausforderungen als wir heute. In ihrem Leben gab es die Idee von persönlichem Wachstum und Selbstreflexion noch nicht. Ihre Zeit war geprägt von harter Arbeit, sich zusammenreißen, durchsetzen, das tun, was einem angeschafft wurde, oft sogar auch von echtem Überlebenskampf etc. Es gab dabei viele traumatische Erlebnisse, die nie aufgearbeitet wurden. Damals haben die Eltern überwiegend auch bestimmt, was die Kinder beruflich werden sollen und nicht, was die Kinder wollten. Wenn einige von ihnen daher gegen Ende ihres Lebens verbittert wurden oder wütend oder sich durch Demenz verabschiedet haben, ist das mehr als verständlich. Ihre Seele hatte nie die Chance, ihre Qualitäten zu erfahren!

Aber wir haben heute die Chance! Es gibt viele Möglichkeiten, Methoden und Hilfen und vor allem das Verständnis, um mit sich selbst ins Reine zu kommen und sich authentisch zu entwickeln – bis zum letzten Tag des Lebens.

Ich persönlich will diese Chance in jedem Fall nützen! Ich will, dass viele Menschen es genießen, mit mir zusammen zu sein, egal ob ich 70, 80, 90 oder älter bin, weil für mich meine innere Entwicklung immer Priorität hat und haben wird.

PRAKTISCHE ANREGUNGEN FÜR DEINE WEISHEITSJAHRE

  • Meditation – Gespräche mit deiner Seele, deinem Herzen.
    Gewöhn dir eine tägliche Praxis an, z.B. 10 Minuten bewusste Stille in deinem Leben zu erzeugen. Ohne Musik, ohne besondere Absicht, einfach nur hinsetzen. Schließ die Augen und richte deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem und lass ihn langsamer und tiefer werden. Wenn Gedanken kommen, lass sie los und komm wieder zum Atem zurück. Du kannst deinen Atem auch auf die Herzgegend richten (Herzatmung). Ich habe viel Meditationspraxis hinter mir, aber es war diese tägliche und einfache Routine, die mir so viel innere Ruhe geschenkt und einen intensiveren Kontakt zu meiner Seele ermöglicht hat.

  • EGO-Self-Awareness: Halte mehrmals am Tag inne und frag dich, Warum mach ich das jetzt? Was mach ich da eigentlich? Komm dir selbst auf die Schliche und vor allem, glaub deinem Verstand nicht alles!

  • Sei nett zu dir selbst – entwickle dich vom inneren Kritiker zum inneren Freund
    Ich hab´ schon mehrmals darüber geschrieben, aber es ist und bleibt einer der Schlüsselpunkte für ein gutes Leben: Die Art und Weise, wie wir mit uns selbst sprechen, beeinflusst uns und gerade das EGO ist dabei zumeist nicht zimperlich. (z.B. „Jetzt wirst du echt langsam und umständlich!” - “Du bist so ein alter Depp!“). Gewöhn dir daher ein paar Sätze an, mit denen du den inneren Kritiker in die Schranken weisen kannst.  Wenn ich z.B. etwas gemacht habe, das echt daneben ging und das EGO sagt „Wie dumm war das jetzt!“, dann sag ich mir „Helga, du bist OK so, wie du bist. Das war grade eben nur ein Hoppala! Du hast schon so viel erlebt und gut überstanden, also mach dich nicht fertig! Nimm lieber einen tiefen Atemzug, gönn dir eine Pause und dann mach einfach weiter!

  • Du musst schwierige Situationen nicht alleine durchstehen! Gönn dir Hilfe z.B. durch einen Coach oder Therapeuten und denk daran, dass du mit dieser Persönlichkeitsentwicklung danach ein gutes Stück weiser bist.  

Herzlichst
Helga

[1]  Cheryl Richardson: Redefining Aging: Making the Rest of Your Life the Best of Your Life; Tapping World Summit 2024
https://www.thetappingsolution.com/blog/tapping-world-summit-2024/

[2] Cheryl Richardson: Selfcare for the Wisdom Years
https://cherylrichardson.com/books/self-care-for-the-wisdom-years/

[3] Bronnie Ware: 5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen: Einsichten, die Ihr Leben verändern werden  Goldmann (2015)

[4] Helga Pražak: WAS MACHST DU JETZT Vom Vergnügen in der Pension und der Verantwortung für ein vitales und glückliches Alter. Buchschmiede (2019)

Mehr Wasser bitte! Anregungen für Wassermuffel

Du musst mehr Wasser trinken, Helga!  Diese Aufforderung und viele Argumente dazu begleiteten mich über Jahrzehnte und waren auch einleuchtend, aber so oft ich auch den Versuch gestartet habe, dem nachzukommen, es ist nie meine Routine geworden! Du brauchst doch nur eine Flasche mit Wasser neben deinen Computer stellen und auffüllen, sobald sie leer ist. Das war einer der vielen, gut gemeinten Ratschläge - nur bei mir hat´s nicht funktioniert, ich hab die ganze Flasche am Ende des Arbeitstages immer erfolgreich ausgeleert! 😄

In meinen energetischen Ausbildungen habe ich gelernt, dass man auf den Körper hören soll: Warum soll ich also trinken, wenn ich keinen Durst habe?  Das war immer mein Credo. Und den Trend, dass man den Tag mit einer Wasserflasche teilt, habe ich immer eher als einen Hype angesehen.

Aber ich bin neugierig und veränderungsbereit und so möchte ich euch heute berichten, wie es mir letztlich doch gelungen ist, regelmäßig und ausreichen Wasser zu trinken, auch in dem Bewusstsein, dass es im Alter besonders wichtig ist.

Dieses Beispiel steht für mich auch synonym für die vielen anderen Dinge, von denen man weiß, dass sie gut für einen sind, aber man macht´s einfach nicht. Aber mit der richtigen Belohnungsstrategie geht´s dann doch.

Takeaway

  • Du brauchst etwas, das dich motiviert konsequent zu bleiben, also was dich „bei der Stange hält“ und belohnt, denn ein Verhalten zu verändern gehört zum Schwierigsten. Selbst wenn es nur darum geht, etwas mehr Wasser zu trinken.

  • Durst ist oft ein schlechter Indikator für Wassermangel, der zeigt sich eher als Müdigkeit oder Hunger.

  • Wasser kann Informationen speichern, also lade es bewusst mit positiven Gedanken und Informationen für deinen Körper auf.

 

Foto Helga Pražak

 

KEINE FRAGE, WIR BRAUCHEN WASSER UM ZU FUNKTIONIEREN

Für mich gibt´s immer drei Gründe etwas Neues zu beginnen: es ist ein Bedürfnis, pure Neugierde oder mein Verstand sagt mir, ich soll das machen. Für meine neue Routine, „Trink mehr Wasser, Helga!“, haben alle drei Gründe eine Rolle gespielt:

  • Das Bedürfnis - weil meine Haut trocken geworden ist und ich hoffte, dass sich das bessert.

  • Die Neugierde - weil ich einfach selbst auch spüren wollte, was all die vielen Leute in meinem Umfeld mit ihrer Wasserflasche verbindet.

  • Mein Verstand - denn der kennt die lange Liste, warum man gerade im Alter darauf achten soll, genug Wasser zu trinken.

Man hat es schon oft gehört, aber ich finde es immer wieder gut sich das vor Augen zu. führen: Wir bestehen überwiegend aus Wasser!  Wasser macht die Hälfte bis zwei Drittel des durchschnittlichen Gewichts eines Menschen aus und unser Gehirn besteht sogar zu 90% aus Wasser! Bei einem Mann beträgt der Wasseranteil im Körper ca. 60-65%, und bei einer Frau etwa 50-55%. Wenn du gut trainiert bist und viel Muskelmasse hast, dann ist es etwas mehr, wenn du übergewichtig bist, ist der Wasseranteil deutlich weniger.

Im Alter kann der Wasseranteil aber sogar auf 40-45% zurückgehen! Und das kann dann wirklich zu vielen körperlichen Problemen führen. Bei zu geringer Flüssigkeitsaufnahme kann der Mineralstoffhaushalt aus dem Gleichgewicht geraten, auch Verstopfung kann eine Folge sein, es können Kreislauf- und Nierenprobleme, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche auftreten und viele andere Zustände, die man alle nicht wirklich gerne haben möchte. Dem gilt es entgegenzuwirken, um den Körper in seiner Funktion bestmöglich zu unterstützen - selbst wenn man keinen spürbaren Durst hat.

Wie (lebens-)bedrohlich sich Dehydrierung anfühlen kann, habe ich in Pakistan auf einer Dienstreise bei fast 50° C in der Wüste erlebt. Der Wassermangel schleicht sich ein, ohne dass man wirklich etwas merkt, das Bewusstsein verengt sich mehr und mehr und plötzlich wird es dunkel.... Zum Glück haben mich Kollegen sofort mit isotonischen Getränken versorgt und kurz darauf war ich wieder frisch und klar.

Ich habe dieses Erlebnis bisher aber nie mit meinem Alltag in Verbindung gebracht, also dass wir auch ohne extreme Hitze stark dehydrieren können. Damit bin ich nicht alleine, denn es wird geschätzt, dass heutzutage bis zu 75 % der Menschen in den USA chronisch dehydriert sind (bei uns wird es vermutlich nicht viel anders sein) [1]. Das kommt vermutlich daher, dass der Wassermangel, wie ich das erfahren habe, nicht als Durst empfunden wird, sondern als Müdigkeit und Hunger.

MEIN NEUE ROUTINE

Ich will definitiv keine „vertrocknete Alte“ werden! Also wollte ich diesmal auf Nummer sicher gehen und habe etwas gesucht, das mich auffordert, konsequent zu trinken - bis es zu meiner täglichen Routine gehört. Als erstes habe ich mir eine Smartwatch zu Weihnachten gewünscht, die jede Stunde leicht vibriert und mich erinnern soll. Ich trage sie gerne, nur das feine, zarte Vibrieren, war einfach nicht genug Aufforderung und ich habe es auch immer wieder mal überhört. Daher bin ich über meinen Schatten gesprungen (ich lass mich doch nicht von einer App steuern! Oder doch? 🤔) und habe zusätzlich eine App herunter geladen, die mich stündlich durch ihr Gebimmel nervt und zum Trinken auffordert.

Aber noch viel wichtiger ist für mich die Dokumentation. Es macht tatsächlich einen großen Unterschied, ob man nur der Aufforderung nachkommt oder die getrunkenen Mengen auch dokumentiert. Das gibt einfach einen guten Überblick und am Ende des Tages oder der Wochen und Monate sieht man das Erfolgserlebnis.

Aber die App zeigt dir auch schonungslos: Heute hast du nur 700 ml getrunken! Diese Dokumentation hat mich tatsächlich die letzten Monate bei der Stange gehalten. Man könnte das natürlich ausreizen und neben Wasser auch viele verschiedene Getränken und auch Speisen auswählen, aber so weit geht meine Ambition nicht.

Basierend auf Gewicht, Alter, Bewegung, Umgebung etc. hat meine App ausgerechnet, dass ich 1.850 ml Wasser pro Tag trinken soll. Niemals zuvor bin ich auf so viel Wasser gekommen! Bei meinem Mann, der sich mir angeschlossen hat, sind es sogar 3 Liter!

Anfangs kam ich mir vor wie ein Durchlauferhitzer! Aber überraschenderweise legt sich dieses Gefühl nach kurzer Zeit. Selbst wenn ich am späteren Abend mein Tagessoll noch auffülle, heißt das nicht, dass meine Nachtruhe gestört ist.

WASSER TRINKEN WAR FÜR MICH KEIN SELBSTLÄUFER

Es heißt, für eine nachhaltige Verhaltensänderungen muss man eine Handlung mindestens 90 Tage lang konsequent durchhalten, bis sie schließlich auch im Unterbewusstsein verankert ist. Also habe ich erwartet, dass ich nach 3 Monaten meine App wieder löschen kann, weil das Trinken zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Nun, ganz so automatisch ist es auch nach jetzt 5 Monaten noch nicht geworden, also will ich mich noch einige Zeit von meiner App begleiten lassen. 😀

Einer meiner persönlichen Erfolge ist, dass ich heute überwiegend normales Leitungswasser trinken möchte. Früher hätte man mich mit diesem „langweiligen Zeugs“ fast jagen können! Auch Sodawasser muss es nicht mehr sein und schon gar keine Säfte oder Limonaden! Und nicht zuletzt: während ich früher nur schluckweise getrunken habe, kann ich jetzt tatsächlich ein ganzes Glas auf einmal austrinken!

Körperlich gesehen fand ich die Veränderungen nicht so stark wie Berichte von Freunden, die sich fitter gefühlt und auch etwas abgenommen haben. Bei mir hat sich zwar die Verdauung verbessert, aber auf eine geschmeidigere Haut warte ich noch. Trotzdem bleibe ich jetzt gerne dran.

Regelmäßig Wasser trinken ist für mich nur die Pflicht,
das Wasser dabei aber auch positiv aufzuladen ist die Kür!

DEM WASSER ETWAS MAGIE MITGEBEN

Wasser hat im Körper viele Funktionen, es unterstützt z.B. den Blutkreislauf beim Transport lebenswichtiger Stoffe in die Körperzellen, ist für den Abtransport von Stoffwechselprodukten und zellulärer Abfallstoffe verantwortlich, regelt die Körpertemperatur, trägt zur Körperbildung und zur Zellregeneration bei (z.B. erhalten Bandscheiben, die ja im Alter oft Probleme machen, die notwendigen Nährstoffe zur Reparatur über das Transportmittel Wasser), ist Reaktionspartner im chemischen Körperhaushalt u.v.m. Aber Wasser hat auch andere Eigenschaften, die erst langsam ins Allgemeinwissen vordringen und zwar die Fähigkeit, Informationen zu speichern und zu transportieren. Ich nenne das die Magie des Wassers.

Bekannt geworden ist diese Eigenschaft durch homöopathischen Mitteln und Bachblüten. Hier ist kein Molekül der jeweiligen Substanz mehr vorhanden, sondern nur die Information als Clusterbildung der Dipolmoleküle. Nach vielen persönlichen, positiven Erfahrungen mit diesen Mitteln habe ich keine Zweifel an der Tatsache und Wirksamkeit.

Der japanische Alternativmediziner und Wasserforscher Masaru Emoto fotografierte gefrorene Wasserkristalle unter dem Mikroskop und konnte zeigen, dass Wasser sensibel auf Frequenzen reagiert. Es speichert fokussierte Gedanken, Gefühle und Musik als Information, die dann in Form von Kristallen sichtbar wurden. [2]

Welche Rolle Wasser energetisch spielt, ist noch ein heiß diskutiertes Thema und man könnte sich in den Kontroversen zwischen Wissenschaft und Parawissenschaft verlieren. Daher will ich nur eine Erkenntnis anführen, die ich besonders für unser Thema „strahlend alt werden“ interessant finde: Dr. Henry Coandă, Physiker und bekannt als „Vater der Flüssigkeitsdynamik“, analysierte Wasser aus jenen Gebieten der Erde, in denen Menschen ein ungewöhnlich hohes und gesundes Lebensalter erreichen, u.a. im Hunza Tal in Pakistan. Er fand, dass es das Wasser ist, das die Gesundheit mehr beeinflusst, als jedes andere Lebensmittel und auch für den Alterungsprozess entscheidend ist. Dieses Wasser aus den umgebenden Gletschern hat besondere Charakteristika, einen hohen Anteil von Quarzmineralien in besonders kleiner, kolloidaler, also ungelöster Form und die ermöglichen den Wassermolekülen besondere geometrische Strukturen. Außerdem enthält es eine große Menge an negativ geladenen Wasserstoffionen, hat also hohe antioxidative Eigenschaften. Es ähnelt mehr dem Wasser in lebenden Organismen, also dem Wasser, das unsere Zellen umgibt, als dem gewöhnlichen Trinkwasser. Aus diesem Grund nannte es Coandă "lebendiges Wasser".  

Water is the most important thing you put in your body,
but not all water is equal.

You are what you drink!
Dr. Henri Coandă [3]

Nun haben wir in unseren Gegenden keinen Zugang zu derart quellfrischem, völlig unbehandeltem Wasser mit kolloidalen, antioxidativen Eigenschaften. Wir können zwar dankbar sein, überhaupt so gute Trinkwasserqualität aus der Leitung in unserer Gegend zu bekommen, wie sie in vielen anderen Regionen der Welt nicht vorhanden ist, aber entscheidend sind eben nicht nur die biologische und chemische Reinheit, sondern auch die biophysikalische Struktur, also die geometrische Anordnung der Wassermoleküle.

Ich liebe es Energetik und Naturwissenschaften zu kombinieren und so habe ich begonnen, dem Wasser zumindest jene Eigenschaften gedanklich „aufzuschwingen“, die die Zellen brauchen um möglichst gut zu funktionieren. Wenn ich also meine Wasserflasche oder ein Glas in die Hand nehme, halte ich kurz inne und gebe dem Wasser folgende Infos nd Gefühle mit:  “Dieses Wasser ist lebendig! Es schützt und ernährt meine Zellen und meinen Körper optimal!” Alleine schon der Begriff lebendig enthält alle die oben genannten positiven Eigenschaften. Aber natürlich kannst du stattdessen auch deine eigene, persönliche Affirmation verwenden.

Mir persönlich ist es egal, ob man das wissenschaftlich nachweisen kann oder nicht, dieses Ritual alleine bewirkt schon Positives.

Also, wenn ihr Wassermuffel seid, wie ich auch einer war, verlasst euch nicht auf das Durstgefühl, besorgt euch eine App und macht vor allem ein Ritual für eure Körpergesundheit daraus.

Herzlichst
Helga

[1]  Iztok Ostan HUNZA WATER and its re-creation by means of the FHES mineral powder Summary of Research Studies; Koper Institute 2018
https://www.institut-o.com/wp-content/uploads/2020/02/Brosura-Hunza-voda-ENG.pdf

[2] Masaru Emoto: The Hidden Messages in Water, 2004

[3] Dr. Patrick Flanagan: Elixir of the Ageless: You Are What You Drink: (2016) https://www.amazon.de/Elixir-Ageless-Drink-Flanagan-Revelations/dp/1533074364

 

I’m Too old! & andere Alters-Stereotypen

Hast du dir schon einmal gedacht oder auch von anderen gehört, dass du „zu alt“ für etwas bist? Ich denke, sehr oft ist das einfach eine Ausrede, etwas nicht mehr zu machen oder machen zu wollen oder auch nur ein Schubladisieren von Senioren. Dabei scheint unsere Gesellschaft hier aber eine Doppelmoral zu haben, denn einerseits wird mit forever young und Anti-Aging der Wunsch nach ewiger Jugend betont und andererseits werden Menschen (z.B. im Arbeitsmarkt) bereits mit 55 als too old! angesehen!

Too old! ist aber nur eine der vielen Stereotypen über das Alter, die uns überall begegnen und uns einschränken!

Natürlich werden wir älter und manches geht irgendwann nicht mehr so wie gewohnt oder wie man es gerne hätte. Und ich will auch keinesfalls den Eindruck erwecken, dass ich durch eine rosarote Brille schaue und das Alter in all seinen Facetten schönreden will. Aber Altersvorurteile und Stereotypen umgeben uns überall und sie tun uns einfach nicht gut – weder zwischenmenschlich, noch gesellschaftlich und schon gar nicht, wenn wir sie bewusst oder unbewusst in unserem inneren Dialog abspielen.

Daher möchte ich hier mit einigen dieser Alters-Stereotypen aufräumen und vor allem zeigen, wie wir den verinnerlichten Vorurteilen auf die Spur kommen, sie loswerden und unseren ganz persönlichen Weg im Alter mit Freude gehen können.

Takeaway

  • Alters-Stereotypen und Vorurteile sind wie eine Hintergrundbeschallung im Kaufhaus. Setz mal bewusst „innere Kopfhörer“ auf und hör dir selber genau zu, welche du verinnerlicht hast.

  • Im Alter gibt es Veränderungen, aber bring das nicht mit too old! in Zusammenhang und vor allem, bleib dort gedanklich nicht hängen. Auch in jungen Jahren triffst du manchmal Entscheidungen etwas nicht mehr oder anders zu tun – das ist einfach Teil unserer permanenten Entwicklung.

  • Etliche Studien zeigen: Wie wir alt werden, beginnt nicht erst mit 60Plus, sondern bereits mit der Lebenseinstellung in den Zwanzigern!

  • Eine Tapping-Anleitung, um einschränkende Denkmuster zu durchbrechen.

 

Foto von Ron Lach auf pexels

 

WIR WERDEN PERMANENT MIT ALTERS-STEREOTYPEN BESCHALLT

Wir sind alle nicht gefeit vor Altersvorurteilen und Stereotypen und sie umgeben uns bereits von klein auf. Viele kommen aus unseren eigenen Familien z.B. „Krankheiten im Alter sind die Gene, das haben Oma oder Opa auch schon gehabt...!“ (was für ein Irrglaube!) oder aus dem Freundeskreis: „Irgendwelche Weh-Wehchen haben wir doch alle über 60!“ (auch einfach falsch!). Aber ganz großen Einfluss haben zusätzlich die Medien, die Arbeitswelt und die Werbung. Immer wieder lese oder höre ich: Alte Menschen sind langsam, umständlich, technologiefeindlich, können sich nicht mehr anpassen, vergessen viel, haben Angst vor Demenz oder anderen Alterskrankheiten, brauchen Pflege, sind einsam etc. etc. All diese schaurigen Geschichten hinterlassen wirklich kein angenehmes Gefühl und tragen schon gar nicht dazu bei, dass wir im Alter selbstbewusst leben.

In den letzten zwei Jahrzehnten kamen aber auch noch ganz andere Stereotypen auf: Coole Alte sind super fit, lebenslustig, hoch aktiv und bringen bis ins hohe Alter Leistung. Klar ist das möglich (Vorbilder, brauchen wir die noch?), aber wenn man dem nicht entspricht, fühlt man sich gleich noch älter.

Die Werbung hat Senioren schon längst als Zielgruppe erkannt und bedient beide Extreme: Sie suggeriert Bilder von Topfitten, die auf Weltreise gehen, Extremsport betreiben u.v.m. und auf der anderen Seite werden schonungslos und tabulos Gebrechlichkeiten thematisiert (von Inkontinenz über Schmerzen und Vergesslichkeit bis zu Gehhilfen), weil es dafür gut verkaufbare Produkte gibt. Manchmal hatte ich den Eindruck, dass die Werbung im Fernsehen überhaupt nur von Medikamenten und Produkten für ältere Menschen handelt, bis mein Sohn und Marketingexperte mir schmunzelnd sagte, „das hängt doch nur mit deiner Filmauswahl zusammen, Mom“  Ertappt! In den Social Media ist es noch viel penetranter, denn im Zeitalter der Algorithmen werde ich förmlich bombardiert mit Werbung, die auf mein Alter abgestimmt ist und diese Altersstereotypen bedient.

Das perfide ist: ob sie der Realität entsprechen oder nicht, ist völlig irrelevant, denn allein schon diese Bilder und Worte machen etwas mit uns! Wir sind empfänglicher für sie, als wir es vielleicht gerne hätten. Sie beeinflussen wie wir miteinander umgehen, wie wir uns und andere sehen, mit Veränderungen umgehen und noch viel schlimmer: sie sind eine innere Anleitung für uns – unser inneres Drehbuch – wenn wir nicht verdammt aufpassen!

TOO OLD! ZU ALT?

Diese zwei Worte stellen aus meiner Sicht eine ganz eigene Kategorie dar, denn sie haben etwas Finales! Sie sind wie ein Stempel, den man sich selber gibt oder den einem jemand aufdrückt und der ausdrückt „etwas Bestimmtes ist vorbei - für immer!“

Dabei lernen wir das bereits ganz früh in unserem Leben. Ich glaube eine der ersten bewussten „dafür bist du zu alt“-Zurechtweisungen, ist der Schnuller. Wie oft haben wir das gehört! Und wie schwierig war es für manche, sich davon zu verabschieden! Und doch haben wir gelernt: es gibt ein gutes Leben ohne Schnuller 😀! Ich kann mir vorstellen, einige von euch werden mir jetzt entgegenhalten, dass das ja kein tragfähiger Vergleich ist, denn jetzt im Alter geht es ja um viel mehr. Klar tut es das, aber wir können ja auch mit viel mehr erfolgreich umgehen.

Wenn es z.B. um sportliche Aktivitäten geht, kann man natürlich immer beschließen, etwas nicht mehr zu machen, aus welchen Gründen auch immer (Kondition, Risiko,...). Egal was es ist, bleib bitte nicht bei „zu alt dafür“ hängen, sondern geh einfach weiter und such dir etwas anderes. Sag deinem inneren Navi einfach „die Route wird neu berechnet“ – denn das Ziel bleibt ja gleich: strahlend alt werden!

Manchmal stimmt „zu alt dafür“ auch schlicht nicht. Ich zum Beispiel habe geglaubt, meine Finger sind jetzt zu ungeschickt für feine Arbeiten geworden. Dann bescherte mir mein Geburtstag unerwartet eine neue Nähmaschine und – ich hätte es nie geglaubt – plötzlich macht es mir wieder Spaß, selbst komplizierte Dinge zu nähen. Ich war schlicht und einfach nur aus der Übung!

Um mir ein Bild zu verschaffen, was man gegen das Vorurteil too old! für den Arbeitsmarkt tun kann, habe ich mich mit einer HR-Managerin und Personalentwicklerin unterhalten. Und von ihr die überraschenden Informationen bekommen, dass es zwar schwierig sein kann, mit Mitte/Ende 50 einen neuen Job zu bekommen, aber keinesfalls so aussichtslos ist, wie man oft glaubt. Immer öfter betrachten es Unternehmen sogar als Vorteil, wenn sie jemanden rekrutieren, der nur mehr wenige Jahre bis zur Pension hat! Wie in allen anderen Bereichen spielt die persönliche Einstellung eine unglaublich große Rolle, und man soll sich auch hier nur ja nicht in Schubladen stecken (lassen).

WIE UNSERE SICHT AUFS ÄLTERWERDEN UNSER EIGENES ALTERN BEEINFLUSST

Schon 55 Millisekunden (das ist weniger als ein Wimpernschlag!) Konfrontation mit Altersstereotypen haben Auswirkungen auf unseren Körper! Studien haben gezeigt, dass Testpersonen, die negative Altersstereotypen auf einem Computer aufblitzen sahen, eine deutlich zittrigere Handschrift hatten und langsamer gegangen sind, als die Versuchspersonen aus der Gruppe, denen positive Wörter wie gezeigt wurden.[1] Wenn das alleine schon bemerkbar ist, wie sehr muss sich die permanente Hintergrundbeschallung des Alltags auswirken?

Dazu passen auch die Ergebnisse aus folgenden Studien, die ich richtig faszinierend finde.

×        In einer wurden jüngere Erwachsene zwischen 18 und 49 Jahren gefragt, was Altern für sie bedeutet und dann wurde die Gesundheit dieser Erwachsenen über fast vier Jahrzehnte beobachtet. Diejenigen, die in jungen Jahren eine negative Sicht auf das Älterwerden hegten, hatten später ein doppelt so hohes Risiko, einen ernsthaften Herz-Kreislauf-Vorfall zu erleiden![2]

×        Die sogenannte Nonnenstudie[3] zeigte: jene Nonnen mit positiver Lebenseinstellung bereits im Alter von 25-35, hatten keine Demenzsymptome, selbst wenn ihr Gehirn z.T. Ablagerungen zeigte.

×        Und eine Studie  mit über 50-jährigen Teilnehmern ergab: Hatten diese eine positive Sicht auf das Älterwerden, so zeigten sie nicht nur eine bessere Gesundheit während der 20 Jahre dauernden Studie, sondern sie lebten auch im Durchschnitt siebeneinhalb Jahre länger als Teilnehmer mit einer negativen Sicht auf das Älterwerden.[4]

Nicht die bessere Gesundheit führt zu einer positiven Sicht auf das Älterwerden, sondern umgekehrt,
eine positive Sicht auf das Älterwerden schützt vor Erkrankungen!
[4] Martin Tomasik
(Psychologisches Institut der Universität Zürich)

Der Wirkungsmechanismus von verinnerlichten, negativen Alters-Stereotypen (Ageismus) läuft einerseits unbewusst über die typischen self-fulfilling prophecies ab (aus meiner Sicht definitiv energetisch), aber natürlich auch über das bewusste (Gesundheits-)Verhalten. Jemand mit negativer Sicht auf das Älterwerden wird sich entweder körperlich weniger bewegen, sich vernachlässigen oder im anderen Fall extrem überfordern. Allein der Glaube, dass man etwas aufgrund des eigenen Alters nicht (mehr) kann oder sollte, kann einen so einschränken, dass man es gar nicht erst probiert, neue Lernmöglichkeiten nicht mehr wahrnimmt oder sich gegen Veränderungen wehrt. Ageismus kann die persönlichen Ängste vor Krankheiten verstärken; diese lösen dann Stress aus, der sich schließlich gesundheitlich bemerkbar macht. [2] Die Autorin Becca Levin (Yale University) unterstreicht den Einfluss von Alter-Stereotypen „Während überwiegend angenommen wird, dass der Alterungsprozess ausschließlich ein physiologischer Prozess des unvermeidlichen Verfalls ist, gehen wir davon aus, dass der Alterungsprozess zu einem wesentlichen Teil auch ein soziales Konstrukt ist.“[1]

Verinnerlichter Ageismus schadet dem individuellen Selbstwertgefühl und reduziert das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten! [5]

Für mich ergeben sich daraus gleich mehrere Verantwortungen

  1. Ich möchte mich von dieser Hintergrundbeschallung abkoppeln, meinem inneren Drehbuch auf die Schliche kommen und es nach meinen Vorstellungen ausrichten!

  2. Ich muss mir klar sein, wie mein persönliches Altersbild ist und wie ich alt sein möchte!

  3. Ich möchte mit meiner Einstellung und meinem Verhalten ein Vorbild für junge Menschen sein, sodass sie bereits früh ein gutes Bild vom Altwerden haben.

JEDE VERÄNDERUNG BEGINNT MIT SELF-AWARENESS – ALSO EIGENWAHRNEHMUNG DURCH ACHTSAMKEIT

Nur wenn es einem gelingt, sich aus einer neutralen Position, ohne sofortige Bewertung und Kritik, zu beobachten, wird man herausfinden, welche Stereotypen einen am meisten beeinflussen. Das ist überhaupt nicht einfach, weil wir ja immer glauben, das, was wir denken sei das Wahre.

Erinnerst du dich noch an das innere Kernteam? (Höheres Selbst – Seele – neutraler Beobachter - Verstand – Ego – Herz – Innere Kinder). Während die permanente innere Stimme im Kopf aus einer Kombination von EGO und Verstand kommt, die dir alles mögliche einreden will (z.B.: Aber die Realität zeigt doch, dass wir vergesslich, langsam, umständlich etc. werden!), kann dir der innere, neutrale Beobachter helfen, diese Muster aufzudecken, denn es ist primär ein Glaubenssatz, nicht unbedingt aber die Realität sein. Den inneren Beobachter allerdings muss man trainieren und ihm Raum geben, indem man langsamer und achtsamer wird. Zum Beispiel durch Meditation. Dann wird er dir helfen, deiner Gedankenflut weniger Bedeutung zu geben, sie in den Griff zu bekommen und in eine Richtung zu lenken, die DU möchtest statt dich limitierenden Gedanken unterzuordnen.

Nimm dir einen Zeitraum, z.B. ein oder 2 Wochen, und hör dir selber und anderen aufmerksam zu. Welche Sätze kommen häufig vor (negative wie positive, aber auch vermeintlich neutrale). Welches Gefühl lösen sie aus? Was triggert dich? Schreib dir diese Sätze unreflektiert auf und ich bin sicher, du wirst einige Muster erkennen.

MIT DEM FOLGENDEN TAPPING KANNST DU INNERE VORURTEILE LEICHT VERÄNDERN

Tapping eignet sich nicht nur, um Stress abzubauen, sondern hilft auch, Denkmuster zu durchbrechen und neue zu verankern. Genau das, was wir brauchen, um Stereotypen nachhaltig zu verändern.

Zu diesem Tapping hat mich Brad Yates inspiriert, einer der bekanntesten EFT Emotional Freedom Technique Trainer. Von ihm gibt es unzählige YouTube-Beiträge, unter anderem auch zum Thema Alter z.B. Getting Older – Aging More Gracefully oder I´m Too Old!

Ich habe diese in einer deutschen Version zusammengefasst und mit meinen Ideen ergänzt. Alle Statements die ich darin anspreche, sind natürlich nur Vorschläge, die ich immer wieder höre. Noch wirkungsvoller ist es, wenn du dich nur an das Schema und den Rhythmus anlehnst und dazu deine eigenen Glaubensmuster sowie deine eigenen Wünsche ansprichst, die für dich in diesem Moment passend sind.

Wenn du jetzt Lust hast, einige Stereotypen rund ums Alter loszuwerden und damit auch dein körperliches Wohlbefinden zu unterstützen kannst du HIER mit mir tappen (dauert ca. 20 Minuten).

 

Foto: Md Abdul Halim auf pexels

 

Herzlichst
Helga


[1] Becca Levy (Division of Social and Behavioral Sciences, School of Public Health, Yale University)
Stereotype embodiment: A psychosocial approach to aging.  NIH National Library of Medicine (2010) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2927354/

[2] Becca Levy: (2009). Stereotype embodiment: A psychosocial approach to aging. Current Directions in Psychological Science, 18, 332-336.

[3] Deborah D. Danner et all: Positive Emotions in Early Life and Longevity: findings from the Nun Study      https://www.apa.org/pubs/journals/releases/psp805804.pdf

[4] Dr. Martin Tomasik: Wie unsere Sicht aufs Älterwerden unser eigenes Altern beeinflusst – Universität Zürich: Psychologisches Institut https://www.psychologie.uzh.ch/de/bereiche/dev/lifespan/erleben/berichte/altern.html

[5] Annika Reketat: Ageism: Was die Altersdiskriminierung bedeutet; UTOPIA 2023 https://utopia.de/ratgeber/ageism-was-die-altersdiskriminierung-bedeutet_496285/

 

Frauen in der Wirtschaft: Ich war Teil dieser Entwicklung!

So eine coole Idee, 4 Generationen von Frauen zu einem Gespräch einzuladen, um über unsere Positionen und Erfahrungen im Berufsleben und in unserem Unternehmen zu sprechen.

Für den Weltfrauentag haben uns die Kollegen von Social Media der OMV eingeladen und uns einen ziemlich langen Fragenkatalog gegeben, um uns über unseren Karriereweg, Vereinbarkeiten von Beruf und Familie und persönliche Erfahrungen etc. auszutauschen. Mein Part war natürlich auch der Blick in die Vergangenheit und zu erzählen wie es so war, als junge Frau als Pionier in einem Energieunternehmen - vor 30 Jahren!

Hier ist der Link zum Originalartikel von OMV auf LinkedIn:

 

© martinphox / omv

 

Aus diesem Rückblick sieht man so deutlich, wie unglaublich positiv die Entwicklung in der Akzeptanz und Chancengleichheit von Frauen geworden ist, auch wenn von manchen Seiten noch die bestehenden Defizite in den Vordergrund gestellt werden. Wir alle 4 haben unsere Positionen und Möglichkeiten richtig gut bewertet. Besonders aufgefallen ist mir, wie deutlich man die allgemeine Einstellung unterschiedlicher Generationen merkt. Während in meinen Anfängen es allgemein noch üblich war, auch als Frau „ihren Mann“ zu stellen und sich ebenso verhalten zu müssen wie die männlichen Kollegen (ich habe das nie so gemacht, aber es war üblich!), stehen diese jungen Frauen heute bewusst zu ihren weiblichen Umgangs- und Herangehensweisen.

Sehr gut so!

Es war merkwürdig, nach 7 Jahren Pension wieder das Gefühl zu haben, ganz dazu zu gehören und vor allem auch zu sehen und zu spüren, dass ich ein Teil dieser Entwicklung war.

 

© martinphox / omv

 

Ich finde dieses Statement, das für meine Berufslaufbahn gegolten hat, interessanter Weise immer noch relevant. Denn auch jetzt, in der Pension und im Alter ist es so wichtig, den eigenen Platz zu finden und nach wie vor einen „impact“ zu machen, also etwas zu bewirken und beizutragen. Ich glaube, meine Einstellung hat sich nicht viel geändert, aber mein Fokus natürlich sehr. (Sinn im Alter - Etwas machen, was Sinn macht - 5 Säulen - Grundlage für ein strahlendes Alter)

Herzlichst Helga

Energetik ist mehr als Energie tanken

Seit 20 Jahren befasse ich mich nun mit Energetik: zuerst nur für mich selbst, um Probleme zu meistern, dann täglich in meinem Job, danach im Coaching und der Behandlung von Klienten. Seit meiner Pensionierung ist Energetik für mich der Schlüssel, um strahlend alt zu werden. In diesem Post möchte ich euch daher von meinen Erfahrungen berichten, denn Energetik hat mein Leben auf vielfältige Weise bereichert und vor allem deutlich einfacher gemacht.

Viele verbinden mit Energetik eine Behandlung bei einem Energetiker, einer Energetikerin, um Blockaden zu lösen oder körperliche und energetische Ausgewogenheit zu erlangen, oft wenn sonst nichts mehr zu gehen scheint, oder um die eigenen „Batterien wieder aufzuladen“. Auch ich wende in diesem Sinne energetische Methoden für mich selbst und für meine Klienten sehr gerne an. Aber in meinem Verständnis geht es um viel mehr - Energetik ist für mich ein Lebenskonzept.

Darunter verstehe ich, dass man sich selbst, das Umfeld und den Alltag durch die Brille des holistisch-energetisch-spirituellen Weltbilds sieht, statt rein materiell, das ich bereits im Post höchste Zeit für ein neues Weltbild ausführlich beschrieben habe. Das alleine verändert die Wahrnehmung, die Art der Problemlösungen, aber auch wie man zum eigenen Körper und zum Alter steht. Mit diesem neuen Bewusstsein kann ich heute gar nicht mehr anders, als die energetischen Zusammenhänge ebenso zu sehen, wie die physischen. Also z.B. was zwischen Personen energetisch abläuft, unabhängig von Worten und Gesten. Auch meine Einstellung zu Krankheit und Alter hat sich massiv verändert, da aus energetischer Sich hinter allem ein Entwicklungsprozess steckt, den man weitgehend selbst gestalten kann. Und um dieses Weltbild dann im Alltag praktisch anzuwenden, gehören auch noch einige energetische Techniken dazu.

Takeaway:

  • Mit Willen, Wissen oder Durchsetzungsvermögen ist Energetik nicht möglich! Es braucht Entspannung, Einfühlungsvermögen, Neutralität, Offenheit für Intuition und Bewusstsein.

  • Energetische Methoden werden zunehmend erforscht, aber positive Veränderungen können nicht immer rational erklärt werden. weil es um die Gesamtheit von Körper UND Seele UND Geist geht.

  • Energetik fördert Selbstverantwortung, Selbstheilung und spirituelle Entwicklung.

 

Foto: B’iofield Medical Inc.

 

WAS IST ENERGETIK?

Immer wieder werde ich gefragt, „Helga, was ist eigentlich Energetik?“ 

In Österreich gibt es dazu eine Definition der Wirtschaftskammer (WKO): „Humanenergetik ist die Hilfestellung zur Erreichung einer körperlichen bzw. energetischen Ausgewogenheit, die mit definierten Methoden auf der feinstofflichen Ebene wirkt“. Diese Definition ist hilfreich, um im Dschungel der vielen medizinischen und alternativen Methoden eine Abgrenzung zu finden, aber ohne einschlägige Ausbildung finde ich, klingt sie eher schwammig. Zu beachten ist auch, dass die Tätigkeiten von Energetikern in Deutschland (Heilpraktiker) und der Schweiz (Naturheilpraktiker) rechtlich gänzlich anders geregelt sind.

Fakt ist allerdings:  Alle Energetiker gehen vom Grundkonzept aus, dass „hinter“ der Materie steuernde elektromagnetische und feinstoffliche Felder existieren, die Struktur und Form vorgeben und mit der Umwelt und einem höheren Bewusstsein in permanentem Austausch stehen. Dieses Konzept ist auch Grundlage aller traditionellen Heilpraktiken (TCM, Ayurveda, Yoga, Akupunktur,...) und wurde in den letzten 20 Jahren mit modernen Erkenntnissen untermauert und erweitert.

Die häufige Aussage, dass Energetik und ihre Methoden „wissenschaftlich nicht bewiesen sind“ (WKO [1], Wikipedia [2]), will ich daher so nicht stehen lassen. Als Naturwissenschaftlerin war es mir immer wichtig, Informationen über Wirksamkeit und theoretische Hintergründen zu sammeln. In den letzten 10-15 Jahren ist die Anzahl wissenschaftlicher Studien sprunghaft angestiegen, die positive physiologische Effekte von Meditation, Tapping, Therapeutic-Touch, Reiki, ja sogar von Fernheilung u.v.m nachgewiesen haben. Die Wissenszweige der Psychoneuroimmunologie (PNI), Biofields Science [3], Energiemedizin, Bio-Feedbackforschung und Bewusstseinsforschung liefern umfangreiche Anhaltspunkte für die Wirksamkeit energetischer Methoden.

Einen guten Überblick über den Stand der Studien findet man u.a. in den Publikationen von Shamini Jain [4] einer Psychoneuroimmunologin und klinischen Psychologin, bei Beverly Rubik, Biophysikerin an der Berkeley Universität [5], James Oshman („a pioneer in the exploration of the scientific basis for alternative medicine“) [6] oder Dawson Church (EFT, Tapping), um nur einige zu nennen.

Eine Sache ist mir allerdings klar geworden: Alle wissenschaftlichen Studien werden - dem materiellen Weltbild entsprechend - mit dem Fokus auf Symptombehebung und physiologische Wirksamkeit gemacht, was aber die gesamtheitliche Wirkung der Energetik nicht widerspiegelt! Denn sie kann nur das messen, was Masse ist und das macht einen verschwindend kleinen Anteil des Körpervolumens aus.[7] Und sie berücksichtigt nicht die Harmonie zwischen Körper, Seele und Geist, die Verbundenheit mit dem eigenen Höchsten Selbst sowie mit dem Umfeld.

Das 3-Ebenen Modell der WKO und die Rolle der Humanenergetiker:

 
 

Die WKO beschreibt in ihrem 3 Ebenen Modell die Zusammenhänge zwischen Körper und den feinstofflichen Ebenen sehr anschaulich: Die materielle Ebene (Körper und Alltagsrealität) baut auf der energetischen und feinstofflichen Ebene auf (Chakren, Meridiane, Aura, sowie Glaubenssätze, Gedanken, Emotionen), und diese wiederum auf der archetypischen Ebene (Höheres Selbst mit individuellen "Bauplänen", Talenten, Fähigkeiten etc.). Veränderungen auf der energetischen Ebene beeinflussen daher direkt unsere Alltagsrealität sowie unseren Körper.

HumanenergetikerInnen arbeiten daher ausschließlich auf der energetischen, feinstofflichen Ebene, während in Österreich körperliche und kognitive Behandlungen den ÄrztInnen, Physio- und PsychotherapeutInnen, Lebens- und SozialberaterInnen, usw. vorbehalten sind.

ENERGETISCHE BEHANDLUNGEN IN DER PRAXIS

Es gibt unzählige energetische Methoden von direkter Energie-übertragung bis zu rein geistigen Interventionen. Der Methodenkatalog der WKO [7] gibt einen guten Überblick darüber. Alle diese Methoden haben ein Ziel: geistiges, seelisches und dadurch auch körperliches Wohlbefinden bestmöglich herzustellen.

Die Methode alleine macht aber nicht den Erfolg aus! Dafür sind zuerst sowohl die positive Resonanz zwischen Klient und EnergetikerIn notwendig, als auch eine tiefe Entspannung, die es erst ermöglichen, dass neue Energien und Informationen aufgenommen werden können. Entscheidend ist dann, gemeinsam jenen Punkt zu treffen, der beim Klienten einen emotionalen Aha-Effekt auslöst „Genau das ist es!“ Und jetzt kann mit energetischen Methoden eine positive Veränderung eingeleitet werden.

Energetische Methoden unterscheiden sich von konventionellen Behandlungen insbesondere dadurch, dass sie nicht auf ein Symptom abzielen, sondern sie setzen dort an, wo der größte energetische Bedarf ist. Daher beginnen energetische Behandlungen immer mit der intuitiven Analyse der feinstofflichen Energiefelder, der Identifikation von Stärken, Schwächen, Blockaden oder Abweichungen und tasten sich zum Ursprung davon vor. Es kann also z.B. jemand Hilfe wegen eines Leidens suchen und bei der intuitiven Analyse der feinstofflichen Energiefelder stellt sich heraus, dass die Ursache für dieses Leiden ein alter, innerer Konflikt ist. Daher beginnt die energetische Arbeit nicht beim Leiden selbst, sondern beim inneren Konflikt. Erfahrungsgemäß wirkt sich alleine diese Arbeit dann oft positiv auch auf der körperlichen Ebene aus.

Wenn mir ein Klient, eine Klientin, in einem Eingangsgespräch ein Anliegen erzählt, erzeugt das in mir intuitiv Bilder oder Gefühle, die diese Situation kennzeichnen. Dafür ist es unerheblich, was mir rational erklärt wird. Es ist mein Job, die energetischen Hintergründe und Zusammenhänge zu erkennen. In diesem Prozess ist es entscheidend, auf unsere Intuition zu achten. Nicht der Wille oder das Wissen sind gefragt, sondern Einfühlungsvermögen, um die auftauchenden Bilder und ergänzenden Eindrücke bewusst wahrzunehmen. Gemeinsam mit dem Klienten werden diese Bilder transformiert und dieses bewusste Hinschauen führt zu einem positiven Ergebnis, denn hier hat der Satz aus der Quantenphysik absolute Gültigkeit, wonach der/die BeobachterIn die Realität bestimmt.

ENERGETIK IST AUCH HILFE ZUR SELBSTHILFE

Viele Methoden eignen sich sehr gut zur Selbstanwendung. Tapping z.B. wende ich am liebsten an, wenn es um emotionale Balance in Stress-Situationen geht. Es gehört bei mir definitiv in die „persönliche energetische Hausapotheke“, genauso wie Atemtechniken, ThetaHealing, “energetisches Detox”, geführte Meditationen etc. Allerdings gilt auch hier, wie oben bereits erwähnt, Methoden sind gut, aber entscheidend sind zusätzlich Entspannung und die Bereitschaft zur Veränderung – auch die, der inneren Einstellung.

„DAMIT MUSS DU LEBEN!“ GIBT´S NICHT!

Viele Menschen suchen erstmals eine/n EnergetikerIn auf, wenn konventionelle Behandlungen nicht die gewünschten Ergebnisse liefern, oder sie das Vertrauen dazu verloren haben. Besonders bei den sogenannten Alterskrankheiten heißt es oft „Heilung gibt es nicht, aber mit Medikation ist sie beherrschbar“. Wir verdanken der Medizin sehr viel Lebensqualität, aber wenn sie keine befriedigenden Antworten auf ein Problem hat, heißt das nicht, dass wir aufgeben müssen. Denn wenn man die energetischen Ebenen auch einbezieht, kommt man oft auf andere Lösungsmöglichkeiten. Hinter Altersbeschwerden liegen zumeist langjährige negative Glaubensmuster, emotionale Konflikte oder andere energetische Ursachen, nicht nur materielle Abnützungserscheinungen. Es ist nie zu spät, diese energetischen Blockaden aufzulösen, die eigenen Einstellungen zu ändern und damit die Lebensqualität zu verbessern.

ENERGETIK ÖFFNET DAS TOR ZUR EIGENEN SPIRITUALITÄT

Obwohl vieles in der Energetik nachvollziehbar ist, gibt es Erfahrungen, die sich unserem logischen Denken einfach entziehen. Nur weil wir es wissenschaftlich (noch) nicht erklären können, bedeutet es jedoch nicht, dass solche positiven Ergebnisse nicht möglich sind. Diese Erfahrungen führen bei mir jedes Mal zu einer Demut vor einem höheren Bewusstsein und der Erkenntnis einer Verbundenheit, die weit über das hinaus geht, was wir rational für möglich halten.

Daher akzeptiere ich heute einfach, dass es dieses Höhere Bewusstsein gibt, das in mir ebenso wirksam ist, wie überall sonst. Das bezeichne ich als Spiritualität.

Das Faszinierende dabei ist, dass wir uns jederzeit mit diesem Höheren Bewusstsein verbinden und „Guidance“ sowie spontane Unterstützung holen können. Das bedeutet also, dass wir nie alleine sind und Hilfe jederzeit abrufbar ist - vorausgesetzt, man ist offen und nicht nur logisch-rational fokussiert. Für viele von uns – auch für mich – ist bzw. war der Begriff „Höheres Bewusstsein“ wenig greifbar. Daher gib ihm einen Namen, der für dich passt, dann ist die Kommunikation mit ihm leichter, ich z.B. nenne es „die Quelle allen Seins“.

Energetik hat mir im Laufe der Jahre enorm geholfen, mich selbst besser kennenzulernen, mich mit einschränkenden Glaubenssätzen und z.T. schmerzvollen Erlebnissen in meinem Leben wertschätzend auseinanderzusetzen und sie aufzulösen. Das war jedes Mal ein Stück mehr Freiheit! Nur mit diesem neuen Mindset kann ich heute auch Menschen mit tiefgehenden Themen begleiten und habe schließlich auch begonnen, mich mit den Themen Sterben und Tod voll Frieden und Neugier zu befassen.

Ich habe so viel Positives erfahren, möchte das gerne weitergeben und hoffe, ich konnte euch zumindest ein Stück weit dabei mitnehmen.

Herzlichst
Helga

Mehr zur Theorie und viele praktische Beispiele aus meinem ehemaligen Berufsalltag findet ihr in meinem Buch BUSINESS ENERGETIK.

[1] WKO September 2016: Berufsbild Humanenergetik

[2] Wikipedia Humanenergetik

[3]  Nach der Definition des National Institute of Health sind Biofelder (Biofields) eine Ansammlung sich gegenseitig durchdringender und interagierender Energie- und Informationsfelder, Einige sind dicht und elektromagnetisch, andere subtiler und feinstofflicher Natur. Sie organisieren den Informationsfluss, der die biologischen Funktionen reguliert, von der subatomaren, atomaren, molekularen, zellulären und organismischen bis hin zur zwischenmenschlichen und kosmischen Ebene. Unsere menschlichen Biofelder durchdringen und umgeben den Körper und interagieren mit anderen Biofeldern wie Wellen, die sich überkreuzen.

[4] Shamini Jain: Buch Healing Ourselves: Biofield Science and the Future of Health; Sounds True Inc. 2021; Publikationen:

[5] Beverly Rubik, David Muehsam, Richard Hammerstein, Shamini Jain: Biofield Science and Healing: History, Terminology, and Concepts; National Library of Medicine -  2015

[6] James Oshman: Energiemedizin – Konzepte und ihre wissenschaftliche Basis. Urban & Fischer 2009

[7] Ulrich Warnke in Energiemedizin von Ursula Hübenthal, Scorpio 2023

[8]  WKO Berufsbild Humanenergetik - Methodenkatalog: (2020)

Rente & Rezepte

Neue Rezepte, neue Tricks: Wie die Pension meine Kochgewohnheiten verändert

Ich koche seit mehr als 45 Jahren regelmäßig! Aber ganz ehrlich, nicht immer war das ein Spaß. Oft genug habe ich einfach nur etwas „hingezaubert“. Daraus ist dann zwar viel Routine entstanden, aber doch mit einem eher beschränkten Rezeptrepertoire.

Aber jetzt, in der Pension (Rente), hat das Kochen einen ganz neuen Stellenwert bekommen, einfach weil die Zeit da ist, neue Rezepte und vor allem auch neue Tricks auszuprobieren.

Damit bedienen wir gleichzeitig aber auch zwei der wichtigsten Aspekte, um die Lebensqualität im Alter zu erhalten und jugendlich zu bleiben: Gute Ernährung und mentale Fitness! Denn es ist die Abwechslung, die unser Gehirn fordert und frisch hält. Also auf zu neuen Experimenten!

Takeaway

  • Abwechslung im Alltag ist einer unser Jungbrunnen!

  • Die Küche kann zu deinem fröhlichen Expermentier-Studio werden, sowohl wenn du schon jahrzehntelange Routine hast, als auch, wenn du jetzt erst damit anfangen willst.

  • Lass deinen Partner/Partnerin auch mal Chef sein, auch wenn er/sie weniger Erfahrung hat als du.

 

Foto Katharina Bogensberger

 

WIE BRINGEN WIR PEP IN DEN KÜCHENALLTAG?

Dass Ernährung im Alter eine der ganz wichtigen Säulen ist, um vital zu bleiben, hat sich wohl schon überall herumgesprochen. Und auch auf meinem Blog findet ihr bereits mehrere Posts dazu: Essen im Alter – eine Lovestory, Ernährung im Alter, was braucht es? sowie Comfort Food gehört auch dazu!

Ich will heute allerdings ein andere Seite beleuchten und zwar, wie du mehr Spaß in die Küchenroutine bekommst. Denn viele von uns kochen manchmal seit Jahrzehnten so gut wie täglich für unsere Lieben und für uns selbst. Dabei war die Prämisse doch sehr oft (besonders bei Working Mothers): „Es muss schnell gehen und möglichst allen schmecken“. Das hat eine ganz besondere Routine geschaffen. Die meisten Speisen gehen dann „mit links“ und der Speiseplan hat sich – zumindest überwiegend - auf das eingependelt, was ohne Widerspruch akzeptiert wurde („Was gibt´s heute zum Essen? Nudeln mit ...“ ).

Bei einem Treffen unterhalten sich Freunde
über das langweilige, tägliche Kochen müssen:

Er, “Aber ich esse einfach alles!“
Sie: „Ich koche ja nur das, was du magst...“

Heute will ich euch ermutigen, aus genau dieser Routine auszubrechen und neue Rezepte und Speisen auszuprobieren, aber vor allem auch Handgriffe ganz anders zu machen als bisher. Das mag zwar nach einer Kleinigkeit aussehen, aber es ist eine gute Gelegenheit Spaß zu haben, zu genießen, unser Gehirn fit zu halten und gleichzeitig etwas für Koordination und Feinmotorik zu tun. Jede Menge Vorteile, also! 😄

Daher, liebe Herren oder Damen, vielleicht ist das eine Anregung und auch etwas für euch, selbst oder gerade wenn ihr noch nie gekocht habt.

Kochen ist reiches Anwendungsgebiet für dieses out-of-the-box Denken.

  • Neu schneiden lernen: Vor kurzem erst zeigte mir mein Sohn, wie man mit dem Wiegeschnitt wie ein Profi schneidet. Schon oft habe ich in Videos gesehen, wie Köche mit atemberaubender Schnelligkeit Dinge auf diese Art fein schneiden, aber es selbst zu machen, war eine große Umstellung von meinem bisherigen „Standard“. Ich bin zwar noch ziemlich langsam damit und vorsichtig, aber es geht immer besser.

  • Kochsalat völlig anders: Ich habe entdeckt, dass man Kochsalat, den Schrecken meiner Kindheit, auch ganz anders zubereiten kann als eingebrannt mit Erbsen: die halbierten Herzen auf der Schnittfläche in einer Pfanne auf hauchdünnen Zitronenscheiben und etwas Chili braten und mit Balsamico und wenig Honig beträufeln. In meiner Kindheit wäre das undenkbar gewesen!

  • Salzstangerl: Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich neulich Brot und Salzstangerl gebacken. Ich war nicht nur überrascht, wie gut die gleich beim ersten Mal geworden sind. Ich war auch überrascht wie viel besser wir sie vertragen als Gekaufte und wie viel länger sie sich frisch halten.

  • Tomatentesting: Vor kurzem haben wir in der Familie ein Dosentomaten-Testing gemacht! Ihr wisst doch, es gibt Dosen die nur wenigen Cent kosten (zu denen ich bisher meistens gegriffen habe unter dem Aspekt: „Die werden ja eh nur verkocht“), bis zu jenen, die mehrere Euros kosten. Wir wollten wissen, ob man wirklich Unterschiede merkt und wenn ja, welche. Also haben wir 5 verschiedene Dosen roh und als Sugo (jedes einzeln gekocht!) blind verkostet: Der Unterschied war unerwartet auffallend! Die billigen waren unverhältnismäßig sauer und die teuersten tatsächlich reich an guten Aromen. Aber wir haben für uns auch einen wunderbaren Kompromiss aus preiswert und wirklich gut gefunden.

  • Gemüse paniert im Plastiksackerl? Meine Schwester hat das ausprobiert. Man gibt die Gemüsestücke in ein Sackerl (Tüte), schüttelt diese mit Mehl und entfernt dann das überschüssige Mehl. Dann kommt verquirltes Ei dazu – schütteln – dann die Brotbröseln – nochmal schütteln & violá, man ist fertig! Meine Oma hätte vermutlich verächtlich weggeschaut 😄, aber es funktioniert!

  • Kreative & gesunde Mittagssnacks. Als ich noch arbeitete, habe ich etwas schmunzelnd auf meine Freundin geblickt, die mit wahrer Hingabe die Salatteller für ihren Mittagssnack zubereitete. So viel Aufwand dachte ich damals. Inzwischen folge ich ihrem Vorbild immer öfter. Ich bin richtig kreativ geworden! Meine drei Lieblingsrezepte aus der letzten Zeit waren: Selleriesalat mit Fenchel, Orange und Nüssen, Salat mit Karotten, Champignons und Oliven (einer meiner liebsten Salate) und Kohlrabi-Carpaccio mit Pecorino und Rucola. Dazwischen gab es schon auch ein paar Versuche, die nicht so gelungen sind, aber das gehört zur Kreativität eben auch dazu.

Für diese neuen Ideen braucht es nur etwas Neugierde, denn Youtube ist voll mit solchen Anregungen! Einfach ein bisschen zu suchen und selbst ausprobieren.

GEMEINSAM KOCHEN- WER IST CHEF?

Was auch richtig Spaß macht, ist diese Tricks und neue Rezepte mit Freundinnen und Freunden zu teilen. Ein solches Kochevent habe ich mit meiner Freundin Katharina gemacht und sie hat mir gezeigt, wie man ein indisches Dal (Linsengericht) mit vielen Beilagen zu neuen Geschmackshöhen bringt.

Ganz besonders nett ist es natürlich gemeinsam mit Enkelkindern oder „ausgeborgten“ Kindern von Freunden oder Verwandten zu kochen. Und wenn du gemeinsam mit deinem Partner kochen willst, dann ist es erfahrungsgemäß wichtig, sich vorher auszumachen, wer wofür Chef ist! Natürlich kann auch einer Chef sein, wenn er weniger Erfahrung oder Routine hat! Nur dann musst du dich vor allem mit Ratschlägen zurückhalten und dich in deine Rolle als Sous Chef einfügen! Vielleicht kommt dein Partner ja auch auf ganz neue Ideen! Bei uns zu Hause hat das zumindest für viel Entspannung in der Küche gesorgt.

ABWECHSLUNG, AUCH WENN DU NUR FÜR DICH KOCHST!

Katharina lebt in einer in alle Winde zerstreuten Patch Work Familie und somit zeitweise alleine und ich bewundere, wie sie auch für sich selber mit viel Kreativität und Abwechslung kocht, aber vor allem auch anrichtet. Den Satz „Ist ja nur für mich“ kennt sie nicht, denn:

„Ich bin mein eigener, immer willkommener Stammgast!“

Um sich immer wieder anzuspornen fotografiert sie ihre Gerichte und teilt sie auf Instagram und Facebook. Somit hat sie immer „Gäste“, selbst wenn sie einmal alleine isst. Sie ist keine Bloggerin, sondern findet einfach nur die Rückmeldungen und Gespräche, die sich daraus ergeben, so belebend. Aber das ist nur eine Facette, denn häufig lädt sie auch Gäste ein oder kocht schon mal für ihre Nachbarin mit, wenn diese im Home Office ist.

💡 Fazit: Deine Zeit in der Küche ist kostbar!

Ich hoffe ich konnte euch etwas inspirieren, aus dem täglichen, manchmal langweiligen Kochen etwas Besonderes zu machen. Unsere Zeit ist doch viel zu kostbar, als nur das Normale abzuwickeln, oder? Nutze die Gelegenheiten, um aus einer notwendigen Aktivität auszubrechen und frischen Wind in den Alltag zu bringen. Denn Abwechslung hält nicht nur den Speiseplan, sondern auch unser Leben jung und strahlend!

Herzlichst
Helga

Warum Memoirenschreiben gut tut - ein Podcast

Judith Schneider von Zeitpolster hat mich im Rahmen ihrer Podcast-Serie „Cleveres Älterwerden“ eingeladen, über meine Erfahrungen des Memoirenschreibens zu sprechen.

Zu diesem Thema habe ich vor fast zwei Jahren bereits einen Artikel gepostet: Memoiren – mehr als nur Erinnerung, in dem ich insbesondere über die Erfahrungen meiner Schwester berichtet habe, die unsere Familiengeschichte und ihren Lebensweg in Japan festgehalten hat. Ich habe sie in diesem Prozess oft begleitet, dachte mir aber, dass ich noch viel zu jung für meine eigenen Memoiren sein. 

Aber manche Dinge ändern sich überraschend. Plötzlich hatte ich das Bedürfnis, die Erinnerungen an meine vielen Dienstreisen auch in sehr exotische und spannende Länder aufzuschreiben. Daraus ist dann sukzessive mehr geworden und wurde schließlich eine Reflexion des größten Teils meiner Berufszeit. Ich habe mir viele Fragen gestellt und beantwortet wie z.B.:

  • Was hat mich bewogen den damals völlig unbekannten Bereich  Umweltmanagement in einem der größten Unternehmen Österreichs aufzubauen? Was wollte ich erreichen und was ist daraus geworden?

  • Welche Projekte habe ich gemacht und welche davon waren erfolgreich, welche nicht und warum?

  • Wie ist es mir als Frau in der männerdominierten Energiewirtschaft ergangen?

  • Welche Menschen haben mich begleitet, wie haben sie mich unterstützt, aber auch, wie haben mich die Konflikte mit einigen von ihnen weiter gebracht?

  • Was sagen rückblickend mein Sohn und mein Mann zu meinen intensiven Berufsjahren?

  • Wie war mein Work-Life Balance wirklich?

Die (auch für mich manchmal überraschenden) Antworten auf einige dieser Fragen sowie Tipps, wie man es angeht und warum es gut tut, Memoiren zu schreiben besprechen Judith und ich in diesem Podcast.

 

Zeitpolster - Podcast: Warum Memoirenschreiben gut tut

 

Takeaway

  • Eine Biographie enthält die chronologischen Fakten deines Lebens, Memoiren hingegen die Erinnerungen und Reflexionen.

  • Du kannst entweder strukturiert vorgehen oder auch einfach bei irgendeinem Ereignis zu schreiben beginnen. Aber bevor du anfängst, überleg dir, warum du das machst: z.B. um etwas weiterzugeben, abzuschließen, dir klar zu werden, deine Schätze für dich selbst festzuhalten etc.

  • Memoiren dokumentieren den Schatz deines Lebens, deine Erlebnisse und Entscheidungen und du erkennst klar den roten Faden, das Herausfordernde und das Schöne.

  • Entscheidend ist allerdings die Einstellung, mit der du zurück schaust! Sie ist verantwortlich dafür, ob daraus ein Drama wird, ein Entwicklungsroman, in einzelnen Bereichen vielleicht sogar eine Komödie oder ein wesentlicher Teil deiner persönlichen Schatzkiste. Nur du entscheidest!

Herzlichst
Helga

 
 

Im Podcast über das „clevere Älterwerden“  findet ihr auch noch viele andere interessante Themen. Unter anderem zwei weitere Podcast von mir über strahlend alt werden und ausmisten für mehr Freiheit

 

Für alle, die Zeitpolster noch nicht kennen:
Zeitpolster ist ein Sozialunternehmen, das Betreuungsleistungen für ältere Menschen, Kranke oder auch für Familien mit Kindern vermittelt. Es geht um Gesellschaft leisten, Freizeitbegleitung, einkaufen gehen, Hilfe in Haus und Garten u.v.a. Das Besondere an dem Konzept ist aber, dass die Helfenden, die sich für andere Menschen einsetzen, ihre Stunden für später gutgeschrieben bekommen, wenn sie selber Hilfe brauchen. Ich finde diese Idee höchst spannend, denn Netzwerke sind so ein wichtiger Bestandteil, wenn wir älter werden.

Pension: die beste Zeit für Freundschaften

Am Ende eines Jahres mache ich gerne einen Jahresrückblick. Und diesmal ist mir besonders aufgefallen, wie sehr dieses Jahr durch unsere Freundschaften geprägt war. Da waren ein Matura (Abitur)-Treffen, ein Wochenende mit Studienkollegen meines Mannes, ein Treffen meiner ehemaligen Business Division mit vielen früheren Arbeitskollegen, aber auch gemeinsame Theaterbesuche und Reisen, intensive Gespräche, viele andere Begegnungen und gemeinsame Aktivitäten. Im Rückblick ist mir die ganze Reichhaltigkeit, die wir durch unsere Freunde erfahren haben, noch mehr bewusst geworden. Und ebenso ist mir auch bewusst geworden, wie sehr Freundschaften zugenommen und an Bedeutung gewonnen haben, seit wir in Pension (Rente) sind.

Oft heißt es ja, wenn man älter wird werden die Freunde weniger und es ist schwieriger, neue zu finden. Meiner Erfahrung entspricht das nicht, denn es gibt jetzt so viel mehr Gelegenheiten, Freunde zu treffen. Und in meinem Leben entstehen auch laufend neue Freundschaften. Allerdings sind Freundschaften keine Einbahn und es liegt an jedem einzelnen, sich aktiv dafür einzusetzen.

Take away

  • Freundschaften machen glücklich und gesund und verlängern nachweislich das Leben.

  • Nütz‘ unbedingt einen Teil der in der Pension frei gewordenen Zeit, um die Kontakte zu deinen Freunden zu intensivieren.

  • Freundschaften basieren auf einer energetischen Verbundenheit: wir sind auf einer Wellenlänge!

 

Kampus Production auf pexels

 

„Ein Freund, ein guter Freund,
das ist das Beste, was es gibt auf der Welt.“
(Comedian Harmonists)

DIE PENSION IST EINE BESONDERE ZEIT FÜR FREUNDSCHAFTEN

Wie so oft polarisiert auch hier das älter werden - für manche wird es viel besser, für andere viel schlechter. Während die einen immer weniger Freunde haben (alte Freunde sterben weg, man hat sich in den Berufsjahren auseinander gelebt oder neue Freunde sind schwer zu finden), haben andere in der Pension immer mehr Freunde  (z.B. durch neuen Tätigkeiten oder in Vereinen).

Das zumindest zeigen aktuelle Studien über Freundschaften. So heißt es in einer umfangreichen Schweizer Studie: „Im Durchschnitt haben Menschen zwischen 18 und 75 Jahren 4 enge Freunde, 8 Freunde im erweiterten Freundeskreis und rund 35 Bekannte.“ Und diese Zahlen decken sich mit Erhebungen z.B. in Deutschland oder USA. „Mit zunehmendem Alter gibt es allerdings mehr Menschen, die keinen Freund bzw. keine Freundin haben (15%) und rund ein Viertel haben nur einen oder zwei. Gleichzeitig aber gibt es unter Pensionär*Innen einen hohen Prozentsatz (17%), mit einem großen, engen Freundeskreis. Beide Werte sind höher als in jeder anderen Altersgruppe.“ [1]

 

In guter Gesellschaft, 2023, Die grosse Schweizer Freundschaftsstudie [1]

 

Aus meiner Erfahrung war es so, dass während des Berufslebens und mit Kind die Zeit, um Freundschaften zu pflegen, schon recht knapp geworden ist. Manche alten Freunde haben wir so leider etwas aus den Augen verloren. Andererseits sind neue Freundschaften durch Arbeits-kolleginnen und -kollegen und auch die Eltern von Schulfreunden unseres Sohnes dazugekommen.

Aber mit der Pensionierung entsteht eine richtige Zäsur. Viele dieser Kontakte, die das Arbeitsleben ganz automatisch mit sich bringt, fallen weg, die Kinder sind aus dem Haus, alte Freunde hat man vielleicht vernachlässigt und so kann es dann sein, dass man unter Umständen erst einmal alleine dasteht.

Das war auch eine meiner großen Sorgen: wenn ich einmal in Pension bin, treffe ich keine Leute mehr und bekomme auch keine Anregungen mehr.

Aber es kam ganz anders. Ich bin überrascht, wie vielen Menschen ich seither begegne – sowohl alten Bekannten als auch neuen Freunden. Denn eines hat man jetzt: die Zeit, alte und neue Freundschaften zu pflegen. Und Zeit ist es, was Freundschaften brauchen. Zugegeben, man muss sich schon dahinter setzen und aktiv werden! Ohne Eigeninitiative geht nichts!

Eine richtig starke Ansage stammt vom National Council on Aging:  „Wer keine Freundinnen und Freunde hat stirbt früher!“ Und es untermauert diese Aussage damit, dass Einsamkeit so schädlich ist wie der tägliche Konsum von 15 Zigaretten und sogar noch schädlicher als Alkoholkonsum.[2] 

EINER GRUPPE ANZUGEHÖREN ERHÖHT DIE LEBENSQUALITÄT

Interessanter Weise geht es aber nicht nur um enge persönliche Beziehungen und beste Freunde, denn offensichtlich ist es auch wichtig, unterschiedlichen Gruppen anzugehören und diese zu pflegen; also neben Familie vielleicht eine Sportgruppe, eine Theatergruppe, Freiwilligenarbeit, Vereine etc. „Über diese Zugehörigkeiten sollte man sich bereits vor Eintritt in die Pension bewusst werden“, meinen die Experten vom Institut für Psychologie des Alters an der Universität Wien. Da der Übergang in die Pension die große Gruppe der Arbeitskollegen von einem Tag auf den anderen auflöst, ist es aus ihrer Sicht wichtig, sich über neuen Gruppen Gedanken zu machen, ihnen beizutreten und in diese zu investieren, weil sie die Beständigkeit und damit die Lebensqualität erhöhen. In ihrem Podcast heißt es, dass diese „Sozialen Faktoren eine noch viel größere Rolle als finanzielle Aspekte spielen! Und diese Betrachtung ist derzeit massiv unterbewertet. Denn es ist die soziale Einbindung, die Lebensqualität ausmacht, mehr als Finanzen.“  [3]

Erst vor kurzem hat mir meine Schwester (die ja in Japan lebt) berichtet, dass sie auf einer Convention der AFWJ (Association of Foreign Wives of Japanese) war, der sie seit vielen Jahren angehört, aber die Veranstaltungen wegen Corona und Pflege lange nicht besuchen konnte. Sie erzählt mir begeistert, wie sehr sie dieses Eingebunden sein in eine so große Gruppe von Menschen erfüllt. Das sind keine besten Freundinnen, aber man ist trotzdem unglaublich aufgehoben und wird inspiriert.

MÄNNER UND IHRE FREUNDE WOLLEN
ETWAS ERLEBEN,
FRAUEN UND IHRE FREUNDINNEN WOLLEN SICH AUSTAUSCHEN

Seit dem Kindergarten wissen wir, dass Freundeskreise, in denen nur Mädels sind, völlig anders funktionieren als die von Burschen. Und ja, das bleibt auch so. Männer wollen etwas gemeinsam erleben oder „die Welt verbessern“, Frauen wollen sich über Persönliches austauschen! [1]

Wenn ich meinen Mann nach seinen Stammtischrunden frage, worüber sie denn geredet haben, erfahre ich jede Menge aktuelle politische Informationen und tiefgreifende Weisheiten und Diskussionsthemen. Wenn ich frage, wie´s den Familien geht, bekomme ich die kurze Antwort: „Alles in Ordnung!“ Ich hingegen weiß alle Neuigkeiten: wie´s dem Mann, der älteren Tochter, dem jüngeren Sohn, der Mutter, dem Hund, der Katze etc. geht, wie sie Weihnachten feiern etc. etc. Und zusätzlich unterhalten wir uns über Jobs, über Ausstellungen und wir helfen uns gegenseitig bei anstehenden Problemen.

Genau deshalb möchten mein Mann und ich unsere getrennten Runden keineswegs missen. Diese Freiräume braucht man in der Pension! Aber genauso wichtig ist es für uns auch, wenn wir mit befreundete Paaren zusammen sind. Und natürlich auch, wenn wir uns zu zweit austauschen, diskutieren oder etwas unternehmen (Schatz, wir müssen reden).

ZOOM & CO MACHEN‘S MÖGLICH!

Im Gegensatz zu unseren Eltern und Großeltern haben wir heute die großartige Möglichkeit, über Video-Kommunikation in Kontakt zu bleiben. Und ich mache davon großen Gebrauch! Nur so war es möglich, aus anfangs flüchtigen Seminar-Bekanntschaften richtige Freundschaften zu machen, mit einem Arbeitskollegen, der nach Berlin gezogen ist, wieder in Kontakt zu kommen oder mit ehemaligen Nachbarn, die jetzt in den USA leben, zu plaudern. Natürlich fehlt es, dass wir uns nicht umarmen oder gemeinsames unternehmen können, aber ich bin trotzdem immer wieder dankbar, wie erfüllend und bereichernd alleine schon diese Gespräche sind. Und es gibt einen wichtigen Vorteil: der Aufwand ist minimal! Mit dem letzten Satz „Wann sehen wir uns wieder?“ entsteht zusätzlich eine Regelmäßigkeit, die die Qualität der Beziehungen ausmacht! Ich finde auch, dass sich diese Form ganz hervorragend eignet, mit jenen Freunden in Kontakt zu bleiben, die noch im Berufsleben stecken und viel weniger Zeit haben als wir, denn eine Stunde „Zoomen“ zwischendurch geht fast immer.

ZEIT, FREUNDSCHAFTEN NEU ANZUGEHEN

Erinnert ihr euch noch an den Post Lebensrhythmen im 7/7-tel Takt? Mit dem 49. Lebensjahr (7 x 7 Jahre) ist unsere erwachsene Persönlichkeit ausgebildet. Ab dem 50. Lebensjahr fängt der Zyklus dann von vorne an! Also die perfekte Zeit, uns auch mit unseren alten Freundschaften zu befassen und ihnen mit unserer ganzen Lebenserfahrung neu zu begegnen.

Mein 50-jähriges Maturatreffen heuer hat mir dazu eine gute Gelegenheit geboten. Wir haben uns in all diesen Jahrzehnten praktisch nie gesehen und mit einigen Mitschülern und Mitschülerinnen gab es trotzdem diese unglaubliche Vertrautheit und wir haben sofort den Faden wieder gefunden. Ich habe aber auch bewusst manche Mitschüler angesprochen, die damals gar nicht auf meiner Wellenlänge lagen und habe sie neu und positiv kennengelernt.

Ähnlich war das beim Semestertreffen meines Mannes (Studienjahrgang 1971). Obwohl sich die Kollegen in den vielen Jahrzehnten regelmäßig getroffen haben, war es dieses Mal aus unserer Sicht anders als früher.  Alle Herren sind inzwischen Anfang 70 und während es früher viel mehr darum ging, zu beweisen, was man geschafft hat, stand jetzt ein liebevoller und respektvoller Umgang miteinander im Mittelpunkt. Und natürlich das Schmunzeln über frühere Studenten-Erlebnisse und -Aktionen. Für mich liegt die Erklärung dafür in der Entwicklung des Herzchakras, die ab dem 70. Lebensjahr verstärkt wird. (Lebensrhythmen - ein Leben im 7/7 Takt).

WIE DEFINIERST DU FREUNDSCHAFTEN?

Was genau gehört für dich dazu, wenn du an deine engeren Freunde, weiteren Freunde oder Bekannten denkst? Entsprechend der Positiven Psychologie sind Vertrauen, Offenheit, Loyalität, Gegenseitigkeit, gegenseitige Hilfe, jemanden zu haben, der oder die immer für einen da ist, Intimität, mit jemandem über alles reden zu können und Spaß zu haben, Humor sowie gemeinsame Freizeitgestaltung die am häufigsten genannte Qualitäten. Freunde sind aber auch eine Quelle positiver Emotionen und eröffnen Gelegenheiten für persönliches Wachstum in jeder Lebensphase.[4]

Für mich können Freundschaften sehr unterschiedlich sein, mit manchen führe ich interessante, aufbauende Gespräche, mit anderen geht es mehr um gemeinsames Erleben und vor allem sind neue Impulse für mich immer sehr wichtig. Aber mir geht es auch noch um etwas anderes: mit Freunden und Freundinnen spüre ich tiefe Verbundenheit (Unsere Herzen sprechen miteinander), sie berühren mich und ich fühle mich in ihrer Gegenwart einfach gut. Und das hält auch noch über das eigentliche Beisammensein hinaus an. Alleine schon an sie denken erfüllt mich!

MIT FREUNDEN SIND WIR AUF EINER WELLENLÄNGE

Für mich ist die energetische Ebene die Basis von Freundschaften. Unabhängig von Worten und Erlebnissen. Und die Redensart „Mit … bin ich auf einer Wellenlänge“  drückt das am besten aus.

  • Unsere Gespräche fließen von einem Thema ins andere und man fühlt sich rundum verstanden.

  • Man trifft jemanden und weiß auf Anhieb, mit dem/der will man sich länger unterhalten.

  • Man triff einen Freund oder eine Freundin nach langer Zeit wieder und hat sofort den Draht dort weiterzumachen, wo man früher aufgehört habt, als ob keine Zeit verstrichen wäre.

  • Man denkt an jemanden und kurze Zeit später meldet er/sie sich am Telefon.

In der Energetik sind das genau die Beispiele, die eine energetische Verbindung über unsere Energiefelder darstellen. Das Faszinierende dabei ist, dass diese Verbindungen unabhängig von Raum und Zeit sind.

„Worte verbinden nur,
wo unsere Wellenlängen längst übereinstimmen.“ 
(Max Frisch)

Wenn die Wellenlängen, also unsere persönlichen Schwingungen, übereinstimmen, haben wir das Gefühl von Harmonie, so wie bei guten Musikern, die aufeinander eingestimmt sind (Die Kraft des Strahlens). Wir fühlen uns automatisch durch diese Resonanz erfüllt und energetisiert.

Aber persönliche Wellenlängen können sich über die Zeit auch ändern, da sie primär von Gedanken und Emotionen geprägt sind, die aus der eigenen Entwicklung stammen. Damit ist gut erklärbar, dass sich auch nach längerer Freundschaft die energetische Basis verändern kann, selbst wenn sich nach außen hin nichts geändert hat. Und so können Freundschaften ohne ersichtlichen Grund sogar auslaufen.

Und dann gibt es auch noch die sogenannte Energievampire (Hast du genug Energie?), die uns unbewusst (!) Energie abziehen. Ein klares Zeichen dafür ist, dass man nach einem Treffen mit ihnen das Gefühl hat, erschöpft, ausgelaugt und energielos zu sein, ohne, dass irgendetwas besonderes vorgefallen ist.

Ich habe den Eindruck, dass wir mit dem älter werden diese energetischen Einflüsse immer mehr spüren und auf positive Resonanzen (gleiche Wellenlänge und damit Wohlfühlen) oder sogenannte „destruktive Interferenzen“ (also unterschiedliche Wellenlänge und Energieverlust) intensiver reagieren. Das ist auch kein Wunder, denn der persönliche Energiehaushalt spielt mit den Jahren eine immer entscheidendere Rolle. Und in diesem Zusammenhang haben die Beziehungen und der energetische Austausch einen entscheidenden Einfluss auf unser Wohlbefinden.

Daher möchte ich dich anregen, deine Freundschaften auch aus dieser Sichtweise zu betrachten und ehrlich nachzufühlen: mit welchen Freunden fühle ich mich so richtig und wirklich wohl, denn das sind die Freunde, mit denen wir gemeinsam strahlend alt werden.

„Freundschaft, das ist eine Seele in zwei Körpern.“ 
(Aristoteles)

Herzlichst
Helga

[1] Jakub Samochowiec und Johannes C. Bauer: In guter Gesellschaft - Die große Schweizer Freundschaftsstudie; GDI Gottfried Duttweiler Institut 2023

[2] Lisa Wagner - Freundschaften verlängern das Leben - Metaanalyse der US-amerikanische Psychologieprofessorin Julianne Holt-Lunstad (2010)

[3] Institut für Psychologie des Alters – Universität Wien: Podcast
Pflege deine Freundschaften - Die Bedeutung von sozialen Beziehungen beim Übergang in den Ruhestand

[4] Lisa Wagner – Persönlichkeitspsychologin: Freunde machen glücklich und gesund, Freundschaften verlängern das Leben

Der Letzte-Hilfe-Kurs

Im späten Herbst, wenn die Natur sich bei uns langsam zurückzieht, ist es auch Zeit, nachdenklicher zu werden. Ich nütze diese Zeit gerne, um über besinnlichere Themen zu schreiben. Letztes Jahr war das der Post Reden wir über Sterben und Tod und heuer möchte ich euch etwas über den LETZTE-HILFE-Kurs [1] erzählen, den ich vor kurzem gemacht habe.

Während wir vermutlich alle einen oder mehrere ERSTE-HILFE-Kurse absolviert haben, ist den meisten, mit denen ich gesprochen habe, dieser Kurs gänzlich unbekannt.

Er wurde 2012 von einem deutschen Palliativmediziner entwickelt, weil er fand, dass unser Allgemeinwissen über die letzte Lebensphase viel zu gering ist und diese in unserer Gesellschaft auch kaum thematisiert wird. In diesen Kursen erhält man daher Basiswissen über 4 Themenkreise: Sterben ist ein Teil des Lebens – Vorsorgen und Entscheiden – Leiden lindern – Abschied nehmen.

Einige der Inhalte waren mir bekannt, denn ich habe mich ja im vorigen Jahr für den Post intensiv damit auseinandergesetzt und wir mussten uns auch in den letzten Jahren sowohl in der Familie als auch im Freundeskreis von lieben Menschen verabschieden. In diesem Kurs aber gab es auch noch viele andere interessante Informationen, die mir ein besonderes Gefühl von Sicherheit im Umgang mit dem Sterben gegeben haben. Ich fand diesen vierstündigen Kurs in jedem Fall lohnenswert!

Take away

  • Ein Kurs in LETZTE HILFE? Das macht man doch nicht freiwillig? Oder gerade dann erst recht!

  • Die Vortragenden und der Inhalt nehmen einem vieles an Unsicherheit und schaffen einen geschützten Raum, sich mit dem Thema intensiver auseinander zu setzen.

  • Das Lebensende von Angehörigen, Freunden oder anderen nahestehenden Menschen -  und nicht zuletzt von einem selbst - macht oft hilflos. Da helfen Basiswissen und Orientierungshilfe von denjenigen, die das regelmäßig (mit)erleben. 

 

cottonbro studio auf pexels

 

LETZTE HILFE KURS – DU MACHST DAS FREIWILLIG?

„Ist bei euch wirklich alles in Ordnung?“ Als ich Freunden erzählte, dass mein Mann und ich so einen Kurs besuchen werden, war die Bestürzung in ihren Gesichtern zu lesen. Ob denn etwas Schreckliches passiert ist? Ob wir beide doch eh gesund wären ? Wenn es keinen aktuellen Grund gibt, wieso macht ihr das überhaupt?

Ich habe von diesem Kurs von meiner Freundin Renate gehört, die Hospizleiterin in der Steiermark ist und seit einigen Jahren diese Kurse abhält. „Sie sind außergewöhnlich erfolgreich“, meint sie. „Oft gibt es so viele Anmeldungen, dass wir mehrere zusätzliche Termine anbieten müssen. Und inzwischen sind wir auch in Schulen gefragt. Es ist Allgemeinwissen, das wir unterrichten, denn Sterben und der Umgang damit gehören nun einmal zu jedem Leben“. Das hat mich neugierig gemacht. Nach einem Interview mit Renate habe ich schließlich auch den Kurs besucht.

Geleitet wurde er bei unserem Termin von zwei Krankenschwestern, die im Palliativbereich arbeiten. Sie haben mich schon alleine durch ihre Ruhe, ihre Ausstrahlung und die Art, wie sie voll unaufgeregter Zuwendung über all diese – für uns oft schwierigen - Themen gesprochen haben, begeistert. Die zweite Überraschung waren die Teilnehmer selbst: alle kamen aus Interesse, nicht aus aktuellem Bedarf (ich denke, das kann jedoch von Kurs zu Kurs unterschiedlich sein). Überrascht haben mich auch die vielen jungen Menschen, die sich informieren wollten, weil z.B. ihre Eltern älter werden, oder sie sich vorstellen können in diesem Bereich zu arbeiten oder auch, weil sie einen Abschied schon hinter sich hatten. 

DIE IDEE DES KURSES: EINE GEMEINSCHAFT BRAUCHT ALLGEMEINWISSEN ÜBER PALLIATIVE CARE

Die Idee stammt von Dr. Georg Bolling, der sich in seiner Masterthesis in Palliative Care mit Möglichkeiten befasste, wie man Laien mehr Information und Rüstzeug geben kann, Menschen in ihrer letzten Phase zu begleiten. Denn aufgrund des demographischen Wandels und der stetig wachsenden Anzahl hochbetagter Menschen, muss es eine neue Form von Caring Community geben, weil professionelle Hilfe (Palliativ-Medizin und -Pflege) nicht ausreichend ist, den Bedarf an Begleitung abzudecken.

Inzwischen ist daraus ein internationaler Verein (last aid) geworden und die Kurse werden in vielen europäischen Ländern, aber auch z.B. in Kanada, Australien und Brasilien angeboten. Seit 2017 gibt es Kurse auch in Österreich. (Letzte Hilfe Österreich)

Kurz zusammengefasst sehe ich das Ziel dieses Kurses darin, dass man einiges an Scheu vor dem Tod und endgültigem Abschied verliert, indem man sich damit auseinandersetzt und Grundkenntnisse dazu bekommt. Denn Angst entsteht vielfach aus dem Unbekannten. Das sagen uns bereits viele Zitate:

Kein Übel ist so groß, wie die Angst davor!
(Seneca)

Angst liegt nie in den Dingen selbst,
sondern darin, wie man sie betrachtet.
(Anthony de Mello)

Angst vor dem Leid ist schlimmer, als das Leiden selbst.
  (Sprichwort)

DER INHALT: MENTAL – EMOTIONAL – SPIRITUELL - PRAKTISCH

Modul 1: Sterben ist ein Teil des Lebens
Der Kurs beginnt mit der eigenen Einstellung zu dieser Thematik und die ist natürlich so persönlich wie kaum etwas anderes. Wir erfahren aber auch einiges über körperliche, psychische und soziale Veränderungen, über Anzeichen und Symptome. Und auch, dass das Sterben viele Gesichter hat. Es ist so individuell und persönlich wie das eigene Leben. Auch das, was an Lebensqualität empfunden wird, ändert sich permanent und kann nicht von Außenstehenden definiert werden. Was aber immer geht ist Zuwendung! Also einfach für jemand anderen da sein!

Modul 2: Vorsorgen und Entscheiden
„Wenn du eine Bergtour machst bist du darauf vorbereitet, dass sich das Wetter manchmal schlagartig ändern kann und du sorgst vor. Im Leben tun wir das oft nicht!“  In diesem Modul geht es nicht um Begleitung, sondern um uns selbst. Wir gehen den Fragen nach:

  • WAS macht für mich Lebensqualität aus? Sie ändert sich in jeder Phase unseres Lebens und muss immer wieder neu definiert werden.

  • WAS ist mir wichtig am Lebensende?

  • WER soll für mich entscheiden, wenn ich nicht kann?

  • WO & WIE würde ich gerne sterben?

  • WANN hat das Leben für mich noch einen Sinn?

Viele dieser Fragen klärt man, wenn man eine Patienten- und Vorsorgeverfügung unterzeichnet und sich daher intensiv damit beschäftigt bzw. beschäftigen muss (mein Mann und ich haben das bereits vor einiger Zeit gemacht und es war für uns ein wertvoller und wichtiger Prozess). Umso überraschter war ich, als wir erfahren haben, dass nur ca. 8% der Österreicher zwischen 25 und 70 Jahren und nur etwa 17% (!) der über 60-Jährigen diese haben. [2]

Modul 3: Leiden lindern
Niemand muss heute in unserer westlichen Gesellschaft mit ihren hohen medizinischen Standards beim Sterben physisch leiden! Das hört sich nicht nur beruhigend an, unsere Vortragenden haben dieses Statement auch vielfältig durch einen guten Überblick über medizinische Möglichkeiten bei unterschiedlichen Herausforderungen untermauert. Darüber hinaus erfahren wir aber auch viele nichtmedikamentöse Maßnahmen, die man als Begleitender ohne jegliche Fachausbildung praktisch immer machen kann. Dazu gehören Berührungen, Gerüche, Musik, Lieblingsspeisen in minimalen Dosen oder wissen wie man Durst löschen kann ohne etwas zu trinken zu geben. Und interessant ist auch: Meist brauchen die Sterbenden weniger als die Angehörigen!

Auch wenn es klar ist, dass medizinische Fach- und Pflegekräfte aus Zeitmangel nur einen sehr kleinen Teil der gesamten Betreuung von Sterbenden leisten können, wie gering der Anteil aber tatsächlich ist, hat mich dennoch überrascht. Der überwiegende Anteil an Zuwendung kommt von Angehören oder Begleitern. Da sein, auch ohne etwas zu tun (!) und einfach nur zuhören, das ist es, worum es in dieser Begleitung geht - und das machen nicht Ärzte oder Pflegepersonal.

Mit all dem, das man in diesem Kurs erfährt, fällt es leichter, die Unsicherheit oder Sorgen abzulegen, etwas falsch zu machen.

Modul 4: Abschied nehmen
Alle Sterbebegleiter, mit denen ich bisher gesprochen haben, bestätigen, dass der unmittelbare Augenblick des Todes ein besonderer Moment ist, der immer viel Frieden und Entspannung verbreitet. Allein schon diese Erfahrungen sind aus meiner Sicht hilfreich! Aber zurück bleibt natürlich die Trauer und wir haben daher ausführlich über die Möglichkeiten und Rituale gesprochen, wie man damit umgehen kann.

Denn der Tod beendet das Leben, aber nicht die Beziehung!
Und in der Trauer lebt die Liebe weiter
.

MEINE GANZ PERSÖNLICHEN EINDRÜCKE

Wieder einmal hat mich tief berührt, mit wie viel Würde und Respekt Profis von dieser letzten Lebensphase sprechen. Dieses Zulassen von persönlichen Wünschen und Vorlieben, das Eingehen auf den Menschen mit all seinen Bedürfnissen und Eigenheiten in dieser letzten und damit ganz speziellen Lebensphase gibt mir ein Gefühl von Ruhe. Ich wünschte mir, dass wir uns auch für unser Leben ganz viel davon abschauen könnten!

Es ist wie bei allem, das einem Sorgen bereitet: die bewusste Auseinandersetzung mit einem Thema, in diesem Fall dem Sterben, nimmt einen großen Teil dieser Sorgen. Dieser Kurs schaffte für mich einen Raum dafür, bringt vieles an Klarheit und spricht unverblümt und wertschätzend auch Tabus an.

Menschen, die sterben, brauchen primär Zuwendung, Achtsamkeit und Ruhe. Weniger scheint oft mehr zu sein. Aber genau das ist es - wie ich es selber erlebt habe - was uns in der manchmal hilflos hoffenden Dramatik des Geschehens so schwer fällt. Denn, vielleicht kann man ja doch noch etwas machen?

Essen und Trinken halten Leib und Seele zusammen. Wie oft habe ich diesen Spruch schon gehört! Aber erstmals habe ich den tieferen Sinn weiter verfolgt. Was ist, wenn sich Leib und Seele trennen wollen und werden? Dann stellt der Sterbende das Essen und Trinken ein, um der Seele und dem Leib die Trennung zu erleichtern! Und das muss man dann einfach respektieren, auch wenn es für Angehörige und/oder Begleitende oft sehr schwer ist!

Eine weitere Aussage hat mich persönlich berührt und mir nach Jahrzehnten Klarheit verschafft: „Wenn ihr mit Kindern sprecht, sagt niemals, dass jemand „eingeschlafen“ oder „fortgegangen“ ist. Verwendet immer das Wort „sterben“. Es könnte passieren, dass Kinder durch solche Assoziationen Angst vor dem Schlafen oder vor Trennungen entwickeln.“ Kinder kommen mit klaren Aussagen viel besser zurande, als mit solchen Umschreibungen. Ich erinnere mich genau, dass ich, nachdem mein Opa gestorben (mir als Kind wurde gesagt „eingeschlafen“) war, wochenlang nicht schlafen wollte und konnte…

Das waren meine ganz persönlichen Eindrücke von einem wirklich gut gemachten Kurs über ein schwieriges Thema und ich habe viel für mich mitgenommen. Das wollte ich einfach mit euch teilen.

Herzlichst
Helga

[1] Dr. Georg Bollig: Der Letzte Hilfe Kurs – Praxis Palliativ Care 2017/27
 https://www.hospizakademie-nuernberg.de/fileadmin/user_upload/PDF/Bollig_Letzte_Hilfe_Kurs_Prax_Pall_Care_2015.pdf

[2] Vorsorge-Studie 2021  Österreichische Notariatskammer
https://ihr-notariat.at/informationen/aktuelle-infos-veranstaltungen/vorsorge-studie-2021/#:~:text=Acht%20Prozent%20haben%20mit%20einer,%25%20auf%204%2C4%25.
https://www.notariatskammer.at/studie-vorsorge-fuer-oesterreicher-ist-wichtig/