Podcast: Ausmisten für mehr Freiheit

Judith Schneider von Zeitpolster hat mich im Rahmen ihrer Podcast-Serie „Cleveres älter werden“ eingeladen, über das Thema „Ausmisten“ zu sprechen. Genau darüber gibt es ja auch schon ein Post Ausmisten, eine Pflichtübung in der Pension  in meinem Blog und der Podcast baut natürlich darauf auf. Aber inzwischen sind wieder etliche neue Ideen dazugekommen.

Take away

  • Wenn du deinen Kindern einen Gefallen tun willst, schaff Ordnung in deinen Sachen.

  • Auch Gegenstände haben Energie! Mit welcher Energie möchtest du dich umgeben?

  • Daher: „Bleiben darf, was mich glücklich macht!“

  • Selbst ausmisten kann Spaß machen!

 

Helga Pražak

 

IN DIESEM PODCAST SPRECHEN WIR DARÜBER,

  • welche Erkenntnisse wir aus Wohnungsauflösungen für uns selber ziehen können: z.B. rechtzeitig ausmisten und eine bessere Kennzeichnung zwischen Wichtigem und rein Persönlichem.

  • dass wir regelmäßig unsere Sachen durchforsten sollen, denn mit 90 und darüber ist das vielleicht zu anstrengend oder nicht mehr machbar.

  • welche Rolle Emotionen spielen und wie man sich selbst dazu motivieren kann.

  • dass ein richtig gutes Sortier-Kriterium ist: „bleiben darf, was mich glücklich macht“ , weil alle Gegenstände auch Energie enthalten und sich daher nicht nur Frage stellt, was will ich besitzen sondern auch mit welcher Energie möchte ich mich umgeben?

  • dass Wohnungen von alten Menschen häufig stagnierende Energie ausstrahlen und etwas Bewegung gut täte.

  • wie sich die Ordnung im Außen auch auf die Ordnung im Inneren auswirkt, ebenso wie sich äußere Leichtigkeit auch auf die innere Leichtigkeit auswirkt.

  • dass wir in der Pension so viel mehr Zeit zu Hause verbringen und es daher so angenehm wie möglich sein sollte - vor allem aber auch, dass wir Platz für Neues brauchen (z.B. eine neue Tätigkeit, ein neues Hobby ... ).

Ausmisten schafft eine neue Freiheit!  

Ich wünsche euch viel Freude beim Ausmisten und vergesst nicht, den Erfolg zu feiern!

Hier geht´s zum Podcast

 
 

FÜR ALLE, DIE ZEITPOLSTER NOCH NICHT KENNEN:

Zeitpolster ist ein Sozialunternehmen, das Betreuungsleistungen für ältere Menschen, Kranke oder auch für Familien mit Kindern vermittelt. Es geht um Gesellschaft leisten, Freizeitbegleitung, einkaufen gehen, Hilfe in Haus und Garten u.v.a. Das Besondere an dem Konzept ist aber, dass die Helfenden, die sich für andere Menschen einsetzen, ihre Stunden für später gutgeschrieben bekommen, wenn sie selber Hilfe brauchen. Ich finde diese Idee höchst spannend, denn Netzwerke sind so ein wichtiger Bestandteil, wenn wir älter werden.

Herzlichst
Helga

 

Einen weiterer Podcast, den ich mit Zeitpolster aufgenommen habe findet ihr hier: „strahlend alt werden“

Welcher Pensions-Typ bist du?

Dass jeder die Pension anders erlebt liegt auf der Hand und mir scheint, dass die Bandbreite an Erlebnissen, Gefühlen und Bedürfnissen in diesem Lebensabschnitt noch unterschiedlicher ist als je zuvor. Aber selbst wenn jeder/jede seine/ihre Individualität lebt, ein paar Übereinstimmungen gibt es dann doch.

Ganz zufällig bin ich beim Lesen auf verschiedene Pensionisten (Rentner)-Typen gestoßen und habe danach beim weiteren Recherchieren auch noch viele Persönlichkeitstests für Pensionisten gefunden, die meisten im englischen Sprachraum. Da ich immer schon gerne Persönlichkeitstest gemacht habe - von qualitativ sehr anspruchsvollen im Rahmen von Managementbewertungen bis zu, naja, oberflächlichen in Frauenzeitschriften - habe ich auch etliche gleich selbst gemacht.

Aus all denen habe ich 3 Modelle ausgewählt, die jeweils einen sehr unterschiedlichen Fokus haben und die für mich interessant und aussagekräftig waren.

  • Wie optimistisch oder pessimistisch, planend oder planlos stellst du dich auf die Pension ein?

  • Welche Aktivitäten hast du vor?

  • Wo liegen deine Motivationen? Was treibt dich an?

Ihr seid herzlich eingeladen, hier zu schauen, wo ihr euch am besten wiederfindet, vielleicht auch eure Schlüsse daraus zu ziehen und in jedem Fall eine Gesprächsbasis mit dem Partner oder mit Freunden zu haben (Schatz wir müssen reden).

Take away

  • Drei unterschiedlich Pensionisten-Profile vom Abenteurer bis zum Suchenden.

  • Wie sehe ich mich und wie sieht mich mein Partner? Stoff für ein Gespräch!

  • Anhaltspunkte für all jene, die die Pension noch vor sich haben oder jene, die gerade ein Loch erleben und sich fragen Wo geht´s jetzt weiter?

 
 

ALTERSSTRATEGE - ABENTEURER - ENGAGIERTER - BESORGTER - RELAXTER

Das Meinungsforschungsinstitut Sinus hat im Rahmen einer großen Studie [1] (2017) für die Deutschen Versicherer (Projekt 7 Jahre Länger“) 40 bis 55-Jährige befragt, wie sie die Pension sehen. Dabei kristallisierten sich fünf Pensionisten-Typen heraus, die sich vor allem darin unterscheiden, wie sie auf das Alter blicken:

  • ob optimistisch oder pessimistisch

  • wie aktiv man den Ruhestand bereits plant

  • und welche Bedeutung Familie, Freunde etc. spielen.

Der Fokus dieser Umfrage lag auf den drei Bereichen Gesundheit – Finanzen – soziale Kontakte.

  • Der Altersstratege bereitet sich viele Jahre auf die Pension vor, freut sich auf den letzten Arbeitstag, um anschließend Versäumtes nachzuholen oder Ideen zu verwirklichen. Geplant sind insbesondere die finanziellen Mittel, Nicht so optimistisch ist der Altersstrategie was seine Gesundheit anbelangt.

  • Der Abenteurer denkt wenig an das Alt-Sein und bereitet sich kaum aktiv auf die Pension vor, macht kaum Pläne, denn für ihn gibt es immer etwas Neues zu entdecken, auch im Alter noch. Daher distanziert er sich von den klassischen Altersbildern und ist überdurchschnittlich optimistisch, auch was den körperlichen Zustand angeht.

  • Der Engagierte zeichnet sich durch extrem starke Sozialkontakte aus. Die Familie ist der Sicherheitsanker. Dafür ist er bereit, sich intensiv zu engagieren. In dieser Gruppe halten sich die Optimisten und Pessimisten etwa die Waage.

  • Der Besorgte blickt pessimistisch in die Zukunft. Für ihn ist das Leben in mindestens zwei der oben genannten 3 Bereiche ein ständiger Kampf. Er erwartet nichts Positives von der Pension. Selbst wenn ihm klar ist, dass er bereits heute einiges daran ändern könnte, wird er nicht aktiv.

  • Der Relaxte lebt voll in der Gegenwart und verschwendet kaum einen Gedanken an seinen Ruhestand. Die Zukunft ist ein unbeschriebenes Blatt und er beabsichtigt das Beste aus dem zu machen, was kommt. Das kann eine längere Berufstätigkeit oder Freiwilligenarbeit sein. Diese Unbekümmertheit (Optimismus) überträgt er auch auf die eigene Gesundheit.

Nach dieser Befragung sind jeweils ein Viertel der Bevölkerung Abenteurer oder Besorgte. Mit nur 12% sind die Altersstrategen am wenigsten verbreitet. Und obwohl fast 40% aller Befragten deutliche Einbußen bei Finanzen und Gesundheit befürchten, planen nur etwa 20% ihre Pension auch wirklich. Die Autoren meinen, dass die ernsthafte Beschäftigung mit dem Alter bei den meisten Menschen immer noch Unbehagen auslöst. „Also wird verdrängt, verschoben, vergessen.“

Schon erstaunlich, denn Planung hat im überwiegenden Teil unseres Lebens eine wichtig Rolle gespielt und jetzt soll sie plötzlich nicht mehr wichtig sein? Ich persönlich finde, dass Planung auch mit Selbstverantwortung zu tun hat und immer gut ist, allerdings nur, wenn man sich damit nicht einschränkt. Denn immer wieder kommt es dann trotzdem anders und da braucht man viel Flexibilität.

Ich selbst zähle mich zu den Abenteurern und das passt gut:

Weil älter werden für mich ein Abenteuer ist!

Welcher Gruppe würdet ihr euch zuordnen? Wie seht ihr eure Freunde? Seid ihr Optimisten oder Pessimisten, Planer oder Genießer? Ich glaube, dass man sich anhand der Kriterien ziemlich gut selbst einschätzen kann, aber wenn du tiefer einsteigen willst, hier geht´s zum Test.  

Da ich mein Konzept für Strahlend-alt-werden auf 5 Säulen aufbaue, ist für mich der Fokus auf Gesundheit-Finanzen-Kontakte zu eng. Denn Optimismus hängt nicht nur von diesen 3 Faktoren ab, sondern insbesondere auch davon, ob man einen SINN im Leben sieht, LIEBE und NEUES erfährt und ob man mit einer guten Portion HUMOR die Veränderungen akzeptieren kann. Daher schauen wir uns im nächsten Modell jetzt an, welche Aktivitäten (SINN) Pensionisten gerne ausleben.

GLOBETROTTER – GELEHRTER – SPORTLER – ARBEITSPFERD – BUCKET-LISTER - KÜNSTLER – PHILANTHROP - DIREKTOR

Diese 8 Pensionisten-Typen, die sich primär durch ihre Tätigkeiten unterscheiden, habe ich bei RTOERO [2] gefunden, einer kanadischen Organisation für Pensionäre im Bildungswesen. Hier geht es primär darum, welchen Aktivitäten sich Pensionisten wünschen.

  • Der Globetrotter hat primär vor, in der Pension ausgiebig zu reisen! Reisen wird zum Inhalt.

  • Der Gelehrte ist von Natur aus neugierig und immer auf der Suche, sein Wissen zu vertiefen. Die Pension ist perfekt dafür! Viele wollen studieren, andere aber auch ihr Wissen weitergeben.

  • Der Sportler muss sich bewegen und auf Trab bleiben. Auch wenn teilweise Höchstleistungen erbracht werden ist der Wettbewerb nicht (mehr) das Hauptziel, sondern die Aktivität und die Freundschaften, die daraus entstehen sind der Bonus.

  • Das Arbeitspferd will mit der Arbeit nicht aufhören, sondern weitermachen. Das kann im bisherigen Bereich oder einer zweiten Karriere sein. Es gibt ein Gefühl von Aktivität, Zugehörigkeit und man bleibt am Ball.

  • Der Bucket-Lister (bekannt durch den Film Das Beste kommt zu Schluss [3]) hat ganz klare Vorstellungen von Dingen, die er vor seinem Tod unbedingt noch machen oder erleben will und arbeitet sie nach und nach ab.

  • Der Künstler will die freie Zeit nützen, um (endlich) seine Kreativität auszuleben.

  • Der Philanthrop kann sich (endlich) für jene Anliegen einsetzen, die ihm am Herzen liegen. Dies kann eine formelle Freiwilligenarbeit sein oder auch weniger formelle Projekte beziehungsweise Aktivitäten im persönlichen Umfeld. Ich denke, hier fallen auch Oma & Opa-Engagement hinein.

  • Der Direktor ist der Organisator, der Vermittler und engagiert sich in Vereinen, Kommunen, etc. Für ihn kann die Pension bedeuten, dass der Kalender voller ist als je zuvor.

Entsprechend der letzten Umfrage (2023) unter den mehr als 80.000 Mitgliedern von RTOERO wollen 57% zu  den Globetrottern  werden und 45% ihre Bucket-Liste abarbeiten bzw. Sportler sein (42%), die wenigsten wollen Direktor sein. Das deckt sich mit den Erfahrungen, die ich bereits im Artikel GOGO-SLOWGO-NOGO über die USA beschrieben habe. Offensichtlich verbinden die Vor-Pensionisten die Pension ausschließlich mit den ersten 10 Jahren, also GOGO. Aber der Lebensabschnitt „Alter“ kann 30 oder 40 Jahre lang sein.

Überraschender Weise hat für mich die Bedeutung von Reisen stark abgenommen, obwohl wir das früher sehr intensiv gemacht haben (vielleicht gerade deshalb 🤔?). Dafür „fahre“ ich total auf Gelehrter ab! Lernen und Neues erkunden, sowie Wissen und Erfahrung weitergeben erfüllen mich total, während mein Mann in der Pension wieder seine künstlerische Kreativität zurückgewonnen hat.

Unabhängig davon, wo deine Neigungen hingehen, wichtig ist, dass dich diese Aktivität mit SINN erfüllt. Und Sinn erfahren wir am meisten, wenn es für uns und andere von Bedeutung ist.

WEITERMACHER – SUCHENDER – HELFER – ZURÜCKGEZOGENER -GENIESSER – EWIG JUNGER – BEDENKENTRÄGER – ENTTÄUSCHTER

Im dritten Modell steht die Motivation im Mittelpunkt – was treibt dich an oder hält dich zurück? Diese 8 Pensions-Typen nach den Paar- & Familienberatern Inga & Günther Brenken [4] zeigen ziemlich deutlich auf, wo der Antreiber liegt. Wenn man allerdings zu einseitig oder exzessiv unterwegs ist, können aus meiner Sicht auch Probleme entstehen, weil anderes vernachlässig wird. Daher habe ich meine ganz persönlichen Kommentare kursiv gleich angefügt.

  • Der Weitermacher ist im alten Umfeld tätig, die Partnerschaftsrollen ebenso wie die Freizeitgewohnheiten bleiben unverändert.
    Das kann befriedigend sein, man bleibt im Geschehen und vermeidet größere, persönliche Veränderungen. Andererseits verzichtet man darauf, sich mit jenen Themen zu befassen, die jetzt mit dem Alter interessant werden, insbesondere SINN, LIEBE und GESUNDHEIT, Freiheit, Muße, Spaß etc. 

  • Der Suchende möchte ständig Neues ausprobieren, unerfüllte Wünsche ausleben, studieren, eine neue Tätigkeit aufnehmen oder vielleicht sogar in ein anderes Land übersiedeln.
    Großartig - wenn man nicht hyperaktiv wird, sondern es schafft, daneben auch Zeit für Besinnlichkeit, Genießen, sowie die  Auseinandersetzung mit wichtigen Lebensfragen zu finden und den eigenen Körper nicht außer acht lässt.

  • Der Helfer will Familie, Nachbarschaft, Vereine etc. unterstützen. z.B. als Oma/Opa oder in Organisationen zur Altenbetreuung.
    Helfer haben soziale Netze, sind beliebt, bekommen Wertschätzung und werden wirklich gebraucht. Es besteht allerdings die Gefahr, dass sie sich für andere verausgaben und weniger auf sich selber schauen!

  • Der Zurückgezogene lebt für sich oder mit dem Partner/Partnerin im erprobten Lebensumfeld, geht den bekannten Hobbies nach und will die Pension ruhig angehen. Es gibt die Tendenz, sich lieber mit der Vergangenheit als mit der Zukunft zu befassen.
    Mit dieser Motivation verzichtet man auf Anregungen durch Neues, das unser Gehirn aber dringend braucht, um sich bis ins hohe Alter zu entwickeln. Statt dessen läuft man Gefahr in alten Mustern stecken zu bleiben.

  • Der Genießer will die freie Zeit ausleben, Träume erfüllen, reisen, konsumieren und macht sich eine schöne Zeit!
    Genießen! Selbstverständlich, genau dafür hat man in der Pension Zeit! Aber exzessiv betrieben kann das dazu führen vor dem Älterwerden zu flüchten und Veränderungen nicht wahrhaben zu wollen. Umso heftiger können sie dann im Leben auftauchen und man ist dafür nicht gewappnet. Ich schlage daher gerne vor, neben dem Genießen auch Innezuhalten und alle 5 Säulen zu betrachten.

  • Der ewig Junge macht große Anstrengungen um jung zu wirken! Das betrifft das Aussehen ebenso wie Aktivitäten, körperliche Fitness und Kontakte.
    Ich kann mir vorstellen, dass das einige Zeit funktionieren kann, aber auch anstrengend ist und am Ende zur Enttäuschung führen kann. Und wenn man gegen das Alter kämpft wird man schwer den Sinn darin finden, den es definitiv gibt.

  • Der Bedenkenträger macht sich immer Sorgen, wagt kaum neue Aktivitäten und der Aktionsradius sowie der Freundeskreis werden immer enger.
    Ängste und Sorgen sind aus energetischer Sicht eine der Hauptursachen für Krankheiten. Das Leben ist damit nicht nur weniger schön, man zieht mit dieser Lebenseinstellung auch negative Situationen an und Krankheiten manifestieren sich. Statt sich Gleichgesinnte zu suchen wäre es viel hilfreicher, sich von den „Relaxten“ anstecken zu lassen.

  • Der Enttäuschte hat das Gefühl, im Leben benachteiligt worden zu sein und vor allem jetzt in der Pension keine angemessene Rolle mehr zu spielen. Es geht häufig um (frühere) Erwartungen, die nicht erfüllt wurden und oft auch um lange zurückliegende Benachteiligungen, die immer wieder aufgewärmt und nicht verziehen werden. Selbstmitleid ist ein treuer Begleiter!
    Die Enttäuschungen können oft ein ganzes Leben lang angehäuft worden sein oder sie treten mit der Pensionierung wie eine Zäsur ein, indem man in das berühmte Pensionsloch fällt! In beiden Fällen rate ich dringen dazu, sich Hilfe zu holen! Enttäuschungen führen zu gesundheitlichen Problemen und das Leben hätte aber doch noch so viel Schönes zu bieten!

WELCHER PENSIONSTYP BIST DU?

Vermutlich findest du dich - so wie ich - in mehreren der Pensionisten-Typen wieder. Wenn du magst, kannst du z.B. eine prozentuale Zuordnung machen und überlegen, welche Motivationen dich antreiben, welche Aktivitäten für dich wichtig sein können und ob das genau richtig ist oder ob vielleicht noch etwas fehlt – vielleicht sogar etwas ganz anderes? Ich selbst finde mich aktuell überwiegend als Suchende wieder und habe beschlossen, meiner Genießerin etwas mehr Raum zu geben. Da ich immer wieder auch Bedenkenträgerin bin, bin ich froh, in meinem Partner einen Relaxten zu haben, von dem ich mich immer wieder gerne vom Optimistischen und Positiven überzeugen lasse.

Ich finde, dass alle drei Listen gute Anhaltspunkte für all jene enthalten, die die Pension noch vor sich haben oder jene, die gerade ein Loch erleben und sich fragen Wo geht´s jetzt weiter?

Und natürlich eignen sich diese drei Listen ganz hervorragend für ein Gespräch mit dem Partner über Erwartungen, Wünsche und neue Rollen (siehe Schatz, wie müssen reden). Oder du schaust dir an, wie deine Eltern die Pension gestaltet haben und was du vielleicht übernommen hast (und anders machen möchtest!).

Herzlichst
Helga

[1] Die Rentner von morgen: 5 Typen - Studie des Sinus-Instituts im Auftrag der Initiative 7 Jahre länger
https://www.7jahrelaenger.de/7jl/unsere-rechner/rentnertypen  und https://docplayer.org/70809308-Die-rentner-von-morgen-5-typen-studie-des-sinus-instituts-im-auftrag-der-initiative-7-jahre-laenger.html

[2] https://rtoero.ca/what-is-your-retirement-personality/

[3] The Bucket-List (dt: das Beste kommt zu Schluss) Film 2007 mit Jack Nicholson und Morgan Freeman

[4] Inga und Günther Brenken: Aufbruch in den Ruhestand. Anleitung zum Gestalten und Genießen. Ernst Reinhardt Verlag 2010 

Eure Fragen: von Sex über Sinn bis KI - Zwischenbilanz Teil 2

Nach zwei Jahren intensiven Bloggens und über 50 Artikel zum „Strahlend-alt-werden“ habe ich eine kleine Zwischenbilanz gemacht. Im letzten Posting (Teil 1) ging es um eure und meine Erfahrungen mit den bisherigen Beiträgen und in diesem 2. Teil geht es um die Themen und Fragen, die euch zusätzlich interessieren.

Um es gleich vorwegzunehmen, mit euren Themenwünschen fordert ihr mich ganz schön heraus! Einige dieser Fragen will ich gleich beantworten, aber andere für kommende Postings aufheben, weil die Antwort einfach nicht in ein paar Zeilen erledigt ist oder ich mehr dazu nachdenken bzw. recherchieren möchte oder weil sie schon auf meiner Posting-Liste stehen.

Take away

  • Viele Fragen drehen sich um SINN-Findung

  • Lass dich nicht davon beeindrucken, wie andere ältere Menschen sind oder alt werden, sondern kreiere DEIN EIGENES inneres Bild dazu! Wie willst du sein oder werden/sein?

  • Es gibt noch so vieles, worüber ich schreiben möchte und werde! Ein Ende ist noch nicht in Sicht. 😀

 

Welche Themen haben euch besonders angesprochen?

In der Website-Statistik waren es die Beiträge die 5 Säulen; etwas machen, das Sinn macht; die Kraft des Strahlens; der Sinn im Alter; der Schlaf, der graue Haare bekommt  und Begeisterung, die die meisten Aufrufe hatten.

Wenn ich mir aber eure persönlichen Rückmeldungen anschaue, dann wurde praktisch jeder Beitrag zumindest einmal genannt, denn jede und jeden hat etwas anderes angesprochen. Genau das freut mich am meisten! Auch, dass ihr bei den schweren, ernsten Themen genauso mitgegangen seid, wie bei den fröhlichen (let´s celebrate, putzen ..), denn genau das macht unser Leben aus – eine permanente Mischung aus Herausforderung und Glück!

Diese Themenwünsche und Fragen habt ihr mir gestellt

·  Ganz spannend fände ich einen Beitrag über Sex/Erotik im Alter
Oh ja, ich denke auch, dass das ein wichtiges Thema ist, über das es viel zu wenig Austausch gibt. Aber so etwas Persönliches zu thematisieren fällt auch mir nicht leicht. Mal sehen, ob und wann es soweit ist. 😀

·  Ein Thema, das mich und meine Freunde am meisten beschäftigt (wir stehen alle ein paar Jahre vor der Pension), ist die Frage des Loslassens. Was ist besser, den Job „Knall und Fall“ zu verlassen und dann etwas ganz anderes zu machen oder sich nach und nach davon zu trennen? Vor allem aber, wie kann man Loslassen, ohne das Gefühl von Verlust zu haben?
Dazu gibt es keine „one fits all“ Antwort! Aber Loslassen und mit Veränderungen positiv umzugehen, ohne das Gefühl von Verlust, gehören für mich generell zu den wichtigsten Disziplinen im Alter. Nicht nur, was den Job angeht. Da komme ich definitiv noch genauer darauf zurück!

·  Wie kommt man nach dem Job in der Pension zu einem neuen Sinn und damit zu einer neuen Identität?
Es liegt sehr viel daran, wie du Sinn definierst. Ich finde die Sinndefinition nach Viktor Frankl sehr hilfreich; er unterscheidet Schaffenswerte, Erlebniswerte und Einstellungswerte. Ich habe den Eindruck, dass wir oft bei den Schaffenswerten hängen bleiben, weil wir uns darüber Jahrzehnte lang identifiziert haben. In der Pension treten die beiden anderen aber dann mehr in den Vordergrund.
Bevor du etwas Neues beginnst, schau jedenfalls, was du nach den 5 Säulen zu tun hast, um sie zu balancieren. Darin alleine kann vorerst schon dein neuer Sinn liegen. Definitiv brauchst du dann auch neue Rollen, wenn die Rolle des Erwerbstätigen wegfällt. Und das mit der Identität ist eine längere Geschichte, da hab ich selbst auch meine Erfahrungen gemacht und darüber schreibe ich lieber in einem eigenen Posting.

·  Reicht es, einem Hobby intensiv nachzugehen (Studium, Haus renovieren, reisen ...), um in der Pension mit Sinn erfüllt zu sein? Oder anders gefragt: wenn ich in der Pension mein Hobby zur Haupttätigkeit mache, brauche ich dann ein neues Hobby?
Intensive Hobbys können sehr erfüllend sein und warum sollten die jetzt nicht im Mittelpunkt stehen? Aber ob sie einen mit Sinn erfüllen, hängt nach V. Frankl auch noch von einem zweiten Aspekt ab: „Sinn entfaltet sich nicht, wenn ich nur auf mich selbst schaue, also in der Selbstoptimierung, sondern aus dem Bestmöglichen für mich UND andere. Mein Beitrag für das persönliche Umfeld, für die Familie, Freunde und Kollegen ist für das Sinnempfinden entscheidend“  (Sinn im Alter). Hobbys sind oft sehr selbstfokussiert (z.B. ein Studium ... ), da drängt sich die Frage auf, welchen sinnstiftenden Betrag leistest du damit für dein Umfeld?
Die zweite Frage habe ich mir auch gestellt, nachdem ich die Energetik nach dem Beruf zu meinem Fokus gemacht habe. Und ja, ich denke, dass ich jetzt ein Hobby zum Ausgleich brauche.

·  Wie vermeide ich, dass ich den Jungen „lästig“ bin?   Und: Manche Menschen werden im Alter intoleranter und kleinlicher. Wie kann man das vermeiden?
Für all diese Vergleiche gibt es eine ganz einfache Antwort: kreiere DEIN persönliches inneres Bild, wie DU alt sein möchtest! Gestalte das Bild, wie du z.B. großzügig und tolerant bist, gut zuhören kannst, den richtigen Sensor für die Situation hast und jung und alt gerne deine Gesellschaft genießen. Wie du alt wirst, liegt an dir!

·  Ein ganz wesentliches Thema ist der Verlust des Partners, wenn man in einer sehr langen, engen Beziehung lebt. Schon der Gedanke daran, lässt bei mir jegliches Strahlen verblassen. Kann man außer Verdrängen, bis es allenfalls soweit ist, irgendetwas in diesem Zusammenhang tun?
Mein Mann und ich haben das bei Freunden sehr intensiv miterlebt und im Zuge dessen intensiv darüber gesprochen. Wir fanden es erleichternd, es nicht zu verdrängen, sondern einmal wirklich offen auszusprechen und uns ein paar Gedanken darüber zu machen.
Andererseits teile ich die Meinung von unserem – selbst betroffenen - Freund, der meinte: „So wirklich vorbereiten kann man sich einfach nicht, wenn es dann soweit ist, ist es ganz anders!
Wenn wir dieses Szenario durchdenken und uns damit beschäftigen, machen wir das ja nur mit dem Verstand. aber der Abschied von geliebten Menschen/Partnern fordert nicht das Hirn, sondern das ganze, emotionale, gefühlvolle Wesen und das „kann nicht planen“. (siehe dein inneres Kernteam)
Ich glaube aber, dass wir umso besser damit zurechtkommen können, je mehr wir uns generell mit Spiritualität, Energetik, dem Kernteam, der Seele, dem Umgang mit eigenen Emotionen beschäftigen und Eigenständigkeit bewahren.

·  Kann und soll man Versäumtes in der Pension nachholen? Fast alle meine Freunde haben etwas, das sie vor vielen Jahren einmal leidenschaftlich gerne gemacht hätten: einen bestimmten Sport ausüben, eine Sprache oder ein Musikinstrument lernen, im Ausland leben, mit dem Rucksack durch Südamerika trampen. Kann man das als 70-jähriger wirklich nachholen? Manche sagen ja, die anderen sagen nein! Wie siehst du das?
Ich glaube, dass man sich Träume erfüllen kann und soll, aber in einer Weise, wie es heute zu uns passt! Nicht als 18-jähriger, sondern mit deiner ganzen heutigen Erfahrung. Manche Erfahrungen, die damals von Bedeutung gewesen wären (der Trip nach Südamerika war vielleicht wichtig, um sich abzunabeln oder selbst zu finden), sind schlicht nicht mehr notwendig; ich wäre vorsichtig, ob das noch den gleichen Kick geben würde.

·  Wie wichtig ist die Kraft des Glaubens im Alter? In unserer heutigen Zeit scheint mir der Glaube eher ein Schattendasein zu haben, obwohl ich selbst sehe, wie sehr er z.B. meinem Vater im hohen Alter hilft. - Was bedeutet Spiritualität im Alter?
Großartiges Thema und für mich geht gutes Alter ohne Spiritualität nicht, weil es uns ermöglicht, mit unserer materiellen Endlichkeit Frieden zu finden! (unser Leben im 7/7-Takt) Daher will ich definitiv in einem Posting darauf näher eingehen.

·  In meinem Bekanntenkreis gibt es sehr viele Single-Frauen. Alleinsein, aber nicht einsam sein ist sicherlich ein großes Thema.
Dass Einsamkeit ein großes Thema ist, höre ich von vielen Seiten und ich bin glücklich und dankbar, dass ich das bisher nicht kenne. Daher kann ich dazu auch nicht viel sagen, würde aber gerne alle ermutigen, aktiv alles auszunützen, was unsere moderne Welt so zu bieten hat. Ich höre z.B. von mehreren Seiten, dass sie auch in unserem Alter neue und gute Beziehungen über Internet-Plattformen gefunden haben. Und über die Wichtigkeit von Freundschaften und Netzwerken schreibe ich sehr gerne einmal.

·  Künstliche Intelligenz, was bedeutet das fürs Alter?
Was für eine interessante Frage! Ich glaube, dass Teile davon ganz selbstverständlich in unser Leben einziehen werden und wir uns dem daher nicht verschließen sollten und höchstwahrscheinlich auch nicht können! Allerdings hoffe ich sehr stark, dass ich niemals einem Pflegeroboter begegnen werde. Im Allgemeinen denke ich, dass wir Menschen noch ganz andere und viel bessere Fähigkeiten haben als KI, denn KI tangiert vom Kernteam nur den Verstand – alle anderen Mitglieder (Seele, Höheres Selbst, Ego, ...) sind davon unbeeindruckt! Und keineswegs kann KI unsere Intuition ersetzen! Genau darüber geht eines meiner nächsten Postings.

Ich danke euch für all diese Fragen, denn sie treffen den Kern meines Blogs und sind ganz entscheidend, wie wir das Alter erleben. Also worin und wie wir Sinn finden, wie wir uns Tabu-Themen öffnen usw. Und wir können so viel voneinander profitieren, denn es geht nicht mehr um richtig oder falsch, es geht nur darum, wie wir es erleben.

Einige der übermittelten Themen möchte ich ehrlicherweise nicht bearbeiten. Z.B. alternative Wohnformen im Alter oder Altersarmut etc. Ich weiß auch, dass ich einige Themenbereiche, die für das Alter eine wichtige Rolle spielen überhaupt nicht anspreche, etwa im Bereich RESSOURCEN, wo es um Geld, Vererben, alles Materielle, aber auch um Pflege etc. geht. Hier habe ich nicht ausreichend Erfahrung und es gibt bereits unendlich viel Information dazu. Wenn es allerdings um die Einstellung dazu geht, um Emotionen, die damit verbunden sind, dazu könnte ich sehr gerne tiefer eintauchen.  Ähnlich ist es auch im Bereich GESUNDHEIT: Ich werde natürlich keine Artikel schreiben, die in den medizinischen Bereich fallen. Aber ich habe vor, euch hier mehr aus der Sicht der Energetik zu berichten, da ich darin besonders auch im Alter eine gute Möglichkeit sehe, unseren Körper gut zu unterstützen. 

Nochmals danke, dass ihr auf meinem Blog seid und danke dass ihr mich darin begleitet – denn gemeinsam können wir der Welt zeigen, wie man im Alter strahlend ist und alleine schon dadurch einen Beitrag für unsere Gesellschaft leistet.

Strahlende Menschen sind überall gerne gesehen!

Herzlichst
Helga

Strahlend-alt-werden: eine Zwischenbilanz (Teil1)

Nach zwei Jahren intensiven Bloggens und über 50 Artikeln, möchte ich heute eine kleine Zwischenbilanz ziehen. Ich danke euch herzlich für die inspirierenden Gespräche und die vielen Kommentare und Ideen, die ich inzwischen von euch bekommen habe und ich sag´s gleich vorweg: das ist ein längeres Posting, denn ich will vieles davon wiedergeben.

Außerdem wird es zwei Teile geben. In diesem 1. Teil geht es um eure und meine Erfahrungen mit den bisherigen Beiträgen und im nächsten Posting (2. Teil) geht es um Themen, die euch noch wichtig sind und ich beantworte die Fragen, die ihr mir gestellt habt.

Take away:

  • Euch hat gefallen: Die ungewöhnlichen Themen, die „Alter völlig neu interpretieren“, die Vielfalt, Leichtigkeit, persönlichen Beispiele, Tipps und Links. Für manche hat sich die Einstellung zum  Älterwerden total positiv verändert und selbst viele jüngere Leser/-innen finden sie spannend.

  • Für mich ist es ein echtes Anliegen geworden, für ein strahlendes Alter einzutreten! Und es ist unglaublich spannend mehr und mehr Facetten dazu auszuarbeiten und mit euch zu teilen.

 
 

Als ich vor zwei Jahren mit meinen Blog und den ersten Postings begonnen habe, hatte ich keine Ahnung, wie sehr mich dieses Thema fesseln wird. Anfangs wollte ich nur das Konzept meiner 5-Säulen intensiver ausführen. Danach ist echte Leidenschaft daraus geworden, etwa alle 2 Wochen eine neue, schöne Facette des Älterwerdens aufzuzeigen. Plötzlich wurde der Claim, den ich damals eher salopp formuliert habe „Weil alt werden ein Abenteuer ist“ für mich immer wahrer und dieser Blog hat einen fixen Platz in meiner Säule SINN.

In diesen zwei Jahren ist auch so viel Material entstanden, dass ich das gerne in (online) Kurse oder Vorträge einfließen lassen möchte – konkrete Pläne dazu gibt es schon.

Das hat MIR das Schreiben gebracht

Ich hab eine richtige Freude entwickelt, mein Alter zu erkunden und herauszufinden, was „gerade jetzt dran ist“ und über die Vielfalt im Alter nachzudenken, also mit offenen Augen diese Zeit zu erleben und richtig auszukosten! Inzwischen finde ich Informationen zum Alter an allen Ecken. Dabei fällt mir auf, dass vor allem die Medien eigentlich nur zwei Extreme kennen: die Super-Alten (geliftete oder sportliche Heroes) oder die unausweichlichen (!) Pflegefälle (die in Zukunft kaum finanzierbar sind). Diese Polarisierung ist doch Bullshit! Ich will zeigen, dass man wirklich viel dafür tun kann, das Alter zu akzeptieren, das Besondere darin zu finden und dabei strahlend zu sein. Das tut nicht nur uns selbst, sondern auch unserer Gesellschaft gut, denn strahlende Leute sind “ansteckend”.

Das Konzept mit Vision (dem inneren Bild), den 5 Säulen und dem Pensions-Job-Profil finde ich heute noch genauso gültig, wie zu Beginn. Ich stelle immer wieder an mir selbst fest, dass es mir gut tut, mich an die Balance der 5 Säulen zu halten. Denn ich kann mich total in eine Sache hineinsteigern (SINN) und dann auf vieles andere vergessen, z.B. Zeit zum Ausruhen (GESUNDHEIT), Zeit für andere (LIEBE), Zeit für Spaß (VERGNÜGEN) und die RESSOURCEN kommen bei mir auch oft zu kurz.

Das Beste ist, dass Robert nicht nur mein Lektor, sondern auch mein Sparringpartner ist. Wir diskutieren oft lange über die jeweiligen Themen, die nicht auf der alltäglichen Tagesordnung stehen oder die wir sonst nur gestreift hätten. Nicht selten kommen wir drauf, dass wir manches unterschiedlich interpretieren oder natürlich auch auf unterschiedliche Erfahrungen zurückgreifen, obwohl wir bereits 35 Jahre verheiratet sind! Oder wir haben schlicht andere Ansichten dazu. Das macht es nicht immer einfach, aber spannend. Ganz besonders hat uns das Thema Tod & Sterben gefordert, denn darüber redet man nicht einfach so zwischen Mittag- und Abendessen. Ich bin Robert für seine Geduld, sein Interesse und all seinen Input unendlich dankbar!

Jedes einzelne Posting ist mir ans Herz gewachsen und da sie alle aus meinem aktuellen Leben oder Umfeld stammen, war es auch immer der richtige Zeitpunkt, mich tiefer damit zu befassen. Es gibt natürlich Postings, die mir besonders Spaß gemacht haben – z.B. The Soundtrack of my life (wir haben wochenlang in unserer Musik gebadet!), Comfort Food  (haben ordentlich geschwelgt) und Humor (wir haben Witze und das Heitere im Alltag gesucht). Blödeln und Lachen ist ein Tagesbestandteil geworden!

Eines meiner größten Aha-Erlebnisse hatte ich selber beim Posting über den Schlaf und vielen von euch ist es ähnlich gegangen. Was für eine Erleichterung zu wissen, dass es jetzt eben anders ist und so lange ich untertags nicht müde bin, ist alles OK! Wie einfach ist das! Für mich wieder einmal ein Beweis dafür, wieviel unsere Einstellung ausmacht!

Über Sterben und Tod zu schreiben war hingegen eine echte Herausforderung! Ich habe lange im Vorfeld recherchiert und gelesen und mir Wissen und Erfahrung von befreundeten Sterbebegleitern geholt. Und nicht zuletzt lange Diskussionen mit Robert geführt. Daher war dieser Beitrag, neben dem Konzept Strahlend-alt-Werden, vermutlich der größte „Quantensprung“ in meinem eigenen Prozess.

Einen neuen Blick auf diesen Lebensabschnitt hat mir auch die Diskussion mit Daniela Philipp über den Sinn im Alter gegeben. Vor allem die Erkenntnis, dass alleine im Alt-Sein bereits ein Sinn steckt. Und der Sinn nicht darin liegt, top-fit und wie ein Zwanzigjähriger bis zum Schluss „Bäume“ auszureißen, sondern sich immer wieder zu fragen: Wozu fordert mich die Situation jetzt auf! Genial! Vor Kurzem habe ich diesen lustigen Spruch gehört, der das treffend ausdrückt:

Wenn du mit 70 noch genauso denkst, wie mit 20,
hast du 50 Jahre umsonst gelebt!

Die meisten meiner Postings bauen natürlich auf meinen Coachings- und Energetik-Erfahrungen auf. Und wirklich stolz bin ich auf jene Artikel, die richtiges Neuland beschreiben, wie: Die 5 Säulen, Jour fixe mit dem inneren Kernteam, ein neues Weltbild, die. Kraft des Strahlens, Detox für den Energiekörper oder die Lebensrhythmen – ein Leben im 7/7-tel Takt. Das Letztere hat z.B. ganz einfach begonnen, denn Entwicklungsschritte von Kindern und Jugendlichen sind uns ja geläufig, aber die Entwicklungsschritte zwischen 50 und 100, die keinesfalls nur negativ und deprimierend sind, darüber gibt´s wenig bis gar nichts zu lesen, die musste ich selbst entwickeln.

Ich liebe den Moment, wenn ein Beitrag fertig ist und ich ihn online stelle. Und danach bin ich natürlich auch immer gespannt, wie euch meine Gedanken gefallen und welche Ideen ihr dazu habt. Das rundet das Thema für mich erst ab und vor allem - das verbindet uns!

Was hat EUCH bisher besonders gefallen?

Vielen Dank für eure vielen persönlichen Worte und Eindrücke, jedes einzelne Feedback hat mir sehr viel Freude gemacht! Da sich einige Inhalte jedoch auch ähnlich sind, möchte ich jetzt die wesentlichen zusammenfassen und dann ein paar Originaltexte zitieren.

Das hat euch gefallen: die ungewöhnlichen Themen, die man nicht so leicht wo anders findet, kein Mainstream, sondern „Alter völlig neu interpretiert“, die Vielfalt, dass es gut recherchiert ist, mit vielen Links zum Weiterlesen, meine eigenen Erfahrungen, immer ein persönlicher Bezug sowie viele Beispiele, auch dass Ernstes und Heiteres abwechselt sowie zum Nachdenken und Diskutieren anreget und vor allem, weil sie leicht, kurzweilig, humorvoll und manchmal auch spannend zu lesen sind.

  • Ich mag die Art Deines Schreibens sehr, die Vielfalt der Themen, den Witz und die Ernsthaftigkeit. Man merkt, wie intensiv Du Dich mit den einzelnen Themen beschäftigst, Du bist im Detail, beleuchtest von allen Seiten und jeder Beitrag ist in sich ausführlich, stimmig, profund, mit einem roten Faden und Deiner persönlichen Note und Meinung. Man merkt, Du nimmst Dir viel Zeit für jeden Beitrag und bringst damit dem Thema und den LeserInnen sehr viel Wertschätzung entgegen. 

  • Ich schätze an deinem Blog, dass ich mich kontinuierlich mit dem Thema Alter beschäftige. Nicht wie bei einem Buch, das man schnell einmal gelesen hat und dann weglegt. Seit es deinen Blog gibt, befasse ich mich viel intensiver mit diesem Thema und diskutiere ich auch viel mehr mit Freunden darüber.

  • Deine Beiträge lesen sich unglaublich leicht und oft fliege ich drüber mit einem bestätigenden „ja, genau“ . Wenn ich sie dann aber ein zweites Mal lese, fällt mir die Tiefe deiner Botschaften auf und dass ich mich damit ernsthafter auseinandersetzen möchte.

  • Manche Beiträge nehme ich immer wieder zur Hand, wie z.B. den über den Umgang mit verschiedenen Emotionen und klicke die Links zu den Videos an. In manchen Situationen fällt mir dann ein „.. die Helga wüsste jetzt sicher einen Punkt auf den man klopfen muss, damit z.B. der Ärger vergeht“ und dann lese ich abends nach.

  • Was ich auch sehr schön finde, dass Du Probleme ansprichst, mit denen man im Alter konfrontiert ist, dass es aber immer einen positiven Ausblick gibt und viele gute Tipps alles mit Humor, guter Laune und positiven Denken anzugehen. Man hat das Gefühl, dass alles zu meistern ist. 

Was hat sich bei euch getan? Hat sich eure Einstellung zum Älterwerden verändert?

Hier möchte ich ein paar Originalzitate aus euren Rückmeldungen bringen, die inhaltlich ähnlich mit vielen anderen sind. Und nochmals vielen Dank dafür, denn viel besser hätte ich meine Zielsetzung nicht ausdrücken können.

  • Ja! Was ich mir als veränderte Sicht mitgenommen habe und seither auch so vertrete, ist der Gedanke, dass die Zeit von Pension bis zum Lebensende auch rund ein Drittel (des Lebens, Anm.) ist und genauso Aufmerksamkeit, Gestaltung, Aktivität und Sinn bedarf, wie die beiden Drittel davor. Das ist so eine wichtige Erkenntnis und verändert den gesamten Blick auf das Alter! Es fordert dazu auf, das Leben wirklich als so lange, wie es ist, zu sehen und nicht als „Leben bis zur Pension und danach warten wir auf’s Sterben und schauen, dass uns dabei nicht urfad ist“. Beste Erkenntnis – danke!! ❤️.

  • Das Lesen deines Blogs hat meine Ansichten wesentlich geändert. Ich war davor der Meinung, dass das Alter im Wesentlichen ein Prozess ist, bei dem die körperlichen und geistigen Funktionen immer mehr und mehr nachlassen und ich das eben so zu akzeptieren habe und ich eigentlich nicht besonders alt werden möchte. Durch das Lesen deines Blogs habe ich verstanden, dass ich an dieses Thema mit der von dir dargestellten Überzeugung „strahlend alt werden zu wollen“ herangehen muss. Dies hat viele Vorteile, allerdings gibt es keine Garantie. Das stellt einen aber auch nicht schlechter, als wenn man nicht so herangegangen wäre. Und das Bild des „strahlenden Alten“ ist eine Identität, die mir mittlerweile sehr erstrebenswert erscheint.

  • Das Älterwerden hat mich eigentlich nie in abgeschreckt. Natürlich gibt es Tage, wo ich meine 79 Jahre spüre und mich mit leichter Wehmut daran erinnere, wie schnell, energiegeladen oder ausdauernd ich in meinen jungen Jahren war. Aber für manche Dinge, die ich jetzt tun kann und die mir Freude machen, hatte ich früher einfach keine Zeit und Muße. Auch das Verständnis dessen, was wirklich wichtig ist im Leben, ist mit zunehmendem Alter gewachsen, und das freut mich. Dein Blog, Helga, den ich immer sofort lese, sobald ich sehe, dass es einen neuen Beitrag gibt, bekräftigt oft meine Ansichten oder gibt mir neue Denkanstöße, die ich sehr schätze. Aber nichts ist so ein Fixpunkt geworden, wie das Bild vom „Stoppelfeld und der vollen Scheune“ von Viktor Frankl (Sinn im Alter). Dieses Bild begleitet mich wirklich jeden Tag und ich habe es an zahlreiche Freunde weitergegeben. Ich glaube ja, dass auf meinem Stoppelfeld noch immer genug wachsen wird, aber vor allem sind in meiner Scheunen ausreichende Vorräte und die Kunst liegt einfach im guten Lebensrückblick.

  • Ich bin Mitte 40 und du hast mir mit deinem Blog viel Stress genommen. Bisher dachte ich immer, ich muss unendlich viel in meine derzeitige Lebensphase hineinpacken, damit ich nichts versäume, das mir später leid tut. Aber, all die Lebensfreude und Vielfalt, die ich aus deinen Artikeln herauslese, macht mir klar, dass ich mich vor dem Alter überhaupt nicht fürchten muss; das hat mein Bild total verändert.

  • Ich bin nicht gerade deine Zielgruppe, aber vieles worüber du schreibst, ist eben auch für Jüngere spannend und wertvoll.  Für mich gliedern sich die Erfahrungen, Tipps und Informationen, die du mit uns teilst in drei Aspekte:
    1. Was kann ich draus heute schon in mein Leben integrieren und so zu positiven Veränderungen im Hier und Jetzt finden?
    2. Was kann ich schon jetzt tun um mein Alter strahlend zu gestalten?
    3. Wie geht es den älteren Menschen in meinem Umfeld? Was ist für sie (besonders) anders als für mich?

Ich möchte euch nochmals aufrichtig danken, denn aus eurem Feedback, den Ideen und Fragen geht für mich hervor, dass ihr euch intensiv mit den Beiträgen und deren Inhalten auseinandergesetzt habt. Und das erfüllt und beflügelt mich sehr!

Im nächsten Posting möchte ich euch im 2. Teil der Zwischenbilanz jene Themen und Fragen vorstellen, die ihr mir gestellt habt.

Herzlichst
Helga

Begeisterung ist Dünger für´s Gehirn!

Dieser Ausspruch von Gerald Hüther ist ebenso plakativ, wie passend, denn Begeisterung und Neugierde lassen uns jung bleiben!

Das ist mir jetzt im Sommer wieder richtig klar geworden, als uns meine Nichte und ihre beiden größeren Kinder besucht haben. Wir waren quasi Großeltern auf Zeit. Es war großartig zu erleben, mit welcher Offenheit, Neugierde und Begeisterung Kinder durch den Tag gehen. Sie haben uns damit richtig angesteckt und auf viele neue Ideen gebracht.

Als Erwachsene haben wir im Laufe unseres Leben gelernt Dinge durchzuplanen, Konsequenzen zu bedenken, Vor- und Nachteile abzuwägen und Risiken einzuschätzen, bevor wir etwas machen. All das ist natürlich gut, hat uns aber auch viele Filter beschert, mit denen wir das Leben betrachten. Und insbesondere können sie unsere Begeisterungsfähigkeit ordentlich einschränken. Vielleicht ist mir deshalb so zu Bewusstsein gekommen, wie sehr Kinder im Moment leben, voll Entdeckerfreude und Spontaneität stecken.

Daher möchte ich mein heutiges Posting der Neugierde und der Begeisterung widmen. Denn beides ist nicht nur in jungen Jahren wichtig, sondern ganz besonders auch in unserem Alter unverzichtbar.

Während ich dieses Posting geschrieben habe und in die Begeisterung eingetaucht bin, haben mich gleich mehrere deprimierende Nachrichten von Freunden und Verwandten erreicht und mir gehörige Dämpfer versetzt. Mir ist also sehr bewusst, dass genau dieses Posting manchmal im totalen Gegensatz zu Lebenssituationen stehen kann, in denen es sehr schwer -  vielleicht sogar unmöglich ist -  Begeisterung zu empfinden. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass wir genau dann, wenn wir gut drauf sind, möglichst viele Methoden und Einstellungen (kennen-)lernen sollten, die uns danach helfen, mit Tiefschlägen besser umgehen zu können. Genau in diesem Sinne verstehe ich dieses und auch alle meine Postings.

Also lassen wir uns heute auf die Begeisterung ein!

Take away:

  • Unser Gehirn bleibt bis ins hohe Alter aktiv und “verrostet” nicht, wenn es mit überdurchschnittlichen positiven Emotionen, sprich Begeisterung, überschwemmt und mit Herausforderungen durch Neues konfrontiert wird.

  • Kinder erinnern uns daran, wie Begeisterung geht und wie man voll Intensität im Moment lebt.

  • Meine 4 Ideen, wie du deine Begeisterung (wieder) erwecken kannst.

 

Emily Suzuki

 

KINDER LEBEN BEGEISTERUNG

Meine Nichte ist in Japan zu Hause und hat mit ihren beiden Kindern (14 und 11) zwei Wochen Ferien bei uns gemacht. Es war für uns - nicht übertrieben - wie ein Jungbrunnen, ihnen u.a. Wien und den österreichischen Way-of-life zu zeigen, sowie österreichisches Essen gemeinsam zu kochen. Egal was es auch war – von den selbst gebackenen Salzstangerln über die Mithilfe auf einem Biobauernhof, die Straßenbahn oder das Schwimmen in der Alten Donau (und natürlich vieles andere mehr) - sie waren mit voller Präsenz und Begeisterung dabei! Durch ihre Augen haben auch wir für uns Alltägliches wieder bewusst erlebt und selbst „unser Wien“ wieder einmal neu und fasziniert gesehen.

Die Freude, die sie an all dem Neuen hatten, hat mich sehr an meinen ersten Aufenthalt in England in den 1960ern erinnert. Damals war ich 12 und das Leben in England war so anders, als bei uns zu Hause (von Minirock und den Beatles bis zu Fruchtjoghurt - all das gab es bei uns noch nicht). Ich weiß heute noch sehr gut, wie großartig ich mich damals gefühlt habe und wie es mich langfristig positiv beeinflusst hat. Selbst heute kann ich daran anschließen.

„BEGEISTERUNG IST DER DÜNGER FÜR UNSER GEHIRN“ (Gerald Hüther) [1]

Als ich die beiden so beobachtet habe, sind mir wieder viele Zitate von Gerald Hüther, dem bekannten deutschen Hirnforscher, eingefallen.

Er spricht davon, dass es die freudigen Emotionen sind, die unser Gehirn maßgeblich dazu anregen, aktiv zu sein. Kinder erleben Glücksgefühle sehr häufig am Tag und jedes Mal bekommt das Gehirn einen Wachstumsschub, das es zur Entwicklung braucht. Und wie oft überwältigt uns Ältere noch ein Sturm der Begeisterung? Oder tun wir nicht auch Sachen ab mit „Geh bitte, kenn ich eh schon!“

Unser Gehirn ist lebenslang lernfähig, denn es kann sich bis zum Lebensende durch Umbauprozesse weiter ändern. Allerdings ist es weder eine Maschine, noch kann man es wie einen Muskel trainieren, sondern es braucht eine emotionale Stimulierung. Nur dadurch werden die Nervenzellengruppen im Mittelhirn aktiv, schütten neuroplastische Botenstoffe aus und wirken damit wie ein Katalysator oder, bildlich gesprochen, wie Dünger, der die Umbauprozesse unterstützt. Wir können also bis ins hohe Alter neue Netzwerke im Gehirn aufbauen, vorausgesetzt, dass wir etwas machen, dass unsere positiven Emotionen in Gang setzt.

Im Umkehrschluss ist es wohl so, dass negative Emotionen zu Blockaden führen. Ihr kennt das sicher, wenn man z.B. Angst hat, scheint man im Kreis zu denken und es ist schwer neue, kreative Lösungen zu finden (mehr über Emotionen siehe Ärger, Wut, Nervosität & Co).

G. Hüther: „Wer das volle Potenzial seines Gehirns nutzen will, der muss seine Begeisterungsfähigkeit zurückgewinnen. Das Gehirn braucht die Anreize von Entdeckerfreude und Gestaltungslust. Begeisterung ist Doping für das Gehirn![1] Menschen, die lustlos in eingefahrenen Verhaltensmustern leben, immer dasselbe machen oder sich mit einer Vielzahl von Konflikten konfrontiert sehen, erzeugen keine neuen Netzwerke im Gehirn und ihre Gedanken verfestigen sich mehr und mehr. Lebendigkeit erfährt man, wenn man etwas macht, das neu ist und einen berührt, z.B. wenn man sich um etwas kümmert, das einem am Herzen liegt. Das regt das Gehirn an!

WENN WIR UNS DEM NEUEN VERSCHLIESSEN, SIND WIR ALT

Auch Michael Lehofer (Psychiater und Psychotherapeut) [2] meint, dass Alt-Sein darin liegt, zu glauben, eh schon alles zu wissen. Wenn man bis ins Alter jung bleiben will, muss man vorgefasste Meinungen immer wieder beiseite schieben und sich neu auf etwas einlassen. Dafür sind Diskussionen mit jungen Menschen so inspirierend. Nicht nur Kinder brauchen eine anregende Umgebung, auch Erwachsene und Senioren müssen immer wieder gefordert werden, denn das Gehirn will benützt werden.

Neues anzugehen ist allerdings auch eine Frage der Energie! Denn unser Gehirn verbraucht unglaublich viel Energie und Denken ist anstrengend. „Schon im Ruhezustand, wenn man gar nichts denkt, saugt das Gehirn etwa 20% der vom Körper bereitgestellten Energie weg. Sobald wir die Augen öffnen, zu denken anfangen oder gar ein Problem haben, steigt dieser Energiebedarf massiv an.“[3]

Daher ist es nicht verwunderlich, dass man mit dem Alter manchmal dazu neigt, Problemen aus dem Weg zu gehen, eingefahrenen Wegen zu folgen oder so weitermacht wie bisher, auch wenn es vielleicht keinen Spaß mehr macht. Um diese Komfortzone zu verlassen, muss daher etwas so wichtig sein, dass es den zusätzlichen Energieaufwand wert ist. Am Ende aber zahlt sich dieser Aufwand immer aus! Es ist offensichtlich ähnlich wie mit Bewegung, man weiß, dass sie einem gut tut, aber zuerst muss der innere, bequeme „Schweinehund“ überwunden werden.

Es sind also nicht die Sudokus, Kreuzworträtsel oder „Gehirnjoggings“, die unser Gehirn frisch und aktiv halten, sondern das „Sich-immer-wieder-auf-Neues“ einlassen! Und natürlich, viel Zeit mit z.B. Fernsehen, den ewig gleichen Computerspiele etc. zu verbringen wird selten Begeisterungsstürme auslösen, denn dabei ist unser Gehirn im Energiesparmodus und auf Stand-By. Und wir sagen dann manchmal auch, ich will eigentlich nur abschalten.

WIE DU IM ALTER WIEDER BEGEISTERUNG ENTFALTEST

Mit all diesen Informationen steht für mich außer Zweifel, dass wir uns wieder mehr und auch überschwängliche Begeisterung gönnen sollen, weil sie ein essentieller Bestandteil der Verantwortung uns selbst gegenüber ist. In unserem Alter muss man vielleicht etwas dafür tun, weil einem das „Be-Geisternde“ nicht mehr automatisch wie früher in den Schoß fällt.

Hier sind daher meine 4 Ideen, wie wir (wieder) mehr Begeisterung in unser Leben bringen:

  • Neues und Begeisterung erleben gehören an die Spitze deiner To-Do Liste!
    Früher waren auf meiner To-Do Listen fast nur jene Dinge drauf, die ich unbedingt machen musste. Der Rest hat sich halt so ergeben. Jetzt aber steht ganz oben: Was mache ich heute, das mein Gehirn mit Begeisterung füllen wird?

  • Schenk auch den kleinen Dingen Beachtung.
    Natürlich ist es toll etwas zu machen, das deine Sinne völlig überrascht. z.B. reisen oder im Windkanal „Fliegen“ ausprobieren (Darum brauchen wir Vergnügen, Humor und Spaß). Aber Momente der Begeisterung findest du viel öfter, wenn du kleinen Dingen Beachtung schenkst. Nur weil man einmal im Job vielleicht große Verantwortung für viele Menschen, Geld oder Projekte hatte, heißt das nicht, dass man jetzt am Selber-Salzstangerl-Backen keine Begeisterung entwickeln kann.

  • Egal in welchem Alter: hab keine Angst vor Neuem.
    Vor kurzem hat mir ein Freund (75) erzählt, dass er mit seiner Partnerin zum ersten Mal in seinem Leben mit dem Wohnmobil unterwegs ist. Sich so etwas spontan trauen, was man noch nie gemacht hat, das finde ich sehr cool! (Neues erleben, das Spaß macht)

  • Und nur ja nicht aufgeben! Das Gehirn liebt neue Lösungen!
    Wenn man Neues erlebt oder lernt kann es natürlich auch zu ungeplanten Schwierigkeiten kommen. Und das wollen viele heute ungern wahrhaben und vermeiden gerne die Konfrontation. („Da kann man halt nichts machen! Da kann man nichts ändern! Ist halt so“). Genau da sind Kinder unsere besten Lehrmeister! Sie bleiben trotzdem dran, auch wenn es manchmal Rückschläge gibt. Und wir konnten das auch. Denn wenn wir im Alter von ein oder zwei Jahren so schnell aufgegeben hätten, wie wir das jetzt manchmal tun, dann hätten wir nie gehen und sprechen gelernt! 😀

 Begeisterungsfähigkeit ist kein netter, kindlicher Zustand,
sondern die Voraussetzung für ein erfülltes Leben
bis ins hohe Alter.

Herzlichst
Helga

[1]    Hüther, Gerald: Begeisterung – Doping für das Gehirn; https://www.coaching-db.ch/2015/09/01/begeisterung-doping-f%C3%BCr-das-gehirn-prof-dr-gerald-h%C3%BCther/

[2]  Michael Lehofer: Alter ist eine Illusion. Wie wir uns von den Grenzen im Kopf befreien; GU 2020

[3]  Gerad Hüther: WÜRDE https://www.kulturvision-aktuell.de/gerald-huether-komfortzone-verlassen-vortrag-2017/

Wenn auch der Schlaf graue Haare bekommt

Mit zunehmendem Alter kommt immer öfter auch die Klage Ich kann nicht mehr gut schlafen! Gefühlt hab´ ich heute Nacht kein Auge zugemacht! Ich bin stundenlang wach gewesen! ... Auch ich kenne das, manche Freunde klagen darüber und die Statistik sagt dazu, dass etwa die Hälfte aller über 60-Jährigen über chronisch schlechten Schlaf klagt [1]. Also Grund genug, mehr in dieses Thema einzusteigen, das für unseren Körper und unsere Vitalität so wichtig ist.

Inzwischen habe ich in meinem Leben etwa 200.000 Stunden geschlafen, daher ist es fast absurd, wenn ich jetzt die Frage stelle: wie geht schlafen? 😀

Trotzdem möchte ich euch ein paar der Fakten zeigen, wie sich der Schlaf im Alter ändert, die ich spannend fand, und zusätzlich gebe ich euch meine Tipps was man tun kann, wenn man ungewollt in der Nacht wach ist.

Es gibt über 120 Ein- und Durchschlafstörungen und dafür viele verschiedene Ursachen von einfachen persönlichen bis ernsthaften medizinischen Gründen [1]. Wenn Schlafen zur chronischen Belastung wird, sollte man ihr auf jeden Fall sorgfältig nachgehen und sie behandeln lassen.

Take away:

  • Auch der Schlaf bleibt nicht jung und ändert sich mit dem Alter, wie die Farbe unserer Haare. Na und?

  • In der Nacht ein paar Mal aufwachen ist OK, aber wir denken, dass es schlimm ist.

  • Schlafen kann man nicht willentlich herbeiführen, wohl aber verhindern – z.B. durch schlechte Gewohnheiten.

  • Meine 8 Tipps zum guten Einschlafen, beziehungsweise wenn du mitten in der Nacht wach bist.

 

Adobe Stock 177401734; Monkey Business

 

UNSERE VORSTELLUNGEN VOM GUTEN SCHLAF SIND AUSSCHLAGGEBEND

 

© meta bene

 

Dass der Schlaf im Alter unruhiger wird, ist an sich keine Katastrophe. Warum ist es so schlimm, nachts ein- oder zweimal aufzuwachen? Weil wir denken, dass es schlimm ist!“ meint Prof. Dr. Frohnhofen, ein bekannter Schlafforscher in Deutschland. „Sicher, wenn Schlaf langfristig fehlt, kann das krank machen, aber die entscheidende Frage bei Schlafstörungen ist: Wie fühlen Sie sich tagsüber?“[2]

Veränderungen beim Schlafen wollte ich bisher nicht wahrhaben. Allerdings merke ich seit einiger Zeit, dass ich leichter schlafe und auch öfter aufwache als früher. Da hatte ich mich zwar auch manchmal im Bett gewälzt, weil ich bei meinen stressigen Beruf nicht ausreichend abschalten konnte, aber ich wusste wenigstens warum. Aber heute scheine ich grundlos aufzuwachen und das war anfangs nervig, bis ich das Statement von oben gelesen habe. 

Personen mit Insomnie (Schlafstörung) geraten schnell in einen Teufelskreis! Sie sorgen sich um den Schlafmangel, grübeln und lösen eine negative Denkspirale aus, bei der das Bett schließlich mit Nicht-Schlafen-Können assoziiert wird. Dieser Teufelskreis muss durchbrochen werden!

Mein Mann hatte jahrelang über schlechtes Schlafen geklagt, vieles ausprobiert, war aber nie zufrieden. Dadurch haben sich eine negative Haltung und negative Selbstgespräch eingeschlichen. Z.B. „Wie lange werde ich diese Nacht wohl wieder wach liegen“. Schließlich hat er seine Einstellung dazu geändert und steht heute dem Thema völlig gelassen gegenüber. Er geht mit Freude und Zuversicht schlafen, egal ob er durschlafen wird oder nicht und hat seine persönlichen Rituale gefunden, die er anwendet, falls er aufwachen sollte (einige davon findet ihr weiter unten). Wenn es dann so ist, freut er sich über die Zeit, die z.B. für Ideen, Affirmationen und Wünsche außergewöhnlich gut geeignet ist. Genau in diesen Halbschlafperioden haben wir nämlich Zugang zu unserem Unterbewusstsein und können neue Impulse bekommen, die mit rationalen Gedanken nicht erzielbar sind.

SCHLÄFST DU GERNE? KANNST DU DICH RICHTIG FALLEN LASSEN?

Schlafen ist eine autonome, physiologische Funktion, die wir nicht willentlich herbeiführen können. Schlaf kann man nicht erzwingen, sondern er tritt ein! Und das hat etwas mit sich fallen lassen zu tun.

Aber man kann ihn behindern, abstellen oder vermeiden. Wir sind darauf programmiert, alles unter Kontrolle halten zu wollen und die Zeit maximal auszunützen, sodass die völlige Entspannung und die Hingabe für unseren unermüdlichen Verstand enorm schwer sind. Je mehr du lernst, dich bewusst zu entspannen, je besser du dich von Alltagsemotionen wie Sorgen, Angst und Ärger trennen kannst (siehe Ärger, Wut, Nervosität & co), je besser du deinen Verstand mit seinen kreisenden Gedanken zur Ruhe bringen kannst, umso mehr kommst du in den Modus, der guten Schlaf ausmacht (siehe Entspannung hoch3)

DER SCHLAF WIRD GRAU – WIE MEINE HAARE!

Wenn sich die Schlafqualität schon ändert, ist es sinnvoll, sich schlau zu machen, was sich physiologisch mit zunehmendem Lebensalter tatsächlich tut.

In der Wissenschaft spricht man von einer zunehmenden Fragmentierung der Nachtruhe [3] und die sieht so aus:

 

Typische Hypnogramme eines jungen sowie eines alten Menschen zeigen die zyklischen Übergänge zwischen den Schlafstadien (N1 und N2 stehen für leichten Schlaf, N3 und N4 für Tiefschlaf) [3]

 

Als ich diese Grafik gesehen habe, war mir klar, was ich selbst gerade erlebe. Bei Weitem nicht so stark, aber so ähnlich fühlt es sich manchmal an.

Bei meinen Recherchen fand ich viele Zitate mit übereinstimmenden Fakten: (u.a. [1])

  • Auch wenn die Gesamtschlafzeit zwischen 40 und 70 Jahren um rund 30 Minuten zurückgeht, der Bedarf an Schlaf ändert sich eher wenig, der Tiefschlafanteil allerdings verringert sich deutlich.

  • Die Wachliegezeiten nach dem Einschlafen erhöhen sich, aber selbst wenn diese zwei Stunden betragen, liegen sie bei 70+ noch im Normalbereich!

  • Auch zwei bis vier Mal Aufwachen pro Nacht gelten als normal!

  • Entscheidend ist bei allem aber immer die Tagesbefindlichkeit! Müdigkeit und ungewolltes Einschlafen am Tag weisen auf eine Störung hin.

Wenn ich das so lese, ist für mich eigentlich alles klar und das gibt mir ein gutes Gefühl.

Trotzdem möchte ich noch einige weitere Hintergründe aufzählen, weil ich sie interessant finde. Eine der wesentlichsten Veränderungen ist unsere innere Erregbarkeit, die sich im Alter erhöht. Aktivitätsneuronen im Gehirn feuern ungehemmter und unterbrechen den Schlaf älterer Menschen häufiger. Zusätzlich tickt unsere innere Uhr nicht mehr so laut und die Tag- Nach-Rhythmen nehmen ab. Der sogenannte zirkadianische Rhythmus, der unsere Physiologie im 24-Stunden Rhythmus steuert (z.B. schlafen, wach sein, Hunger haben, Hormone ausschütten) wird schwächer.

All diese Infos geben mir eine sinnvolle Erklärung, warum ich mich heute anders fühle, wenn es ums Schlafen geht.

Und natürlich gibt es auch noch viele andere Gründe (z.B. häufiger Harndrang, Schmerzen, restless legs, Apnoe) die die Nachtruhe beeinträchtigen können, aber auf die gehe ich hier nicht ein, denn sie sind Thema eines Arztbesuches.

GUTE SCHLAFHYGIENE BRINGT‘S!

Zum Glück kann man selber sehr viel machen, um nachts genügend Erholung zu bekommen.

Viele Experten raten an erste Stelle zu kognitiven Verhaltens-veränderungen[4] [5], die wirksamer sind als Schlaftabletten und vor allem langfristig helfen. Es geht darum, negative Einstellungen und falsche Überzeugungen zum Thema Schlaf zu erkennen und diese dann durch eine positivere Denkweise zu ersetzen. Ebenso gehören Entspannungsmethoden, Yoga, Meditation etc. dazu, sowie Regeln zur Schlafhygiene, also Umgebung und Gewohnheiten. Zum Beispiel sollte man einen festen Zeitplan haben, bestimmte Routinen vor dem Schlafengehen einhalten, nicht im Bett an elektronischen Geräten hängen, tagsüber keine langen Nickerchen machen, sich am Tag körperlich und mental anstrengen, aufstehen, wenn man nicht mehr schlafen kann und nicht krampfhaft versuchen wieder einzuschlafen. Auch Gehörschutz kann eine gute Option sein, denn das Gehör adaptiert im Schlaf nicht und selbst leichte Geräusche werden wahrgenommen, stören damit das autonome Nervensystem und erzeugen Stress.

Wenn ich mir die Liste der Schlafhygiene![6] [7]  durchlese, fühle ich mich ertappt. Zwei No-Go´s stechen für mich persönlich dabei heraus: Einschlafen beim Fernsehen und Streamen im Bett.

Immer wieder mal schlafe ich beim Fernsehen oder bei Filmen ein, bin aber zu träge um aufzustehen und ins Bett zu gehen. Wenn ich es dann endlich mache, bin ich putzmunter und kann nicht weiter schlafen. Und das Streamen im Bett ist gemäß Schlafhygiene sowieso ein absolutes No-Go! Erstens beeinträchtigt das blaue Licht die Melatoninproduktion und stört damit den Schlaf (das bekommt man durch die Farbänderung am Monitor vielleicht noch hin), aber die flimmernden Lichtreize und vor allem die meistens anregende Handlung halten wach. Wenn man z.B. einen Krimi sieht, darf man sich nicht wundern, wenn man keine Ruhe findet, denn die gezielt dramatischen Handlungen wirken im Schlaf nach. Also, mindestens 30 Minuten cool-down Phase wären gut. Ich arbeite dran!

MEINE PERSÖNLICHEN „SCHLAFMITTEL“

Das überzeugendste Argument ist für mich zu wissen, dass Regeneration und Heilung überwiegend während des Schlafens stattfinden. Das geht wiederum nur, wenn wir das Alltagsdenken und all das, was uns wichtig erscheint, hinter uns lassen, den galoppierenden Verstand zur Ruhe bringen und unsere Gehirnaktivitäten auf Frequenzen absenken, die traumlosen Tiefschlaf ermöglichen. Dann kann sich der Körper intensiv den inneren Prozessen widmen, z.B. der Zellerneuerung und dem Ausschütten des Wachstumshormons Somatropin, das für die körperliche Erholung essentiell ist. Zusätzlich sind bei gutem Schlaf längere Traumschlaf/REM-Schlafphasen möglich, die unersetzlich für unsere geistige und psychische Erholung sind! Also alles gute Gründe, sich jeden Abend auf den Schlaf zu freuen!

 Rituale zum Einschlafen

  1. Reflektiere den Tag. Was ist gut gelaufen? Wofür und wem willst du heute dankbar sein? Wenn du nicht zufrieden warst, ändere die Situation in deinem inneren Film so, wie es gut gewesen wäre. Was wirklich Schlaf raubt sind oft innere Selbstvorwürfe oder Verurteilungen.[8]

  2. Geh niemals emotional geladen schlafen. Mach lieber noch eine Runde Tapping (siehe Stress-Release mit T’apping)

  3. Stimm dich mit einem positiven Selbstgespräch ein: z.B. Ich freue mich auf die kommenden Stunden Schlaf, in denen sich mein Körper maximal regeneriert und verjüngt. Ich lasse mich bewusst fallen und freue mich auf eine gute Nacht und auf morgen.

  4. Wenn du Probleme mit dem Einschlafen hast, sind Atemübungen angesagt, die dich aus dem Sympathikus-Zustand (Fight-or-Flight-Modus) in den parasympathischen Zustand (Ruhemodus) bringen. Mit dem bewussten Atmen bringst du auch deine Gedanken zur Ruhe.

Wenn Du in der Nacht aufwachst und munter bist

  1. Nimm es als das normalste der Welt hin. Es ist einfach so.

  2. Du kannst die Zeit nützen und zum Beispiel Meditieren. Ich nehme gerne Kopfhörer und lasse meine Gedanken den Worten einer entspannenden Meditation folgen.

  3. Oder du stehst auf und machst etwas Kreatives. Eine Freundin schrieb ihre Bücher immer in dieser Zeit, ein anderer Freund malt Bilder.

  4. Wenn dich im Halbschlaf kreisende Gedanken quälen, nimm einen Notizblock und schreib sie auf. Damit entlastest du deinen Kopf.

Natürlich solltest du deine nächtlichen Aktivitäten auch mit deinem Partner besprechen, damit er oder sie in ihrem Rhythmus nicht gestört wird (sehe Schatz, wir müssen reden).

Noch ein Wort zum Schlafplatz

Wir verbringen ein Drittel unserer Zeit im Bett, unverändert an einem Ort. Vielleicht ist es eine gute Idee deinen Schlafplatz von einem Raumenergetiker[9]  genauer unter die Lupe nehmen zu lassen. Wir haben das vor vielen Jahren gemacht und einiges umgestellt, mit wirklich gutem Erfolg.

Mir hat die Recherche zum Schlaf im Alter viele neue Einblicke und vor allem eine angenehme Gelassenheit gebracht, falls ich jetzt in der Nacht aufwachen sollte.

Ich hoffe, es ist auch für dich etwas dabei, das dem ganzen Thema den Stress nimmt und dir einen guten Schlaf bringt. Nun wünsche ich dir

Schlaf gut!
(ganz ohne Leistungsdruck
😀 )

Herzlichst
Helga

[1] Prof. Dr. Helmut Frohnhofen; https://www.cme-kurs.de/kurse/schlaf-und-schlafstoerungen-im-hoeheren-lebe

[2] https://juliaschuetze.at/joomla/index.php/talk2me/gesundheit-natur-sport/316-gesunder-schlaf-prof-dr-med-helmut-frohnhofen-124

[3] https://www.spektrum.de/news/chronobiologie-warum-man-im-alter-schlechter-schlaeft/2094525

[4] Deximed: https://deximed.de/home/klinische-themen/psychische-stoerungen/patienteninformationen/schlafstoerungen/schlaflosigkeit-bei-aelteren-menschen

[5] Sleep Foundation - Cognitive behavioral therapy for insomnia (CBTI) https://www.sleepfoundation.org/insomnia/treatment/cognitive-behavioral-therapy-insomnia

[6] DAK Gesundheit https://www.dak.de/dak/gesundheit/schlafstoerungen-2073810.html#/

[7] cme-Kurs: https://www.cme-kurs.de/kurse/schlaf-und-schlafstoerungen-im-hoeheren-lebensalter/

[8] Colleen Carney und Rachel Manber: Goodnight Mind: Turn Off Your Noisy Thoughts and Get a Good Night's Sleep (2013) https://www.amazon.de/Goodnight-Mind-Noisy-Thoughts-Nights/dp/160882618X

[9] Raumenergetiker & Geomantische Beratung (Feng-Shui): siehe Berufsbild der WKÖ. Erhebung des energetischen Zustands des Schlafbereiches, Untersuchung radiästhetischer Phänomene wie Wasseradern, Erdmagnetfeldern, Erdmagnetgitter,
https://www.wko.at/branchen/noe/gewerbe-handwerk/persoenliche-dienstleister/Raumenergetiker.html

Schatz, wir müssen reden!

Wenn von Pension die Rede ist, denkt man wohl in erster Linie daran „Was werde ICH jetzt machen?“ Und ein großer Teil meines Blog geht genau darum.

Aber mir ist auch schnell klar geworden, dass sich nicht nur mein eigenes Leben dadurch geändert hat, sondern natürlich auch das meines Mannes, ebenso wie unser gemeinsames. Egal welche neuen Aktivitäten ich jetzt setze, was ich mit meiner Zeit anfangen möchte, es betrifft auch meinen Mann.

Jahrzehnte lang bestimmten die Jobs und die Schule den Tagesablauf. Der Alltag war durchoptimiert und mit der Familie abgestimmt. Und von einen Tag auf den anderen ist alles anders! Diese neue Situation verändert auch alte Muster! Vor allem muss die viele freie Zeit neu geplant werden und das betrifft nicht nur den/die „neue/n“ Pensionisten/Pensionistin selbst, das betrifft immer beide!

Den Satz „Schatz, wir müssen reden!“  kennt ihr sicher aus Filmen oder auch aus dem echten Leben und er verheißt meist nichts Gutes. Aber so wie ich ihn meine, ist er genau das Richtige und unvermeidlich, wenn einer von den Partnern in Pension geht.

So vieles muss ausgeredet werden! Vor allem die Wünsche, Pläne, neuen Ideen und natürlich auch Erwartungen, die vielleicht noch nicht einmal richtig bewusst sind. Mit so einer Veränderung sind auch viele Emotionen wie Ängste und Unsicherheiten im Spiel und auch das gehört ausgesprochen. All das birgt auch die perfekte Chance neue Seiten am Partner kennen zu lernen, für die vielleicht Jahrzehnte lang kein Raum war. Das ist nicht unbedingt immer einfach und für manche kann es zur Zerreißprobe werden, wie die Scheidungs-Statistiken leider zeigen. Aber ich glaube, wenn man sich über das Potenzial bewusst ist, das in dieser neuen Zeit liegt, kann auch ein Honeymoon 2.0 dabei herauskommen!

Take away:

  • Wenn einer in Pension geht, sind immer beide Partner betroffen und diese Veränderungen gehören ausgiebig besprochen.

  • Es sind immer drei Rollen, die neu zu definieren sind: die eigene, die Partnerrolle und die Paarrolle.

  • Vereinbart einen Pensions-Jour-Fixe!

 

Laurenz Vavrovsky

 

IN PENSION MUSS MAN DIE ROLLEN NEU DEFINIEREN!

Nach vielen Jahren Partnerschaft hat man natürlich auch Erfahrung, wie man mit Veränderungen am besten umgeht. Ich kenne auch viele, die einfach ohne großes Brimborium in Pension gehen und es sich einfach mal gut gehen lassen. Aber dieses Dauerurlaubsgefühl ist tückisch und nach einiger Zeit möglicherweise abgenutzt. Und auch der Satz Es wird sich schon einspielen! bedeutet ja nur, dass man sich nicht wirklich mit den Veränderungen beschäftigen mag. Ich glaube, dass die Zeit der Pension und des Alters die große Zeit der Selbsterkenntnis ist und zu dieser gehört die Beziehung zu meinem Partner definitiv dazu.

In der Pension muss die Beziehung
wieder ganz neu erfunden werden!

Also habe ich mich auf die Suche gemacht, welche Anregungen in der Literatur oder im Internet dazu zu finden sind.

Am besten gefiel mir die Studie Das Paar beim Übergang in den Ruhestand von Sabine Buchebner-Ferstl vom Institut für Familienforschung der Universität Wien[i]. Sie beschreibt darin so klar und unverblümt, dass die Veränderungen beim Übergang in diesen neuen Lebensabschnitt oft unterschätzt werden. Denn sie sind nicht nur für den Einzelnen groß, sondern immer auch für den Partner und das Paar gemeinsam. Nachdem viele der alten Rollen und Rituale wegfallen, müssen sie neu ausgehandelt werden.

Hier sind ein paar Erkenntnisse aus dieser Studie, die mir besonders gefallen haben

•       Die eigenen, neuen Rollen in der Pension
Jeder, der in Pension geht, muss sich von den vielen Rollen trennen, die mit dem Beruf verbunden waren (z.B. der Rolle als Erwerbstätiger, als Chef, Mitarbeiter, Kollege, Experte ...) und die freiwerdende Zeit neu füllen. Das bedeutet, dass man für diese viele Zeit nicht nur Tätigkeiten sondern vor allem auch neue Rollen finden muss. Es reicht also nicht zu sagen „Mir wird nie fad, ich weiß mir immer etwas zu tun“, man muss auch in neue Rollen schlüpfen und diese müssen einen erfüllen, also einem etwas bedeuten (Sinn im Alter). Z.B. kann man bisherige Rollen ausbauen (Handwerker, Künstler, Sportler  ...) oder in neue hineinwachsen (Oma/Opa, freiwilliger Mitarbeiter ...) oder einen Teil der alten Rolle behalten (z.B. Senior Advisor).

•       Die Partnerrolle
Egal wofür man sich entscheidet, jede neue Rolle und Beschäftigung hat Auswirkungen auf den Partner/die Partnerin und der/die kann das unterstützen, hinnehmen oder auch ablehnen!  
Ich finde, dass gerade in dieser Neufindung die Chance liegt, neue Seiten am Partner kennenzulernen. Mich jedenfalls hat mein Mann mit seinen neuen kreativen Talenten, die bisher nie gefragt waren, überrascht und begeistert.
Ebenso kann der/die PartnerIn offene oder unausgesprochene Wünsche oder Erwartungen haben, wie z.B. Dann machen wir endlich viel gemeinsam. Bleiben die Erwartungen unausgesprochen, sind Enttäuschungen und Missverständnisse vorprogrammiert. Während ein Partner vielleicht darauf hofft, endlich gemeinsam ausgedehnte Reisen unternehmen zu können, träumt der andere davon, ein Studium zu beginnen.

•       Die Paarrolle
Manche Sachen kann man nur gemeinsam entscheiden. Die wichtigsten sind: Wie teilen wir uns ab jetzt die Hausarbeit auf? Soll sich etwas ändern und wenn ja, was? Wie schaut es mit Distanz und Nähe aus? Wie viel wollen wir gemeinsam machen, wie viel Freiraum wünscht sich jeder? Wie gestaltet man gemeinsame Zeit? Es geht auch darum, neue passende Paarrituale zu finden. Und schließlich natürlich auch, wie gehen wir mit dem (oft) geringeren Budget um.

Ihr seht, es gibt wirklich viel Kommunikationsbedarf! Die wichtigsten Themen, die neu „verhandelt“ werden müssen, sind daher gemäß Sabine Buchebner-Ferstl

  • Zeitgestaltung – individuell und gemeinsam

  • Aufgabenverteilung – speziell im Haushalt

  • Gemeinsamkeiten und Freiräume

  • Wünsche, Erwartungen, Möglichkeiten, Pläne, ....

 

MACHT EINEN PENSIONS-JOUR-FIXE!

In vielen Partnerschaften ist auch die gemeinsame Kommunikation über die langen Jahren mehr und mehr erstarrt und gehört auf den Prüfstand! Denn oft hat sie sich auf die Organisation des Alltags reduziert und manchmal will man schlicht Konflikten ausweichen. Ich weiß eh schon, was er/sie darauf sagen wird! - und bringt daher das Thema gar nicht mehr zur Sprache. Das vermeidet zwar Konflikte, engt allerdings auch sehr ein.

Um grundlegende Dinge zu besprechen - wie ich oben gezeigt habe – braucht es eine große Portion Offenheit. Und das erfordert vielleicht auch eine neue Art miteinander zu sprechen. Es geht hier nämlich nicht um das schnelle abarbeiten von irgendwelchen ToDo-Listen, sondern wirklich darum, dass innige Wünsche ausgesprochen und als solche respektiert werden.

Dafür muss man zuerst einmal den Raum schaffen und aktiv zuhören. Wir haben auf eine Form zurückgegriffen, die uns beiden aus dem Job bekannt war, einen Jour Fixe! Manche Freunde habe diese Herangehensweise belächelt, so im Sinne „Na, ihr könnt euch gar nicht von eurem Managementdasein trennen.“ Aber für uns war das genau richtig, denn, wie ihr in meinem Posting schon findet, Pension und Alter sind ein Job!

Jede Woche gab und gibt es an einem vereinbarten Tag definierte Zeit, wo über nichts anderes gesprochen wird, als

Was braucht es jetzt, damit diese Zeit für uns beide so richtig gut ist
und
wir gemeinsam strahlend alt werden!

Manchmal steht ein konkretes Thema auf der Agenda, manchmal Emotionen und manchmal auch nur Wie geht´s dir gerade. Denn selbst, wenn man viel Zeit miteinander verbringt, ist nicht gesagt, dass man über die wichtigen Dinge redet.

Wie in einem guten Jour-Fixe gibt´s ein paar Regeln einzuhalten. Als erstes ist es vorteilhaft sich vorzubereiten. Klingt vielleicht komisch, aber zu wissen, was man selber will, ist schon mal eine gute Ausgangsbasis. Und dann ist aktiv zuhören das Um-und-Auf! Das bedeutet ausreden lassen, ohne Kommentar, ohne vorschnelle Beurteilung und Stellungnahme und auch nicht nonverbal. Sondern mit der inneren Haltung der Neugierde (auch wenn man die Dinge eh schon kennt – vielleicht ist doch ein neuer Aspekt dabei?), mit Interesse (was steckt wirklich dahinter?) und vor allem voller Wertschätzung!
Anregung dazu findest du im Posting Unsere Herzen sprechen miteinander).

Wenn man so heran geht, kann es sogar sein, dass man Dinge löst, die unvereinbar scheinen, z.B. dass man den Partner bei seinem Wunsch unterstützt, obwohl man selber nicht mitmacht (siehe Beispiel – einer will reisen, der andere studieren – wie wär´s mit einer Studienreise ?)

Probiert es einfach aus, vereinbart euren Pensions-Jour-Fixe und vielleicht ist das auch für euch ein guter Weg, gemeinsam das Bestmögliche zu finden.

GESPRÄCHSTOFF GIBT´S GENUG

Ich habe das besondere Glück, dass all die Themen, die ich in diesem Blog mit euch bespreche – bisher sind es bereits 49 Postings - zuerst einmal bei meinem Mann landen. Er ist mein Lektor und daher werden die Artikel gemeinsam durchbesprochen. Und es war nicht nur einmal, dass wir auf sehr unterschiedliche Ansichten oder Auslegungen gestoßen sind. Besonders lange hat uns das Thema Reden wir über Sterben und Tod beschäftigt, denn darüber spricht man normalerweise am wenigsten. Aber auch über Sinn, Glück, Comfort Food, Lebensrhythmen ... etc. zu diskutieren hat uns näher und näher gebracht - und das nach über 30 Ehejahren!

AKZEPTANZ – EINE QUALITÄT DIE IM ALTER NOCH WICHTIGER WIRD

Als mein Vater 70 war, hatte er einen Herzinfarkt, von dem er sich gut erholte und er fing sofort wieder an viel zu rauchen. Sein Rauchen wurde in unserer Familie zu einem endlosen, negativen Thema, das fast alles andere überschattete. Über wenig anderes wurde geredet. Permanente Vorwürfe standen im Raum Das sollst du doch nicht, und du weißt doch, das schadet dir,  und so geht das nicht... Auf einer Dienstreise hatte ich damals die Gelegenheit einem Kollegen und Arzt mein Herz auszuschütten. Nach einiger Zeit sagte er: „Meinst du nicht, dass dein Vater mit 70 Jahren das Recht hat genau so zu leben, wie er möchte, selbst auf die Gefahr hin, dass er es dadurch verkürzt?“  Ich werde diesen Satz nie vergessen, denn er änderte unser Leben! Ich habe ihn mit meiner Mutter besprochen und ab diesem Zeitpunkt war Rauchen kein Thema mehr. Unser ganzer Fokus lag auf all dem Schönen, das wir gemeinsam erlebt haben! Wir haben mit meinem Vater vereinbart, dass er rauchen kann, wie er das möchte, nur bitte nicht dort, wo wir in seiner Rauchwolke sitzen. Wir hatten daraufhin noch zwei wundervolle gemeinsame Jahre.

Nicht für alles muss eine perfekte Lösung gefunden werden,
manchmal reicht es, zu akzeptieren,
dass der andere über sein Leben bestimmt,
auch wenn ich eine andere Meinung dazu habe.

Versteht mich bitte richtig, es geht hier keineswegs um Resignation. Aber manche Dinge kann man ganz einfach akzeptieren, weil man diesen Menschen liebt.

 

Herzlichst
Helga

[i] Sabine Buchebner-Ferstl: Das Paar beim Übergang in den Ruhestand.  (2004) Österreichisches Institut für Familienforschung; Universität Wien https://www.oif.ac.at/fileadmin/user_upload/p_oif/Working_Paper/wp_41_Paar_Uebergang_Ruhestand.pdf

 

Ärger, Wut, Nervosität & Co

Ich werde mich doch noch ärgern dürfen!
hat einmal ein Kollege zu mir gesagt. Ja, sicher, wenn der Ärger dir den Mut und die Energie dafür bringt, die Entscheidung für eine positive Veränderung zu treffen. Und dann “schlaf nochmal drüber” und handle erst, wenn du wieder entspannt und gelassen bist. Wenn du dich aber nur ärgerst, ohne eine positive Handlung zu setzen schadest du ausschließlich dir selbst. Dazu kommt noch, dass oft der der Grund deines Ärgers (z.B. “ein Autofahrer”, “die Politik”, “die anderen“) davon nicht einmal weiß und du bleibst mit deinem Ärger allein.

Negative Emotionen wie Ärger, Wut, Nervosität, Anspannung, Sorgen, Frustration, Scham, Schuld etc. kommen natürlich immer wieder vor und haben einen Grund. Man sollte sie aber definitiv nicht anstehen lassen oder zur Gewohnheit machen sondern sie bewusst annehmen und dann auflösen.

Sich mit Emotionen auszukennen, zu verstehen, wie sie entstehen oder auch warum die anderen nicht „schuld“ an meiner Emotion sind, sollte zum Grundrepertoire von uns allen gehören. Ebenso sollte jeder und jede ein paar Methoden auf Lager haben, wie man aus negativen Emotionen möglichst rasch wieder herauskommt. Denn eines ist sicher: negative Emotionen beeinträchtigen nicht nur unsere aktuelle Situation, unsere Beziehungen und unsere Konzentration, sondern sie belasten auch den Körper massiv.

Für die Lebensqualität im Alter ist der Umgang mit Emotionen genauso wichtig wie gute Ernährung und Bewegung!

Denn heute geht man davon aus, dass etwa 90 Prozent aller Krankheiten, insbesondere chronische Erkrankungen, langandauernde und nicht gelöste, emotionale Hintergründe haben [1] [2] [3] . Daher gehört zumindest jetzt, in der 2. Lebenshälfte, die Beschäftigung mit den eigenen Emotionen zu einem der Top Themen. Und deshalb komme ich auch in meinen Postings immer wieder darauf zurück.

 

Adobe Stock: Andrii Zastrozhnov

 

VIDEOSERIE - ÜBER EMOTIONEN IM ALLTAG

Dr. Cornelia Martens, CEO des eap Instituts, hat mich eingeladen, meine Gedanken und Anregungen darüber für die eap wellbeing Plattform aufzuzeichnen. Eap steht für Employee Assistance Program und ist ein psychologisches Beratungsservice, das Unternehmen ihren MitarbeiterInnen zur Verfügung stellt. Ich finde die Möglichkeit, dass Mitarbeiter bei gesundheitlichen, beruflichen oder selbst privaten Problemen so eine individuelle Unterstützung bekommen großartig und es ist sowohl für den Einzelnen als auch für das Unternehmen von Vorteil. Neben den individuellen Beratungen gibt es auf der neuen eap wellbeing Plattform zusätzlich jede Menge Informationen zu Themen die Menschen belasten und damit ihre Leistungsfähigkeit einschränken können: .z.B. der Umgang mit Fehlern, „Verschieberitis“ (Prokrastination), Schlafhygiene, Panik, Mobbing, Burnout, negative Emotionen

Take away:

  • In den 8 kurzen Videos erfährst du, wie Emotionen entstehen,

  • warum sie so einen Einfluss auf unseren Körper haben und

  • wie man mit ein paar einfachen Übungen und Tipps in jeder, auch noch so aufgeladenen Umgebung, zur eigenen emotionalen Balance findet.

Nachdem der Videokurs für MitarbeiterInnen in Unternehmen gedacht ist, habe ich die Beispiele und Tipps auf diese Alltagssituationen ausgerichtet. Aber auch, wenn sich die Umstände in der Pension ändern und etliche berufliche Stressoren wegfallen, bleiben genug andere übrig und es kommen natürlich auch neue hinzu. Umfragen der deutschen Krankenkasse DAK-Gesundheit[4] ergaben, dass 50% -70% Angst vor Krankheiten im Alter haben (Krebs, Demenz und Schlaganfall führen dabei die Liste an), dazu kommen auch noch die Ängste vor Einschränkungen, Einsamkeit, Trauer, Verlust und viele andere.

Für positive und negative Emotionen ist man nie zu alt,
sie begleiten uns bis zum letzten Atemzug!
Es geht aber immer nur darum, wie wir damit umgehen.

Videos

Wenn du auf das Bild klickst und auf der Videoseite den Ordner rechts unten wählst, kannst du alle Videos nacheinander ansehen. Du kannst aber auch im Text unten einzelne Themen auswählen.

 

LIFESTYLE TV Andreas Wukics-Hagen

 

Emotionen geben uns die Kraft und Richtung zu handeln, aber nicht immer sind sie angenehm. In diesem Video-Kurs geht es um die Belastung durch die vielen kleinen, unangenehmen Situationen im Arbeitsalltag, die in Summe die Freude an der Arbeit beeinträchtigen und Kraft kosten.

Im Arbeitsleben werden Emotionen oft verdrängt. Vermeintlich emotionsloses, rationales Handeln wird mit Professionalität gleichgesetzt. Aber Emotionen lösen auf der Körperebene Veränderungen aus, die auch dann bleiben, wenn man sie unterdrückt. Unreflektiertes Ausleben ist aber auch keine Option.

Emotionen sind die Energie, die uns in bestimmten Situationen spontan handeln lässt. Sie werden in der Amygdala im Gehirn gebildet und von einer realen Situation oder auch nur Gedanken ausgelöst (so genannte Trigger). In der Folge bewirken sie chemische und energetische Reaktionen im Körper

Ärger ist im aktuellen Arbeitsleben weit verbreitet. Und abgesehen von den wenigen Fällen, wo er dir den Mut und die Kraft verleiht, etwas zu verändern schadet häufiger und heftiger Ärger meist nur dir selbst. Deine Trigger aufzulösen ist das Beste, was du machen kannst.

Unser elektromagnetisches Herzfeld, das weit über unseren Körper hinausreicht, trägt die Informationen unserer aktuellen Emotionen und auf diese Weise beeinflussen wir uns gegenseitig – immer und auch ohne Worte! (siehe auch Posting Unsere Herzen sprechen miteinander )

Durch bewusste Atemtechniken und die Einstellung auf eine positive Emotion kann man die Frequenz des eigenen Herzfeldes steuern. Das ist nicht nur gut für dich, sondern auch für alle anderen in deinem Umfeld.

Hier erfährst du, wie man gut reagieren kann, wenn jemand anderer stark emotional reagiert und auch, wenn du selbst merkst, dass dich etwas stark triggert.

 

Vielen Dank an Cornelia Martens und das eap institut für die Möglichkeit, diese Videos machen zu können und auch besonders dafür, dass ich sie euch hier kostenlos zur Verfügung stellen kann. 

Herzlichst
Helga

[1] Christiane Northrup MD: Goddesses never age. The Secret Prescription for Radiance, Vitality, and Well-Being; Hay House 2015

[2] Dr. Roy Martina, OMEGA Health Coaching - www.omegahealing.com

[3] Horizonworld News.de, 2017, Filmdokumentation e-motions. https://www.horizonworld.de/sind-emotionen-der-schluessel-zur-gesundheit-emotion-der-film-auf-dvd/

[4] DAK-Gesundheit und Forsa Institut – 2018:  https://www.dak.de/dak/bundesthemen/angst-vor-krankheiten-2112772.html#/;  2021: https://www.dak.de/dak/download/forsa-ergebnisbericht-2510212.pdf

Lebensrhythmen - Das Leben im 7/7 Takt

Unser ganzes Leben folgt bestimmten Rhythmen! Denn alle 7 Jahre ändern sich die Lebensthemen, denen wir uns stellen sollten, um daran persönlich zu wachsen.

Am Anfang des Lebens ist uns klar, bis 7 ist Kindheit, danach Schule und Pubertät bis 14, Selbstfindung und Wahl des Berufsweges bis 21, dann Partnerschaften, Beruf und oft Familiengründung usw. Man geht davon aus, dass wir schließlich mit 49 ein vollständiges Erwachsenenprofil haben[1]. Und was ist dann? Wie geht die Entwicklung bis ins hohe Alter weiter? Welche Lebensthemen stehen in diesen Septennien (7-Jahresphasen) an?

Als ich das Posting geschrieben habe war ich ehrlich überrascht, wie sehr die Septennien in meiner Rückschau zutreffen. Daher habe ich sie für die Zeit von 50 bis 100 weiter entwickelt, um die aktuellen und kommenden Rhythmen besser zu verstehen.

Wenn wir uns dem Rhythmus nicht anpassen, könnte es passieren, dass wir Boogie tanzen möchten, während gerade Walzer gespielt wird - und das wäre echt anstrengend.

Take away

  • Auch im Alter stehen ganz bestimmte Entwicklungsschritte an, denen man besser folgen sollte.

  • Meine Erkenntnisse und Vorschläge für die Septennien von 50 bis 100.

  • Sich den Lebensthemen zu stellen, verhindert mögliche Alterserscheinungen wie Rückzug, Frustration, Bitterkeit u.a.

 

pexels: Kampus Production

 

ALLE 7 JAHRE EIN NEUER SCHWERPUNKT

Bei meinem Interview über den Sinn im Alter, gab mir Daniela Philipp das Buch von Penny McLean[2]Alles neu in 7 Jahren. Das Geheimnis der Lebensrhythmen“. Es hat mich sehr angesprochen und ich habe neugierig auf einer Zeittabelle alle wichtigen Erlebnisse und Entscheidungen meines Lebens eingetragen, sowie die schönen und auch die weniger schönen Jahre. Und tatsächlich, ich fand Gesetzmäßigkeiten, die mir bisher nicht bewusst waren.

Auf der Suche nach mehr Informationen zu Lebensrhythmen oder -zyklen fand ich mehrere ähnliche Konzepte. Bereits der griechische Politiker Solon (640-560 v.Chr.), dem wir den Grundgedanken der Demokratie verdanken, sprach von 10 Lebensphasen zu je 7 Jahren und gab jeder ein spezifisches Entwicklungsthema. Auch Rudolf Steiner (Begründer der Anthroposophie) war davon überzeugt, dass das Leben in Wachstumsschritten vor sich geht, wobei jede 7-Jahresperiode direkt mit körperlichen und geistigen Entwicklungen korreliert. Neueste Zellforschung zeigt, dass sich tatsächlich praktisch der gesamte Körper in 7-Jahresperioden erneuert[3] Und auch in meinen Energetik-Ausbildungen habe ich über die Entwicklung der Energiezentren (Chakren) gelernt, die ebenfalls einem 7er Rhythmus folgen.

DIE ENTWICKLUNGSZYKLEN DER 7 CHAKREN

Die 7 Chakren sind Energiezentren, die bestimmte Körperregionen mit feinstofflicher Energie versorgen. Sie enthalten und speichern aber auch emotionale und geistige Informationen. Man könnte sie auch als Bewusstseinsebenen der Persönlichkeit[4] betrachten. Wenn sie durch negative Erlebnisse oder Gedanken „blockiert“ werden, wirkt sich das auf den Energiefluss aus und führt schließlich zu körperlichen Beeinträchtigungen. Deshalb ist es selbst im Alter noch wichtig, seelische Verletzungen oder hinderliche Gedankenmuster von früher aufzulösen.

Natürlich arbeiten alle Chakren permanent, aber jeweils 7 Jahren lang ist eines besonders aktiv (etwa so, wie in der EU, in der alle 27 Mitgliedsstaaten immer aktiv sind, aber abwechselnd hat nur eines den Ratsvorsitz). Das fördert körperliche, emotionale und geistige Entwicklungssprünge (siehe Tabelle).

 
 

Mit dem 49. Lebensjahr (7 x 7 Jahre) ist unsere erwachsene Persönlichkeit ausgebildet. Mit dem 50. Lebensjahr fängt der Zyklus dann von vorne an!

Es ist so, als ob man die gleichen Stücke nochmals spielen würde. Und so wird man unbewusst auf Themen und Situationen gestoßen, die man früher vermisst oder verdrängt hat. Aber heute kann man ihnen mit der ganzen Lebenserfahrung neu begegnen.

Sollten wir das nicht tun, kann das unangenehme Folgen haben. Denn inzwischen ist bekannt, dass viele der sogenannten Alterserkrankungen tatsächlich ihre Wurzeln in bisher nicht verarbeiteten emotionalen Problemen haben, die bis in die Kinderzeit zurückreichen können. Ab 50 kann man also die Chakren mit der ganzen bisherigen Lebenserfahrung neu prägen und so für mehr Energie bis ins hohe Alter sorgen.

VON 49-56: SICHERHEIT UND GEBORGENHEIT

Das Wurzelchakra unterstützt die körperlichen Veränderungen, die jetzt bei Frauen, aber auch bei Männern, einsetzen. Damit klar zu kommen kann eine Herausforderung sein. Will man den Körper in seiner neuen Form annehmen und lieben oder nicht? Hier zeigt sich z.B., ob man mit dem Altern zurechtkommt oder dagegen kämpft. Die ganze Schönheitsbranche lebt davon!

Auch existentielle Fragen rücken in den Mittelpunkt. Genau in diesen Jahren hatte mein Mann einen Karriereknick und ich war im Burnout. Jeder von uns war also gezwungen, sich besonders mit den Themen Sicherheit, Urvertrauen und Durchhaltevermögen auseinanderzusetzen. Und das war, aus heutiger Sicht, sehr gut so.

VON 56-63: BEZIEHUNGEN & EMOTIONEN

Das Sakralchakra steht für Sexualität, Kreativität, Emotionalität, Vergangenheitsbewältigung sowie sinnlich und lustvoll durch die Welt zu gehen. All das ist in dieser Zeit angesagt. Klar, dass wir nach den ganzen hormonellen Veränderungen der letzten Jahre Sexualität neu erleben. So können auch manche Erlebnisse aus der Vergangenheit, Tabus oder Unsicherheiten jetzt neu bewertet oder aufgelöst werden.

Beziehungsthemen erscheinen in vielen Fassetten (z.B. steigt die Scheidungsrate in dieser Zeit) und Emotionen spielen eine große Rolle. Sowohl ein Zuviel als auch ein Zuwenig an Emotionen ist immer ein Zeichen unbewältigter Themen der Vergangenheit. Jetzt ist also eine gute Gelegenheit für Vergangenheitsbewältigung. In dieser Zeit haben mein Mann und ich mit energetischen Ausbildungen begonnen und dabei unzählige Glaubenssätze oder negative Emotionen aus der Kindheit und Jugend aufgelöst. Aus unserer Sicht war das die beste Investition in die Zukunft und hat uns auch enger zusammengeführt.

VON 63-70: NEUES SELBSTBEWUSSTSEIN

Mit der Pension kommt es zwangsläufig zur Neuorientierung. Jetzt kommen nochmals alle Themen der Selbstfindungsphase (15-21) hoch, die zum Solar Plexus gehören Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, der Umgang mit Macht und Ohnmacht und das „Grenzen-setzen“.

Jetzt entscheidet sich, ob diese Werte aus der eigenen Persönlichkeit kommen oder ob man sich über die berufliche Position definiert hat. Das ist auch eine Erklärung dafür, ob einem der Schritt in die Pension schwer oder leicht fällt. Möglicherweise muss man ein neues Selbstbewusstsein finden, das vom Beruf oder äußerer Anerkennung unabhängig ist.

Auch Ausmisten (Ausmisten - eine Pflichtübung in der Pension) steht auf dem Programm und zwar auf allen Ebenen! Dazu zählen Gegenstände ebenso wie überholte Gewohnheiten.

Die Beziehungen müssen ebenso neu organisiert und Grenzen neu definiert werden, wenn ein oder beide Partner in Pension gehen.

Es ist auch die ideale Zeit, Talente und Fähigkeiten vor den Vorhang zu holen und auszuleben. Die meisten Senioren sind heute noch sehr aktiv!(Gewonnene Jahre; Pension und Alter sind ein Job, GO-GO, SLOW-GO, NO-GO, Freiwilligenarbeit: etwas machen das Sinn macht).

Für all das bietet das Solar-Plexus-Chakra die nötige Energie an. Wenn einem das gelingt, ist man mit 70 selbstsicherer und zufriedener denn je. Wenn man diesen Themen allerdings keine Beachtung schenkt, kann das dazu führen, dass man sich nicht mehr wertvoll fühlt oder mit dem Altern nicht zurechtkommst. Das kann zu Rückzug, Depression und Antriebslosigkeit führen. Man wird tatsächlich alt und fühlt sich auch so.

VON 70–77: BEDINGUNGSLOSE SELBSTLIEBE

Bedingungslose Selbstliebe und Liebe für andere sind ein Resultat eines offenen Herzchakras bzw. bewirken es. Je mehr wir lieben, desto mehr wirken wir alleine durch unser Sein. Unsere Anwesenheit beruhigt, erfreut und macht sicher.

Ein starkes Herzchakra stimuliert auch die Selbstheilungskräfte. Sogar chronische Erkrankungen können eine Verbesserung erfahren. Zusammen mit Selbstliebe und Liebe erklärt das auch, warum manche Menschen über 70 jahrelang nicht zu altern scheinen! Meine Schwester ist das beste Beispiel dafür. Obwohl die letzten Jahren wegen der Krankheit ihres Mannes und Corona sehr schwierig waren, scheint sie selber kein bisschen älter zu werden, weder körperlich noch von ihrer Einstellung und Haltung her.

Wenn man das Herzchakra aber verschlossen hält und an den vielen Verletzungen der Vergangenheit festhält, nicht fähig ist zu vergeben oder sich in Schuldgefühlen vergräbt, kann dies zu Einsamkeit, sogar zu Feindseligkeit, Verbitterung oder Misstrauen führen. Das zeigt sich besonders gegen Ende dieser Periode in großen Unterschiede in der Körperhaltung, Physiognomie oder Gangart.

Ob man es hören will oder nicht,
die Alterserscheinungen eines jeden Menschen
sind das Bild seiner persönlichen Innenwelt.
Penny McLean

VON 77–84: SELBSTAUSDRUCK & SELBSTREFLEXION

Die Energie des Halschakras fordert uns auf, authentisch zu sein sowie uns über den Sinn und die Reichhaltigkeit des eigenen Lebens Klarheit zu verschaffen. Diese Selbstreflexion kannst du z.B. durch Biographiearbeit machen oder du schreibst deine Memoiren (Memoiren, mehr als nur Erinnerung).

Selbstausdruck ist u.a. Kommunikation und der klare Ausdruck der eigenen Meinung. Das wollten wir ja immer schon, doch sehr oft mussten wir zu viel berücksichtigen: die Hierarchie, die Karriere, den „Haussegen“, Abhängigkeiten oder anderes. Wenn das Herzchakra aber inzwischen voll ausgebildet ist, gelingt dir das dann in jeder Situation und zwar niemals verletzend, trotzdem voll Wirkung und authentisch.

Wenn man die alten Beschränkungen und Zurückhaltungen von früher nicht überwindet, die das Halschakra blockieren, spürt man Angst, nicht mehr gut genug zu sein oder nicht mehr akzeptiert zu sein. Das kann dazu führen, dass man die eigenen Gefühle und Gedanken nicht mehr ausspricht, sich missverstanden oder gar ausgegrenzt fühlt.

VON 84-92: INTUITION & WEISHEIT

Das aktive Stirnchakra unterstützt uns darin Erkenntnisse aus all den bewussten und unbewussten Erlebnissen und Erfahrungen zu gewinnen, sodass das Leben trotz abnehmender körperlicher Kraft interessant und reichhaltig bleibt. Ich sehe daher diesen Lebenszyklus im optimalen Fall als Zeit, in der das Leben mit Weisheit und gelassener Heiterkeit erfüllt sein kann. Niemand hat einem mehr zu sagen, was man tun und lassen soll.

Gleichzeitig gilt es aber, sich mit Loslassen zu beschäftigen und Frieden in sich selbst zu finden. Wenn man allerdings an Altem rigide festhält und über Vergangenes trauert, dann leben die Menschen in Angst und Sorgen, unruhig, voll Pessimismus und haben wenig oder kein Interesse an anderen Menschen oder Neuem mehr.

VON 92-98: SPIRITUALITÄT

In dieser Zeit ist das Kronenchakra besonders aktiv und steht für Spiritualität und die Verbindung zum Höheren Selbst. Menschen, die sich darauf einlassen strahlen von innen heraus, schauen voll Frieden auf ihr Leben zurück und gleichzeitig voll Vertrauen dem Tod entgegen. Viele hochbetagte Menschen sind gesund und sie haben eine viel gelassenere Art mit den körperlichen Veränderungen umzugehen, als wir uns vorstellen können. Befragungen von Hundertjährige zeigten (Schönheit des Alters), dass ihr Leben voll Glück, Sinn und Leichtigkeit ist, weil sie es geschafft haben nach den Rhythmen des Lebens zu leben. Und das auch, wenn dazwischen schwierige Jahre lagen.

Mir persönlich hat die Klarheit der Lebensrhythmen und deren Entwicklungsthemen im Alter sehr viel gebracht. Obwohl ich weiß, dass wir häufig instinktiv das Richtige machen, sehe ich aber auch, dass sich oft das Ego durchsetzt und man in alten Gewohnheiten und Anforderungen an sich selbst stecken bleibt. Diesen Lebensrhythmen sind daher eine Art Kompass, nach dem ich mich richten kann und sie zeigen mir die Reichhaltigkeit unseres Lebens und dass es bis zuletzt etliches zu tun gibt. Und auch hier passt einer meiner Lieblingssprüche von Viktor Frankl

Wozu fordert mich das Leben jetzt auf?

Herzlichst
Helga


[1] Rudolf Steiner, Penny McLean, Chakrenlehre, etc.

[2] Penny McLean: Alles neu in 7 Jahren. Das Geheimnis der Lebensrhythmen. KNAUR 2014

[3] Jonas Frisen, Zellbiologe,  Karolinska-Institut Stockholm

[4] Rosalyn Bruyere, Heilerin & energetische Forschung, USA - Ausbildung


Humor im Alter - Echt jetzt?

Wie siehst du Humor? Steht er ganz oben auf deiner Agenda oder nur, wenn es sich gerade einmal so ergibt? Und überhaupt, wieviel Lachen steckt in deinem Alltag?

Für mich ist sicher, wenn wir strahlend alt werden wollen, dann gehört Humor unbedingt dazu! Denn ohne ihn wird man mit ziemlicher Sicherheit griesgrämig oder grantig - und das kann einfach nicht unser Ziel sein!

Um es gleich vorweg zu nehmen: Humor ist uns angeboren und er hat uns hoffentlich schon ein ganzes Leben begleitet. Allerdings können ihn unser Umfeld und unsere Erlebnisse und Erfahrungen verschüttet haben. Daher geht´s jetzt darum, sich selbst etwas Gutes zu tun, indem wir uns mit dem eigenen Humor beschäftigen. Denn Humor will gepflegt, immer wieder aufgefrischt und gelebt werden. Und ja, Humor kann man auch lernen, vor allem aber üben! In diesem Post zeige ich euch, dass es sich auszahlt, die Humorfähigkeit zu bewahren oder sogar zu erhöhen.

Take away

  • Humor will immer neu entdeckt werden.

  • Die  Kunst, über sich selbst zu lachen bzw. lachen zu können kann gelernt werden.

  • So kannst du deine Humorfähigkeit trainieren.

 

Foto: Laurenz Vavrovsky

 

DAMIT WIR ALLE VOM SELBEN REDEN: WAS IST HUMOR?

Humor ist eine Charakterstärke!

Er ist die Begabung und Fähigkeit eines Menschen, den Unzulänglichkeiten der Welt und der Menschen sowie den alltäglichen Schwierigkeiten und Missgeschicken mit heiterer Gelassenheit zu begegnen.[1] Also etwas, was wir besonders auch im Alter echt brauchen können.

Dazu zählt, über eigene Fehler und Missgeschicke lachen zu können, sowie tolerant und akzeptierend gegenüber anderen und ihren Fehlern zu sein. Humor gilt auch als eine Bewältigungsstrategie, um mit unangenehmen Erfahrungen und Situationen besser umgehen zu können.

Beides klingt super gut - aber ehrlich, da gibt´s doch einigen Aufholbedarf!

Im Grunde handelt es sich bei Humor um eine Umbewertung einer Situation ähnlich wie beim Witz. Man geht von einer bekannten Situation aus und schließt eine unerwartete Wendung an. Das kann ein Perspektivenwechsel sein oder eine sogenannte Bisoziation. Arthur Köstler [2] hat diesen Begriff geprägt, bei dem es um die verblüffende Zusammenführung von zwei völlig unterschiedlichen Gedanken geht. Während die Assoziation aufeinander aufbauende Gedankenketten schafft, verbindet Bisoziation Ideen, die nach unserem üblichen Denken nicht zusammengehören.

Ein Autofahrer hat einen Hahn überfahren. „Ich ersetze ihnen natürlich den Hahn“, sagt er zum Bauern. Der antwortet: „Ich glaub nicht, dass sie das wirklich können.“

Sie beichtet lange und sehr ausführlich. „Wissen Sie, was Sie bei so vielen Sünden verdienen würden?“ fragt der Beichtvater streng. „Schon, aber ich mache mir nichts aus Geld, Hochwürden“.

Genau diese Brüche in unserem logische Denken lösen nicht nur Überraschung aus und erheitern uns, sondern man gewinnt dadurch auch echt Abstand von den üblichen Assoziationen und findet neue, kreative Lösungsmöglichkeiten.

WENN WIR HUMORVOLL SIND ODER WENN WIR LACHEN, DANN...

...   tun wir etwas Gutes für unseren ganzen Körper. Es gibt unzählige Untersuchungen, die nachweisen, wie positiv sich Lachen auf viele Bereiche unsere Gesundheit auswirkt. Besonders auf das Immunsystem! Keine Ahnung, warum Lachseminare nicht auf Krankenkasse verschrieben werden!

...   können wir besser mit Stress umgehen, indem wir Abstand gewinnen.

...   trainieren wir unser Gehirn! Humor ist eine komplex Fähigkeit, die viele Gehirnareale aktiviert und fördert Kreativität.

...   sind wir toleranter! Wir hören auf, uns über alles mögliche zu ärgern, haben weniger Frust, sind weniger aggressiv und kommen schneller in ein angenehmes oder zumindest neutrales, Gefühl zurück.

...   sind wir auch in Krisenzeiten besser dran. Erinnert ihr euch an die vielen Witze und Comics, die ganz am Anfang der Pandemie kursiert sind?

...   sind wir für genau diesen Moment in einem positiven Jetzt und alles andere wird für kurze Zeit unwichtig.

...   ist das Leben einfach schöner!

HUMOR IST SO PERSÖNLICH WIE EIN FINGERABDRUCK

Der Humor jedes Menschen ist ihm oder ihr so eigen wie ein Fingerabdruck. Und nicht selten kommt es vor, dass man sogar mit anderen Familienmitgliedern oder selbst guten Freunden feststellt, dass man einfach nicht dieselben Dinge witzig findet. Denn wir bewerten jeden Witz aufgrund des eigenen inneren Dialoges, der eigenen Erfahrungen, der aktuellen Stimmung, der Grundstimmung u.v.m. Viele Leute mit einem Witz abzuholen ist schon eine echte Kunst! Und wenn du kein Kabarettist bist, ist Toleranz angesagt! Nur weil jemand über deinen Witz nicht lacht, oder du über seinen/ihren nicht, heißt das nicht, dass er, sie oder du weniger oder keinen Humor hat.

Aber eines ist aus meiner Erfahrung unerlässlich, nämlich dass man mit dem Partner oder der Partnerin über dieselben Dinge lachen kann. Ich glaube sogar, das ist eine der ganz wichtigen Grundlagen für eine gute Partnerschaft. Aber man muss es schon auch tun! Gemeinsam blödeln, witzeln, was auch immer und dann gemeinsam lachen!

Die Gründe zu Lachen und das Humorverständnis ändern sich im Laufe des Lebens! Während Jüngere eher über aggressiven Humor lachen, auch über Witze, die auf Kosten anderer gehen, amüsieren wir uns über Humor, der verbindet und der verzeiht. Das ist auch klar, denn im Lauf des Lebens erfährt jeder Rückschläge oder erlebt Veränderung (auch der körperlichen Fähigkeiten), die alles andere als lustig bewertet werden können. Hier hilft ein verbindender Humor, diese Veränderungen leichter hinzunehmen.  

SEHR WITZIG? WO LIEGT DEINE HUMOR-FÄHIGKEIT?

Natürlich passiert uns immer wieder auch einmal etwas, was wir ganz und gar nicht witzig finden! Die Frage ist nur, wie lange ärgerst du dich darüber und wie intensiv? Ab wann kannst du darüber lachen und es humorvoll abschließen?

Bei all meinen Recherchen zu Humor haben mir das Buch[3]  und das Video  [4] Humor in unserem Leben von Vera F. Birkenbihl (Managementtrainerin und Vorreiterin im Bereich gehirngerechtes Lernen) am meisten geholfen, die Mechanismen dahinter zu verstehen. Sie beschreibt die Kunst, über unangenehme Situationen oder sich selbst zu lachen, als Humor-Fähigkeit in 5 Stufen.

 

Die 5 Stufen unserer Humor-Fähigkeit

Vera F. Birkenbihl

 

Stufe Null ist in der Grafik nicht eingezeichnet – das sind die Unversöhnlichen, die Altes immer wieder aufwärmen und hervorziehen. Meine Oma hat in dieser Kategorie hervorragend gespielt, in dem sie sogar noch stolz war darauf, dass sie „nix vergisst!“

Stufe 1 bedeutet: irgendwann kannst du darüber lachen, aber vielleicht erst Jahre später. Ich war Mitte Zwanzig mit Freunden in einem eleganten Restaurant und wir bekamen Gans mit Rotkraut serviert. Als ich es anschneiden wollte, rutschte ich mit dem Messer ab. Das ganze Gansl-Haxl (österreichische Gänsekeule 😀) flog quer über den Tisch und landete auf dem Teller eines Freundes! Das Gelächter über diese „Fluggans“ war groß! Aber für mich war das damals so unvorstellbar peinlich, dass ich es tatsächlich erst Jahre später so lustig finden konnte, wie alle anderen am Tisch.

In Stufe 2 gelingt dir das schon früher. Wenn z.B. auf Reisen etwas schief geht, meint mein Mann immer “Und irgendwann ist es doch nur mehr ein nettes G´schichtl!” Bereits in dem Moment, wenn er das sagt, können wir darüber schmunzeln!

Stufe 3 bedeutet, du ärgerst dich kurz und bereits unmittelbar danach kannst du lachen. Stell dir vor, du schaffst es, kurz nach dem ersten Ärger auf die Uhr zu schauen und dir du denken: „Es ist jetzt 14:03, um 19:45 werde ich mich weiter darüber ärgern, im Moment habe ich Wichtigeres zu tun.“ Ich garantiere dir, dein Ärger ist sofort weg.

Stufe 4. Es gelingt dir bereits in der Situation zu lachen! Das ist natürlich perfekt, denn damit bleibst du souverän und dein Lachen entschärft die Situation sofort. Das funktioniert in allen Lebensbereichen, ist aber nicht in allen gleich einfach! Eine Frage die dir dabei helfen kann lautet: “Was fände ich an dieser Situation komisch, wenn ich nicht selbst betroffen wäre?”

Stufe 5, Du lachst bereits mit, wenn andere über dich oder dein Missgeschick lachen (hätte ich bei meiner „Fluggans“ machen können). Wenn es dir gelingt mitzulachen, nimmst du jeder Situation die Peinlichkeit.

Mir ist aufgefallen, dass es bei mir Bereiche gibt, da fällt mir sogar die Stufe 5 leicht, aber in anderen komme ich gleich nach meiner Oma 😉. Ich stelle da also Aufholbedarf fest und habe beschlossen, mich näher damit zu beschäftigen.

WIE LERNT MAN HUMOR?

Ich habe das 7 Habits Humor Program von Paul McGhee [5], einem der bekanntesten Humorforscher, genommen und damit experimentiert. Die Grundidee ist, an guten Tagen Humor ebenso gezielt zu trainieren, wie z.B. Muskeln. Denn dann hat man ihn parat, wenn man ihn wirklich einsetzen will. Hier sind meine ersten Erfahrungen damit und vielleicht habt ihr auch Lust, das eine oder andere auszuprobieren.

Umgib dich mit Humor und mach Sachen, die dich zum Lachen bringen

Nach 6 oder 7 Jahrzehnten des eigenen Lebens hat man wohl ein gutes Gefühl dafür, worüber man gerne lacht oder schmunzelt und weiß auch ziemlich genau, was man nicht mag. Das ist ja auch ganz wunderbar, aber für die Stufe 5 lohnt sich ein Abstecher in ganz andere Gefilde.

Lachen ist z.B. etwas sehr körperliches und vor allem, es ist ansteckend. Allein schon wenn du Lachende siehst, machst du unweigerlich mit. Schau dir doch einmal dieses Video Happiness starts with a smile an, in dem ein einziger Mann mit seinem Lachen einen vollen U-Bahn-Waggon zum Mitlachen bewegt. Egal wie oft ich dieses Video sehe, ich lache immer wieder mit. Solche Videos gibt es eine ganze Menge, probier´ es einfach aus.

Sammle Lieblingswitze

Ein Tipp sowohl von Birkenbihl als auch von McGhee lautet, dass man die eigenen Lieblingswitze sammeln sollte. Das Spiel mit der Sprache ist die erste echte Humorfähigkeit. Gute verbale Fähigkeiten spielen eine wichtige Rolle bei der Verwendung von Humor, um eine positive Stimmung und Lebenszufriedenheit im Alltag zu fördern. Außerdem nützen sich Lieblingswitze nicht ab und man kann noch Jahrzehnte später darüber lachen oder sie erheitern einen zumindest.

Beim Vorbereiten dieses Post bin ich draufgekommen, dass ich bereits gegen Ende meines Studiums für ein paar Jahre Witze gesammelt habe. Dieses Buch stand seit Jahrzehnten unbeachtet zwischen anderen in einem Bücherregal und ist mir jetzt wieder in die Hände gefallen. Und beim Durchlesen bin ich draufgekommen, dass ich sie alle noch mag! 👍

Erzähle Witze und humorvolle Geschichten weiter

Also dafür müsste ich weit über meinen Schatten springen, denn als Kind habe ich es gehasst, wenn mein Vater bei allen möglichen Gelegenheiten, seine (für mich immer gleichen) Witze erzählte. Und ich habe mir vorgenommen „Das machst du nie!“
Allerdings ruft uns ein Freund immer wieder an, nur um einen Witz mit uns zu teilen. Wir lachen gemeinsam und wünschen uns einen schönen, heiteren Tag. So eine nette Geste! Vielleicht springe ich doch noch über meinen Schatten?

Nach einem schönen Abend fragt ein älterer Herr die ältere Dame: „Gehen wir zu dir oder zu mir?“ Sie denkt kurz nach und fragt dann „Kommt darauf an. Was hast du für eine Matratze?“

„Ein Opa fährt langsam auf einer schmalen Bergstraße. Hinter ihm bildet sich eine Kolonne. Sein Enkel dreht sich um und sagt: „Cool, Opa, du hast schon 7 Follower!“ 

Hast du Hunger?“ „Wieso, brauchst du einen?“

 

META BENE [6]

 

Ich habe auch versucht Witze über das Alter zu sammeln. Dabei ist mir aufgefallen, dass sie überwiegend sarkastisch, zynisch und abwertend mit dem Alter umgehen. Spiegelt das nicht die Wertigkeit des Alters in unserer Gesellschaft wider?

Witzige Situationen im normalen Alltag finden.

Zwei weitere Vorschläge lauten: Frag dich einerseits untertags in unterschiedlichen Situationen immer wieder „Was könnte daran heiter sein?” und andererseits, suche dir ein Bild aus einer Zeitschrift und gib ihm einen völlig anderen, humorvollen Titel.

Als ich mich einige Tage darauf konzentriert habe, ist mir aufgefallen, wie oft ich solche Situationen finde und mit anderen darüber lachen kann.

 

Aus der Ausstellung: Das Alter in der Karikatur Dr. Franziska Polanski [7]

 

Humor im Alter – Echt jetzt? Ja klar!

Herzlichst
Helga

Zu diesem Post passen auch: The soundtrack of my life und Darum brauchen wir Vergnügen

[1] Wikipedia

[2] Arthur Köstler https://de.wikipedia.org/wiki/Bisoziation

[3] Vera F. Birkenbihl: Humor: An Ihrem Lachen soll man Sie erkennen. mvg Verlag 2005

[4] Vera F. Birkenbihl: Humor in unserem Leben; YouTube - https://www.youtube.com/watch?v=osL1MjjTrsw

[5] Ruch, Willibald; University of Zürich, 2018: Training the sense of humor with the 7 Humor Habits Program and satisfaction with life https://www.zora.uzh.ch/id/eprint/150299/1/%5BHUMOR%5D_Training_the_sense_of_humor_with_the_7_Humor_Habits_Program_and_satisfaction_with_life.pdf

[6] META BENE https://steadyhq.com/de/metabene/posts/866bdb4a-0315-4e16-b561-37707e5d9b7c

[7] Dr. Franziska Polanski  (Universität Heidelberg) https://www.das-alter-in-der-karikatur.de/ausstellung/

Höchste Zeit für ein neues Weltbild!

Was wäre, wenn dir bewusst wäre, dass du im Kern ein Energiefeld bist? Und nicht nur Du, jede und jeder Einzelne von uns allen! Was wäre, wenn du dein Energiefeld mit Gedanken und Beobachtungen verändern könntest? Und sich das auch bis auf Zellebene auswirkt? Welchen Stellenwert würdest du dann negativen Gedanken geben? Was würde es bedeuten, wenn all unsere Gedanken und Emotionen in einem unendlichen Informationsfeld gespeichert wären? Was wäre, wenn du Wissen aus diesem Feld abrufen kannst, das du nie gelernt oder erworben hast? Wie würdest du das einsetzen? Wie würde all das unseren Alltag, unsere aktuellen Probleme und auch die Sicht auf das Alter verändern?

Die Quantentheorie zeigt uns, dass all das möglich ist. Und sie ist bereits seit 100 Jahren bekannt! Sie ist real, denn ohne sie gäbe es die enormen technischen Entwicklungen nicht, die wir seit damals erleben, vom Handy bis zum Laser an der Kasse. Es wird also allerhöchste Zeit, dass wir endlich auch unser Alltagsdenken darauf ausrichten!

In diesem Post, möchte ich euch einige Ideen geben, was das verändern würde und zeigen, warum das gerade jetzt so notwendig ist,

Take away

  • Altersdiskussion – Mehr desselben ist nicht die Lösung!

  • Wie die Erkenntnisse der Quantenphysik im Alltag angewendet werden können.

  • Die Raupe zeigt uns, wie es möglich ist, sich zu entfalten.

 

pexels: Miriam Fischer

 

MEHR DESSELBEN IST NICHT DIE LÖSUNG!

Man kann heute kaum eine Zeitung öffnen, ohne dass uns die Probleme der pilzförmigen Alterspyramide und des demographischen Wandels vor die Nase gehalten werden. Nachdem nun die Babyboomer, die geburtenstarken Jahrgänge zwischen Mitte 1950-1960, sukzessive in Pension gehen, steigt das Jammern. Wie sollen die 20-40 Jahre Pension finanziert werden? Dieser Mangel an Fachkräften! Wir sollten länger arbeiten! Woher kommen die Pflegekräfte? Altersarmut, Einsamkeit, Demenz ... all diese Themen schwirren ohne wirkliche Antwort in den Medien herum.

Ich lese z.B. gerne das Wirtschaftsmagazin brand eins, weil es zu gesellschaftlichen Schwerpunktthemen nicht nur kritische Analysen bringt, sondern vor allem auch viele positive Beiträge zu Lösungen enthält. Daher war ich auf die Ausgabe „Was, wenn wir alle 100 werden? – Neue Lebensplanung“[1] sehr gespannt. Diesmal allerdings war ich echt enttäuscht, fast sogar verärgert! Es war nicht viel Neues zu finden, sondern fast nur die alte Leier: Mehr Finanzmittel!  Wir müssen alle länger und mehr arbeiten. Wir brauchen mehr Pflegekräfte. Wir brauchen einen medizinischen Durchbruch. Allerdings hat mir der Aspekt gefallen, dass man dann natürlich eine ganz andere Karriereplanung andenken kann, wenn man sicher 100 wird. Also z.B. sich mehr Auszeiten zwischendurch zu gönnen, damit man überhaupt in der Lage ist, länger zu arbeiten.

Ich glaube jedoch, wenn wir alle 100 werden, braucht es tiefergreifende Veränderungen. Mit mehr dieser kleinen Anpassungen wie „Da arbeiten wir halt länger, oder „Wir schaffen Alters-WGs!“ und „Wir brauchen mehr Pflegekräfte!“ etc. ist es nicht getan.

Mit derselben Einstellung und Fortsetzung unserer materialistisch und leistungsorientiert ausgerichteten Lebensweise werden wir diese Herausforderungen nicht meistern. Das sehen wir doch jetzt schon! Die Art, wie wir die Welt verstehen und wie wir daher agieren, hat ausgedient! Es geht um neue Werte und schlicht um ein neues Weltbild!

Probleme kann man niemals
mit derselben Denkweise lösen,
durch die sie entstanden sind.

Albert Einstein

SEIT 100 JAHREN BEKANNT, ABER NICHT INTEGRIERT

Das Zitat von Albert Einstein ist in jeder Hinsicht zutreffend für unser Thema! Denn er hat die Physik auf den Kopf gestellt und fundamentale neue Denkansätze entwickelt. Alles ist Energie! Das war vor 100 Jahren eine Revolution. Und die Quantenphysik ist zum Fundament der technischen Entwicklung geworden, die wir heute überall nutzen. Aber wir haben verabsäumt, auch die philosophischen Erkenntnisse daraus in unseren Alltag und in unser Denken zu integrieren.

Auf dem Kongress Spirit in Business, den ich 2004 (also bereits vor 19 Jahren!) mitveranstaltet habe, hat der Quantenphysiker Hans-Peter Dürr die Problematik unserer antiquierten Denkweise folgendermaßen auf den Punkt gebracht:

Basierend auf der neuen Physik haben wir die Technik des 20. Jahrhunderts geprägt: Mikroelektronik, Computer, Laser u.s.w. Jetzt wollen wir mit dieser Technik das 21. Jahrhundert gestalten, aber gesellschaftlich haben wir immer noch die Denkweise aus früheren Jahrhunderten. Eine Denkweise, die sich ausschließlich mit dem Materiellen beschäftigt und nicht mit der Energie, die diese Materie ausmacht. Diese Denkweise hat auch mit der ganzen Krise zu tun, die wir heute erleben! Wir glauben, dass die Krise mit Wirtschaft zu tun hat - aber im Grunde ist es eine geistige Krise! Nämlich, dass wir die Wirklichkeit falsch verstehen! Wir haben nämlich immer noch die Denke des 19. Jahrhunderts! Eine mechanistische, materielle Denkweise!“ [2]

Die Darstellung einer neuen Realität von Hans-Peter Dürr hat mich damals so begeistert und fasziniert, dass ich fast 20 Jahre lang nach wissenschaftlichen Erklärungen und spirituellen Erfahrungen dieser Quanten-Dimension gesucht habe. Meine Erkenntnisse, und wie man Quantenphilosophie[3] in den beruflich-wirtschaftlichen Alltag integrieren kann, findet ihr in meinem Buch BUSINESS ENERGETIK [4]. In diesem Post möchte ich das Thema wieder aufgreifen und das Alter beleuchten.

Über Quantenphysik gibt es viel Informationsmaterial, auch solches, das man selbst als “Nicht-Physiker” versteht. Und ich würde euch gerne ermutigen, in diese neue Welt einzutauchen[5], denn es regt unglaublich an, sich selbst und unsere Welt völlig neu zu sehen. Besonders spannend aber finde ich die Fragen, die sich daraus für unseren Alltag ergeben.

DAS NEUE WELTBILD - WORIN LIEGT DER UNTERSCHIED?

Ich unterscheide zwischen diesen beiden Weltbildern:

×      Das herkömmliche, materiell-mechanistische Weltbild (klassisches Weltbild), das wir aus der Schule kennen und die Grundlage für unsere Wissenschaft, Wirtschaft und die klassische Medizin ist.

×      Das holistische-energetisch-spirituelle Weltbild (energetisches Weltbild), das auch auf der Quantenphilosophie aufbaut, zeigt uns ein völlig anderes Bild der Realität.

 
 

Die Unterschiede sind in allen Lebensbereichen zu erkennen, etwa in der Art wie wir wahrnehmen, entscheiden und Lösungen anstreben. Daher möchte ich euch einige dieser unterschiedlichen Zugangsweisen zeigen.

Die Grundzüge der beiden Weltbilder:

×       Das herkömmliche materiell-mechanistische Weltbild ist in der klassischen Physik verankert. Die Welt besteht aus getrennten Objekten und funktioniert wie eine Maschine. Auch wir Menschen sehen uns als Individuen, die voneinander getrennt sind. Mit der Umwelt interagieren wir nur durch unser Handeln. Alle Ereignisse und physikalischen Vorgänge können eindeutig mit entsprechenden Messgeräten gemessen werden. Alles ist determiniert und planbar. Das Handeln ist durch Ratio und Logik, Verstand und Wissen geprägt.

×       Das holistisch–energetisch-spirituelle Weltbild folgt den Erkenntnissen der Neuen Physik (Quantenphysik). Die Grundzüge stimmen in erstaunlichem Maß mit den empirischen Erkenntnissen traditioneller Lehren wie TCM, Ayurveda u.v.m. überein und diese werden so leicht erklärbar. Die Basis von allem sind Energie und Information! Das Bewusstsein und der Beobachter spielen eine wesentliche Rolle, denn alles ist miteinander verbunden. Es gibt keine voneinander unabhängigen Aktionen. Nichts ist festgelegt. In diesem Weltbild sind auch Anwendungen wie Energieübertragungen, Reiki, Fernheilungen, Homöopathie, Akupunktur, Aufstellungsarbeiten u.v.m. verankert und werden sukzessive nachweisbar.

Interessanter Weise fand ich sowohl für das materialistische Weltbild, das unsere westliche Gesellschaft, Medizin und Wissenschaft prägt, als auch für das energetische Weltbild, das häufig mit fernöstlichen Lehren verbunden wird, Wurzeln im antiken Griechenland, also unserem westlichen, philosophischen Erbe. Während Demokrit (ca. 400 v. Chr.) mit seiner Lehre vom Atom die Materie als Basis unserer Existenz geprägt hat, sprach Sokrates (auch ca. 400 v. Chr.) von einer unsichtbaren Kraft, die der Materie Form verleiht, einer Universalenergie, die vor der Materie da ist und unvergänglich ist. Mit seiner Lehre schließt er direkt an die Philosophie des Ostens an, der Lehre von Chi oder Prana, TCM, die durch die Erkenntnisse der Quantenphysik nun auch eine wissenschaftliche Erklärung bekommen haben.

Welche Auswirkungen diese neuen physikalischen Erkenntnisse für unseren Alltag haben, wurde bisher wohl unterschätzt, weil sie unserem bisherigen „normalen“ Realitätsbild massiv zu widersprechen scheinen. Inzwischen gibt es jedoch mehr und mehr Interpretationen für das tägliche Leben. Etwa, dass Gedanken (ebenfalls eine Energieform) einen wesentlichen Einfluss auf die Realität haben. Auch der Effekt des Beobachters ist neu. Alleine durch bewusstes Beobachten nimmt man Einfluss auf das Geschehen. Wer denkt schon daran im Alltag?.

Hier sind noch ein paar wesentlich Unterschiede, die in unserem Alltag eine Rolle spielen.

×        Während die Wahrnehmung im klassischen Weltbild nur über die 5 Sinne und Messgeräte läuft, kommt im energetischen Weltbild der Intuition eine essentielle Bedeutung zu. Es geht dabei um die Verbindung mit dem universellen Quantenfeld und den darin gespeicherten Informationen, die nur in einem entspannten Zustand möglich ist. Also um Wissen, das der rationale Verstand nicht wissen kann,

Das führt dazu, dass Problemlösungen völlig anders stattfinden.

×        Im klassischen Weltbild geht es um Analysen, die zunehmend auf elektronische Medien verlagert werden, um die Komplexität zu bewältigen. Also z.B. möglichst viele Daten und Details zu sammeln um daraus Handlungsoptionen logisch abzuleiten. Alles baut auf erworbenem Wissen auf.

×        Problemlösungen im energetischen Weltbild eröffnen sich, indem man sich im ersten Schritt durch Ruhe und Intuition einen möglichst ganzheitlichen Überblick verschafft, um energetische Muster und Informationen aufzuspüren, die anschließend auf dieser Ebene auch verändert werden können. Mit dem Blick auf das Ganze erkennt man den Kern des Problems oder „worum geht’s wirklich?“

Ganz wesentlich unterscheiden sich die Weltbilder im Umgang mit Veränderung.

×        Im klassischen-Weltbild werden Veränderungen im Außen gesucht: Die Umstände müssen sich ändern! Die anderen sollen etwas tun!  Auch man selber kann eine Handlung setzen, die das Außen verändert – neuer Job, neuer Partner, neue Wohnung ... Schönheits-OPs!

×        Im energetischen-Weltbild beginnen Veränderungen im Inneren durch Selbsterkenntnis und Neuprogrammierung. Wenn jemand Frieden im außen will, muss er/sie zuerst Frieden im Inneren suchen! Bezogen auf unser Thema – das Alter – bedeutet das, dass das eigene innere Bild, der Sinn und die Einstellung primär entscheidend dafür sind, wie das Alter erlebt wird. (Dein inneres Drehbuch; Schönheit des Alters, Sinn im Alter)

Besonders gravierend ist der Unterschied, wie Körper, Krankheit und die möglichen Hilfestellungen dazu gesehen werden.

Während in der klassischen Medizin der Körper von seiner stofflich-chemischen Seite her betrachtet wird und Interventionen dort ansetzen, geht man im energetischen Weltbild davon aus, dass der Körper im Grunde verdichtete Energie und Information ist. Sie prägt die Form und den Großteil seiner Funktionsweise

×        Die Hilfestellung in der klassischen Medizin erfolgt durch chemische oder mechanische Behandlungen, (Schmerz-) Therapie, Einsatz von Ersatzeilen, Anti-Aging Techniken, Prävention, u.v.m. Chronische Krankheiten werden überwiegend mit Medikamenten behandelt. Speziell im Alter geht es oft nicht mehr um Heilung, sondern um Aufrechterhaltung der Lebensqualität, Schmerzbehandlung und Beherrschung.

×        Die Hilfestellung im energetischen-Weltbild erfolgt mit alternativen, komplementären Methoden wie TCM, Energiemedizin, Homöopathie, Kinesiologie, Energetik etc. Der Fokus liegt in einer holistischen Betrachtungsweise, dem Lösen von Energiemustern hinter dem Symptom im Energiefeld eines Menschen, mit dem Ziel eine energetische Ausgewogenheit, Stärkung des Energiezustandes und Aktivierung der Selbstheilungskräfte zu bewirken.

Kommen wir nun zum Alter. Es ist völlig anders, ob man den Körper als Maschine betrachtet, der irgendwann aufgrund von Abnützungserscheinungen den Geist aufgibt und daher mit Eingriffen materiell unterstützt werden muss, oder ob man den Menschen als energetisches Wesen betrachtet, mit einer Seele und einem unsterblichen Anteil, das mit seinen Gedanken und Emotionen weitgehend Schöpfer der eigenen Realität ist.

×        Im klassischen Weltbild ist der Alterungsprozess unvermeidbar, mit der Zelldegeneration erklärbar und betrifft alle Körperfunktionen. Wie schnell oder wie langsam das Altern des Körpers fortschreitet, ist unterschiedlich und lässt sich zum Teil durch einen gesunden Lebensstil beeinflussen.
Da es im klassischen Weltbild um Leistung geht, spielt der Leistungsverlust im Alter eine zentrale Rolle.
Schließlich tritt aufgrund einer Krankheit (in der Todesbescheinigung wird so gut wie immer eine Krankheit als Ursache diagnostiziert, wenn es nicht ein Unfall war) das Ende ein. Vom Menschen bleibt nichts übrig, außer sein Nachruf.

×        Im energetischen Weltbild bedeutet das Alter einen Reifungsprozess des gesamten Menschen. Krankheiten zeigen sich überwiegend aufgrund meistens langandauernder, emotionaler Belastungen und negativer Gedanken und suchen nach Heilung. Das kann man auch als Chance zur Selbsterkenntnis und Selbstreflexion nutzen. Postive Veränderungen im Energiefeld sind bis ins hohe Alter möglich und führen in jedem Fall zu einer Unterstützung der Selbstheilungskräfte.
Alte und selbst Hochbetagte spielen alleine durch ihr Sein und die Verbundenheit mit allen und allem eine Rolle.
Der Tod tritt ein, wenn die Seele den Körper verlässt und stellt einen geistig-spirituellen Übergang in eine andere Dimension dar. Die Essenz des Menschen mit all seinen Erfahrungen bleibt erhalten und ist Teil eines kollektiven Bewusstseins.

DAS OPTIMUM LIEGT IM SOWOHL-ALS-AUCH

Auch wenn diese beiden Weltbilder so unterschiedlich sind, das Optimum liegt definitiv in der Kombination von beiden. Und beide haben ihre Berechtigung. Weder das eine Weltbild, noch das andere ist aus meiner Sicht für sich selbst alleine erstrebenswert.

Der Philosoph Peter Sloterdijk drückt es so aus: „Angesichts der Endlichkeit unseres Wissens ist es vernünftig, den Realismus der positiven Erkenntnisse durch eine transzendentale Seite zu ergänzen“[6] 

Wie sehr alle davon profitieren, wenn man diese beiden Zugangsweisen miteinander verbindet, hat auch mein Arbeitskreis MITEINANDER Ärzte-Psychotherapeuten-Energetiker ergeben[7]. Wir haben einerseits theoretisch die Schnittstellen und Synergien aufgezeigt und konnten anhand von realen Beispielen nachweisen, wie sehr die gemeinsame Behandlung sowohl dem Klienten geholfen hat, als auch dem Gesamtsystem. Denn durch die zusätzliche, holistische, energetische Behandlung konnten Krankheiten in viel kürzerer Zeit geheilt oder verbessert werden. Wir sind zum Schluss gekommen, dass nur die Kombination dieser beiden Weltsichten langfristig unser Sozial- und Gesundheitssystem möglich und finanzierbar macht. Ganz abgesehen davon, dass die Erweiterung um die spirituell-energetische Ebene für jeden Einzelnen eine Bereicherung ist.

Das ist nur ein Beispiel, wie sich die anfangs gestellten Fragen neu denken lassen. Ich bin sicher, dass sich durch die Kombination der beiden Weltbilder auch in vielen anderen Bereichen neue Wege eröffnen. Auch für alle Lebenskonzepte und natürlich auch für „Was, wenn wir alle 100 werden?“

Mit der neuen Weltsicht ist es wie mit dem Lesen, wenn man einmal lesen gelernt hat, sieht man keine Buchstaben mehr, sondern erfasst primär den Sinn des Geschriebenen. Ähnlich ist es hier, sobald man sich für die energetische Sicht geöffnet hat und sie in das eigene Weltbild integriert hat, sieht man nicht mehr nur die materiellen Details, sondern immer auch die energetischen Zusammenhänge. Und denkt daran, die Veränderungen beginnen immer im Inneren!

Dann beginnt die Metamorphose wie bei der Raupe, die, nachdem sie sich satt gefressen hat, ihr Dasein komplett verändert. Jede Zelle erhält neue Informationen, bis sie sich schließlich als Schmetterling neu entfaltet.

Herzlichst
Helga

[1] Brand eins 2023/03: Was, wenn wir alle 100 werden?

[2] Hans-Peter Dürr, 2004, Vortrag: Ein neues Welt- und Menschenbild - Entscheidungsträger im Dienst von Mensch und Welt. B.A.U.M. - Forum 2004: Sustainable Leadership – Spirit in Business - Ethik, Spiritualität und Nachhaltige Entwicklung, Haus der Industrie Wien, http://www.baumaustria.at/

[3] Ulrich Warnke: Quantenphilosophie und Interwelt: Der Zugang zur verborgenen Essenz des menschlichen Wesens, Goldmann 2020

[4i Helga Pražak: BUSINESS ENERGETIK – Wie Sie mit Achtsamkeit und Intuition Ihren Berufsalltag meistern und Grenzen überwinden. Summerhill 2017

[5] Quantenphysik und Quantenphilosophie: Gut erklärt auf YouTube z.B. von Ulrich Warnke, Amit Goswami, Dean Radin u.v.m.

[6] Johannes Huber: Woher wir kommen. Wohin wir gehen. Die Erforschung der Ewigkeit. edition a; 2018 (Seite 15)

[7] Projekt Miteinander 2020-2022: IDEE Initiative für Dynamische Persönlichkeitsentwicklung https://www.idee.co.at/index.php/miteinander-statt-gegeneinander.html

Unsere Herzen sprechen miteinander

Habt ihr schon gehört, dass wir Emotionen nicht nur über Worte, Körpersprache und Reaktionen ausdrücken, sondern dass unser Herz diese auch ausstrahlt? Unsere Herzen kommunizieren miteinander und wir spüren das!

Emotionen sind keineswegs Privatangelegenheit! Das elektromagnetische Feld des Herzens sendet weit über unseren Körper hinaus permanent aus, wie wir uns gerade fühlen. Die Herzfrequenzvariabilität (HRV) bei Angst, Wut oder Sorgen ist völlig anders, als bei Wertschätzung, Freude und natürlich auch bei Liebe. Das beeinflusst nicht nur unseren gesamten Körper und damit unsere Gesundheit sondern es beeinflusst auch unser Zusammenleben.

Egal ob wir im Job mit vielen Leuten in Kontakt stehen oder als Senioren Beziehungen mit dem Partner, der Partnerin, Kindern, Enkeln, Freunden etc. haben, wir sind immer von vielen Leuten umgeben und daher spielen Emotionen von jedem einzelnen von uns ein große Rolle. Ich denke, wenn man sich diese Herzkommunikation immer wieder bewusst macht und weiß, worauf es ankommt, kann man viel dazu beitragen, selbst negative Stimmungen in eine neutrale bis positive Richtung zu bringen. Für mich ist es inzwischen eine wichtige Form der Kommunikation geworden.

Take away

  • Unser elektromagnetisches Herzfeld überträgt die Informationen unserer aktuellen Emotionen!

  • Wann immer wir mit anderen Menschen beisammen sind kommunizieren unsere Herzen miteinander.

  • Jemand, der gut drauf ist, hat gute Chancen, die Stimmung ganz ohne Worte auch bei anderen zu verbessern.

  • Ich zeige dir Atemtechniken, die dir dabei helfen.

 

Foto: HeartMath

HeartMath Institute 2009 [1] Jeder Einzelne beeinflusst das umliegende Feld

 

EMOTIONEN SIND KEINE PRIVATSACHE

Natürlich, Emotionen sind etwas ganz Persönliches, aber wir können sie unbewusst nicht für uns behalten. Wir bilden sie im Gehirn, in der sogenannten Amygdala, die unsere Sinneseindrücke oder unsere Gedanken bewertet und eine Körperreaktion auslöst. Also zum Beispiel die bekannte Fight-or-Flight Reaktion. Aber es ist auch unser Herz, das die aktuellen Emotionen an den Körper sendet. So wie es schlägt, wird unser emotionaler Zustand als elektromagnetisches Feld ausgesendet und das beeinträchtigt oder fördert unsere Gesundheit. Und auch noch 3-5 Meter im Umkreis kann dieses Signal mit feinen Instrumenten noch deutlich gemessen werden. Klar, dass andere Menschen es daher auch mehr oder weniger stark registrieren und ihr Nervensystem darauf reagiert. Das Herz ist Sender und Antenne für diese Schwingungen, wie beim Mobilfunk!

Das erklärt auch, warum man sich in einem Raum, wo Leute schlecht drauf sind, nach einiger Zeit ebenfalls nicht wohl fühlt, obwohl man anfangs eigentlich gut drauf war. Oder auch umgekehrt, dass man sich in Gesellschaft gut gelaunter Menschen automatisch wohler fühlt. Wir sind ständig miteinander verbunden, ob wir wollen oder nicht.

Auch negative Emotionen sind OK, wenn sie einem die Energie dafür geben, eine Aktion oder Handlung zu setzen oder sich zu schützen. Wenn der Ärger z.B. dazu führt, dass du diese Energie verwendest um den Mut zu haben deinen Standpunkt selbst gegen Widerstände klar auszudrücken, dann hat er seine Wirkung erreicht. Wenn du ihn aber nur hinunterschluckst, dann vergiftet er nicht nur dich selbst, sondern überträgt sich unbewusst auch auf andere, die vielleicht gar nichts damit zu tun haben.

Aus den Erkenntnissen der Herzkommunikationsforschung geht klar hervor

Wenn es möglich ist, umgib dich mit Menschen, die Freude, Begeisterung und Wertschätzung bis hin zu Liebe ausstrahlen

Vor allem aber, bring dich selber immer wieder in den Zustand positiver Emotionen und strahle diese auch aus

SO ENTSTEHT DAS HERZFELD

Im Herzen entsteht bei jedem Schlag ein schwacher Strom mit einer Spannung von etwa einem Tausendstel Volt. Diese elektrische Aktivität des Herzens kann mit dem EKG (Elektrokardiogramm) als Summe der elektrischen Aktivitäten aller Herzmuskelfasern gemessen werden. Wie mit jeder elektrischen Aktivität, geht dabei auch eine magnetische Aktivität einher. Dieses elektromagnetische Feld durchdringt den gesamten Körper und reicht noch weit darüber hinaus.

Ein gesundes Herz schlägt in einem bestimmten, geordneten Rhythmus. Die Abstände zwischen den jeweiligen Herzschlägen unterscheiden sich jedoch im Millisekunden-Bereich, und diese Unterschiede sind von entscheidender Bedeutung. Sie werden als Herzfrequenz-Variabilität (HRV, heart rate variability) bezeichnet und sind inzwischen ein wichtiger Parameter für Fitness und damit vielen Sportlern, besonders Läufern, gut bekannt. Die Herzvariabilität (HRV) spiegelt aber auch die Emotionen wieder, denn je nach Emotion zeigt sich ein deutlich anderes Bild.

 

HeartMath Deutschland [2]: Einfluss der Emotionen auf die HRV

 

Bei Emotionen wie Ärger, Angst, Zorn oder Wut zeigen sich chaotische Herzrhythmen, also sogenannte inkohärente Herzrhythmen, während Emotionen wie Dankbarkeit, Wertschätzung und Mitgefühl harmonische, kohärente Herzrhythmen erzeugt.

HERZKOHÄRENZ – EIN NEUER BEGRIFF

Wissenschaftlicher Vorreiter auf dem Gebiet der Herzkohärenz ist das HeartMath Institute [3] in Kalifornien, das seit ca. 30 Jahren die Mechanismen und Aktivitäten unseres Herzens erforscht, die unsere Wahrnehmung, Emotionen, Intuition und die eigene Gesundheit beeinflussen. Ihre Methoden zur Steuerung des sogenannten kohärenten Herzfeldes sind mittlerweile vielfach im Einsatz, z.B. in Unternehmen, der Polizei und sogar in Gefängnissen.

Herzkohärenz ist der Zustand, in dem der Herzrhythmus, die Atmung, der Gehirnrhythmus und Emotionen miteinander synchronisiert sind. Sie sind also energetisch aufeinander abgestimmt und schwingen harmonisch. Kohärenz bedeutet Ordnung, Verbundenheit, Stabilität und effiziente Nutzung von Energie. Diesen harmonischen Zustand hat man, wenn man im Flow ist. Mit Herzkohärenz findest du mehr innere Ruhe, emotionales Gleichgewicht, bist konzentrierter und widerstandsfähiger, also lauter gute Gründe, sich damit näher auseinander zu setzen!

MIT ATEMTECHNIK KANNST DU DEIN HERZFELD STEUERN

Von allen Parametern, die bei Herzkohärenz eine Rolle spielen, können wir die Atmung am leichtesten steuern. Daher kann man auch das Feld, das man ausstrahlt, durch bewusstes Atmen verändern.

Das geht alleine dadurch, dass man die Aufmerksamkeit auf die Herzregion legt, langsam und regelmäßig z.B. im 10 Sekunden-Rhythmus atmet – also 5 Sekunden einatmen und dann 5 Sekunden ausatmen und sich dabei vorstellt, der Atem strömt durch die Herzregion. Man nennt das Herzfokussierte Atmung.

 

HeartMath Institute [4] Der Übergang aus einem chaotischen in einen kohärente HRV-Zustand ist jederzeit möglich

 

SCHNELLE HERZKOHÄRENZ [5]

So kommst du in wenigen Minuten in einen kohärente Zustand.

  • Beginne mit herzfokussiertem Atmen indem du dir vorstellst, dass dein Atem in deinen Herzbereich hinein- und hinausfließt.

  • Während du so weiteratmest, denk an jemanden, der dich bedingungslos liebt oder an einen Menschen den du besonders liebst oder an eine Situation, die dich an ein tiefes Gefühl von Wertschätzung oder Fürsorge für jemanden erinnert.

  • Bleib in diesem angenehmen Zustand so lange, wie du möchtest und es gerade möglich ist.

Ich habe diese Atemtechnik in meinem eigenen Arbeitsalltag häufig angewendet und fand es immer beeindruckend, wie schnell die eigene Stimmung steigt. Aber noch mehr beeindruckt war ich jedes Mal, wie groß die Wirkung auf alle um mich herum war. Denn oft hat sich meine kohärente Stimmung auf alle anderen übertragen!

Und heute mache ich die „Schnelle Herzkohärenz-Atmung“ manchmal auch statt einer langen Diskussion, wenn z.B. einmal der „Haussegen schief hängen sollte“.

Herzkohärenz wirkt oft besser und schneller
als etwas auszudiskutieren!

SHIFT AND LIFT TECHNIQUE™

So kannst du anderen helfen.

Manchmal sieht oder spürt man, dass es einem Gesprächspartner nicht gut geht und möchte helfen. Das machen wir normalerweise, indem wir fragen und gute Ratschläge geben. Aber es geht auch anders, alleine durch zuhören und atmen!

Diese "Shift & Lift"-Technik kannst du jederzeit privat oder beruflich einsetzen. Das kann der Partner sein, mit dem man gerade einen Ärger hat, das können die Kinder sein, die man mit Worten einfach nicht erreicht z.B. wenn sie im Teenager Alter sind, das kann aber auch im Job sein, z.B. während einer Teamsitzung, wenn sich Ärgernisse anbahnen. Du und alle anderen werden davon profitieren.

Beim SHIFT erhöhst du zuerst deine eigene Herzkohärenz und beim LIFT wendest du dich der anderen Person zu. Man muss diese Person auch nicht lieben, aber du kannst durch Wertschätzung, Zuwendung, Respekt und Herzkohärenz dazu beitragen, dass sie wieder in Balance kommt und sich wohl fühlt.

  • Beginne wieder mit der herzfokussierten Atmung und halte sie während der ganzen Zeit.

  • Aktiviere ein Gefühl von Liebe (schnelle Herzkohärenz).

  • Dann wende dich der anderen Person zu, indem du mit einem Gefühl von Wertschätzung, Fürsorge und Respekt einfach nur zuhörst. Du brauchst weder zu fragen, noch Ratschläge zu geben. Bleib einfach bei dieser kohärenten Herz-Verbindung.

In Kürze wirst du mit ziemlicher Sicherheit eine Veränderung an der Person wahrnehmen, z.B. an der Körperhaltung oder am Gesichtsausdruck und auch die Energie, die sie verbreitet wird sich verändern. Das gleiche kannst du auch für ganze Gruppen machen. Mit diesem Wechsel aus einem stressigen, emotionalen Zustand in kohärente, gute Stimmung kannst du also aktiv das Gesprächsklima positiv gestalten.

Probier‘ es einfach aus, es funktioniert ganz hervorragend!

Herzlichst
Helga

Dazu passt auch der Post Hast du genug Energie?

[1] https://www.heartmath.org/articles-of-the-heart/global-interconnectedness/each-individual-impacts-the-field-environment/

[2] HeartMath Deutschland https://www.heartmathdeutschland.de/emotionale-zustaende-sind-messbar/

[3] HeartMath Institute - https://www.heartmath.org/

[4] https://www.heartmath.org/articles-of-the-heart/science-of-the-heart/article-explains-importance-of-heart-rate-variability-for-your-health/

[5] Markus Peters: Buch GESUNDHAMCHER HERZ  - Wie es uns steuert, verbindet und heilt. Der geniale Impulsgeber für Körper und Seele; VAK 2016

Sinn im Alter

Solange  „Anti-Aging und Forever Young“ angesagt sind, kann es schwierig sein, im Alter einen Sinn zu finden. Aber ich denke, wenn das Leben das Alter als Lebensphase eingerichtet hat, dann muss es auch einen Sinn haben! Und den gilt es zu finden.

Diesem Sinn will ich nachgehen, denn ich bin überzeugt, dass das Alter Erlebnisse und Erkenntnisse bringt, die man bisher noch nicht kannte und die auch nur im Alter erlebbar werden.

Deshalb freut es mich, dass ich euch heute über ein Gespräch mit Daniela Philipp [1] berichten kann, in dem wir genau diesen Fragen nachgehen. Daniela Philipp ist sinnzentrierte Unternehmens- und Lebens- und Sozial-Beraterin und Vorständin im Viktor Frankl Zentrum Wien [2].

Und, um es gleich vorwegzunehmen, das Alter ist eine einzige Sinn-Quelle!

Take away

  • Die Kunst des sinnvollen Lebens ist zu wissen, was wann dran ist. Und das ändert sich ständig.

  • Der Sinn liegt im jeweiligen Augenblick.

  • Alter ist ein negativ besetztes Wort: es sollte Vollendungsphase heißen.  

 

Sinn im Alter:
Im Gespräch mit Daniela Philipp

Sinnzentrierte Beraterin

 

VOLLENDUNG STATT ANTI-AGING

Liebe Daniela. auch wenn ich mich freue, dass ich mit Ende 60 körperlich so fit bin, ich finde den Hype um Anti-Aging und Forever Young nicht erstrebenswert. Denn ich habe das Gefühl, wenn man gegen das Alter kämpft, wird man schwer einen Sinn darin finden. Berauben wir uns da nicht wichtiger Erfahrungen?

Daniela: Oh ja, das Alter hat extrem vieles zu bieten, das einen mit Sinn erfüllt. An Stelle der schöpferischen Werte, die sich in der Leistungs-Fähigkeit ausdrücken, rücken eher die Erlebniswerte in der Begegnung mit der Welt und die Einstellungswerte in Bezug auf Unabänderliches in den Mittelpunkt. Daraus Sinn zu schöpfen geht bis zum letzten Tag und es sind andere Einsichten möglich, die sich in der Jugend noch nicht erschließen.

Alter ist ein schlechtes, negativ besetztes Wort. Für mich sollte es Vollendungsphase heißen! Ich sehe die Dynamik des Leben wie eine große Symphonie. Die Schönheit des Musikstücks zeichnet sich durch den Beginn, den Höhepunkt und vor allem den Schluss aus. Die letzten Takte sind entscheidend für den Gesamteindruck. Da legen sowohl Komponisten, als auch Musiker besondere Hingabe hinein. Auch wir dürfen diesen Schlussakkord spielen und das ist etwas anderes als zu sagen, jetzt bin ich halt alt und dann ist es einfach aus! 

Wieso wollen dann so viele an der Jugend festhalten und den dritten oder 4. Satz der Symphonie, sprich das Alter, nicht spielen?

Die großen Übergangsphasen im Leben machen den meisten Menschen Angst und daher wollen sie lieber die alten Gewohnheiten beibehalten, um in diesen (scheinbare) Geborgenheit und Sicherheit zu erfahren. Sie suchen nach Kontinuität. Also, z.B. Forever Young sein. Und natürlich leben wir in einer Kultur, die die Jugend mehr ehrt als das Alter.

Aber in der Logotherapie [3]gibt es die schöne Bezeichnung des „Sinn des Augenblicks“.  Sinn ist etwas, das immer wieder neu anklopft. In jeder Lebensphase und in jedem Moment. Wir müssen uns nur die entscheidenden Fragen stellen:

Wozu fordert mich das jetzt auf?
Was will das Leben jetzt von mir?
Was ist jetzt für mich am sinnvollsten zu tun?

Wenn du diese Fragen beantwortest,
ist es egal in welcher Lebensphase du gerade bist.
In der Jugend ist das Gebot der Stunde natürlich etwas anderes
als im Alter, wenn der Sinn der Vollendung ansteht.  

SINN BEDEUTET DAS BESTMÖGLICHE FÜR MICH UND ANDERE

Für viele ist der Pensionsantritt schwierig. Manche überfällt eine große Leere, andere eine Hyperaktivität. Nach der ersten Leere habe ich begonnen, mich intensiv mit dem Thema „Älter werden“ zu befassen. So ist dieser Blog überhaupt erst entstanden.

Sowohl Mangel als auch Fülle oder Hyperaktivität, beides kann zu einer SINN-LEERE führen. Manchmal ist es einfach nur wichtig, diese Leere auszuhalten, um daraus Neues zu schöpfen, wie du beschrieben hast. Aber es kann auch in der Fülle eine Sinn-Leere entstehen. Genug wovon wir leben können, heißt nicht unbedingt genug WOZU. Derzeit nehmen Depressionen in unserer Gesellschaft stark zu, obwohl objektiv gesehen von allem so viel da ist: Essen, Vergnügen, Information, Möglichkeiten. Und andererseits verwechseln viele Menschen ihren vollen Terminkalender mit Sinn, der aber bei all der Hektik oft unerfüllt bleibt.

Oft höre ich von Pensionisten stolz „ich weiß mir immer etwas zu tun.“ Aber nach deinen Ausführungen ist Sinn im Alter zu finden noch etwas anderes..

Ja, denn der Sinnbegriff der Logotherapie bedeutet das Bestmöglich für mich und andere!

Wir leben in einer Kultur der totalen Selbstoptimierung. Entscheidungen werden überwiegend aus einer ICH-Sicht getroffen und oft fehlt der Blick für´s Umfeld. Aber Sinn entfaltet sich nicht, wenn ich nur auf mich selbst schaue, sondern aus dem Bestmöglichen für mich UND andere. Also mein Beitrag für das persönliche Umfeld, für die Familie, Freunde und Kollegen ist entscheidend. Wenn man etwa in der Pension z.B. ein Studium macht, dann kann das einen Traum erfüllen, aber dieser kann entweder auf Kosten der Familie gehen, oder diese inspirieren. Daher steht immer wieder die Frage im Raum, wie kann ich das, was mir selbst Spaß macht so gestalten, dass es auch für die anderen gut ist.

DIE KUNST DES ALTERS IST DER GUTE LEBENSRÜCKBLICK

Im Alter kann manches wegfallen, was dem Leben früher Sinn gab: Aufgaben, Beruf, Hobbies oder auch Gesundheit. Darum drängt sich im (hohen) Alter die Sinnfrage gelegentlich verstärkt ins Bewusstsein. Manchmal auch als Sinnkrise.

Biologisch geht es mit uns über die Jahre bergab, wenn auch weniger schnell als früher, aber biographisch geht´s mit uns bergauf!

Im Alter kann man vielleicht das eine oder andere nicht mehr so gut, aber wenn wir auf die Schatzkiste eines Menschen schauen, all das Erlebte, dann ist diese voll. Die Kunst eines positiven Alters liegt daher darin, auch auf das Vergangene zu schauen. Wenn ich das nicht mache, sondern nur auf das noch Mögliche blicke, ist mein Glas mehr leer als voll. Und es kann sich Verzweiflung breit machen, wenn man sich bewusst wird, was man im Alter alles nicht mehr kann.  

Viktor Frankl hat dazu einen sehr guten Vergleich gebracht: Wenn ein Bauer nach der Ernte nach vorne schaut, sieht er ein Stoppelfeld. Wenn er allerdings zurückblickt, sieht er seine Ernte sicher in der Scheune liegen. So lange wir leben kommen neue Ernten dazu!

Vor einigen Monaten habe ich meine Memoiren über mein Berufsleben geschrieben. Das ist genau aus diesem Gefühl entstanden. Ich wollte mir bewusst machen, was ich schon alles erlebt habe und machen durfte. Mir vor Augen zu führen, was gelungen oder weniger gelungen ist, welche Menschen mich begleitet und welche Rolle sie für mich gespielt haben, wie meine Work-Life Balance ausgesehen hat und vieles mehr. Das war erfüllend und klärend gleichzeitig. (siehe auch Memoiren - mehr als Erinnerung)

Genau, entscheidend ist, wie man zurückschaut! Beim Lebensrückblick kommt es darauf an, worauf man den Blick richtet. Schaut man voll Wehmut zurück und führt sich permanent vor Augen, was man alles jetzt nicht mehr hat, dann richtet man den Blick auf das Stoppelfeld. Oder man schaut zurück und betrachtet die eingebrachte Ernte: Gutes und Schlechtes. In diesem Punkt geht man ohne Wertung heran. Und jetzt kommt der entscheidende Schritt: an dieser Stelle hast du die große Freiheit der persönlichen Einstellung dazu. Es geht darum, wie du heute dazu Stellung nimmst, nicht, wie du es damals erlebt hast! Es ist deine freie Entscheidung heute daraus ein Drama zu machen oder einen Entwicklungsroman, vielleicht sogar eine Komödie. Hier geht es alleine um Einstellungswerte.

Gut zurückzuschauen ist entscheidend für ein glückliches Leben. Selbst in der letzten Minuten meines Lebens habe ich den Freiraum, ob ich mit einem JA zu meinem Leben sterbe oder einem NEIN.

Sinn im Alter liegt auch im Erkennen der Vergangenheit und des Verewigten. Das ist der Reichtum gegenüber Jungen, die nur das Feld vor sich sehen. Unglücklich sind Menschen, die vergleichen, mit anderen oder mit sich selbst in früheren Jahren. In jedem Moment, wo ich mich vergleiche, wird es schwierig.

DIE 3 WERTEkategorien, die SINN AUSMACHEN:

  • SCHÖPFERISCHE WERTE  - Leistungsfähigkeit

  • ERLEBNISWERTE  - Liebesfähigkeit &. Beziehung zur Welt

  • EINSTELLUNGSWERTE - Freiheit der Entscheidung, Leidensfähigkeit

Du hast die drei Wertekategorien von Viktor Frankl schon einige Male erwähnt, die es dem Menschen ermöglichen Sinn zu verwirklichen: Können wir in Bezug auf das Alter noch näher darauf eingehen.

Die schöpferischen Werte finden wir in großem Ausmaß natürlich in der Erwachsenenphase. privat und im Beruf. Und das passt auch gut zu unseren gesellschaftlichen Werten. Im Alter werden sie weniger wichtig aber natürlich gibt es auch da noch reichlich Gelegenheit dazu, und oft in ganz anderer Form als bisher. (siehe Post Etwas machen, das Sinn macht)

Sinn entsteht aber auch durch die Erlebniswerte! Da geht es nicht nur um Urlaubs- und Reiseeindrücke, sondern auch, wenn wir passiv sind und uns etwas hingeben. Der Musik z.B., der Natur oder man hört nur ruhig zu. Dieser Sinn-Aspekt wird im Alter interessanter. Vielleicht kann man jetzt etwas mehr genießen, als früher. Erlebniswerte brauchen Achtsamkeit, Zeit und Hingabe.

Der wohl wichtigste Wert im Alter ist der Einstellungswert – also die Freiheit der Entscheidung. Es gibt Situationen, die wir nicht ändern können, Krankheit etwa oder Verluste. In solchen Fällen ist es wichtig, unsere innere Einstellung und unsere Haltung zum Ereignis, ganz bewusst zu wählen. Man muss nicht am Leid verzweifeln. Durch die Einstellung kann man selbst eine Tragödie in einen persönlichen Triumph zu verwandeln.

FRAG WOZU UND NICHT WARUM

Wenn uns etwas Schlimmes passiert fallen wir so häufig in die WARUM-Frage. Warum jetzt? Warum passiert das mir?

Ja, aber die Warum-Frage bringt gar nichts! Ganz im Gegenteil, sie führt uns in den Wahnsinn oder ins Bodenlose. Erst, wenn man das losgelassen hat und sich der Frage WOZU zuwendet, kann Tolles passieren. Es ist entscheidend, etwas Sinnvolles auch aus diesen Situationen herauszuholen und das geht auf irgendeine Weise immer.

An dieser Stelle kann man sich z.B. fragen: Was für ein Patient möchte ich sein: einer der jammert und leidet, einer der erträgt (und alleine das auszuhalten kann schon Sinn an sich ergeben) oder einer der selbst in dieser Situation noch das Bestmögliche für sich und das Umfeld herausholt.

Meiner Schwiegermutter konnte mit 97 ihre Wohnung nicht mehr verlassen und war auf die Pflege durch ihre Helferinnen angewiesen, die aus vielen Ländern kamen. Daher hat sie begonnen, einzelne Phrasen in deren Landessprache zu lernen und sich mit ihren Herkunftsländern zu befassen. Das war nicht nur für sie selbst eine spannende Aufgabe, sie hat ihren Pflegerinnen damit auch Anerkennung und Respekt gegeben und sich die Welt ins Krankenzimmer geholt.

Ein wunderbares Beispiel! Selbst in diesem hohem Alter hat sie der Situation Sinn gegeben und das Bestmögliche für sich und die anderen gemacht. Altern ist so gesehen eine geistige Leistung, die ein hohes Maß an Einfallsreichtum braucht.

JA ZUM ALTER, JA ZUM SINN DARIN

Ich bin überzeugt, wer Ja sagt zu seinem Alter, wird eher auch in fortgeschrittenen Jahren Sinn-Erfahrungen machen. Wenn du weniger nach dem „Sinn des Lebens“ oder Sinn des Alters fragst, sondern vielmehr nach dem „SINN IM LEBEN“, oder dem Sinn im Alter, dann kannst du diesen in jeder Phase, in jeder Situation neu finden. Wenn man den Sinn des Augenblicks erfasst und sich dem jedes Mal stellt, dann entstehen viele Episoden, die sich wie eine Perlenkette aneinanderreihen. Daraus ergibt sich schließlich meines Erachtens auch der Sinn des Lebens. Es ist wie in einem guten Film, die letzten Szenen bringen oft erst die Klarheit und bringen alles zusammen.

Im Alter geht es um Vollendung! Wie bei einem guten Film!

Liebe Daniela, ich danke Dir für unser Gespräch, Deine Anregungen und vor allem, dass wir uns auf viel Sinn im Alter freuen können.

Herzlichst
Helga

Bücher von Daniela Philipp

  • SinnPulse 01 – Sinn und Entscheidung – Entscheidende Impulse für eine sinnvolle Wahl bei kleinen und großen Lebensfragen; live relations 2020

  • SinnPulse 02 – Sinn und Krise – Ermutigende Impulse für eine gelingende Zukunft trotz Krise; Live relations 202

Mehr zur Säule SINN in meinem Konzept für strahlend Alt werden, findet ihr in meinem Post 5 Säulen für ein strahlendes Alter

[1] Daniela Philipp: Training.Coaching.Consulting, https://www.coaching-consulting.at/ 

[2] Viktor Frankl Zentrum Wien https://www.franklzentrum.org/zentrum/programm.html

[i] Logotherapie & Existenzanalyse, ist die sinnzentrierte Psychotherapierichtung nach Viktor Frankl. Sie leitet sich von den 3 Grundgedanken ab: Freiheit des Willens, Wille zum Sinn und Sinn im Leben.

Der Selbstliebe mehr Raum geben

Sich selbst zu lieben kennt kein Alter! Doch jetzt im Alter zeigt sich mehr und mehr, ob und wie man Selbstliebe empfindet. Kann man mit den Veränderungen gelassen umgehen oder wird man mehr und mehr verbittert?

Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, dass es gar nicht notwendig ist Selbstliebe zu lernen, da sie sowieso unser innerster Kern ist. Wir müssen ihr nur mehr Raum geben, indem wir sukzessive all das wegräumen, was sie zudeckt. Dazu zählen insbesondere kritische und abwertende Selbstgespräche, Wenn-Dann-Prägungen und dauernde, wertende Vergleiche. Darum geht’s heute – wie immer: um strahlend alt zu werden!

Take away:

  • Selbstliebe müssen wir nicht lernen, sie ist in uns immer da

  • Es liegt an uns, ihr mehr und mehr Raum zu geben

  • Der innere Kritiker muss in die Schranken gewiesen werden, denn er überschreitet oft seine Grenzen

 

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SELBSTLIEBE IST MEHR ALS SICH VERWÖHNEN

Wie merkst du, dass du Selbstliebe empfindest? Woran erkennst du das? Wie fühlt sich für dich Selbstliebe an?

Oft höre ich, dass Selbstliebe gleichgesetzt wird mit „sich etwas Gutes tun“ oder gut zu sich selber zu sein (z.B. eine Massage oder ein Wellnesswochenende). Andere wieder meinen, dass es darum geht, sich der eigenen Stärken bewusst zu sein. Aber die Definition von Selbstliebe beinhaltet viel mehr: es geht um die Selbstannahme mit allen Stärken und Schwächen in Form uneingeschränkten Liebe. Und das kann eine Herausforderung sein!

Es ist schön, sich seiner Stärken bewusst zu sein (z.B. Wissen zu haben, das gebraucht wird; sportlich zu sein), wenn daneben allerdings der innere Kritiker uns abwertet (z.B. ich werde aber immer dicker, langsamer,...), dann ist die Selbstliebe nicht uneingeschränkt.

Nach meinen Erfahrungen aus den 20 Jahren, in denen ich mich mit Energetik befasst habe, ist Selbstliebe nicht etwas, was wir lernen oder was wir uns aneignen müssen. Selbstliebe, so wie ich es sehe, ist immer da! Sie ist vielmehr unsere innerste Kraft und das, was uns ausmacht.

Wir sind im Kern Selbstliebe!

DER SELBSTLIEBE RAUM GEBEN

Wie sehr wir sie spüren, uns darüber bewusst sind oder nicht, liegt an unseren verschiedenen Prägungen und Eigenschaften, mit denen sie überdeckt, verdrängt oder unterdrückt wurde. Die Einschränkungen stammen entweder aus der Kindheit, wurden epigenetisch von den Ahnen übernommen oder die Seele hat sie aus einem Vorleben mitgebracht. Manche nennen das Karma. Es sind negative Gedanken, Glaubenssätze und Emotionen über uns selbst und unseren Körper.

Den strahlenden Kern von Selbstliebe müssen wir nicht lernen, aber wir können ihm mehr Raum geben, indem wir nach und nach diese Einschränkungen auflösen.

Darin sehe ich auch eine wichtige Aufgabe im Alter, denn genau das macht den Unterschied zwischen einem liebenden oder einem verbitterten Senior oder einer Seniorin. Mit jedem noch so kleinen Schritt merkt man, wie sich die Selbstliebe ausdehnt und für innere Ruhe und Frieden sorgt.

WAS STEHT DER SELBSTLIEBE IM WEGE?

Nach Barbara Fredrickson (Professorin für positive Psychologie), sind es die Selbstherabsetzung und die Selbstverherrlichung, die der Selbstliebe im Wege stehen. [1]

Durch die Selbstherabsetzung glauben wir nicht, dass wir es wert sind, geliebt oder akzeptiert zu werden. Sie meint „auf einer unausgesprochenen Ebene tun wir unsere guten Eigenschaften als unwichtig ab und bleiben unseren Unzulänglichkeiten verhaftet. Vielleicht glauben wir, unsere Defizite erst ausmerzen zu müssen, bevor wir uns selbst vollkommen lieben und akzeptieren zu können: „wäre ich doch nur dünner, sportlicher, disziplinierter, organisierter, erfolgreicher...“, doch dabei bleibt es meistens. Wir warten ab, ohne wirklich etwas zu verändern und entziehen uns die Liebe, bis diese unausgesprochenen Bedingungen erfüllt sind. Aber das Warten endet nie und ebenso wenig fließt die Selbstliebe.“

Unter all den Abwertungen spielen Schuld und Scham die größte Rolle. Schuld ist ein Gefühl, das seit Jahrhunderten, besonders im religiösen Kontext, in unserer Gesellschaft eine wichtige Rolle spielt und wir alle von klein auf mitbekommen haben. Das Gefühl von Schuld hält einen in Bann und verhindert jegliche persönliche Weiterentwicklung. Damit kann das jeweilige Ereignis nicht aufgelöst werden und Selbstliebe kann nicht fließen. Scham ist in gewisser Weise noch perfider, weil sie die persönliche Würde und den Selbstwert untergräbt und generell als die Emotion mit der geringsten Energie gilt. Es ist daher schwer, aus eigener Kraft der Scham zu entkommen. Ich habe den Eindruck, dass speziell Scham im höheren Alter eine zunehmende Rolle spielt, wenn der Körper nicht mehr der Würde entspricht, die wir als Kind gelernt und so intensiv damit verbunden haben. Mit dieser Scham wird die Selbstliebe zugedeckt.

Ebenfalls abwertend sind „Wenn-dann“-Bedingungen. Als wir klein waren, war es noch üblich zu hören „Wenn du brav bist, dann hat dich die Mama/der Papa/die Oma ...  lieb!“ oder so ähnlich. Dieses schreckliche „Wenn–dann!“ Es steckt in so vielen von uns noch tief drinnen! Aber es ist schlicht und einfach falsch und erniedrigend! Wirkliche Liebe kennt keine Bedingungen! Auch die Selbstliebe nicht!

Interessanter Weise steht auch die Selbstverherrlichung der Selbstliebe im Wege, obwohl sie vorgibt, genau diese zu sein. Eine überhöhte Sichtweise von sich selbst oder eine besonders hohe Selbsteinschätzung muss sich permanent durch positives Feedback bestätigen und ist daher alles andere als Liebe.

Selbstliebe kennt keine wertenden Vergleiche und erzeugt dadurch innere Ruhe. Also tun wir etwas für die Selbstliebe!

In meinen Posts Let´s Celebrate und „feiere deinen Körper“ findet ihr schon einige Anregungen, wie und warum wir gerade im Alter unseren Geburtstag und unseren Körper feiern sollten. Jetzt zeige ich euch noch drei weitere Möglichkeiten, wie man der Selbstliebe zu mehr Raum verhelfen kann.

ICH BIN GUT!

Wir Senioren haben das alles hinter uns: bei Prüfungen bestehen müssen, sich im Job beweisen müssen, schneller, besser, kompetenter sein, sich gut darstellen, um einen speziellen Job zu bekommen, eine gute Mutter/Vater sein ... etc. Irgendwie waren diese Anforderungen und Vergleiche zumindest seit der Schule und dann im Job in gewisser Weise immer anwesend.

Jetzt, in der Pension, fallen viele dieser Bestätigungsmuster weg. Wir müssen und brauchen uns, Gott sei Dank, nichts mehr beweisen! Im Grunde gibt es nur mehr eine Instanz, die zufrieden sein muss, ICH! (mein inneres Kernteam), und zwar ohne irgendeinem Vergleich mit anderen standhalten zu müssen!

Mit der Aussage „Ich bin gut“ geht es keineswegs um die oben zitierte Selbstverherrlichung, sondern nur darum, mir bewusst zu sein, dass ich mit mir, meinen Aktivitäten, meinen Gedanken und meiner Leistung, vor allem aber mit meinem Sein in meinem tiefsten Inneren glücklich bin.

Gestern hatte ich so einen Moment. In einem Gespräch mit meiner Schwester haben wir uns aus heiterem Himmel gegenseitig erzählt, worauf wir gerade stolz sind. Es ging überhaupt nicht darum, den anderen zu Begeisterungskommentaren zu bewegen sondern einfach einmal laut auszusprechen, dass ich auf etwas stolz bin, das ich jetzt mache. Ich mach das gut! Ich bin gut!  Und die andere hörte ohne Kommentar voll Freude und Mitgefühl zu. Das war cool! Probiert das einmal aus!

VETO GEGEN DEN INNEREN KRITIKER

Leider ist da oft noch die andere Stimme in mir, die viel weniger freundlich ist. Vor kurzem war ich beim Ausfüllen eines Online-Formulars wieder einmal richtig wütend auf die Technik und auf mich! Es war alles stressig und hektisch und nichts hat funktioniert, schließlich habe ich auch noch Zahlendreher eingebaut. Sofort meldete sich in meinem Kopf der ungebetene, innere Kritiker: „Ich hasse diese Online-Formulare! Gott, bis du dumm! Bei dem ganzen elektronischen Kram kommst du nicht mehr mit! Kannst du nicht besser aufpassen? Immer wieder passiert dir das!“ Ihr könnt euch vorstellen, das hilft kein bisschen in so einer Situation.

Ich habe den Eindruck, dass der innere Kritiker auch keinen Respekt vor dem Alter hat! Ganz im Gegenteil, er wird lauter und frecher. Als ich einmal den Faden nicht sofort in das Nadelöhr brachte, meinte er herablassend „Du bist immer so patschert! [2] Und jetzt sind deine Arme nicht einmal mehr lang genug für deine Augen!“  Oder, vor Kurzem habe ich einen eleganten, gepflegten Herrn in einem Selbstgespräch zu sich sagen gehört „Ich bin so ein alter Trottel!“

Wir kennen so viele Möglichkeiten um uns innerlich zu kritisieren, manchmal auch zu beschimpfen und runterzumachen und uns selbst weh zu tun. Nie würden wir so verletzend zu anderen sein, schon gar nicht, wenn wir sie lieben. Ich bin mir sicher, diese Form von Selbstkritik und Selbstabwertung ist nur deshalb so einfach, weil niemand zurückredet oder dagegen argumentiert. Daher sind wir verleitet, manchmal sogar noch nachzulegen!

Manchmal ist es gut, den Ärger auszusprechen und damit die überschüssige Energie loszulassen, aber wenn es die innere Würde angreift, halt dich zurück! Lass das nicht unkommentiert stehen! Widersprich dir! Argumentiere dagegen! Dazu kannst du die Position deines Inneren Coaches, einnehmen. Du brauchst dir nur die eine Frage zu stellen: „Kann ich zu 100% und unter allen Umständen sicher sein, dass das so wahr ist?“  Die Antwort ist praktisch immer nein! Vielleicht bin ich in dieser einen Situation „patschert“, ja, aber das gibt mir nicht das Recht, so ein allgemeines, abwertendes Statement mit „Ich bin“ abzugeben. Denn erstens gibt es unzählige  Situationen, in denen ich es nicht bin und zweitens richten sich „Ich bin“-Sätze immer an die ganze Persönlichkeit und gehen daher sehr tief. D.h. abwertende „Ich bin“-Sätze verletzen die eigene Würde. Also sprich diese eine Situation konkret an und nicht deine „Ich bin“-Identität! Statt: „Ich bin immer so patschert“ einfach „In dieser Situation war ich patschert!“

Leg die Strenge in deinen Selbstgesprächen ab, wobei es nicht darum geht, alles positiv zu sehen und schön zu reden. Es geht um einen mitfühlenden, aufrichtigen inneren Dialog wann immer du Gefahr läufst, dich selbst abzuwerten, also wenn der innere Kritiker laut wird.

Akzeptiere was gerade schiefgelaufen ist und switche sofort zu einem bedingungslosen JA! zu dir selbst. Genau das ist auch die Einstiegspraxis beim Tapping. Der Einstiegssatz lautet: Auch wenn ...(zitiere das Problem)... liebe und akzeptiere ich mich voll und ganz! Denn genau wie bei einem Kind mache ich die Liebe nicht davon abhängig, ob es brav seine Aufgaben macht oder nicht. Selbstliebe heißt Akzeptanz, und zwar bedingungslos!

SO TRAINIERST DU MITGEFÜHL

Wenn du deiner inneren Stimme mehr Mitgefühl verleihen willst, dann empfehle ich dir die sogenannte META Meditation (Liebende-Güte-Meditation) [3].

Entspanne dich durch meditative Atemtechniken, denke dann an eine deiner guten Eigenschaften und an ein erfreuliches Ereignis, das dazu passt. Das erste, was dir einfällt ist richtig. Dann sprich innerlich die folgenden Sätze langsam aus und mach nach jedem Satz eine Pause, um dieses Statement richtig zu verinnerlichen.

  • Möge ich mich sicher und beschützt fühlen.

  • Möge ich mich glücklich und voll Frieden fühlen.

  • Möge ich mich gesund und stark fühlen.

  • Möge ich Leichtigkeit empfinden und mich wohlfühlen.

Du kannst diese Sätze natürlich so variieren, dass sie genau zu dir passen!

Die Studien von Barbara Fredrickson haben gezeigt, „dass eine mitfühlende Liebe für sich selbst sowohl für die Gesundheit als auch für das Glück wichtiger ist, als das hochgelobte Selbstwertgefühl!“

SELBSTLIEBE BRAUCHT ZEIT UND GEDULD

Vermutlich das Schwierigste ist es, mit sich selbst Geduld zu haben! Selbstliebe ist nicht etwas, was man „mal so schnell“ lernen kann. Wir entwickeln sie ein Leben lang.

 

Selbstliebe wächst mit
Geduld, Nachsicht, Freundlichkeit, Vergebung
und einem inneren Lächeln,

 

Diese Gedanken wollte ich mit Euch teilen.

Herzlichst
Helga

[1] Barbara Fredrickson: Die Macht der Liebe. Ein neuer Blick auf das größte Gefühl, campus 2013

[2] Österreichisch für ungeschickt.

[3] Volle Anleitung z.B. im Buch „Die Macht der Liebe“

Podcast: Strahlend alt werden

Ich wurde von der Organisation ZEITPOLSTER eingeladen, mein Konzept Strahlend alt werden, im Rahmen ihrer Podcast-Serie „Cleveres älter werden“ vorzustellen. Und dieses Gespräch mit Judith Schneider (Regionalkoordinatorin) möchte ich Euch mit diesem Post präsentieren. Wir sprechen über die Punkte;

  • Wie ist es, in Pension zu gehen?

  • Wie findet man Struktur in diesem Lebensabschnitt, der von Freiheit und Selbstbestimmung geprägt ist? Wie organisiert man sich? Und wie kann man anfängliche Schwierigkeiten bewältigen.

  • Warum ist Persönlichkeitsentwicklung in der Pension wichtig und worauf gilt es dabei besonders zu achten?

  • Mein Konzept der 5 Säulen für ein strahlendes Alter, was dazugehört und wie man diese 5 Säulen in Balance bringen kann.

  • Wie man die Vision für ein schönes Alter definiert und das Innere Drehbuch dazu schreibt.

  • Warum Liebe so wichtig ist.

  • Dass man sich auch um das Thema Tod nicht drücken sollte.

  • Die Schönheit des Alters und was wirklich im Leben zählt.

Podcast mit Helga Pražak: strahlend alt werden

Im Grunde ist dieser Podcast eine vereinfachte Zusammenfassung meiner bisherigen Blogs und Ideen zu diesem Thema und manches wird euch daher vielleicht bekannt vorkommen. Für jene, die erst meine neueren Posts gelesen haben, ist es eine Gelegenheit, die zugrundeliegenden Überlegungen zu hören.

 

Foto: Felix Pražak

 

ZEITPOLSTER - ein Betreuungs- und Vorsorgenetzwerk

Zeitpolster habe ich im Rahmen der Freiwilligenmesse in Wien 2022 (Post: Etwas machen, das Sinn macht ) kennengelernt. Es ist ein Betreuungs- und Vorsorgenetz und ihr Ansatz, wie Hilfe im Alter auf neue Art organisiert wird, ist beeindruckend.

Der Slogan Heute helfe ich. Morgen wird mir geholfen. beschreibt das Konzept von Zeitpolster perfekt. Es geht um Betreuungsdienste für zumeist ältere Personen, für die die Betreuer:innen Stundengutschriften erhalten. Es ist also keine reine Freiwilligenarbeit, sondern diese Gutschriften dienen gleichzeitig als persönliche Altersvorsorge, da man diese Stunden zu einem späteren Zeitpunkt selbst für Hilfe abrufen kann. Aber auch Personen, die keine Stundengutschriften haben, können die Leistungen gegen einen geringen Stundensatz in Anspruch nehmen. Zeitposter stellt den organisatorischen Rahmen zur Verfügung und baut über viele regionale und lokale Teams in Österreich ein Netzwerk moderner Nachbarschaftshilfe auf. Zusätzlich bieten sie auch verschiedene  Informationen zum Thema Alter an, wie z.B. die Podcast-Serie „Cleveres älter werden“

Dass Hilfe und Betreuung im Alter wichtig und notwendig sein kann, haben viele in meinem Alter bereits an den Eltern erfahren. Und meistens sind es die Kinder, die in so einem Fall oft schnell und manchmal überraschend eine Hilfe auf die Beine stellen müssen. Das Kennenlernen von Zeitpolster hat mich in jedem Fall daran erinnert, mir selber Gedanken darüber zu machen und diese später in einem Beitrag im Rahmen der Säule RESSOURCEN zu bringen.

 

Bis es so weit ist, wünsche ich Euch viel Freude beim Zuhören des Podcasts und die eine oder andere Inspiration, sei sie neu oder einfach wieder in Erinnerung gekommen.

 Herzlichst
Helga

Die Kraft des Strahlens

Ihr kennt sicher Personen, die bei der Tür hereinkommen und es ist, als würde das Licht im Raum heller werden. Daher möchte ich als Auftakt für das neue Jahr den Fragen nachgehen, was unsere Ausstrahlung ausmacht und wie wir unser Strahlen verstärken können. Denn es ist für uns selbst und alle um uns herum sinnvoll und jedes Strahlen zählt!

Take Away:

  • Wir sind Licht, selbst im physikalischen Sinn.

  • Die 3 Gründe, die für mich unsere Ausstrahlung ausmachen: sich im Körper wohlfühlen - mit sich im Reinen sein - voll Energie sein.

  • Es liegt nur an mir zu strahlen!

  • Wenn wir strahlen, tut es nicht nur uns gut, sondern allen um uns herum.

 

Bild von starline auf freepik

 

MIR GEHT EIN LICHT AUF!

Wenn ihr meine früheren Posts gelesen habt, wisst ihr, dass ich gerne Redewendungen zitiere, denn sie drücken tiefe Weisheiten und unbewusstes Wissen aus. Das gilt auch für unsere Beziehung zum Licht. Es beginnt damit, dass wir das Licht der Welt erblicken. Wir können strahlen und das eigene Licht leuchten lassen, sogar eine Leuchte und ein großes Licht sein oder im Gegenteil dazu das eigene Licht unter den Scheffel stellen, ein kleines Licht sein oder auch keinen Schimmer haben. Es kann in uns ein inneres Feuer brennen oder dieses verloschen sein. Wir reden auch von hellen und dunklen Zeiten oder davon, dass man Licht ins Dunkel bringen kann oder am Ende des Tunnels ein Licht sieht.

Aus all diesen Redewendungen geht für mich hervor, dass wir ein tiefes Verständnis für Licht, die wichtigste Kraft in unserem Leben, haben. Licht bedeutet Leben! Das haben die Menschen praktisch schon immer gewusst.

WIR SIND LICHT!

Obwohl Licht so essentiell für uns ist, waren sich die Gelehrten Jahrhunderte lang nicht im Klaren, was es physikalisch ist. Für manche waren es Teilchen, für andere Wellen, aber wie man die vielen Phänomene des Lichts erklären kann, verdanken wir erst der Quantenelektrodynamik und die ist kaum mehr als 70 Jahre alt. Dass wir Menschen ein leuchtendes Biofield  (Bioenergiefeld) in unserem Körper und um ihn herum haben, zeigen überhaupt erst die Forschungen der letzten 20 bis 30 Jahre [1]. Die Mystiker und alle traditionellen Heilschulen allerdings haben das immer schon gewusst.

Unser Biofield besteht sowohl aus messbarer elektromagnetischer Energie, als auch aus der schwächeren, sogenannten feinstofflichen Energie. Unsere Zellen kommunizieren in Lichtgeschwindigkeit mittels Photonen (Lichtquanten), die von der DNA freigesetzt und absorbiert werden. So gesehen hängt unsere gesamte Physiologie von diesem lebendigen Licht in uns ab. Und wir strahlen dieses, für unser Auge allerdings unsichtbare, Licht aus. Wir strahlen - bewusst und unbewusst!

Ich finde erstens alleine die Tatsache, dass wir Licht sind faszinierend, weil es uns über das körperliche hinaus neue Facetten unseres Seins aufzeigt und zweitens können wir dieses Licht in uns durch unser Bewusstsein und den Fokus darauf beeinflussen. Probier doch einmal folgendes aus: schließ die Augen und sag dir wie ein Mantra vor „Ich bin Licht!“ Nach meiner Erfahrung, und der meiner Klienten, macht sich bereits nach wenigen Wiederholungen eine innere Helligkeit breit und es bewirkt Abstand von dem was gerade läuft.

WAS MÖCHTEST DU AUSSTRAHLEN?

Du kennst sicher Menschen, die generell eine phänomenale Ausstrahlung haben oder andere die bestimmte Qualitäten wie z.B. Ruhe, Freude, Sicherheit ausstrahlen oder wieder andere, die vielleicht auch eine negative Ausstrahlung haben.

Geh einmal dein Umfeld durch und überlege dir, wer welche Ausstrahlung hat und wie sich diese Ausstrahlung für dich anfühlt. Was passiert da? Siehst du das Licht in anderen? Vielleicht sogar in Menschen, die dich sonst nicht ansprechen?

Hast du dir vielleicht schon einmal Gedanken gemacht, ob du selbst strahlst und wenn ja, wie sehr? Und auch was du ausstrahlst oder was du ausstrahlen möchtest?

Und noch eine Überlegung: Warum ist es wichtig, auf die eigene Ausstrahlung zu achten? Dazu möchte ich dir ein Bild mitgeben. Nimm zwei Räume - einer ist hell, der andere ist dunkel. Dann öffne die Verbindungstür. Das Licht wird den dunklen Raum erhellen, aber das Dunkle kann das Licht im hellen Raum nicht schwächer machen. Richtig? Wenn ich mir meines Lichts bewusst bin, haben dunkle Gedanken und eine dunkle Umgebung keine oder nur wenig Macht über mich. Ein herausragendes Beispiel, wie das Licht eines Menschen widrigste Umstände zu überleben hilft, um dann richtig zu erstrahlen, ist für mich Nelson Mandela.

WIE KANN MAN DAS INNERE LICHT VERSTÄRKEN?

Ich definiere eine starke Ausstrahlung so,

  • Du fühlst dich in deinem Körper wohl und

  • du bist mit dir im Reinen und

  • du hast viel Energie.

Deine Ausstrahlung ist also ein Zustand, der sich aus dieser Gesamtheit ergibt.

Sich im Körper wohlfühlen hängt natürlich von der physischen Gesundheit ab und gesunde Zellen emittieren mehr Photonen als geschwächte. Und wie wir alle wissen, können wir vieles dazu beitragen: richtig Essen, ausreichend Bewegung, Pflege etc., all das wirkt sich unmittelbar auf dein Strahlen aus. Aber auch deine Einstellung zum Körper und wie sehr du ihn liebst spielt eine wesentliche Rolle (siehe Feiere deinen Körper).

Um mit sich im Reinen zu sein gehört einiges dazu. Erstens, heile deine Wunden, denn je mehr du mit deiner Vergangenheit in Frieden kommst, desto mehr wird dein Licht leuchten. Es zählen aber auch die kleinen, alltäglichen Emotionen und man muss sich immer und immer wieder dem stellen, was einen aktuell belastet, ärgert oder bedrückt etc. Das bedeutet für mich, dass ich mir dessen bewusst werde, es bearbeite und zu einer guten, nachhaltigen Lösung bringe (z.B. mit Tapping). Das sollte genauso auf der Tagesordnung stehen, wie Workout, gutes Essen und Zähneputzen. Und schließlich spielt es eine Rolle, ob und wie gut du dich auf die großen Lebensfragen einstellst, wie den Sinn in deinem Leben und die Frage nach dem Tod.

Es gibt aber noch eine dritte Möglichkeit das innere Licht zu verstärken: sich mit Energie bewusst aufzuladen! Dazu ist es sinnvoll, sich zuerst zu überlegen Was raubt mir Energie? Das kann eine Tätigkeit, ein Umfeld oder auch eine Situation sein. Kannst du irgendetwas daran ändern? Im Gegenzug stell dir die Frage: Was tut mir gut? Was gibt mir Energie? (siehe Hast Du genug Energie). Einfach in die Natur zu gehen ist z.B. einer der wirkungsvollsten Energiespender. Und natürlich kannst du auch echte Energieübungen wie Qi Gong oder Yoga machen oder Atemtechniken, bei denen du dir vorstellst, dass du reines Licht einatmest und dich damit auffüllst. Denn Energie folgt der Aufmerksamkeit. Es gibt unzählige Übungen dazu! Hier ist eine, die ich immer vor besonderen Gelegenheiten (Präsentationen, Vorträgen oder schwierigen Gesprächen) gemacht habe. Ich schließe die Augen, entspanne mich und sage still zu mir:

Ich atme Licht durch das Zentrum meines Herzens ein
und erlaube, dass es sich ausdehnt.
Es dehnt sich in meinem Körper und um meinen Körper aus.
Ich bin Licht! Ich strahle!

Rosalyn Bruyere[2], eine meiner energetischen Lehrerinnen, die mit vielen Schauspielern in Hollywood arbeitete, hat uns immer wieder darauf hingewiesen „The biggest aura wins!“, also die Aura, dein Bioenergiefeld schafft ein positives Feld und du wirst besser wahrgenommen. Und das ist nicht nur für Schauspieler entscheidend!

Wie sehr man strahlt ist auch eine Entscheidung. Manche Menschen erlauben es sich nicht, etwa, weil sie Zurückhaltung als Tugend gelernt haben oder meinen, es nicht wert zu sein. Manche meinen, dass man in einem Umfeld, in dem es anderen schlecht geht, nicht strahlen sollte, weil das unangenehm ankommt und gleichen sich an das niedrigere Niveau an. Aber das Gegenteil ist der Fall! Mitfühlende, positive Ausstrahlung ist ansteckend und sehr oft auch für die anderen eine große Hilfe!

Kinder sind wahre Meister der Ausstrahlung. Abgesehen davon, dass sie natürlich viel Energie haben, scheinen sie richtig zu sprühen, z.B. wenn sie auf etwas draufgekommen sind, ihnen im wahrsten Sinne des Wortes „ein Licht aufgeht“. Sie strahlen wenn sie lachen, gelobt werden, Geschenke bekommen und oft strahlen sie mit dem Christbaum um die Wette. Wann strahlen wir Senioren noch so richtig? Wie sehr strahlst du, wenn du z.B. ein Kompliment bekommst? Wir lassen uns so viele Gelegenheiten entgehen, die das Strahlen in uns aktivieren könnten. Es ist wichtig, dass wir diese positiven Energien annehmen und z.B. Glücksmomente bewusst wahrnehmen (siehe Glück und Glück im Alter).

LICHT INS DUNKEL BRINGEN

Bitte versteht mich richtig, beim Strahlen geht es mir keinesfalls darum, immer perfekt und immer gut drauf zu sein und schon gar nicht vorzugeben, so zu sein.!

Denn ja, es gibt diese dunklen Momente im Leben und es gibt dunkle Zeiten. Ich will sie in keiner Weise verleugnen. Gäbe es das Dunkle nicht, würden wir dem Strahlen keinen Wert geben und uns nicht um das Licht in uns bemühen. Aber genau in solchen Situationen ist es entscheidend, ob man in der Dunkelheit verharrt oder sich daran erinnert: WIR SIND DAS LICHT! Und wenn man dann das Strahlen in sich aktiviert, sieht man einfach besser.

Ich finde, dass genau dieser Aspekt heute besonders wichtig ist. Es gibt so viel Negativität, Angst und Unzufriedenheit, dass sie einen leicht anstecken könnten. Und viele beschleicht ein Gefühl von „allgemeiner Dunkelheit“ und dem Ausgeliefertsein. Immer wieder höre ich, dass ein Einzelner doch viel zu klein oder nicht in der Lage sei, um daran etwas zu verändern. Ich sehe das nicht so, denn wenn ich in mir das Strahlen aktiviere und erhalte und damit auf mein Umfeld strahle, bewirke ich etwas Positives für mich, für die anderen und definitiv auch für das kollektive Feld. Wir müssen uns nur selbst erlauben, unser Licht so hell wie möglich strahlen zu lassen.

Your light changes the world!

 

Facebook earthmonk 2019

 

Ein strahlender Mensch bringt andere zum Strahlen. Darin liegt die Kraft des Lichtes. Und darin sehe ich auch eine wichtige Funktion von Senioren. Senioren die strahlen sind prädestiniert, als Licht in unserer Gesellschaft zu wirken!

LASST UNS DOCH DAS NEUE JAHR MIT LICHT FÜLLEN!

Das heutige Thema hatte ich schon lange auf der Liste und als ich zu schreiben begonnen habe, sind mir genau jene Synchronizitäten passiert, über die ich im letzten Post (Herzenswünsche) berichtet habe. Erinnert ihr euch noch, da ging es darum, dass in dem Moment, in dem du dir über etwas vollkommen im Klaren bist, dir Anregungen von allen Seiten zufliegen. So fand ich unter anderem beim vorweihnachtlichen Stöbern in Buchgeschäften den neuen Bestseller von Michelle Obama: Das Licht in uns – Halt finden in unsicheren Zeiten. [3]  Michelle Obama zeigt darin ihren eigenen Werkzeugkasten, wie sie ihn nennt, um speziell in Zeiten der Ungewissheit nicht zu warten bis sie endlich vorbei gehen, sondern durch die innere Flamme, das innere Licht und die Gemeinschaft mit anderen sich besser anpassen zu können und Sicherheit zu finden. Sie ist überzeugt, dass wir den Reichtum und das Potential unserer Welt zum Leuchten bringen, wenn wir von innen heraus strahlen und anderen Menschen unser Licht schenken. „In anderen das Licht zu finden und es wertzuschätzen, ist wahrscheinlich zu meinem wichtigsten Werkzeug geworden, um Unsicherheiten zu überwinden ... und – noch wichtiger – meine Hoffnung nicht zu verlieren!“

Mit diesem Post will ich euch inspirieren, euer Licht noch heller strahlen zu lassen, wenn es euch gut geht aber auch den Schalter zu finden, um selbst in trüben Tagen wieder ins Leuchten zu kommen.

Ich finde, das ist eine schöne Aufgabe für das neue Jahr. Und solltet ihr diesen Beitrag später lesen, dann denkt einfach daran, dass ein neues Jahr mit jedem Tag beginnt!

Happy New Year!

Herzlichst
Helga

[1] Albert Popp 1970, Eileen McKusik (Electric Body 2021), Shamini Jain (Biofield Science and the Future of Health 2021) uvm.

[2] Rosalyn Bruyere: http://www.rosalynlbruyere.org/

[3] Michelle OBAMA: Das Licht in uns: Halt finden in unsicheren Zeiten 19. Nov. 2022 Goldmann Verlag - The Light we carry : Overcoming in Uncertain Times (US Edition)

Herzenswünsche & der Christkind-Effekt

Erinnert ihr euch noch, als ihr eure Wünsche an das Christkind in einen Brief geschrieben habt? Voll Glauben, Vertrauen und Vorfreude! Da war null Zweifel, dass das Christkind all diese Wünsche zu euch bringt, richtig? Und selbst wenn nicht alles erfüllt wurde, haben wir im nächsten Jahr wieder genauso begeistert einen weiteren Brief geschrieben.

Ich zeige euch heute, dass es diesen Christkind-Effekt auch in unserer erwachsenen Welt noch immer gibt! Es geht dabei um Herzenswünsche, also um etwas, das dich mit tiefer Freude erfüllt, gleichzeitig aber oft auch in weiter Ferne zu liegen oder mühsam zu erlangen scheint, also keine Wünsche, die sich leicht erfüllen lassen.

Solche Herzenswünsche umfassend und konkret zu formulieren ist der wichtigste Schritt im Prozess der Manifestation, weil sie wie ein Befehl an das Bewusstsein und Unterbewusstsein wirken und entsprechende Energien freisetzen. Allerdings braucht es viel Kreativität und oft muss man limitierende Gedanken hinter sich lassen, die den Wünschen im Wege stehen. Wie das geht und wie die Erfüllung eurer Herzenswünsche auch Magie in euer Leben bringen kann, will ich euch in diesem Post zeigen.

Und Herzenswünsche haben immer Saison, nicht nur zu Weihnachten! :)

Take away

  • Wenn es um Herzenswünsche geht, leg alle Bescheidenheit ab

  • Lass die Magie der Quantenwelt dein Leben bereichern

  • Nur 5 Schritte helfen dir dabei

 
 

WÜNSCHE UND HERZENSWÜNSCHE

„Was wünscht du dir zu Weihnachten oder zum Geburtstag?“ fragen mich derzeit viele. Und beim Nachdenken fallen mir etliche Dinge ein, die ich sehr gerne hätte oder gemeinsame Erlebnisse, die mir wirklich Freude machen würden.

Manchmal sprechen wir aber auch über Wünsche, ohne überhaupt eine konkrete Vorstellung davon zu haben. Ich wünsche mir mehr Frieden, oder Ich wünsche mir, dass sich alle gut verstehen. Aber was ist damit wirklich gemeint? Denn so formuliert sind es unverbindliche und unkonkrete Wünsche, die wenig Kraft haben, etwa im Sinne von Wär schön, aber ....

Herzenswünsche um die es mir heute geht, sind eine ganz andere Kategorie! Herzenswünsche, so wie ich sie verstehe, sind immaterielle oder auch materielle Veränderungen in meinem Leben, die mich erhellen, zum Strahlen bringen, die mir am Herzen liegen und die ich wirklich, wirklich liebe. Das kann eine Situation sein, in der man sich festgefahren fühlt und sie verändern möchte, oder ein ausstehender Erfolg, dem man bereits lange nachläuft, oder der Kauf von etwas, das wunderbar ist, aber praktisch unmöglich scheint. Immer ist damit verbunden, dass sich danach im Leben etwas zum Positiven ändert und 100% zu dir und deinem Wesen passt.

SO FORMULIERST DU DEINEN HERZENSWUNSCH

Schritt 1: Dein Herzenswunsch
Schreib deinen Herzenswunsch auf einem Blatt auf. Alleine schon das Schreiben fordert dich auf, konkret zu werden. Stimmen alle Worte? Ist es genau das, was du möchtest? Könntest du ihn vielleicht noch klarer ausdrücken? Bei sehr großen Wünschen ist es meiner Erfahrung nach leichter, ihn in kleinere „Portionen“ aufzuteilen.

Schritt 2: Was gehört noch dazu? Was steht dem im Wege?

Liste alle Bedingungen auf, die dieser Wunsch erfüllen soll und auch alle Herausforderungen, die das momentan schwierig oder vielleicht sogar unmöglich erscheinen lassen.

Also z.B. wenn du eine neue Aufgabe in der Pension suchst, könnte das so lauten

  • ich will mein Wissen und meine Erfahrung einbringen

  • es soll auch etwas Neues dabei sein – ich will etwas Interessantes dazu lernen

  • wenn mein:e Partner:in mit mir etwas unternehmen möchte, will ich Zeit dafür haben, daher muss die Aufgabe viel Flexibilität zulassen

  • ich will damit auch meine Pension aufbessern und daher für meinen Beitrag ein Honorar bekommen

  • vor allem will ich nur mit netten Menschen zu tun haben, die zu mir passen

  • dieser „Pensions-Job“ soll in der Nähe meiner Wohnung sein

  • u.s.w.

Wenn man das so liest könnte man auf den Gedanken kommen: Das findest du nie! Du musst das schon etwas „billiger“ geben und Kompromisse eingehen! Aber genau um diese uneingeschränkte Fülle geht es beim Herzenswunsch. Denn wenn´s leicht ginge, würdest du ja nicht zögern und es einfach machen.

Also, leg jetzt all deine Bescheidenheit ab! Ja, ja, wir wurden so erzogen, dass Bescheidenheit ein Zier ist! Aber für diese Übung ist sie kontraproduktiv! Leg sie ab und schreib all das auf, was deinen Herzenswunsch ausmacht, indem du aus dem Vollen schöpfst.

Schritt 3: Formuliere deinen HERZENSWUNSCH mit allen UND – UND – UND – UNDs
Jetzt kombiniere alles zu einem einzigen Statement. Sei dabei richtig großzügig im Formulieren! Wie damals, als du alle Wünsche in deinen Christkind-Brief geschrieben hast. Formuliere es als Bitte, als einen echten Wunsch nach einer wunderschönen Lösung!

Das Statement vom Beispiel oben könnte ungefähr so lauten:
Ich bitte um eine Aufgabe, die mir richtig Spaß macht, bei der ich alle meine Fähigkeiten einbringen kann UND dabei einen wichtigen Beitrag für andere leiste UND in dem ich x Stunden in der Woche/Monate arbeite UND mir die Zeit frei einteilen kann UND die ganz in meiner Nähe ist UND in der ich nur mit lieben, wertschätzenden Menschen zu tun habe UND ich daneben noch genug Zeit für meine:n  Partner:in, meine Kinder, Enkel habe UND auch für meine Hobbies UND ich ein schönes Honorar bekomme UND ... UND ...

Na, wie fühlt sich das an, wenn das alles  wahr wird?

Fühl dich in dieses Szenario richtig hinein! Ist das alles, oder braucht´s noch mehr oder anderes? Dreh‘ so lange an diesem Satz, bis du 100% zufrieden damit bist. Du merkst das sofort, denn dann strahlt dein Gesicht, du beginnst automatisch zu lächeln und dir wird warm ums Herz.

Wenn alles passt, füge noch die Formulierung .... oder Gleichwertiges oder Besseres dazu!  Das ist ein Trick, den du dir überhaupt merken kannst. Wir formulieren ja immer nur, was wir denken können und dieser Zusatz öffnet den Verstand für Anderes oder Unbekanntes. Könnte doch leicht sein, dass noch viel Besseres möglich wäre, das wir zum aktuellen Zeitpunkt gar nicht kennen.

Schritt 4: Verbinde dich mit dem FELD DES MÖGLICHEN

Stell dir vor, es gäbe ein Wunscherfüllungssystem, das nur darauf wartet, dass du deinen Wunsch klar äußerst. Am besten geht diese Verbindung während einer Meditation, also in meditativem Zustand und aktiver Entspannung,   in der du dich einfach auf das FELD (siehe unten) einstimmst und deinen Wunsch erlebst, als wäre er bereits real. Ich merke immer wieder, dass Erfahrungen, die man in Meditation macht, ungleich klarer und intensiver sind, als jeder rationale Gedanke.

Sobald du das tust, können in deinem Alltag tatsächlich Synchronizitäten und Resonanzphänomene zu laufen beginnen. Du wirst feststellen, dass Du überraschende Personen triffst, dass du einen Hinweis in der Zeitung liest, dass dich jemand auf etwas aufmerksam macht etc. 

 Schritt 5: Loslassen, normal weiter leben und achtsam für Signale sein

Das ist kein einfacher Schritt, denn wir sind so gewohnt, alles selber machen und dahinter sein zu müssen. Bleib im Vertrauen und freue dich auf das Ergebnis, während du deinem Alltag nachgehst. Sei dir dabei bewusst, dass Synchronizitäten nicht durch dein rationales Tun entstehen. Es ist wichtig, in dieser Sache völlig entspannt zu sein, denn das Ergebnis hängt mit deiner Energie zusammen! Wenn du entspannt und gut drauf bist, dann bist du auch offen für wichtige Signale.

DER CHRISTKIND-EFFEKT – AN WEN RICHTET SICH MEIN WUNSCH?

Irgendwann, so etwa um den 6. Geburtstag herum, wurden wir alle mit der Realität konfrontiert, dass das Christkind nicht existiert, sondern die Eltern oder Großeltern für die Erfüllung der Wünsche gesorgt haben. Für manche Kinder war das eine echte Enttäuschung! Und so wurden wir mehr und mehr zu Realisten und haben Magie aus unserem Leben verbannt.

Sehr zu unrecht, wie sich aufgrund der Erkenntnisse der Neuen Physik immer deutlicher abzeichnet. Denn es gibt so vieles, das sich unserem beschränkten, rationalen Denken entzieht und trotzdem existiert.

Der Quantenphysiker Hans-Peter Dürr hat das so gut ausgedrückt:

Wir erleben mehr als wir begreifen!

Wenn wir unseren Herzenswunsch auf die oben genannte Weise definieren, dann passieren zwei Dinge

  1. Durch diese konkreten Gedanken und Emotionen, beides starke Energien, verändern wir den Energiefluss in uns selbst und um uns herum und schaffen den Raum für unseren Wunsch.

  2. Mit diesem glasklaren Informationsgehalt und der Energie, geht dein Wunsch auch in Resonanz mit deinem gesamten Umfeld, also dem Quantenfeld aller Möglichkeiten. Dieses FELD [1] wird darauf reagieren. In deinem Leben werden sich Dinge ereignen, die du nie für möglich gehalten hast und die dich näher und näher an die Realisierung deines Wunsches bringen. Man nennt das Synchronizitäten, ein Begriff, der vom Schweizer Psychotherapeuten C.G. Jung geprägt wurde. Alles, was du tun musst, ist wahrnehmen und annehmen.

Ich möchte euch dieses Feld etwas deutlicher beschreiben. Die Grundlage liegt darin, dass alles, was existiert, Energie & Information ist und alles mit allem verbunden und verschränkt ist. Auch wir sind verbunden, selbst wenn unser Verstand im Alltag das zumeist anders sieht. Der Physiker und Biomediziner Ulrich Warnke spricht in seinem Buch Quantenphilosophie und Interwelt [2] davon, dass wir mit unseren Sinnen zwar die Alltagsrealität erleben, aber mit all unseren Gedanken und Gefühle Zugang zu einem  immateriellen Informationsspeicher haben, den er Interwelt nennt. Zusätzlich gibt es noch das Feld, aus dem Neues geschöpft wird, das „Meer der Möglichkeiten“. Alles, was sich in unserem Leben zeigt, hat dort seinen Ursprung. Es ist nur eine Frage unseres Bewusstseins, was wir wahrnehmen und wie wir uns mit diesen Ebenen verbinden können.

Ob du diesem Feld aller Möglichkeiten einen Namen gibst und wie du es benennst, liegt an dir und deiner Vorstellungswelt. Manche benennen dieses Feld Gott, andere Universum, andere wieder das Quantenfeld oder vielleicht eben auch Christkind (weil es mit so vielen schönen Emotionen verbunden). Das Wort ist nur für dich wichtig und muss dir einzig und alleine den Zugang zum Feld ebnen, einer Kraft, die dich in der Manifestation unterstützt – und dorthin richtest du deine Wünsche.

Sich für diese Form von Magie zu öffnen – die im Grunde keine ist, sondern durch neue quantenphilosophische Erkenntnisse erklärbar wurde – ist eine wichtige Voraussetzung. Und die Bewusstseinszustände, die den Zugang ermöglichen, erreicht man durch Meditation und Entspannung. Wenn man im hektischen Alltag von einer Agenda zur nächsten läuft, wird man wenig davon bemerken.

UND WAS, WENN ES (VERMEINTLICH) NICHT FUNKTIONIERT?

Bekommen wir immer alles, was wir uns wünschen? Ich denke nicht, obwohl energetische Methoden immer wirken - allerdings nicht immer so, wie wir uns das rational vorstellen. Zum Beispiel:

  • Manchmal sind wir noch nicht bereit, weil wir uns aller Konsequenzen der Wunscherfüllung nicht bewusst sind.

  • Manchmal wiederum ist es auch besser so, denn verschiedene, auch nicht gewünschte, Abzweigungen in meinem Leben haben durchaus für eine positive Entwicklung gesorgt.

  • Wenn wir unseren Wunsch allzu fanatisch oder zu ungeduldig verfolgen, kann das alleine schon zu Blockaden führen. Dieser Druck wirkt wie ein Energiemuster, das die Realisierung verhindern kann.

  • Manche Wünsche erfüllen sich fast sofort, aber nach meiner Erfahrung kann es auch länger dauern und dann muss man sich bewusst daran erinnern, dass die Veränderungen mit dem Wunsch in Verbindung stehen.

  • Vielleicht aber war auch die Formulierung noch zu unklar oder zu wenig positive emotionale Kraft dahinter.

Auch wenn sich nicht immer alles sofort zeigt, ich selber lasse mich gerne und immer öfter mit dem Feld aller Möglichkeiten ein und ich liebe diese Magie in meinem Leben.

DREI BEISPIELE WIE ES GEHEN KANN

Eine Freundin und ihr Mann suchten zum 50. Hochzeitstag Geschenke. Wir sind fast 80 Jahre, was sollen wir uns da noch wünschen?  Schmuck – nein. Reise – geht nicht wegen Corona. Irgendwie kamen sie auf keinen grünen Zweig und die Diskussionen darüber führten fast zum Zwist. Wir formulierten also gemeinsam ihren Herzenswunsch ... ETWAS, mit dem wir beide täglich glücklich sind UND das unseren Alltag bereichert UND das praktisch ist UND das auch noch schön ist UND uns immer an unseren 50. Hochzeitstag erinnern wird UND das in unser Budget passt. Mit dieser Formulierung war beiden schnell klar, dass sie gerne neue Möbel hätten. Kurze Zeit später kam die Tochter mit der Info, dass sie wunderschöne Designer-Sessel in einem Super-Sonderangebot um die Ecke gesehen hat. Sie hatte keine Ahnung vom Wunsch ihrer Eltern, aber es waren genau die Sessel, die sich meine Freundin im Geheimen schon im Internet angesehen hatte, aber dann doch noch zögerte. Als auch ihr Mann spontan davon begeistert war, waren all ihre Wünsche erfüllt. Besser
geht´s nicht!

Eine junge Klientin wollte einen Karriereschritt, stand sich aber alleine schon beim Wünschen gedanklich immer im Wege. Viele Möglichkeiten schienen ihr einfach nicht machbar, weil das in ihrem Unternehmen „noch nie so war“. Wir erweiterten ihren Wunsch nach und nach um alles, was ihr wichtig schien, ohne dabei auf Durchführbarkeit zu achten. Und sie lernte auch, sich dabei mehr und mehr zu entspannen. Etwa ein halbes Jahr später wurde sie eingeladen (!) sich für einen Job zu bewerben, der mehrere Karriere- und Gehaltssprünge auf einmal ermöglichte (!). Sie hat diesen Traumjob nicht nur bekommen, er war auch noch deutlich besser, als ihr ursprünglicher Wunsch.  

Oft scheint es so, als wären zur Erfüllung unserer Wünsche andere Leute notwendig. Etwa in Beziehungen, wenn die Liebe oder das Glück vom anderen abzuhängen scheint. z.B. Wenn er doch nur liebevoller wäre oder Wenn sie mir doch nur mehr zuhören würde. Damit legt man aber die Verantwortung für den eigenen Wunsch ins Verhalten anderer und das funktioniert nie! Aber natürlich kannst du deine Beziehung als Herzenswunsch definieren: z.B. Ich will in meiner Beziehung ein tiefes Gefühl von Liebe spüren und ich will gehört werden und ich will selber ein guter Zuhörer sein und ich will Spaß und immer wieder Grund zum Lachen haben und... und ... Dieses Gesamtpaket kommt mehr und mehr in mein Leben, gleichwertig oder besser.  Ich habe das zum Beispiel in der Beziehung zu meinem Mann erlebt. Unsere Beziehung war immer gut, aber als ich meinen Druck von ihm genommen habe und mit der Wunschdefinition, wie oben beschrieben, gespielt habe, ist unsere Beziehung mehr und mehr zu dem geworden, was wir heute gemeinsam erleben. Einfach wunderbar!

In diesem Sinn wünsche ich euch viel Erfolg beim Definieren eurer Herzenswünsche und dass der Christkind-Effekt euer Leben bereichert.

Herzlichst
Helga

Zu diesem Post passt auch Dein Inneres Drehbuch

[1]  Helga Prazak: BUSINESS ENERGETIK Wie Sie mit Achtsamkeit und Intution Ihren Berufsalltag meistern und Grenzen überwinden. Edition summerhill  
Kapitel: Höhere Dimensionen enthalten unsere Zweite Realität

[2] Ulrich Warnke: Quanten Philosophie und Interwelt. Der Zugang zur verborgenen Essenz des menschlichen Wesens. Scorpio 2013

Comfort Food gehört auch dazu!

MEIN PLÄDOYER FÜR COMFORT FOOD

Comfort Food oder Wohlfühlessen ist besonders nach den Pandemiejahren stark in Verruf geraten, weil es als Trostspender übermäßig konsumiert wurde. Die fast immer kalorienreichen, oft süßen und fettigen Speisen jagen die Kilos hinauf, hinterlassen ein schlechtes Gewissen und passen überhaupt nicht in einen gesundheitsbezogenen Ernährungsplan.

Für mich ist es aber das, was es sein soll, nämlich pures Vergnügen! Es ist ein Wohlfühlessen, mit Liebe zubereitet, das man sich bewusst und sparsam gönnt, weil es Spaß macht und für ein inneres Lächeln sorgt. Es ist ein einfaches Vergnügen, das unseren Geruchs- und Geschmackssinn anregt, die beide wichtig für positive Emotionen sind. Daher finde ich, es gehört von Zeit zu Zeit in unser Leben!

Take away:

  • Gönn‘ dir manchmal bewusst (nicht aus Frust oder ähnlichem) eines deiner ganz speziellen Lieblingsessen und schwelge in dem Potpourri von guten Gefühlen.

  • Comfort Food ist fast immer einfach, authentisch und leicht selber zu machen. Aber noch schöner ist es, wenn wir es mit Liebe serviert bekommen.

  • Versuche nie negative Emotionen mit Essen zu verscheuchen. Das funktioniert nicht. Dafür gibt es andere gute Methoden (z.B. Stress Release mit Tapping oder mit deinem Soundtrack).

 

Foto: Robert Pražak

 

DAS KLEINE, EINFACHE VERGNÜGEN

Vor kurzem ist uns etwas Reis vom Vortag übriggeblieben und mein Mann machte spontan dazu eine einfache Tomatensoße mit viel Butter darin[i]. Reis mit Paradeissoße, wie man in Wien sagt. Schon beim ersten Löffel breitet sich bei uns beiden ein wohliges inneres Lächeln aus, das mit jedem Bissen mehr wird. Völlig unabhängig voneinander stellen wir fest: „Es schmeckt wie in unserer Kindheit!“

Wir kochen beide ausgesprochen gerne und gut, auch raffiniert und probieren vieles aus, aber kaum ein Gericht hat uns in letzter Zeit so beglückt. Wie einfach es doch ist, auf diese Art pures Vergnügen in den Alltag zu zaubern.

Dieses Erlebnis gehört für mich in die Kategorie Comfort Food oder Wohlfühlessen. Und ich möchte in diesem Post dem nachgehen, was es ausmacht und auch, was es nicht sein soll! Außerdem kommt jetzt die kalte Jahreszeit, in der man sich gerne zu Hause zurückzieht und sich Zeit für solche kleinen, warmen Vergnügen nehmen kann.

COMFORT FOOD HAT HEUTE KEINEN GUTEN RUF

Der Begriff Comfort Food – Wohlfühlessen - ist noch gar nicht so alt. Erwähnt wurde er das erste Mal 1966, als eine Zeitung in Kalifornien darüber schrieb, dass Erwachsene unter Stress zu Nahrungsmitteln greifen, die an ihre Kindheit erinnern und ein wohliges Gefühl auslösen.

Dieses Gefühl hat allerdings seinen Preis, denn zumeist sind es Gerichte mit viel Zucker, Kohlenhydraten und Fetten und in Summe daher mit vielen Kalorien. Alles Dinge, die unserer modernen Ernährungsidee und auch den Gesundheitsbedürfnissen widersprechen. Wenn Du daher nach Comfort Food auf Suche gehst, überhäufen dich Artikel, die davor warnen. Andererseits preist die Lebensmittelindustrie jede Menge Fertigfutter an, das genau dieses Wohlgefühl bieten sollen. Und natürlich gibt es unzählige Kochbücher und Rezepte im Internet zu diesem Thema.

Comfort Food wird oft auch als Trostessen bezeichnet und im Zusammenhang mit „Emotionalem Essen“ genannt, also Essen um sich besser zu fühlen. Dazu zählt, dass man sich aus Gewohnheit z.B. Schokolade, Knabbergebäck, Fast Food oder sonst leicht verfügbares, kalorienreiches Futter hineinzieht (nicht nur ein Stück, sondern gleich die ganze Packung!), weil man frustriert ist, Stress hat, traurig ist, sich einsam fühlt oder sich belohnen möchte. Ja, dann hängen sich Kilos um Kilos an und sind nur mehr sehr schwer wegzubekommen. Ganz besonders wenn man älter wird, scheinen diese Kilos noch deutlich zäher zu kleben. Die anfänglich positive, emotionale Wirkung hält leider nur kurz an und hinterher bleibt auch noch das schlechte Gewissen.

Es ist sicher keine gute Idee Comfort Food z.B. aus der Packung als Stimmungsaufheller heranzuziehen. Dafür gibt es bessere Methoden, zum Beispiel, wenn du dir deine Playliste mit Songs auflegst, die dich aus dieser Stimmung herausführen (siehe dazu The Soundtrack of My Life). Vor kurzem hat mir eine Klientin erzählt, dass sie ihre Naschereien völlig aufgeben hat, als ihr nach unserem Coaching klar wurde, dass es nur darum ging, sich selbst zu belohnen. Allein der Gedanke „ich will mich ja nur belohnen, das kann ich doch anders auch“ reicht schon aus, dass sie heute nicht mehr zu den einfachen Verführern wie Schokolade oder Keksen greift. Sie hat so nachhaltig und ohne Diät viele Kilos abgenommen.

Wenn wir strahlend alt werden wollen, dann spielt Ernährung eine wirklich große Rolle. Einiges dazu findet ihr auch in meinen beiden Posts Essen im Alter- eine Love Story und Ernährung im Alter – worauf es ankommt . Für gesundes Essen bin ich jederzeit zu begeistern. Aber müssen wir denn alles andere ins Eck verbannen, nur weil man damit Missbrauch treiben kann? Ist es nicht mit allen Dingen so, dass sie schädlich werden können, wenn man sie exzessiv konsumiert? Daher möchte ich jetzt die Dinge hervorheben, die Comfort Food für uns im Alter so schön und, ich denke auch, wichtig machen.

COMFORT FOOD BEWUSST WÄHLEN

Das Zauberwort heißt bewusst! In dem Moment, in dem man kein emotionales Bedürfnis überdecken möchte, sondern ganz im Gegenteil sehr bewusst ein Geschmackserlebnis zulässt, das einen mit schönen Emotionen verbindet, wird Comfort Food zum Glück. Und dass Glück einerseits Entscheidung ist und andererseits mit Achtsamkeit zu tun hat, habe ich euch schon erzählt (Wie werde ich im Alter glücklich). Dass man natürlich nur jenes Comfort Food wählt, das man auch unter medizinischen Aspekten verträgt, versteht sich von selbst!

Kein anderer Sinneseindruck ist mit so vielen Gefühlen und Emotionen verbunden, wie das Geruchserlebnis und das spielt auch beim „schmeckt gut“ eine entscheidende Rolle. Nur ein kleiner Teil des Geschmacks entsteht auf der Zunge. Wir können über den Geruchssinn rund 10.000 verschiedene Gerüche unterscheiden und damit Erinnerungen und Eindrücke verbinden. Mit unserer Zunge hingegen nehmen wir gerade einmal 5 Geschmacksrichtungen wahr: süß, sauer, salzig, bitter und umami. Der Geruch hat zudem die Eigenschaft, dass er ungefiltert im limbischen System des Gehirns ankommt, noch bevor wir ihn rational erfassen können. Es werden so automatisch emotionale, manchmal auch nostalgische, Erinnerungen und Assoziationen hochgefahren. Ganz ohne unser logisches Zutun.

DEN GESCHMACKS- & GERUCHSSINN ERHALTEN

Im Alter schwächen sich unsere Sinne ab. Daher tragen viele Senioren eine Weitsichtigkeits-Brille oder haben Hörgeräte. Aber bei Geschmack und Geruch finden sich viele mit dieser Veränderung einfach ab oder verwenden Geschmacksverstärker. Deshalb salzen manche Senioren viel mehr oder sie beklagen sich, dass „das alles nicht mehr so schmeckt, wie früher“. Es wird geschätzt, dass in unserer westlichen Welt 60% der 65-80-jährigen und sogar über 75% der über 80-jährigen an Riechstörungen leiden bzw. Gerüche schlechter verarbeiten können. Wenn ich so etwas lese, dann frage ich mich immer, müssen wir uns damit zufriedengeben oder können wir etwas tun, um uns diese Sinneswelt besser zu erhalten?

Die Antwort ist ja, man kann diese Sinne bis ins hohe Alter trainieren und immer wieder die Wahrnehmung schärfen. Es wirkt auch besonders gut, wenn man für eine gewisse Zeit eine Art Abstinenz einlegt, also z.B. alles Süße weglässt, starken Geschmack oder Geruch vermeidet. Danach „explodieren“ die Eindrücke förmlich wieder. Jeder, der schon einmal eine Nulldiät gemacht hat, kennt das. Genauso ist es mit dem Comfort Food, achtsam und sparsam genossen trainieren wir damit unsere Sinne.

Denkt aber bitte unbedingt auch daran, dass zu große Erwartungshaltungen, die ihr mit einem bestimmten Essen verbindet, leicht zu Enttäuschungen führen können. Denn wir ändern uns im Laufe der Zeit, der Kontext ändert sich ebenso wie die Rahmenbedingungen und manchmal auch die Qualität der Lebensmittel. Also geht es locker an und lasst euch immer überraschen.  

WENN ICH DAS ESSE, IST DIE WELT IN ORDNUNG

In einigen Gesprächen mit meiner Schwägerin Evelyn hat sich herausgestellt, dass auch innerhalb von Familien und Geschwistern die Vorlieben völlig unterschiedlich sind. Was die einen lieben, lehnen die anderen zum Teil vehement ab. Da gibt es die Liebhaber von Grießkoch und Milchreis oder auch die „Kartoffelfraktion“ von Kartoffelpüree, Kartoffeln mit Butter bis zu Dillkartoffeln. Beim Auflisten kamen wir auch auf Haferflockensuppe mit Rahm, Spinat-Palatschinken[ii], Frittatensuppe oder Erbswurst-Suppe (kennt ihr die noch? Die gab es früher auf jeder Schihütte. Allerdings mache ich sie heute lieber aus Tiefkühl-Erbsen und nicht aus dem gepressten und getrockneten Erbsenmehl).

Bei all diesen Gerichten, mit denen wir uns selbst und unseren Lieben eine echte Freude bereiten können, fällt uns auf, dass sie einfach, ja fast simpel, authentisch und leicht zu machen sind. Vielleicht ist es gerade das Einfache, das uns so bezaubert, nachdem unser ganzes Leben so komplex und raffiniert geworden ist. Zusätzlich werden diese Gerichte mit besonderer LIEBE zubereitet. Wir können uns selbst und den anderen über diesen Weg ganz leicht Liebe schenken! Wie wär´s daher mit einer Comfy-Food-Einladung für Freunde oder Familie?

Und weil „Ausnahmen die Regel bestätigen“: es müssen nicht immer Kindheitserinnerungen und einfache Gerichte sein, die unser Herz erfreuen. Für meinen Schwager gehört z.B. Hummercremesuppe dazu, ein wahrer Luxus, den er sich nach seinem ersten, wirklich großen beruflichen Erfolg geleistet hat. Heute darf sie für ihn auch gelegentlich aus der Dose kommen und verfehlt nie die Wirkung: eine glückliche Erinnerung!

Für mich haben all diese Speisen eines gemeinsam, sie entlocken uns ein Ahh, ein Mmm und dieses oben zitierte innere Lächeln. Mehr braucht´s auch nicht!

Für einen Moment treten Hektik und mögliche Probleme in den Hintergrund und wir sind ganz bei uns. Genau deshalb gehört Comfort Food zum strahlenden Alter!

Herzlichst
Helga

[i]  Ich verrate ich euch noch das Rezept der herrlichen Butter-Tomatensoße, die Robert zubereitet hat. Für diese Tomatensauce brauchst du nur 2 Zutaten, viel Liebe und Zeit. Sie ist an Einfachheit kaum zu überbieten. Du nimmst 400 g Tomaten (z.B. passiert oder aus der Dose), 6 EL Butter (ca. 60 g), eine Prise Zucker und 1 TL Salz. Alles zusammen lässt du mindestens 30 Minuten ganz leicht köcheln, damit sich die Aromen und die Konsistenz entwickeln können.

[ii] Palatschinken sind österreichische, dünne Pfannkuchen; Frittaten sind die daraus in feine Streifen geschnittene Suppeneinlage.

Reden wir auch über Sterben & Tod

Sterben & Tod. Was passiert beim Sterben? Viele haben in unserem Alter schon Menschen begleitet, die gestorben sind. Welches Bild habt Ihr daraus mitgenommen? Ist es Schicksal, was passiert oder kann man sich in irgendeiner Art und Weise vorbereiten, dass der Weg für einen selber und die Angehörigen gut wird? Was wäre gut? Was passiert danach? Wann habt Ihr Euch das letzte Mal mit Freunden oder Familie dazu ausgetauscht?

Fragen über Fragen! Und obwohl der Tod wirklich uns alle betrifft, besteht bei vielen eine große Scheu, sich damit auseinanderzusetzen. Über kaum ein anderes Thema reden wir so wenig miteinander. Wenn wir aber strahlend alt werden wollen, dann reicht es nicht, sich nur den schönen und angenehmen Dingen zu widmen. Man muss sich auch Themen stellen, die schwierig sein können, aber definitiv zum Alter dazugehören. Wirkliches Strahlen kommt aus dem Inneren, vor allem auch, wenn man mit sich selbst im Reinen ist. Das heißt, wir sollten uns vor der Auseinandersetzung mit Sterben und Tod nicht drücken.

Ich nehme die Feiertage Allerheiligen & Allerseelen daher zum Anlass, genau in dieses Thema einzutauchen und möchte Euch mit diesem Post ermutigen, es selbst einmal in den Fokus zu rücken.

Es gibt so viele neue Erkenntnisse aus der Sterbeforschung und aus Nahtoderlebnissen, die den ganzen Prozess des Sterbens in ein neues Licht tauchen. Bei mir zumindest ist durch das Lesen einschlägiger Literatur und vor allem den Austausch mit befreundeten Sterbebegleitern viel Angst und Unsicherheit abgefallen. Und mit diesem neuen Bild von Sterben und Tod lässt es sich für mich deutlich besser leben!

Take away

  • Es zahlt sich wirklich aus, offen über Sterben und Tod zu reden; über Ängste, Unsicherheiten, Trauer, Erfahrungen, Hoffnungen etc.

  • Neue Erkenntnisse zeigen, dass Sterben ganz anders abläuft, als es für uns von außen aussieht.

  • Es gibt vieles, mit dem wir uns ein Leben lang gut vorbereiten können, z.B. im Loslassen, Konflikte bereinigen, Traumata aufarbeiten, Verzeihen, Selbstliebe und ein JA zum eigenen Leben entwickeln.  

 

freshidea - stock.adobe.com “Death after Life”

 

Vielleicht wundert Ihr Euch, dass ich diesen Artikel der Säule RESSOURCEN zuordne und nicht den Säulen ALTER oder GESUNDHEIT. Für mich stehen nicht Krankheit oder Verfall im Vordergrund, sondern wie es einem gelingt, sich von all dem zu trennen, was einem als materielle Ressource wichtig war und auf neue Ressourcen zurückzugreifen, wie z.B. die Kraft, loszulassen, Vertrauen, innere Würde und unser Höchstes Bewusstsein.

WAS MAN BISHER ERLEBT HAT, PRÄGT EINEN

In unserem Alter haben wohl alle schon mehr oder weniger intensiv das Sterben und den Tod von nahen Verwandten, Großeltern, Eltern oder Freunden miterlebt und persönliche Erfahrungen gemacht. Und mit Sicherheit hat jedes dieser Erlebnisse mehr oder weniger tiefe Eindrücke hinterlassen. Die Bandbreite, wie sie erlebt wurden ist riesig. Einige Freunde haben mir von einer Art heiliger Stimmung und einem Gefühl von tiefem Frieden berichtet, die sie wahrgenommen haben. Andere von schrecklichen Szenen, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen. Nicht selten heißt es dann „So möchte ich nie enden“. Wieder andere sind schlicht und einfach erleichtert, dass eine lange Phase des Leidens oder eine schwierige Beziehung ein Ende hat. All das prägt uns!

Als Kind bin ich, nachdem mein Opa begraben wurde, immer voll Angst am Friedhof vorbeigelaufen, der auf meinem Schulweg lag, besonders, wenn es im Winter schon dunkel war. Von seinem Tod habe ich nicht viel mitbekommen, außer dass er „vergraben“ wurde und das war eine beängstigende Vorstellung. Dass ich mich heute mit diesem Thema freiwillig befasse, finde ich einen bemerkenswerten Erfolg in meiner Entwicklung. Dazu haben neben dem Erwachsenwerden einige einschneidende Erlebnisse beigetragen. Z.B. hat mir die Verarbeitung des Todes meiner Mutter den Weg in ein spirituelles, energetisches Weltbild eröffnet. Meine energetischen Ausbildungen mit vielen beeindruckenden Erfahrungen und einem mystisches Einheitserlebnis waren dafür ebenso wichtig, wie nicht zuletzt aktuell das Sterben meiner Schwiegermutter und kurz danach das einer engen Freundin, das ich sehr nahe miterlebt habe.

EIN NEUES WELTBILD HAT MIR GEHOLFEN

Für mich war der Wechsel von einem rein technisch-biologischen Weltbild mit einem unabdingbaren Ende zu einem spirituell-energetischem Weltbild ein Schlüsselerlebnis. Mit dem Tod meiner Mutter habe ich schwer gehadert und mir daher Hilfe geholt. Mein Therapeut hatte dabei die geniale Idee, mich in meinem Weltbild abzuholen und ich bin ihm heute noch für seine Sätze dankbar: „Als Technikerin müssen sie doch verstehen und wissen, dass Energie nicht vergehen, sondern nur umgewandelt werden kann!  Wo bleibt die Energie, die einen Menschen ausmacht, wenn der Körper stirbt? Die Energie und das Bewusstsein ihrer Mutter sind doch noch da!“ 30 Sekunden und mein Weltbild war schlagartig ein anderes! Es war wie ein Kopfsprung aus materiellem Denken in die Spiritualität. Mir war völlig klar, dass es genauso sein musste und ich war von unglaublichem Frieden und Neugierde über diese neue Dimension erfüllt.

Ich möchte Euch dazu ermutigen, Eure eigenen Erlebnisse mit Tod und Sterben von Angehörigen und Freunden vor den Vorhang zu holen und wenn sie nicht mit einem friedvollen Gefühl verbunden sind, gegebenenfalls mit einem Therapeuten, Coach oder Energetiker aufzuarbeiten, vor allem „Wenn du nicht so enden willst“. Es ist einfach wichtig zu einem eigenen guten Weg zu finden. Denn es sind die bewussten und unbewussten Bilder im Kopf, die uns wie ein Autopilot lenken (siehe dazu Dein inneres Drehbuch).

Angst liegt nie in den Dingen selbst,
sondern darin, wie man sie betrachtet.

Anthony de Mello

WAS DIE STERBEFORSCHUNG DAZU SAGT

Aus der Fülle von neuen Informationen, die die Sterbeforschung, Bewusstseins-Forschung und die Erforschung von Nahtod-Erfahrungen (z.B. Pim van Lommel[1], Bernard Jacoby[2], Monica Renz[3]) derzeit aufzeigt, möchte ich Euch einige mitgeben:

×        Sterben ist eine wichtige und sinnvolle Zeit! Denn Sterben ist mehr als ein körperliches Ableben und geistiger Zerfall!

×        Sterben ist ein Prozess, unabhängig von Religion und Glauben. Hier ereignet sich etwas, das sich dem Begleiter vollkommen entzieht. Es kommt zu einer fundamentalen Wandlung der Persönlichkeitsstruktur.

×        Oft wird dabei mehrfach eine Bewusstseinsschwelle überschritten, wobei sich die Wahrnehmung verschiebt. Es geht vom ICH, dem vernünftigen, rationalen Menschen, zum SEIN, eingebettet in ein nicht-lokales, endloses Bewusstsein. Und genau darin liegt die Würde dieses Prozesses!

×        Als Begleiter sehen wir nur aus unserem Alltagsbewusstsein die körperlichen und manchmal auch geistigen Veränderungen, aber der Sterbende ist in einer ganz anderen Erlebniswelt mit anderen Sinneserfahrungen und Aufgaben.

×        Der Prozess ist wie eine Extremerfahrung, die in 3 Phasen abläuft: DAVOR – HINDURCH – DANACH.

  • Im DAVOR muss sich der Sterbende nicht nur von allem Materiellen trennen, auch alles was dem ICH wichtig war (Wille, Vernunft, Macht ... ) bleibt zurück. Wenn man sehr stark an diesen Werten klammert oder viele unerledigte, unaufgearbeitete Themen hat, kann der Prozess schmerzhaft sein, .Oder auch gut, wie z.B. bei meiner Freundin, die meinte: “Jetzt bin ich mit allem und allen in Frieden”

  • Das HINDURCH ist der Prozess des eigentlichen Loslassens. Eine Schwellensituation und durchaus mit der Geburt vergleichbar. Aber diesen Prozess kann man mehrfach durchschreiten und er wird im Wechsel von Anhaftung, der Fähigkeit Loszulassen und dem Geschehen, das sich unserem Willen entzieht, sehr unterschiedlich erlebt. Hier kommt es auch zur persönlichen Lebensrückschau aller Gedanken und Taten und dem Erkennen des Sinns darin.

  • DANACH - Ähnlich wie bei der Geburt kommt es nun zu einer totalen Entspannung. Berichte von Nahtoderlebnissen erzählen fast immer vom Tunnel, von Licht und bedingungsloser Liebe (genau so hat mir auch mein Vater sein Nahtoderlebnis im Krieg beschrieben). Sterbende treten in einen Zustand der Ruhe, Gelassenheit, Glückseligkeit ein, Qualitäten von Friede, Freiheit und Liebe sind wahrnehmbar. Dieser andere Bewusstseinszustand ist unabhängig von Religion und Glauben.

Natürlich befinden wir uns in einem Grenzbereich zwischen klassischer Naturwissenschaft und den Erkenntnissen sogenannter alternativer Forschung, die sich primär im jeweiligen Weltbild unterscheiden. Und nirgendwo sonst kommt das klarer heraus, als dann, wenn wir vom Tod sprechen. Im rein biologischen Weltbild sind alle menschlichen Phänomene chemisch und neurologisch begründet, Bewusstsein ist ein Nebenprodukt der Gehirntätigkeit und alles kommt mit dem Tod zu einem Ende. Im quantenphilosophischen und spirituellen Weltbild ist alles Energie und Information und der Mensch macht nach seinem körperlichen Ableben einen Bewusstseinssprung und existiert auf einer anderen Dimension. Diese Sichtweise ist durch die intensive Erforschung der Sterbeprozesse und Nahtoderlebnisse (allein in Deutschland gibt es 4 Millionen dokumentierte und ausgewertete Fälle) sehr gut belegt. Demnach existiert Bewusstsein unabhängig vom Körper und der Tod ist nur ein Übergang in eine andere Form des Seins.

Ist es wichtig zu wissen welches Weltbild das „Richtige“ ist? Ich stehe dem sehr pragmatisch gegenüber. Wenn es um den persönlichen Frieden mit dem Thema Sterben und Tod geht, dem Auflösen von Angst und Unsicherheit, dann ist für mich das richtig, was einem ein gutes Gefühl gibt. Auch Max, ein befreundeter Sterbebegleiter meinte, „Entscheidend ist, dass man ein eigenes Bild davon hat, wohin es geht und damit in Einklang ist“.

EINE SACHE DER WÜRDE

Immer wieder habe ich mich dabei ertappt, mit dem körperlichen Verfall von Sterbenden zu hadern. Für jemanden, dem es gut geht, ist es einfach schlimm zusehen zu müssen, wie sich Körper und Können verändern. Denn von klein auf haben wir gelernt, dass menschliche Würde mit Selbstbestimmung über den eigenen Körper untrennbar verbunden ist.

Die Frage von Würde hat sich für mich durch die oben zitierten Erkenntnisse und die Gespräche mit Sterbebegleitern vollkommen verändert. Nicht mehr der Körper steht während des Sterbeprozesses im Vordergrund (auch wenn er natürlich bestmöglich medizinisch unterstützt werden soll!), sondern das Innenleben, die geistige Dimension und deren Würde. In dieser Klarheit ist das zumindest für mich neu.

Als Angehöriger und Begleiter kann man sich dieser inneren Würde zuwenden. Es geht um das Erfüllen von letzten Bedürfnissen (z.B. sich aussprechen zu wollen, sich von Familie oder Freunden verabschieden wollen, Wünsche über Beerdigung äußern) und das Hineinfühlen in die Person. Denn Sterbende reagieren mehr und mehr auf Schwingungen und dazu gehören auch die Gefühle der Anwesenden. Sie hören alles und reagieren positiv auf Musik, mehr als wir glauben. Ein Freund berichtet mir, wie entscheidend es war, seiner Frau die “Freigabe zum Gehen” zu geben.

Sterbende denken und erleben nicht mehr immer rational und logisch, aber auch nicht unlogisch, sondern in Metaphern und Analogien und drücken sich oft in Symbolen aus. Dies zu erkennen und in dieser Situation als normal anzuerkennen ist wichtig für den würdevollen Umgang mit dem Sterbenden!

Max hat mir von den vielen Möglichkeiten berichtet, wie man Sterbende auf ihrem Weg liebevoll begleiten kann. Was seine Erzählungen ausgemacht hat, war diese vorbehaltlose Annahme, völlig ohne jegliches Werturteil über körperliche oder mentale Veränderungen.

GIBT ES GUTES STERBEN? KANN MAN SICH GUT VORBEREITEN?

Können wir beurteilen, was gut ist? Ist es ein schneller Tod (z.B. plötzlicher Herztod oder Unfall) oder langsames, bewusstes Abschiednehmen besser? Führt ein erfülltes Leben zu gutem Sterben?

Haben wir tatsächlich Einfluss darauf, wie unser Sterbeprozess abläuft? Und wenn ja, was kann man machen, um sich vorzubereiten? Wenn ich diese Fragen stelle, werde ich immer überrascht angeschaut „Wieso fragst Du? Möchtest Du schon sterben? Bist du krank?“ Nein! Ich möchte mich nur mit etwas auseinandersetzen, das in den nächsten 30-35 Jahren definitiv passieren wird! Auf alles bereiten wir uns vor, nur darauf nicht? Natürlich liest man viel über die Fortschritte in der Palliativmedizin, in der Pflege bis hin zur kontrovers diskutierten Sterbehilfe. Es ist auch sinnvoll, eine Patientenverfügung zu erstellen, um den medizinischen Teil abzugrenzen. Aber das betrifft alles nur die körperlichen Aspekte. Mir geht es um den inneren Prozess und die Einstellung dazu, also meine inneren Ressourcen!

Wir können die Tatsachen nicht ändern,
aber wir können unsere Einstellung dazu ändern,
indem wir besser verstehen lernen.
Bernard Jacoby

Vielleicht kennt Ihr sie bereits, die australische Krankenschwester Bronnie Ware[4], die festgehalten hat, was Sterbende am meisten bereuen, oder lieber anders gemacht hätten. Diese nannten immer und immer wieder dieselben Dinge und damit könnte man doch anfangen.

  1. Ich hätte gerne den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben – und mich nicht von den Erwartungen anderer leiten lassen.

  2. Ich hätte nicht so hart arbeiten dürfen (Ich hätte gerne mehr Zeit für meine Kinder und Partner gehabt).

  3. Ich hätte den Mut haben sollen, meine Gefühle auszudrücken.

  4. Ich hätte mit meinen Freunden in Kontakt bleiben sollen.

  5. Ich hätte mir mehr Glück und Zufriedenheit gönnen sollen.

Außerdem können wir uns ein Leben lang darauf vorbereiten, indem wir auch immer wieder Loslassen üben. z.B. uns von Gegenständen trennen, in Beziehungen nicht klammern (Partner, Eltern, Kinder aber auch Freunde), Verluste akzeptieren und annehmen und uns selbst und anderen Fehler verzeihen. Denn es geht um nichts anderes, als durch Selbstakzeptanz und Selbstliebe Eigenverantwortung für das gelebte Leben zu übernehmen!

Schließlich wollte ich von Max auch wissen, welche Möglichkeiten er aus seiner jahrzehntelangen Sterbebegleitung als gute Vorbereitung ansieht und er nannte mir folgende 3 Punkte:

Ein friedlicher Verlauf und ein einfacherer Übergang stellen sich dann ein,

1.      wenn man mit sich im Reinen ist. Z.B. möglichst wenig emotionalen Ballast mitschleppt oder unbedingt noch etwas erledigen möchte.
Dazu gehört auch, dass man Streitigkeiten beilegt und Verletzungen, Angst und Schmerz aufarbeitet. Denn alles, was unterdrückt wurde und wir nicht wahrhaben wollten, kommt spätestens beim Sterben an die Oberfläche und wirkt sich auf das DAVOR und HINDURCH aus.

2.     wenn man ein persönliches und befriedigendes Bild vom Tod und vom DANACH hat, das einem Orientierung gibt. Dafür ist es unerheblich ob es biologisch, religiös oder spirituell ist.

3.     Vor allem aber hat er mir empfohlen: Redet miteinander darüber!  

Herzlichst
Helga

Zu diesem Thema passt auch der Post: Jour Fixe mit dem inneren Kernteam

[1]    Pim van Lommel: Endloses Bewusstsein: Neue medizinische Fakten zur Nahtoderfahrung; Knaur, 2013

[2]   Bernard Jakoby: Was geschieht wenn wir sterben? Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Tod. Nymphenburger 2015

[3]   Monika Renz: Hinübergehen. Was beim Sterben geschieht; Herder 2016

[4]     Bronnie Ware: 5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen; Goldmann 2015

Stress Release mit TAPPING – sofort wirksam!

Derzeit ist die emotionale Ladung überall gewaltig. Oft ist die Haut so dünn, dass schon ein falsches Wort oder auch Koffer, die nach einer Flugreise nicht mitkommen, eine Nachricht in den Medien, ein rücksichtsloser Autofahrer oder vieles andere negative Emotionen zum Überschwappen bringen können. Diese negativen Emotionen sind auf Dauer einfach nicht gesund!

Ich stelle Euch heute eine energetische Methode vor, die ohne großen Aufwand hilft, um in wenigen Minuten „rauszukommen“ und gelassen zu sein!

Es geht um TAPPING, eine Akupressur-Methode, die man immer dann einsetzen kann, wenn es stressig ist.

Auch für uns Senioren zahlt es sich aus Tappig anzuwenden, denn innerer Stress kennt keine Altersgrenze. Und im Grund bin ich der Meinung, dass das ja bereits Kinder ab dem Kindergarten lernen sollten, denn es macht das Leben angenehmer und einfacher. [1]

Take away

  • Mit Tapping kannst Du in ein paar Minuten Stress auflösen und emotionale Balance schaffen

  • Tapping ist Selbsthilfe für emotionale und körperliche Probleme (komplementär einsetzbar)

  • So geht´s – Video mit einer Anleitung zum Ausprobieren

 

Foto: Robert Pražak

 

TAPPING - EIN ENERGETISCHES „HAUSMITTEL“ FÜR SCHNELLEN STRESS-RELEASE

„Das kann doch nicht so einfach sein, sich so schnell wieder „einzuklinken“, wenn ich mir Sorgen mache, ich nervös bin, mich etwas richtig ärgert oder ich traurig bin.“ sagte mir vor kurzem eine Klientin. Doch, es ist wirklich so einfach, wenn Du dir ein paar Minuten Zeit nimmst und bewusst bestimmte Meridianpunkte klopfst!

Tapping, das auch unter anderen Namen wie EFT (Emotional Freedom Technique), Emotional Balance oder Meridianklopfen bekannt ist, kann als eine psychologische Variante von Akupunktur bezeichnet werden. Ursprünglich kommt es aus dem therapeutischen Bereich, hat sich aber über viele Jahre auch als Selbsthilfe-Methode zur Reduktion von innerem Stress bewährt. Es ist einfach zu lernen! Man braucht nur die eigenen Finger, Konzentration und ein paar Minuten Zeit. All das hat man immer und überall dabei! Und man kann einfach nichts falsch machen!

Es gibt wohl kaum eine andere energetische Methode, die in so vielen wissenschaftlichen und klinischen Studien untersucht und bestätigt wurde, wie Tapping. Daher möchte ich Euch auch ein paar Hintergründe über die Wirkungsweise geben. Für alle, die sich mehr dafür interessieren, wie sich Tapping langfristig psychologisch oder körperlich auswirkt, empfehle ich die Studien von Dr. Dawson Church[2], Dr. Peta Stapleton[3] oder Nick Ortner [4].

TAPPING BEWIRKT ENERGETISCHE UND PHYSIKALISCHE VERÄNDERUNGEN

Durch den Fokus und die Konzentration auf die jeweilige stressvolle Situation, die mit unangenehmen Emotionen verbunden ist und das gleichzeitige Klopfen bestimmter Meridianpunkte, werden die dazugehörenden Blockaden im Energiekörper gelöst.

Die physische Komponente der Methode liegt darin, dass durch die Stimulierung der Akupunkturpunkte elektromagnetische Signale an die Amygdala gesendet werden, jenen Teil im Gehirn, der für die emotionalen Reaktionen verantwortlich ist. Die Amygdala löst bei „gefährlichen“ Gedanken die Kampf-oder-Flucht-Reaktion aus und mobilisiert entsprechende Körperreaktionen. Durch die Signale beim Klopfen der Akupunkturpunkte wird diese Alarmreaktion der Amygdala reduziert, sodass man trotz eines beunruhigenden Gedankens schon nach wenigen Minuten ruhiger und entspannter wird.

In diesem entspannten Zustand und ohne emotionale Ladung kann man die ursprünglich negative stressige Situation neutral bewerten und empfinden. Nun kann man sich dafür entscheiden, sich auf positiven Gedanken zu konzentrieren.

Jedes Mal, wenn Du durch diesen Emotional-Balance-Prozess gehst und von negativer in positive Grundstimmung umschaltest, sendest Du ein beruhigendes Signal an Dein Gehirn und verankerst neue Muster.

UND SO GEHT TAPPING

Als erstes zeige ich Euch die Akupressurpunkte, die nacheinander durch leichtes Klopfen mit den Fingerkuppen stimuliert werden. Im Video unten seht ihr danach wie es geht.

 
 

Tapping besteht aus 5 Schritten

SCHRITT 1       Einstimmung
Definiere die Situation oder das Problem, das Dich belastet sowie das unangenehme Gefühl, das damit verbunden ist. (z.B.  Meine Angst vor dem nächsten Treffen mit N.N.; diese Sorgen, die ich mir wegen der schlechten Nachrichten mache; X.Y. hat mich unendlich geärgert/verletzt; der Schmerz in der rechten Schulter, wenn ich den Arm hebe etc.).
Subjektive Stressskala: Auf einer Skala von 0-10, wie groß ist dieser innere Stress? (0=kein Stress / 10=nicht auszuhalten).

SCHRITT 2      Selbstakzeptanz
Formuliere Deinen zweiteiligen Einstimmungssatz: Im  1.Teil beschreibst Du dein Problem und im 2. Teil geht es um Selbstakzeptanz, auch wenn es sich gerade nicht so gut anfühlt. Lass Dich selber wissen, dass Du trotzdem OK bist! Das geht mit der Formulierung  Auch wenn ich ...(setz hier Dein Thema ein), aus tiefstem Herzen liebe und akzeptiere ich mich genauso wie ich bin.
Wiederhole den Satz 3 Mal laut und klopfe währenddessen auf die Akupunkturpunkte des Dünndarmmeridians an den Handkanten.

SCHRITT 3      Stress-Release
Dann klopf nacheinander alle Meridianpunkte am Kopf und Oberkörper und sprich dabei alles Negative, das Dir zu diesem Thema einfällt, aus. Bleib dabei möglichst nahe an dem Gefühl, das Du auflösen möchtest. Z.B. er/sie hört mir nie richtig zu,  nächster Punkt: das macht mich wütend, nächster Punkt: ich fühle mich dadurch missachtet, nächster Punkt: das tut mir weh... und so weiter bis zum letzten Meridianpunkt.  

SCHRITT 4      Überprüfung
Wenn du mit dieser ersten Runde fertig bist, überprüfe wie Du Dich fühlst. Hat sich etwas verändert? Wo auf der Stressskala (0-10) würdest du das Problem jetzt einordnen. Fällt Dir noch ein Gefühl ein, das dazu passt? Noch ein Aspekt, der dich belastet? Du kannst mehrere Runden nacheinander machen, bis Dein Stresslevel deutlich gesunken (<3) ist.

SCHRITT 5      Switching zum Positiven
Abschließend klopfe noch einmal alle Punkte nacheinander und ersetze das Negative durch positive Affirmationen. z.B. Ich bin vollkommen entspannt nächster Punkt: ich fühle mich vollkommen sicher, auch in diese Situation nächster Punkt ich kann den richtigen Moment für meinen Wunsch gelassen abwarten; nächster Punkt: ich bin unabhängig von der Anerkennung anderer .... etc.

Das mag auf den ersten Blick vielleicht kompliziert klingen, aber glaub mir, diese Selbsthilfe dauert grade einmal 5 Minuten und nach nur ein paar Anwendungen hast Du das drauf. Im folgenden Video zeige ich Euch ein Beispiel. Es geht um angespannt & nervös sein.

 
 

Ein weiteres konkretes Beispiel, wie man Tapping einsetzen kann, findest Du als Video in meinem Post „So eine Hitze“.  

KEINE SITUATION IST ZU KLEIN ODER ZU GROSS UM SICH MIT TAPPING WOHLER ZU FÜHLEN.

Ich empfehle Euch, spielerisch heranzugehen und mit nervigen Situationen zu beginnen. Damit bekommt ihr schnell Vertrauen in diese einfache Methode. Hier sind ein paar Anregungen.

  • In Akutsituationen, wie z.B. Wut, Frust, Angst, Ärger, Trauer, Verletztheit.

  • Bei längerfristige Veränderungswünschen, z.B. häufiger Selbstkritik,  Umgang mit Verlusten, Schlafstörungen, zum Abnehmen, bei Frustessen oder Essattacken, wenn Du Dir viele Sorgen machst.

  • Bei körperlichen Problemen als komplementäre Unterstützung zur Anregung der Selbstheilungskräfte. Tapping ersetzt keine ärztliche Behandlung, aber viele körperlichen Probleme sind mit starken negativen Emotionen verbunden. Denk z.B. nur, was eine beunruhigende Diagnose auslösen kann. Der ganze Körper verkrampft sich und die Gedanken kreisen ohne Ende. Genau da hilft Tapping. Allein durch die Entspannung, die dabei entsteht, kann die Heilung besser vor sich gehen.

Für mich gehört Tapping zur Selbsthilfe in den Werkzeugkoffer, weil wir auch im Alter vor emotionalen Hochschaubahnen und körperlichen Problemen nicht gefeit sind.

Und wenn Du Enkel hast, kannst Du auch ihnen dieses „Lebenswerkzeug“ beibringen, denn Kinder lernen das schnell und gerne.

Es ist vielseitig anwendbar, verfehlt nie seine Wirkung und alles, was du dazu brauchst sind deine Finger und deine Absicht. Ein Klopfdurchgang dauert etwa eine Minute und nach etwa 5 Minuten bist du wieder entspannter und gelassen. Es kostet nichts und es gibt keine Nebenwirkungen.

Also, happy Tapping!

Herzlichst
Helga

 

Hinweise

  • Tapping ersetzt weder eine Medikation, noch eine Untersuchung oder Behandlung beim Arzt oder Psychotherapeuten. Es dient der Regulierung des Energiesystems in Stresszuständen. Energetische Methoden eignen sich jedoch generell zur komplementären Anwendung.

  • Die hier angewandte Klopfakupressur ist angelehnt an die lizenzfreie EFT-Methode von Gary Craig, ist jedoch keine Wiedergabe einer geschützten Marke (z.B. Official EFT™).

[1] Evelyne Stein-Fischer, Inge Bratusch-Marrain, Birgitta Heiskel: Maja und Robobo, Picus Verlag 2019 (Kinderbuch mit Anleitung zu Tapping)

[2] Dr. Dawson Church, EFT Universe – Research

[3] Dr. Peta Stapleton: The Science Behind EFT Tapping; A Proven Stress Management Technique for the Mind and Body, Hay House
Peta Stapleton

[4] Nick Ortner: The Tapping Solution – A Revolutionary System for Stress-Free Living; Hay House Inc. 2013