Etwas machen, das Sinn macht.

Wer will das nicht? Etwas Sinnvolles machen, ist eines unserer tiefsten menschlichen Bedürfnisse. Optimaler Weise findet man das bereits im Job. Aber ehrlich, nicht immer erschließt sich der Sinn im Beruf und nicht alle Talente sind gefragt oder rechnen sich. Jetzt ist die Zeit dafür! In der Pension kann und soll man wählerisch sein und sich aussuchen, mit welchen Tätigkeiten man die eigenen Fähigkeiten zum Ausdruck bringen will. Dass wir es aber auch als sinnvoll bewerten, erfordert noch einen weiteren Aspekt, nämlich, dass es ein Beitrag zum Wohl anderer ist.

Daher finde ich es wichtig, nicht irgendeine Tätigkeit in der Pension zu machen oder sich einfach nur eine Beschäftigung zu suchen. Es muss schon etwas sein, das für einen selbst UND für andere einen Wert hat. Das kann organisiert oder informell sein, dem eigenen, ehemaligen Job ähnlich oder ganz etwas anderes sein, entscheidend ist nur wie man diese Tätigkeit selbst bewertet. In diesem Post möchte ich dem Sinnvollen nachgehen und Euch ein paar Beispiele beschreiben.

Take away

  • Wer sich sinnvoll engagiert lebt gesünder!

  • Sinnvoll erachten wir etwas, das für uns selbst und andere einen Wert hat.

  • Auch eine sinnvolle Tätigkeit in der Pension soll kein Full-Time-Job mehr sein.

  • Mindestens die Hälfte aller Pensionisten von 60-80 leisten mit ihrem freiwilligen Engagement einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gesellschaft.

 

Foto: Laurenz Vavrovsky

 

FREIWILLIGENARBEIT VON PENSIONISTEN IST EINE GESELLSCHAFTLICH RELEVANTE GRÖSSE

Habt Ihr gewusst, dass fast 57% aller Pensionisten zwischen 60 und 69 und 43% der 70 bis 79-jährigen im Rahmen von Freiwilligenarbeit tätig sind. Diese Zahlen aus 2015 (werden jetzt sie sicher noch höher sein!) habe ich im Freiwilligenbericht 2019 des österreichischen Sozialministeriums gefunden. In Summe sind das in Österreich fast 1 Million Menschen zwischen 60 und 80, die regelmäßig einer gesellschaftlich relevanten Tätigkeit außerhalb des eigenen Haushalts nachgehen! Und dazu kommen noch die informellen Engagements und Nachbarschaftshilfe.

Die Freiwilligenarbeit ist in den letzten 10 Jahren regelrecht „explodiert“. In Deutschland wollten sich 2012 gerade einmal 27% der Senioren engagieren[i], heute sind es 77% [ii]! Die Haupttätigkeitsfelder sind die Betreuung anderer älterer Menschen, die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie die Kommunalpolitik. Im Bereich Pflege und Soziales engagieren sich 9% und für Kunst und Kultur 8%. 

 

Neue forsa-Studie zum gesellschaftlichen Beitrag von Senioren

 

Also, obwohl ich mich schon länger mit den aktiven Senioren befasse, hat mich diese Statistik tief beeindruckt und zeigt, dass wir Senioren nach wie vor einen wesentlichen Beitrag für unsere Gesellschaft leisten!

WARUM IST ES WICHTIG ETWAS SINNVOLLES ZU MACHEN?

Im letzten Post Neues erleben, das Spaß macht ist es mir darum gegangen, dass wir uns im Alter ausreichend Zeit und Gelegenheit geben Spaß zu haben und Neues erleben. Beides ist gut für unsere Vitalität und Gesundheit. Aber nur Spaß haben ist nicht genug, denn es ist auf Dauer nicht befriedigend. Speziell für die psychische Gesundheit ist Sinnerleben essentiell. Das gilt in allen Lebensabschnitten, ganz besonders auch in der Pension, wenn Erwerbstätigkeit und Familienorganisation weitgehend vorbei sind.

Wenn es um Sinn geht, stehen nicht Ziele und Erfolg im Zentrum, sondern Werte!

Ich bin diesem Sinnempfinden nachgegangen und es decken sich die Definitionen:

Wir sehen etwas als sinnvoll an,
wenn es für uns selbst
und auch für andere einen Wert hat.

Das ist auch der Unterschied zu Spaß und Hobby, die man beide auch aus Begeisterung und mit Freude macht, aber primär für sich selber. oder andererseits, wenn man etwas NUR für andere macht. Viele Studien zeigen, dass freiwilliges Engagement von Senioren neben dem Erfüllen eigener Werte insbesondere für das Wohlfühlen, die Lebenszufriedenheit, die sozialen Kontakte, aber auch für bessere physische und mentale Gesundheit sorgen. Also alles in allem, ein Lebenselixier!
Hier sind die 4 wichtigsten Punkte, die beschreiben was eine sinnerfüllte Tätigkeit ausmacht:

  • Entspricht sie meinen Werten (z.B. soziales Engagement, Kultur, Kunst, Liebe, Hilfsbereitschaft, Weitergeben, ... )?

  • Ermöglicht sie mir Selbstverwirklichung & Selbstentfaltung – Kann ich meine Talente und Fähigkeiten damit ausleben?

  • Bedeutsamkeit – Trägt diese Tätigkeit zum Wohl anderer Menschen oder der Gesellschaft etwas bei und bekomme ich das auch zurückgespiegelt?

  • Fühle ich mich zugehörig? Ebenfalls ein wichtiger Punkt! Wir nehmen nachweislich eine Tätigkeit dann noch mehr als sinnvoll wahr, wenn wir sie im Rahmen einer Gemeinschaft mit Fürsorge und Harmonie erleben.

ES GIBT UNENDLICH VIELE MÖGLICHKEITEN

Ich habe mit vielen gleichaltrigen Bekannten über ihr Engagement gesprochen und war fasziniert von der Fülle unterschiedlicher Tätigkeiten, über die sie mir berichtet haben. Sehr viele betreuen ihre Enkel regelmäßig ein- oder mehrmals in der Woche, andere die Eltern und genau das ist es, was Familie so wertvoll macht, finde ich. Andere engagieren sich mit Kindern, sei es beim Lesen lernen in der Schule oder im Sportverein. Ein Freund und Forstwirt bringt Schulkindern den Wald näher. Ein anderer Freund, früher Arzt, war immer schon begeisterter Handwerker. Nun ist er mit Leib und Seele die graue handwerkliche Eminenz in seiner ganzen Siedlung, zur Freude aller Nachbarn, und er ist glücklich über jedes Projekt. Alle diese Sinn-Tätigkeiten beinhalten viel Engagement, Verantwortung und auch Verpflichtung.

Sogenannte Freiwilligenarbeit findet immer in einem organisatorischen Rahmen statt, unentgeltlich und zum Zweck der Förderung der Allgemeinheit, wie es offiziell heißt. Wie unterschiedlich Freiwilligenarbeit sein kann, möchte ich Euch anhand der Tätigkeiten von Robert, meinem Mann, und unserem Freund Mario zeigen.

Freiwilligenarbeit im Museum : „Ich bin in einer neuen Welt gelandet!“

Robert hat viele Jahre in einem internationalen Konzern gearbeitet und war danach selbständig. Bereits vor Beginn seiner Pension tauchte der Wunsch auf „Ich möchte etwas mit meinen Händen erschaffen, kreativ sein und gleichzeitig etwas für die Gesellschaft beitragen“. Er hat sich intensiv auf die Suche nach so einer Tätigkeit gemacht und sie auf der Freiwilligenmesse beim Museumsmanagment NÖ gefunden. Im Rahmen der Ausbildung zum Museumskustos ist er auf die Zinnfigurenwelt Katzelsdorf, eines der größten Museen dieser Art weltweit, gestoßen, die freiwillige Mitarbeiter gesucht hat. Mit Zinnfiguren hatte er sich bis dahin nie beschäftigt, aber die Tätigkeit an sich war perfekt für ihn. Heute recherchiert er historische Hintergründe, gestaltet, baut und renoviert Dioramen (das sind Schaubilder, ähnlich Mini-Bühnen, die die Zinnfiguren in Szene setzen), kuratiert Ausstellungen, erstellte Unterlagen für das Museumsgütesiegel u.v.m. Vom Handwerklichen (seiner Leidenschaft) bis zum Organisatorischen (seinen beruflichen Erfahrungen) kann er alles verbinden. Und auch der gesellschaftliche Aspekt ist erfüllt, denn Zinnfiguren sind heute kulturhistorisches Gut.

Als ich ihn frage, was das wichtigste für ihn bei dieser Tätigkeit ist meint er: „Es ist die Kombination von Tätigkeiten, die meinen Fähigkeiten 100%ig entsprechen, die Freude am Schaffen und dass meine Talente gebraucht werden!  Ich mache etwas für mich Sinnvolles und das wird anerkannt. Außerdem bin ich einfach gerne dort. Diese Freiwilligenarbeit ist derzeit zu einem unverzichtbaren Bestandteil meines Lebens geworden und macht mich glücklich“.

 

„Klosterbibliothek“ – Diorama und Foto: Robert Pražak

 

Soziales Engagement: Mentoring für Migranten

Unser Freund Mario erzählt mir: „Die Freiwilligenarbeit ist mir passiert, ich habe nicht danach gesucht. Aber sie kam genau zum richtigen Zeitpunkt, um neben Sport, singen und einer neuen Ausbildung auch noch etwas für andere zu tun. Das ist wie geschaffen für mich.“

Mario war ebenfalls in der Industrie im Management tätig und hat zusätzlich immer neue Aufgaben gesucht. So hatte er bereits Erfahrung mit dem Mentoring für Migranten. Nach der Logotherapie-Ausbildung am Frankl-Institut hat ihn eine Bekannte angesprochen, ob er sich bei einer Pfarrcaritas in der Beratung engagieren würde. Einmal pro Woche berät und unterstützt er Bedürftige, die sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden. „Menschen in Not helfen zu können, erfüllt mich mit Sinn. Auch wenn diese Tätigkeit manchmal sehr fordernd sein kann, weil man sowohl mit schweren Schicksalen konfrontiert wird, als auch mit Leuten, die möglicherweise die Hilfsbereitschaft einfach nur ausnützen wollen. Das zu unterscheiden ist nicht immer einfach. Aber genau dadurch lerne ich ständig Neues dazu und gehe mit Dankbarkeit für mein eigenes Leben nach Hause.“

ES DARF KEIN FULL TIME JOB MEHR SEIN

Trotzdem finde ich, dass Freiwilligenarbeit in der Pension kein Full-Time-Job werden sollte. Es muss wirklich ausreichend Zeit bleiben, sich um den Körper zu kümmern, um Liebe und Beziehungen zu pflegen, für Spaß und ganz besonders auch um Zeit für sich selbst, Selbstreflexion und inneres Wachstum zu haben. Also für alle 5 Säulen für ein Strahlendes Alter!

Daher hat es mich wirklich gefreut, als ich im Freiwilligenbericht des Sozialministeriums gelesen habe: „Um das eigene Wohlbefinden zu steigern, würde es nichts nützen, sich in sehr hohem Ausmaß freiwillig zu engagieren, Die Steigerung der Gesundheit und des Wohlbefindens durch Freiwilligentätigkeit unterliegt Grenzen. Optimal ist ein Engagement mit maximal 15 Stunden pro Woche. Höheres oder intensiveres Engagement geht hingegen mit geringerem Wohlbefinden einher.

Wenn Ihr also eine neue, sinnstiftende Tätigkeit sucht, würde ich Euch empfehlen eine der Freiwilligenmessen, die in vielen Städten stattfinden, zu besuchen, oder Euch auf den verschiedenen Plattformen umzusehen. Die meisten Angebote dort sind allerdings für junge Leute und man muss schon einigermaßen selektiv suchen. Einige Beispiele für Seniorenarbeit, die mich begeistert haben, findet Ihr auch in meinem Post Neue Wege ins Alter Ich glaube aber, dass viele Tätigkeiten, die wirklich Sinn machen, in Deinem ganz persönlichen Umfeld zu finden sind - frag Dich einfach durch. Weil Mario so begeistert von seiner Arbeit erzählt, hat er schon zwei Freunde angesteckt, die ihre eigene sinnvolle Tätigkeit gefunden haben. Was immer Ihr macht, es muss Euren Werten, Fähigkeiten und Talenten entsprechen, denn nur das ist auf Dauer erfüllend.

Herzlichst
Helga

Ganz aktuell: die nächste Wiener Freiwilligenmesse findet vom 8. bis 9. Oktober 2022 im Wiener Rathaus statt.

Zu diesem Thema passt auch mein Post Neue Rollen, neue Aufgaben   über den Film Man lernt nie aus. Robert De Niro spielt einen Senior, der in einem Start-up Unternehmen ein Praktikum macht.

[i] Stern & Körber Stiftung 2012, Deutschland – Forsa Studie „Alter neu erfinden – Altern in Deutschland“ http://asset3.stern.de/media/pdf/Doppelseiten_Broschuereforsa19.04.2012.pdf

[ii] Neue forsa-Studie zum gesellschaftlichen Beitrag von Senioren https://initiative-herzklappe.de/forsa-umfrage-zum-gesellschaftlichen-engagement-von-senioren


 
 

Neues erleben, das Spaß macht

Bei der aktuellen Flut von deprimierenden Neuigkeiten sollten wir uns ganz bewusst auf die Suche nach Neuem machen, das uns mit Freude erfüllt und Spaß macht. Dabei geht es nicht darum, diese Entwicklungen zu leugnen, sondern einfach darum, sich nicht von Negativität überrollen zu lassen. Und im Alter hat das Neue auch noch eine zusätzlich Bedeutung: Sich immer wieder auf Neues einzulassen fördert unser Gehirn, weiß man aus der Neurologie, hält uns jung und macht glücklich. Daher möchte ich Euch mit diesem Post drei Inspirationen und Beispiele dazu geben.

Take Away:

  • Etwas machen, wovon man – vielleicht schon seit der Kindheit - träumt.

  • Einfach Neues ausprobieren, weil man neugierig ist.

  • Den Alltag durch eine neue Brille sehen und Neues dabei finden.

 

Foto: Robert Pražak

 

DER RICHTIGE ZEITPUNKT UM NEUES ZU ERLEBEN IST IMMER JETZT

Die Zeit in der Pension ist wie geschaffen für Neues. Nie zuvor hatten wir so viel Zeit, soviel Selbstbestimmtheit und die meisten sind fit und unternehmungslustig. Der erste spontane Gedanke, der bei Neuem oft in den Sinn kommt, ist Reisen. Neues in fremden Ländern erleben steht oft ganz oben auf der Liste (siehe Post GO-GO, SLOW-GO, NO-GO). Keine Frage, reisen erweitert den Horizont und überschüttet uns mit neuen Eindrücken. Meine ganze Familie hat das immer gerne gemacht und viele jüngere Freunde fragen uns heute: „Warum reist ihr nicht mehr, ihr habt doch die Zeit dazu?“ Einfache Antwort: weil es Neues nicht nur in der Ferne gibt, denn es liegt auch direkt vor, neben und vor allem in uns!

Neues zu erfahren ist einen höchste persönliche Sache und ein unerschöpfliches Gebiet. Außerdem liegt es mir fern, einen weiteren Quick-Ratgeber wie z.B. „So erlebst du Neues in deinem Leben“ zu schreiben. Ich möchte mit meinen Posts Themen aufgreifen, von denen ich überzeugt bin, dass sie eine Rolle dabei spielen WIE wir alt werden. Mit meinen Geschichten möchte ich Euch inspirieren darüber nachzudenken, welchen Stellenwert das alles in Deinem Leben hat um es dann auf Deine Weise auch auszuprobieren. Daher sind hier drei Anregungen um Neues in Deinem Umfeld zu finden.

  1. Das Konzept vom „Inneren Kind“ (Jour Fixe mit dem inneren Kernteam). Das gesunde Innere Kind in uns ist neugierig, verspielt, spontan, lacht gerne und blödelt voller Leichtigkeit. Wie viel Raum gibst Du ihm? Welche Träume deiner Kindheit sind noch offen?

  2. Vielleicht gibt es aber auch Dinge, für die Du einfach noch nicht die Möglichkeiten hattest und die Dir bis heute nicht aus dem Kopf gegangen sind. Dinge, die du schon immer einmal ausprobieren wolltest. Oft höre ich dann, dass das aus körperlichen Gründen oder wegen fehlender Ausbildung nicht (mehr) geht... Dann muss man halt kreativ sein und irgendwo und irgendwie klein anfangen.

  3. Schließlich ist es auch möglich in jeder Situation das Neue und Positive zu sehen, wenn man eine andere Brille aufsetzt. Das hilft auch, das Leben nicht so ernst zu nehmen, und wie schon vorher gesagt, es geht nicht ums Leugnen oder „Schönreden“ von Tatsachen!

Es ist die Beschäftigung mit Neuem, die uns begeistert und die in unserem Gehirn Hormone aktiviert, die uns “knackig” erhalten und zum Strahlen bringen.

Ich werde sicher noch eine Reihe von Dingen tun, die bisher nie meinen Weg gekreuzt haben. Fürs erste habe ich begonnen, auf einem Bio-Bauernhof mitzuhelfen. 

ETWAS MACHEN, WOVON MAN SCHON ALS KIND GETRÄUMT HAT

 
 

Seit zwei Jahren helfe ich auf einem Bio-Bauernhof mit. Ich bin am Land in einer Kleinstadt aufgewachsen und war oft bei meinen Freundinnen, die auf Bauernhöfen zu Hause waren. Also Schweine füttern, Eier aus dem Hühnerstall holen, melken und selbst Traktor fahren sind mir nicht unbekannt. Aber mit Schule, Studium, Beruf und Großstadtleben ist das alles verschwunden. Praktisch all meine Tätigkeiten fanden im und mit dem Kopf statt. Mit meinem Pensionseintritt wurde in mir der Wunsch immer lauter, körperlich zu arbeiten, etwas zu machen, was ich danach real anschauen und angreifen kann und mich dabei auch wohlig „ausgepowert“ fühle. Blog schreiben ist wunderschön, Coachings sind erfüllend und Familienzeit ist großartig, aber der Wunsch richtig zuzupacken war auch immer da. Viele meiner Freunde stürzen sich mit der Pension ins Haus bauen, umbauen oder renovieren, aber mangels Haus musste es halt etwas anderes sein.

Zu diesem Wunsch gesellten sich meine Kindheitserinnerungen vom Bauernhof. Ich hatte das große Glück, über Freunde genau den Hof zu finden, an dem ich immer wieder mithelfen kann. Da es dort ein breites Spektrum an Gemüsebau, Wein und auch Schafe gibt, habe ich bereits Knoblauch „gestupft“ (eingesetzt), Süßkartoffeln und viel anderes Gemüse und auch Ringelblumen gesetzt und geerntet und Unkraut gejätet, aber auch im Weingarten „eingestrickt“, Laubarbeit gemacht, beim Lesen geholfen und Schafe gemolken. Jedes einzelne Mal war für mich ein Erlebnis!

Neues macht glücklich – das kann ich nur bestätigen! Ganz besonders glücklich war ich, als wir mit dem Traktor nach der Ernte durch das Dorf gefahren sind. Eigentlich etwas ganz normales, aber für mich ein echtes Highlight.

Diese Mitarbeit hat mir aber viel mehr als nur einige glückliche Stunden beschert. Sie hat mir eine neue Welt und Sichtweise eröffnet. Seit meiner Mithilfe ist mir noch mehr denn je bewusst geworden, wie anspruchsvoll biologische Landwirtschaft ist. Wir wollen uns immer besser und gesünder ernähren, aber wie viel Aufwand, Pflege und Liebe (ja auch Liebe!) es braucht, bis die Produkte bei uns auf dem Teller sind, muss man echt einmal erleben. Durch dieses Miterleben ist meine Dankbarkeit für das, was ich esse noch deutlich größer geworden. Und auch, dass Gemüse und Obst keinem Schönheitswettbewerb stand halten müssen, um beste Qualität zu sein! Das haben wir beim Blick auf das makellose Supermarktsortiment oft schon völlig vergessen. Und ich habe großen Respekt für die Bio-Bauern, für ihr Unternehmertum und ihren Umgang mit der Natur und ihrem Risiko. Davon können sich viele große Unternehmen etwas abschauen. Es würde mich nicht wundern, wenn Strategien von Bio-Bauern, speziell was ganzheitliches Wirtschaften und Resilienz angeht, in Unternehmensstrategien einziehen (meinen angestammten Beruf kann ich eben nicht leugnen…). Nirgendwo erfährt man mehr über gelebte Nachhaltigkeit, als auf einem Bio-Bauernhof. Dazu sind es natürlich nicht nur die Arbeit und die neuen Erfahrungen, es sind ganz besonders auch die Menschen und die Begegnungen, die so unglaublich bereichern. Danke Maria & Franz!

Neues erleben kann Tücken haben! Manchmal erfährt man auch eigene Limits, wenn man etwas Neues ausprobiert. Am Bauernhof sind das definitiv einseitige, anstrengende Bewegungen, die man als „Stadt- und Büropflanze“ überhaupt nicht gewöhnt ist, selbst wenn man „brav“ Sport betreibt. Da heißt es wirklich aufpassen, das EGO („Ich kann das doch alles!“) im Zaum zu halten und wirklich auf den Körper zu hören. Bei einem meiner ersten Einsätze hatten wir Futterrüben geerntet und auf den Anhänger geworfen. Eine Tätigkeit, die man mit Medizinball werfen vergleichen kann. Stundenlang und ohne Training. Das habe ich danach noch sehr lange gespürt und bin jetzt einiges vorsichtiger, was meine Grenzen angeht!

Eines ergibt das andere! Aus dieser Mitarbeit hat sich ein neues Projekt für uns ergeben, das unser Wissen aus früheren Jobs, Energetik und Weinbau zusammenbringt. Mein Mann und ich betreuen in einem anderen Betrieb einen Weingarten mit Homöopathie, also „Pflanzenschutz durch Information“. Heute ist das noch weitab vom Mainstream und genau deshalb sehen wir es als Privileg von Pensionisten an, dass wir Dinge tun dürfen, die wir ausführlich recherchiert haben und daher davon überzeugt sind, die sich aber (noch) nicht rechnen müssen und die vor allem anderen helfen!

NEUES AUSPROBIEREN, WEIL MAN NEUGIERIG IST

Unser Freund Thomas (70+) ist ständig begierig, Neues zu erleben und neue Einblicke in unterschiedlichste Bereiche zu bekommen. Er sagt „Was immer ich jetzt mache, muss mich glücklich machen“. Das strahlt er auch aus. Er liebt Sportveranstaltungen, er liebt Großevents und Menschen. Also sucht er sich Volontier-Jobs aus, die ihn direkt ins Zentrum des Geschehens bringen. Einmal hat er Programme bei einem Volleyballspiel verkauft; ein anderes Mal war er Teil der Crew im Begleitboot einer Segelregatta. Bei einem jährlichen Biathlon Event ist er schon zum Administrator, der die Schüsse registriert, aufgestiegen, weil er bereits seit einigen Jahren dabei ist. Wichtig ist, so meint er, dass man sich genau das aussucht, was man wirklich gerne macht. „Es ist der Vorteil unseres Alters, dass wir nicht jeden Job nehmen müssen, der sich bietet. Denn es geht nicht ums Verdienen, es geht ums Erleben und Erfahren. Hinter die Kulissen schauen zu dürfen und sich dabei selber in neuen Situationen auszuprobieren.“ Und noch etwas: wenn es mich glücklich macht, strahle ich Positives aus! Davon profitiert auch mein ganzes Umfeld.  

DEN ALLTAG DURCH EINE NEUE BRILLE SEHEN UND NEUES DABEI FINDEN

Man kann Neues auch dort erfahren, wo man es am wenigsten erwartet. Als meine Schwiegermutter mit über 90 einen Schlaganfall hatte und ihr Aktionskreis sich für längere Zeit auf die Wohnung beschränkte, war es fürs erste vorbei damit, draußen etwas Neues zu erleben. Aber genau dadurch hat sie Neues in unbekanntem Ausmaß erfahren. Vor dem Schlaganfall hat sie alleine gelebt, jetzt hatte sie mehrmals täglich Besuch. Ihre Pflegerinnen, die sie regelmäßig besuchten, kamen aus vielen Teilen der Welt. Daher hat sie begonnen, sich mit ihnen über ihre Herkunftsländer zu unterhalten, hat  sich mit ihren Kulturen auseinander gesetzt und sogar ein paar kleine Sätze oder auch nur Wörter in ihren Sprachen gelernt. Da waren sogar Sprachen wie Suaheli und Amharisch dabei. Jeder Besuch ihrer Pflegerinnen wurde zu einem neuen Event und hat beiden Seiten Freude gemacht. Sie hat in diesem hohen Alter eine Weltoffenheit bekommen, die sie vorher nicht gekannt hat. Das Öffnen für Neues ist, wie uns meine Schwiegermutter gezeigt hat, in jedem Alter und in jeder Situation möglich.

Michael Lehofer (Psychotherapeut) schreibt in seinem Buch „Alter ist eine Illusion“ [i] dazu: „Jetzt sind wir nun einmal dort, wo wir sind! Was gibt es da zu erforschen? Welche Abenteuer kann ich da erleben? Welche Freuden bietet mir das Neue? Und das neue Wunderland ist nicht immer das Paradies oder Schlaraffenland!“  Wow, gerade der letzte Satz ist eine Erkenntnis!

Und er meint auch:

„Festhalten an Altem macht uns alt!
Jetzt ist es wichtig dass wir Altes loslassen,
in unserem Kopf Platz schaffen für Neues,
für das ständige Neuwerden.
Nur das hält uns wahrhaft jung.“ 

Herzlichst
Helga

mehr zum Thema Glück findest Du hier:
Was ist Glück
Wie werde ich im Alter glücklich

[i] Michael Lehofer: Alter ist eine Illusion. Wie wir uns von den Grenzen im Kopf befreien. GU 2020

Schluss mit übernommenen Macken

Immer wieder stelle ich fest, dass ich nicht nur im Aussehen, sondern auch in manchen Verhaltensmustern meinen Eltern und ganz besonders meiner Mutter ähnlicher werde. Aber nicht alles davon ist immer super! Kennt Ihr das auch?

Im Urlaub bin ich auf ein Muster gestoßen, das mich schon lange begleitet und das ich in bestimmen Situationen immer wieder „hochfahre“. Ganz plötzlich ist mir klar geworden, dass dieses Verhalten nur das abgeschaute Kommunikationsmuster meiner Eltern ist. Weil diese Erkenntnis so befreiend war und mir viel neue Energie gegeben hat, möchte ich Euch in diesem Post darüber berichten und auch beschreiben, wie man solche Muster auflösen kann.

Take away

  • Was machst Du, wenn Du herausfindest, dass Du deinen Eltern immer ähnlicher wirst?

  • Mach den Switch von der übernommenen Macke zum authentischen und erwachsenen „So-will-ICH-das!“

  • Das Loslassen von Macken bringt Dir mehr Energie.

 

Foto: Robert Pražak

 

MAN IST NIE ZU ALT ÜBERNOMMENE MACKEN LOSZUWERDEN

Meine Eltern waren großartig und ich liebe sie von Herzen. Sie haben mir sehr viel Freiheit gelassen, mich in all meinen Ideen unterstützt und wenn ich an zu Hause denke, ist das mit sehr viel Freude und Liebe verbunden. Aber sie hatten natürlich auch ihre Macken und gerade die sehe ich nicht so gerne im meinem eigenen Repertoire.

Ich nenne diese kleinen, subtilen Gewohnheiten, die völlig unbewusst auftauchen und einem den Alltag erschweren, ganz einfach Macken. Einfach um klarzustellen, dass es hier nicht um größere familiäre Probleme geht, die man mit Hilfe von Experten betrachten sollte.

Ich musste 68 Jahre alt werden, um so eine Macke aufzulösen! Ich schleppe sie schon Jahrzehnte mit mir herum und sie hat mir schon viele Situationen vermiest.

Wir waren auf Urlaub und wollten eine geführte Tour in eine Eishöhle machen. Für mich ein kleines Abenteuer! Aber wir waren mit Bergführer, Steigeisen, Helm und jeder Menge Sicherheitsinstruktionen gut versorgt. Am Weg dorthin, als ich definitiv nicht mehr umkehren konnte, beginnt eine Stimme in meinem Kopf alle möglichen Bedenken aufzuzählen: In der Eishöhle wird es sehr kalt sein! Hoffentlich werde ich nicht frieren! Was ist mit dem restlichen Urlaub, wenn ich mich verkühle? Hätte ich nicht doch eine Strumpfhose unter meiner Jeans anziehen sollen? Warum habe ich nicht die zusätzliche Daunenjacke genommen ? Was ist, wenn ich mich beim Einstieg blöd anstelle und die anderen aufhalte? ...

Als wir so dahinstapfen und meine Gedanken im Kreis laufen, wird mir plötzlich klar, dass das keineswegs meine eigenen, erwachsenen Gedanken sind, denn nüchtern betrachtet, gibt es praktisch kein Risiko und es wird einfach nur ein schönes Erlebnis werden, auf das ich mich ja freue. Ich sehe meine Eltern vor mir, wie sie Aktionen wie diese geplant und durchgeführt haben: Mein Vater, immer bereit für etwas Neues und ein Abenteuer, hat geplant, entschieden und es voll Vertrauen mit uns allen durchgezogen. Erst als der Point-of-no-Return erreicht war, hat meine Mutter ihre ganze Bedenkenliste hochgefahren. Mein Vater war immun dagegen, aber mich hat das beunruhigt und verunsichert.

Als mir klar wurde, dass ich diese beiden Muster in mir vereine, war ich automatisch in einer neutralen Position. Aus dieser Position heraus konnte ich Distanz zur „Bedenken-Stimme“ meiner Mutter schaffen. In dem Bewusstsein, dass es nur ein Muster ist und nichts mit meiner erwachsenen Einstellung zu diesem Abenteuer zu tun hat, konnte ich diese innere Stimme schließlich ganz abdrehen. Danach habe ich diese Tour in vollen Zügen und mit einer neuen Leichtigkeit genossen.

SO LANGE SWITCHEN, BIS SICH MACKEN NICHT MEHR ZEIGEN

Normalerweise verlassen uns solche Muster nicht mit einem einmaligen Erkennen, zu lange und zu oft haben wir sie abgespielt und damit gefestigt. Aber mit dem Bewusstsein dafür erkennt man sie öfter als früher. Du kannst jedes Mal mit dem sogenannten Switching darauf antworten, bis sie sich nicht mehr zeigen. Switching ist eine Methode aus dem Meridianklopfen (Tapping) und läuft in 3 Stufen ab:

  1. Man wird sich bewusst, dass man im Begriff ist, dieses Muster abzuspulen und

  2. geht bewusst in eine neutrale, distanzierte Haltung; das gelingt am besten mit ein paar tiefen, entspannenden Atemzügen und

  3. entscheidet sich dann für ein EIGENEN Weg.

Inzwischen habe ich Switching für dieses Muster in verschiedenen Situationen mehrmals wiederholt und es hat jedes Mal funktioniert. Da ich jetzt weiß, dass es nur ein Muster ist und nichts mit meiner Realität zu tun hat, gelingt es mir mehr und mehr, lästige Bedenken meiner „inneren Mutterstimme“ zurückzuweisen und mich voll Freude auf Neues einzulassen. Halleluja!

Sollten sich Macken hartnäckiger halten oder Du sie schneller und vollständig loswerden willst, kann man sie auch mit energetischen Methoden, wie OMEGA-Health® Coaching oder ThetaHealing®, löschen.

JEDER KENNT SOLCHE MACKEN

Als ich diese Erkenntnis Freunden erzählte, wussten sie sofort wovon die Rede ist. Jeder und jede konnte mir auf Anhieb ein Muster von Mutter oder Vater sagen, das sie übernommen haben und einfach nachspielen. Eine Freundin z.B. berichtete, dass ihre Mutter bei Zwistigkeiten gerne schmollend geschwiegen hat und sie sich auch immer dabei ertappt. Nachdem ich ihr meine Erfahrung berichtet und Switching erklärt habe, wird sie sich dieser Situationen bewusst, hält ihr inneres Muttermuster auf Distanz und beginnt mehr und mehr, statt zu schmollen, die Dinge an- und auszusprechen.

Wenn es um übernommene Muster und Macken geht, finde ich es wichtig, dass man keinerlei Ärger aufkommen lässt oder Schuld zuweist. Der Gedanke „Du bist schuld, dass ich jetzt so reagiere“, gibt dem Thema nur noch zusätzlich negative Energie und hilft damit keinen Schritt weiter. Viel besser ist es, mit einem schmunzelnden „AHA“ zu reagieren und danach beim Switchng zu überlegen, wie ICH es eigentlich haben will. Damit kommt man aus dem unbewussten kindlichen Muster in eine selbstbestimmte, wirklich erwachsene Haltung. Ich habe für mich beschlossen, Bedenken gleich in die Planung (und da sind es ja keine Bedenken, sondern sinnvolle Vorsorgen) aufzunehmen und danach, sollte ich sie bemerken, liebevoll abzudrehen.

AUCH POSITIVE MACKEN HINTERFRAGEN

Dass ich die Abenteuerlust von meinem Vater übernommen habe, klingt erst einmal sehr positiv, aber ist das auch wirklich für mich immer das Richtige? Wäre doch möglich, dass nicht jedes Abenteuer mein Herz erfreut, wenn ich mich unreflektiert darauf einlasse. Im Fall der Eishöhle allerdings hat es für mich gut gepasst.

Ich möchte Euch empfehlen, immer bewusst nachzuspüren, ob auch die guten Muster der Eltern wirklich immer zu Euch selber passen. Das geht nicht mental, sondern es geht nur, wenn man nur das eigene Herz fragt und nachspürt: „Ist das für mich wirklich richtig?“

WENIGER MACKEN = MEHR ENERGIE

Warum sollte man sich diese Gewohnheitsmuster bewusst machen und ändern, warum nicht einfach damit abfinden? Einerseits bin ich überzeugt, dass es erfüllender ist, ein authentisches, erwachsenes Ich zu sein und nicht eine Kopie der Macken der Eltern. Andererseits spricht ein rein energetischer Grund dafür. Jeder Gedanke, der eine negative Emotion auslöst, wie Angst, Schmollen, Verstimmung etc. oder auch einfach nicht zu einem passt, blockiert unseren Energiefluss. Unwillkürlich schotten wir uns nach außen ab und haben dadurch wenig Energie. In dem Moment, in dem ich mich dazu entscheide, meinen eigenen Weg einzuschlagen, öffne ich mich wieder dem positiven Energiefluss. Und genau davon können wir im Alter jede Menge brauchen!

Wenn Ihr ebenfalls Macken-Muster erkennt, die man besser loslassen sollte, dann probiert doch aus der neutralen Position des bewussten Erkennens den Switch und löst die Situation so, wie sie für Euch jetzt richtig ist.

Herzlichst
Helga

GOGO, SLOWGO, NOGO

Habt Ihr schon von den 3 Phasen der Pension GO-GO, SLOW-GO & NO-GO gehört? Ich bin durch den Besuch eines amerikanischen Freundes darauf gestoßen, der meinte, seine GO-GO Jahre haben gerade begonnen. Nach unserem Gespräch habe ich weiter recherchiert und herausgefunden, dass dahinter ein klares Finanzierungsmodell steht. In den USA ist die GO-GO-Phase dazu da, Träume auszuleben und dafür braucht es viel Geld. Danach wird das Leben durch körperliche Einschränkungen ruhiger, also die SLOW-GO-Phase, bis man schließlich in der NO-GO-Phase viel Geld für Pflege und Betreuung braucht. Das klingt normal und nachvollziehbar, zeigt aber auch ungeschönt den vermeintlich unausweichlichen Verfall. Und damit bin ich nicht einverstanden. Denn für mich geht das Alter nicht nur bergab, sondern es wird immer reicher an Werten und innerem Frieden, wenn man es schafft sich der persönlichen Entwicklung zu stellen. Und damit können wir das NO-GO vielleicht ganz vermeiden oder zumindest sehr lange hinauszögern.

Take away:

  • GO-GO, SLOW-GO, NO-GO – ein amerikanisches Finanzkonzept für das Alter

  • Hast Du eine so genannte „Bucket Liste“, also eine Liste all der Dinge, die Du noch erleben möchtest?

  • Das Alter ist aber auch die Blütezeit der persönlichen Entwicklung und voll neuer Werte.

 
 

GO-GO, SLOW-GO & NO-GO - WAS STECKT DAHINTER?

Als unser Freund John aus den USA uns knapp nach seiner Pensionierung mit 60 besuchte, war er fröhlich, sportlich, aktiv, voll Tatendrang und am Weg zu einem Schiurlaub in Österreich. Er meinte begeistert, dass für ihn jetzt die GO-GO Jahre begonnen haben. Wir haben schon verstanden was er meinte (siehe Post Gewonnene Jahre), aber dass ein Konzept von 3 Altersphasen in Amerika gang und gäbe ist, war uns neu: GO-GO, SLOW-GO & NO-GO!

So sehen die 3 Phasen aus:

GO-GO, ist der Lebensabschnitt von 60 bis 70 (75), in dem man sich all jene Träume erfüllt, die während des Berufslebens nicht möglich waren. An erster Stelle stehen Reisen, denn in den USA gibt es generell nur sehr wenige Urlaubstage während des Berufslebens. Dann kommen Sport, auch Extremsport und alle Arten von Hobbies. Es geht darum die „bucket list“ zu erfüllen, also eine Liste von Dingen, die man im restlichen Leben gerne noch tun oder erreichen möchte, bevor es zu Ende geht.
Von der Intensität unterscheidet sich dieser Lebensabschnitt daher kaum vom Berufsleben davor. Man hat klare Ziele und die meisten Leute haben noch weniger Zeit als vorher. Charakteristischerweise nennt man diese Senioren daher auch Grey Panther, Power-Ager, Best Ager usw. Klar, dass man in dieser Zeit einiges an Geld braucht und daher bereits lange vorher die Finanzierung dafür planen muss.

SLOW-GO ist der Lebensabschnitt von etwa 70 bis etwa 85, in dem es die meisten etwas langsamer angehen, bedingt durch körperlich Einschränkungen oder einfach weil sie weniger Energie haben. Aus Weltreisen werden Kurztrips, aus Arbeit wird die Betreuung der Enkel, aus extremem Sport wird Walking. Die Achtsamkeit liegt auf Gesundheit und Routinen. Alles ist sehr beschaulich und oft werden die Senioren in der Werbung als gütig dreinblickende Ruheständler auf Gartenbänken oder in gemütlichen Lehnstühlen dargestellt.

NO-GO, also die letzte Phase, die je nach Gesundheitszustand 5 - 20 Jahre sein kann, ist dominiert durch medizinische Betreuung und Pflege und oft verbunden mit weniger sozialen Kontakten, manchmal sogar mit Einsamkeit. Es sind also Alte, die sich nicht mehr alleine bewegen können und daher Pflegedienste, Gehhilfen, Rollstühle, Treppenlifte und anderes brauchen. All das erfordert sehr viel Geld.

Es liegt wohl an der amerikanischen Art, die Dinge klar und fast schonungslos anzusprechen. Bei der Recherche wurde mir klar, dass hinter diesem Konzept primär Finanzdienstleister stehen, die bei der Finanzierung des Alters helfen. Denn in der GO-GO Phase braucht man zum Teil viel mehr als vorher, in der SLOW-GO Phase eher weniger, während in der NO-GO Phase die Kranken- und Pflegekosten massiv zuschlagen. Aus amerikanischer Sicht macht so eine rechtzeitige Planung wohl auch sehr viel Sinn, da die sozialen Systeme nicht vergleichbar sind. Wir in Europa haben staatliche Pensionen, Krankenkassen etc., müssen aber auch zunehmend die Rentenlücke frühzeitig mitplanen. Und dafür geben diese drei Phasen gute Gedankenansätze,

solange man nicht
die GO-GO Phase zur Pflicht erklärt und
die NO-GO Phase automatisch das schreckliche Ende ist!

WO BLEIBEN DIE WERTE IM ALTER?

Ich bin in Finanzsachen keine Expertin und daher stehen in meinem Blog andere Themen im Vordergrund, wie z.B. persönliche Werte. Diese spielen für mich in allen 3 Phasen eine große Rolle.

Auch stehe ich dieser rein materialistischen Einstellung kritisch gegenüber, insbesondere, weil sie suggeriert, dass man GO-GO ausleben muss, weil danach nichts mehr kommt.

Was ist mit persönlichen Werten? Was ist mit der persönlichen Entwicklung, die in dieser Lebensphase einen Höhepunkt erreichen kann? Was ist mit dem Alter als gesellschaftlicher Wert? Und wie viel Einfluss können wir nehmen, dass die NO-GO-Phase nicht eintritt oder zumindest möglichst kurz, in jedem Fall aber sinnvoll und irgendwie angenehm ist? Ich denke, das ist eine der ultimativen Fragen, oder nicht?

In meinem Buch WAS MACHST DU JETZT habe ich die Phasen des Alters so definiert:

  • Freiheit & Erfüllung als Senior von 60 bis etwa 80

  • Ruhe & Sein ab etwa 80

 
 

Das unterscheidet sich oberflächlich betrachtet nicht wesentlich von GO-GO, SLOW-GO und NO GO, inhaltlich jedoch deutlich.

Die NO-GO Phase nenne ich lieber die Phase der RUHE & des SEINS. Wenn man diese in Würde erleben will, braucht man inneren Frieden, Selbstliebe, Akzeptanz und die Fähigkeit, Glück im Moment zu finden. Nachdem man das nicht über Nacht und schon gar nicht im Fall einer plötzlichen Krankheit lernt, muss man wohl rechtzeitig damit anfangen. Also ich würde sagen, bereits in der GO-GO Phase, oder wie ich diese nenne, der Phase von Freiheit & Erfüllung.

Die folgenden 4 Punkte scheinen mir daher für die GO-GO und SLOW-GO Phase wichtig.

1.      Die Freiheit erleben, genießen und genau das tun, was man am besten kann und will (typisches GO-GO), vielleicht sogar mit einer Bucket List. Aber nicht ALLES andere dem unterordnen!

2.      Veränderungen akzeptieren und lieben lernen und Neues daraus schöpfen.

3.      Sich für die Gesellschaft engagieren und etwas geben. Das kann im Rahmen von Freiwilligenarbeit, einer neuen Tätigkeit oder einfach familiärer Unterstützung sein, oder auch nur dadurch, dass man Glück und Freude verströmt; das geht übrigens wirklich in jedem Alter und ist an sich schon ein Wert!

4.      Sich intensiv mit sich selbst auseinandersetzen, z.B. alte Muster auflösen, Blockaden lösen, Frieden schließen u.v.m. – als Wegbereiter für die nächste Phase Ruhe & Sein.

Für die Punkte 1 bis 3 haben die meisten eine gute Vorstellung, was sie machen wollen. Aber der 4. Punkt, scheint mir, bleibt öfter auf der Strecke. Viele glauben, sich im Alter sehr gut zu kennen und sehen keinen weiteren Handlungsbedarf mehr.  Andere haben sich mit sich selbst („Ich bin halt so!“) und ihren Beziehungen arrangiert, sehen also das Negative, akzeptieren es aber. In beiden Fällen ist jetzt die beste Zeit dafür, sich mit sich selbst, den eigenen Bedürfnissen und den Beziehungen auseinanderzusetzen, denn das braucht man, um die Phase Ruhe & Sein in Würde zu erleben.

Herzlichst
Helga

Zu diesem Thema passen folgende Posts

 
 

diese Hitze! Meine 3 Tipps etwas leichter damit umzugehen!

Vor kurzem hatte ich mein ultimatives Hitzeerlebnis in diesem Sommer und deshalb gibt es heute einen Post über Hitze! Ich war 40 Minuten in einer ungekühlten, vollen Straßenbahn! Draußen hatte es 34°C und drinnen ... ich will es gar nicht wissen! Ich hatte zwar ein kleines Getränk, habe aber auch einige meiner energetischen Tricks angewandt und die haben mir geholfen durchzuhalten. Die möchte ich Euch daher hier zeigen.

Take Away

  • Damit du deinen Körper bestmöglich unterstützt mit der Hitze umzugehen, brauchst Du nicht nur Kühlung und viel Flüssigkeit. Auch Dein innerer Dialog spielt eine Rolle: Heiz’ Dich nicht zusätzlich mit Ärger auf „Ich hasse das!“Das halt’ ich nicht aus!“ etc.

  • Meine 3 energetischen Tipps für den heißen Sommer sind “Klopf-die-Hitze-weg”, “Kühlende Bilder” und chillige Musik.

  • Im Video zeige ich Dir, wie Du Dich mit Meridianklopfen auf heiße Tage mental einstellen kannst und den Körper auf gute Anpassung programmierst.

 

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WIR SENIOREN SOLLTEN BEI HITZE BESONDERS „COOL“ BLEIBEN.

Hitzewellen können richtig anstrengend sein. Auch wenn ich viele junge Leute kenne, die unter diesen Sommertemperaturen stöhnen, es ist schon etwas dran, dass wir Senioren bei Hitze noch ein bisschen mehr auf uns achten sollten als sonst.

Mit steigendem Lebensalter verändert sich vieles im Körper und auch die Regulierung der Körpertemperatur wird langsamer. Einerseits nehmen wir die Hitze oft später wahr, können sie aber andererseits weniger gut über die Haut abgeben und haben auch generell weniger Durst.

Ich habe erlebt, wie heimtückisch Dehydrierung sein kann. In meinem früheren Job musste ich eine Produktionsanlage in der Wüste besichtigen, bei über 45°C ohne Schatten! Obwohl ich gut dafür gekleidet war und immer wieder Wasser getrunken habe, hat sich ganz klammheimlich meine gesamte Wahrnehmung eingeengt. So, als würde jemand langsam alle Sinnesorgane dichtmachen. Ich selbst habe nichts gemerkt und hatte auch keinen Durst. Ich bin einfach nur weggedriftet. Zum Glück haben meine Begleiter sofort reagiert und mir Mengen von mineralstoffhaltigem Wasser gegeben. Wenige Minuten später war ich wieder voll da und fit. Also bitte Achtung: Dehydrierung merkt man nicht!

Viele weitere, vor allem auch gesundheitliche Tipps für Senioren, findet Ihr z.B. in der Broschüre ALTER & HITZE des Robert-Bosch-Krankenhauses und des deutschen Bundesministeriums für Gesundheit. [i] Imd auch das Video „Warum es schwer fällt, im Alter bei Hitze „cool“ zu bleiben“ [ii] finde ich auch sehr informativ.  

MEINE 3 TIPPS FÜR EXTREM HEISSE TAGE:

TIPP #1 - “KLOPF DIE HITZE WEG!” - STELL dich und deinen Körper MIT MERIDIANKLOPFEN BESTMÖGLICH AUF DIE HITZE EIN

Meridianklopfen (Tapping) steht bei mir immer an erster Stelle, wenn etwas nicht passt, sei es emotional, mental oder auch physisch. Denn ein wichtiger Aspekt ist immer, wie ich mit dieser Situation umgehe.

Wenn etwas besonders physisch anspruchsvoll ist - wie jetzt die Hitze - hilft es dem Körper überhaupt nicht, wenn man ihn zusätzlich emotional, wie z.B. mit Ärger (Ich hasse diese Hitze! Wie ich es hasse so zu schwitzen oder so pickig zu sein!) oder Sorgen (Schrecklich, sie haben 35°C in der Wettervorhersage angekündigt) belastet. Je gelassener man diese Situation nimmt, desto besser ist es für den Körper. Denn die Hitze kann ich nicht ändern, aber sehr wohl meinen persönlichen Umgang damit.

Mit Tapping kannst Du gleichzeitig Deine Einstellung zur Hitze so ändern, dass es dir leichter fällt, damit umzugehen und den Körper aktivieren, sich gut darauf einzustellen.

Man klopft mit den Fingern spezielle Akupressur-Punkte, spricht all das aus, was einen stört oder belastet und kommt so in einen Zustand der Akzeptanz. Erst danach wechselt man das Denkmuster zu positiven, bestärkenden Sätzen.

  • Mach’ zuerst eine Liste von all den unangenehmen Auswirkungen, die diese besondere Hitze für Dich hat: Also z.B. extrem schwitzen und sich dabei unwohl fühlen, nicht schlafen können, kurzatmig sein, nicht klar denken können, niedergeschlagen oder aggressiv sein, geschwollene Füße und Hände haben – egal was es ist!

  • Nun zeige ich Dir in einem kurzen Video (knapp 9 Minuten), wie Tapping funktioniert. Ich zeige Dir die Akupressurpunkte und wähle beispielhaft einige unangenehme Gefühle oder Gedanken zur Hitze. Du setzt bitte die Themen Deiner Liste ein oder was Dir spontan einfällt. Es wirkt übrigens auch besser, wenn Du dabei laut sprichst.

 
 

TIPP #2 - TAUCH’ IN EIN INNERES BILD VON KÜHLE EIN

Schau’ Dir (z.B. am Smartphone) Fotos vom Winterurlaub an! Oder schließ’ die Augen und stell dir vor, dass Du in einen See steigst und schwimmst. Am besten wirkt etwas, das Du wirklich erlebt hast und bei dem du Dich wohl gefühlt hast.

Oben habe ich Euch von meiner Erfahrung mit Dehydrierung in der Wüste erzählt. Dort habe ich auch erfahren, wie solche Bilder wirken. Selbst in der Nacht hatte es immer noch 38°C! An einem Abend bin ich mit dem Koch des Camps vor unseren Containern gesessen und er hat mir voll Freude und Stolz einen Bildband von seiner Heimat in Nordpakistan gezeigt: Schneebedeckte Berge, klare Luft, traumhafte Landschaften. Wir beide haben alles andere rings um uns vergessen und uns fast so gefühlt, als ob wir dort gewesen wären.

TIPP #3 - CHILLE MIT MUSIK

Tatsächlich, das geht, z.B. mit dem entspannendsten Lied der Welt: „Weightless“ von Marconi Unions. Im Blog der Soundttrack of my Life habe ich Euch schon von der heilenden Wirkung der Musik berichtet und dass man sich verschiedene Playlists für verschiedene Situationen anlegen sollte. Acht Minuten dauert „Weightless“ und gilt offiziell als der entspannendste Song der Welt. Die Band komponierte ihn gemeinsam mit Klangtherapeuten. Herzschlag, Puls und Atem passen sich an und werden ruhiger. Lass diese Musik an heißen Tagen mit geschlossenen Augen auf deinen Körper wirken und chille einfach!

Wenn Du andere Methoden hast, um dich richtig zu entspannen (z.B. Entspannung hoch 3) mach es jetzt öfter, denn es ist bei heißem Wetter noch wichtiger als sonst. Nicht umsonst macht man in den Mittelmeerländern mittags richtig und lange Pause: Siesta!

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Feiere Dich und Feiere Deinen Körper., dass ihr beide so gut mit der Hitze umgehen könnt! Und vergesst auch nicht auf eine große Packung Humor an diesen heißen Tagen:

Darf ich eigentlich in meiner Wohnung, die fast 40°C hat,
die Wäsche aufhängen, die nur mit 30°C gewaschen werden darf?
(Blog von Angela Cooper - Qigong Akademie)

Ich wünsche Dir mit diesen Tipps erträgliche Hitzetage und schau’ gut auf Dich!

Herzlichst
Helga

[i] ALTER & HITZE des Robert-Bosch-Krankenhauses und des deutschen Bundesministeriums für Gesundheit

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/5_Publikationen/Praevention/Broschueren/Alter_und_Hitze_RBK_BMG.pdf

[ii] Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

https://www.klima-mensch-gesundheit.de/hitze-und-hitzeschutz/empfehlungen-fuer-menschen-ab-65-und-angehoerige/

Strahlend alt werden - das neue & digitale Dialogformat

STRAHLEND ALT WERDEN feiert Geburtstag!

Vor genau einem Jahr habe ich meinen ersten Post geschrieben und inzwischen sind es 30 Artikel zu den unterschiedlichsten Themen. Ich danke Euch fürs Lesen, all Eure Rückmeldungen und vor allem auch für die vielen neuen Ideen.

Und weil älter werden kein Einzelschicksal ist und wir uns dabei gegenseitig sehr viel geben können, gibt es ab Herbst zusätzlich ein neues & digitales Dialog-Format!

Weil Alt werden ein Abenteuer ist! Und Abenteuer machen gemeinsam einfach mehr Spaß!

Take away:

  • Erfahrungen aus einem Jahr BLOG

  • Ab Herbst gibt es zusätzlich das online-Dialog-FormatSTRAHLEND ALT WERDEN – SO MACHEN WIR DAS!“
    Ab September gibt es jeden 1. Montag im Monat ein Zoom-meeting zum Erfahrungsaustausch, Coaching und Expertentalks.

  • Wenn Du dabei sein möchtest schick mir ein E-Mail an helga@prazak.cc

 
 

DIESER BLOG HAT 1. GEBURTSTAG!

Als ich vor einem Jahr diesen Blog begonnen habe, bin ich primär der Frage nachgegangen: „Wie geht Pension? Wie geht Alter?“, denn bei all dem Überfluss an Information im Internet und auch sonst, gab es dazu wenig Inspirierendes. Jeder fragt einen: Was machst Du jetzt? Es wird erwartet, dass man die ersten 10 Jahre weiterhin voll aktiv ist, viel reist und vor allem all das macht, wozu man vorher nicht gekommen ist und angeblich nachher nicht mehr in der Lage sein wird. Denn danach soll alles halt mühsamer werden.

Also Pensionsstress nach dem Arbeitsstress!?

Ich hatte das Gefühl, dass das Alter aber auf einer viel subtileren Ebene auch ganz Neues zu bieten hat: was bedeutet diese Freiheit, Gelassenheit, wie geht man mit Veränderungen um, wie mit Schicksalsschlägen, was macht für mich Sinn, was kann man der Gesellschaft geben, gerade weil es sich nicht unbedingt rechnen muss und was ist emotional und mental zu tun, damit Krankheiten keine Chance haben? All dem wollte und will ich in meinem Blog nachgehen, möchte zum Nachdenken anregen, inspirieren und energetische Methoden zeigen, die den Alltag und auch einzelne Situationen einfach schöner machen.

Inzwischen gibt es 30 Artikel, immer mit dem Fokus die 5 Säulen um vital und glücklich alt zu werden (Gesundheit, Sinn, Liebe, Vergnügen und Ressourcen) und den eigenen Energiehaushalt zu stärken.

STRAHLEND sein bedeutet für mich:

  1. Sich im Körper wohl fühlen (GESUNDHEIT)

  2. Mit sich selber im Reinen sein (SINN, LIEBE, VERGNÜGEN, RESSOURCEN)

  3. Viel ENERGIE haben.

Wenn ihr erst später in meinen Blog eingestiegen sein solltet, findet ihr die Basisüberlegungen, wie ich das Alter sehe, in den ersten 4 Artikeln. Alle weiteren bauen darauf auf.

  • Wie geht Pension? Wie geht Alter? lesen

  • 5 Säulen - Grundlage für ein strahlendes Alter lesen

  • Gewonnene Jahre - Die Pension zwischen Beruf und Alter lesen

  • Pension & Alter sind ein neuer Job lesen

Häufig höre ich, dass die Themen, über die ich schreibe, nicht nur für Senioren interessant sind und ich die Zielgruppe erweitern soll. Und ja, natürlich ändern sich die wichtigen Themen nicht, nur weil wir bereits mehr Jahre erlebt haben. Daher sind auch alle Jungen herzlich eingeladen, sich ebenfalls davon inspirieren zu lassen. Aber mir ist es wichtig, den Aspekt des strahlend älter Werdens zu beleuchten, um das Positive und auch die vielen Möglichkeiten, die wir in diesem Lebensabschnitt haben, zu beleuchten.

Ich möchte alle dazu auffordern, das Alter und Veränderungen nicht einfach nur mit dem üblichen „Das ist halt so!“ hinzunehmen!

Denn Alter und Veränderungen zum Anlass zu nehmen um neue Wege und Sichtweisen zu erfahren und auf neue Ideen zu kommen bringt uns inneres Wachstum und bereichert.

Oft werde ich auch gefragt, wie ich denn die Themen auswähle?

Das ist ganz einfach: Seit ich den Blog schreibe, höre ich noch viel aufmerksamer zu, wenn wir Freunde treffen, beobachte viel intensiver alle Altersgenossen, die ich treffe, überlege, was ich jetzt brauchen könnte, lese jede Menge Artikel über das Alter und recherchiere viel. Aus all dem springt dann zumeist ein Thema sehr aktuell in den Vordergrund. So sind z.B. The Soundtrack of my life  oder Gute Haltung ist besser als Botox oder auch Vorbilder, brauchen wir die noch? entstanden.

Zu all meinen Themen habe ich persönliche Erfahrungen und daher kann ich nicht über alles schreiben, was es im Alter gibt: wie z.B. über das Oma-Sein, das für viele einen großen Teil der Zeit und mit Sinn erfüllt. :)


Vom Post zum Dialog

 
deagreez. adobe stock

Strahlend alt werden -
online Dialog

Jeden ersten Montag im Monat
19:00 - 20:30
1. Termin: 5. September 2022

Bitte Anmeldung an helga@prazak.cc, damit ich Euch den zoom Zugang und das Thema zuschicken kann.

 
 

Zu meiner großen Freude ist aus dem Post-Schreiben mehr und mehr ein Dialog geworden. Immer öfter werde ich kontaktiert um über das Thema eines Artikels zu diskutieren. Daraus entsteht ein anregender, gegenseitiger Austausch und nicht selten kommen neue Ideen zustande. Vielen Dank Euch allen dafür!

Daher möchte ich diesen BLOG um ein DIALOG-FORMAT erweitern, in dem Impulse und Ideen zu verschiedenen Themen ausgetauscht werden. Denn aus meiner Erfahrung ist lesen alleine oft zu wenig um nachhaltig zu sein. Es geht also drum, auszuprobieren, „dran zu bleiben“ und die Erfahrungen auszutauschen. Also, “STRAHLEND ALT WERDEN - SO MACHEN WIR DAS!”

Ab September 2022 wird es jeden ersten Montag im Monat ein online-Meeting geben, in dem wir über die Themen meiner Posts diskutieren können und sie weiter entwickeln. Ich habe auch geplant Expertinnen oder Experten einzuladen, etwa zu Ernährung, Physiotherapie etc.

Es ist nicht notwendig, dass Ihr, wie bei einem Online-Kurs, bei jedem Termin dabei sein müsst, denn es geht jedes Mal um andere spezifische Themen (die ich Euch im Voraus bekannt gebe). Ihr könnt also jederzeit einsteigen.

Wenn Euch diese Dialoge etwas gebracht haben, freue ich mich über einen Beitrag im Sinne von Pay-What-You-Want, von dem ich die Hälfte an das Projekt „Mitzi´s Friends - Großstadt-Vorschulkinder lernen die Natur und ihre Zyklen kennen“, weiterleite. Dieses wunderschöne Projekt, das erst in der Pension entstehen konnte, werde ich Euch an einem der Termine vorstellen!

Ich freue mich auf intensive Diskussionen mit Euch und ein wachsendes Netzwerk STRAHLENDER SILVER AGER :)

Herzlichst
Helga

Quelle Foto: deagreez adobe stock

 

The Soundtrack of my Life

Habt Ihr vor Kurzem, anlässlich des Kronjubiläums der Königin von England, The Queen´s Platinum Jubilee Concert gesehen? [1] Was für eine großartige Show mit einem Musik-Medley aus 7 Jahrzehnten für eine 96 jährige Lady! Ich habe mich teilweise ganz in meine Teenagerjahre zurückversetzt gefühlt! Die Zeit, als ich zum Sprachenlernen nach England geschickt wurde und die Beatles ihre größten Hits feierten, ist plötzlich wieder ganz klar aufgetaucht und hat mir unendlich Spaß gemacht.

Dieses Erlebnis möchte ich zum Anlass nehmen, um mit Euch eine Reise in unsere musikalische Biographie zu machen und den „Soundtrack of my life“ vor den zu Vorhang holen. Denn jede und jeder von uns hat zahllose Musikstücke im Kopf, die uns mit emotionalen Erinnerungen verbinden. Musik berührt uns, erfüllt uns mit Emotionen und beamt uns zurück in die wichtigsten Erlebnisse unseres Lebens. Aber Musik kann uns auch erden, beleben und heilend wirken. Sie unterstützt uns z.B. beim Verarbeiten von Trauer oder lässt uns Freude und Spaß ausleben. Damit ist Musik eine wichtige und - fast möchte ich sagen - unerlässliche Zutat, um strahlend alt zu werden.

Take away

  • Unser musikalisches Gedächtnis basiert auf Emotionen und ist autobiographisch.

  • Leg Dir verschiedene Playlists auf deinem Smartphone an, denn Musk ist heilsam.

  • Mach zu Hause zwischendurch Party!

 

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WIR HABEN EINE MUSIKALISCHE BIOGRAPHIE

Ich stelle dir ein paar Fragen und wenn Du sie beantworten möchtest, denk nicht lange nach, sondern nimm das erste, was dir dazu einfällt. Später kannst du ergänzen soviel du willst.

  • Welcher Song, welches Musikstück fällt dir als erstes ein, wenn Du an deine Teenagerjahre denkst?

  • Welche Musik habt ihr zu Hause gehört?

  • Welche Stücke verbindest du mit besonderen Momenten?

  • Welcher Lovesong, geht Dir besonders unter die Haut?  

  • Welche Musik verbindest Du mit einem besonderen Menschen? „Schatz, sie spielen unseren Song“ :)

  • Welche Musik erinnert dich an deinen schönsten Urlaub?

  • Welche Musk macht dir Mut?

  • Welche Filmmusik hat Dich bewegt?

  • Bei welchem Stück kannst du einfach nicht sitzen bleiben?

  • Welche Musik kurbelt bei dir die gute Laune an?

Wenn Du möchtest, suche dir jetzt gleich einen Titel aus, den Du dir anhörst, während Du hier weiterliest.

Hier sind noch drei andere Fragen, für die Du vielleicht etwas mehr Zeit brauchst

  • Hast Du eine Playliste mit deinen Lieblingssongs, sodass Du jederzeit unterschiedliche Stimmungen abrufen kannst?

  • Wenn Du eine musikalische Biographie erstellen wolltest und für jedes Jahrzehnt ein Musikstück auswählst, wie würde diese Biographie aussehen? Und welche Geschichten deines Lebens erzählen diese Lieder?

  • Welche Musik, welcher Song, soll zu deiner Beerdigung gespielt werden? Ja, das ist vielleicht eine ungewöhnliche Frage. Aber dahinter steht die Idee Dir zu überlegen, welche Schwingung Du hinterlassen möchtest? Welche Schwingung macht dich aus? Welches Musikstück drückt dich am besten aus? Hast Du schon einmal darüber nachgedacht?

Musik begleitet uns das ganze Leben lang, unabhängig davon ob wir sie aktiv machen oder passiv aufnehmen. In uns ist eine Sammlung von tausenden Musikstücken gespeichert, die jederzeit abrufbar sind. Oft braucht es nur ein paar Töne, eine halbe Sekunde vielleicht, und schon ist es da, dieses unverwechselbare Gefühl, diese Erinnerung an die Situation, der Impuls zu tanzen oder dahin zu schmelzen. Während Memoiren mehr eine intellektuelle, bewusste Auseinandersetzung mit uns selber sind, verkörpert Musik die emotionale Dimension mit seinen praktisch unauslöschlichen Erinnerungen.

MUSIK IST IDENTITÄT UND ENTHÄLT AUTOBIOGRAPHISCHE ERINNERUNGEN

Was prägt unsere persönliche Musikvorliebe? Der Datenanalyst Seth Stephens-Davidowitz [2] hat tausende Spotify Zugriffe analysiert und fand, dass wir unseren Musikgeschmack im Teenageralter prägen: Mädchen zwischen 11 und 14, Burschen zwischen 13 und 16. Offensichtlich ist in dieser Zeit das Musikerleben so emotional und das Verlangen über Musik die eigene Identität zu finden so stark, dass diese Musik stärker verankert bleibt als davor und danach. Und auch wenn sich unser Musikgeschmack danach deutlich verändern kann und reichhaltiger wird, die Sounds von damals machen uns glücklich. Also, wenn ich an diese Zeit denke, dann ganz sicher an die Beatles, allen voran Yellow Submarine und All you need is love.

 
 

Ich habe den Eindruck, dass es bei mir immer wieder Phasen gab, die meinen Geschmack besonders geprägt haben: in der Kindheit die Songs meiner großen Schwester (Peter Kraus, Conny, Bill Ramsey ... ), während des Studiums dann war das erstaunlicher Weise nicht Disko, sondern Klassik, ganz besonders auch Bach, Händel, Vivaldi etc, eine Vorliebe, die bis heute unverändert anhält.

Einen wirklich neuen Musikgeschmack habe ich entwickelt, als uns unser Sohn im DJ-Fieber stundenlang mit Electronic Music, Hip-Hop, Deep House und Chillout beschallte. Ehrlich gesagt, ich mag diese Musik inzwischen ebenfalls und sie gehört für mich heute einfach dazu. Und noch immer freue ich mich, wenn unser Sohn nach Hause kommt und seine aktuelle Musik mitbringt.

Mit der Pension kam ein weiteres Genre in mein Leben: Jazz. Noch vor wenigen Jahren hätte ich aus voller Überzeugung gesagt: „Jazz, das ist nichts für mich.“ Daher war es für mich eher überraschend, dass uns Freunde mit ihren Jam Sessions so mitgerissen haben, dass wir Jazz jetzt nicht nur überwiegend hören, sondern ich auch Klavierunterricht dazu nehme.

Wenn ich meine Laune besonders heben will, dann höre ich mir Volks- und Blasmusik an, denn diese Musik beamt mich auf´s Land zurück, in die Berge und damit wohl in meine Kindheit. Ich bin Robert wirklich dankbar dafür, dass er da mitmacht!

Viele Menschen bewegen sich im Alter innerhalb nur eines Musikstils und erzeugen damit auch nur einseitige Emotionen. Aber es ist unglaublich bereichernd - und nie zu spät - sich in neue Musik-Stile hineinzuhören, einfach weil sie unterschiedliche Emotionen und Stimmungen ansprechen und damit das emotionale Spektrum erweitern.

 

MACH DIR EIN „MUSIKALISCHES FOTOALBUM“ MIT DEINER PERSÖNLICHEN AUSWAHL VON „GOOD VIBRATIONS“

Musik hat die wunderbare Eigenschaft, uns in gewünschte Stimmungen zu versetzen! Das kann man ganz bewusst einsetzen! Good vibrations können uns aus negativen Stimmungen holen, positive Emotionen erzeugen, sie können uns Mut machen und auch Heilung fördern. Stefan Kölsch, Musikpsychologie & Neurowissenschaftler, empfiehlt daher, sich mehrere Playlists für unterschiedliche Stimmungen auf dem Smartphone anzulegen, die wir immer verfügbar haben. [3]

Also je eine Playliste mit Musikstücken oder Songs,

  • die fröhlich und aufmunternd sind, um Deine Stimmung aufzuhellen und dich aus negativen Gedankenspiralen zu bringen. Dabei ist es entscheidend, gedanklich wirklich der Musik zu folgen und sie nicht nur im Hintergrund laufen zu lassen.

  • die Mut machen, Zuversicht verströmen, die dich motivieren, ermutigen und vitalisieren.

  • bei denen Du dich maximal entspannen kannst. Der Effekt steigt, wenn man im Rhythmus dazu atmet, also z.B. 4 Takte lang einatmet und 6 Takte ausatmet.

  • die einfach nur Spaß und glücklich machen.

Jedes Mal, wenn wir lachen oder uns freuen, entsteht ein biochemisches Feuerwerk, das unserer Gesundheit förderlich ist. Musk kann diese positiven Emotionen hervorrufen und unterstützt so unsere Heilkräfte. Aber es sind nicht nur die Hormone, die ausgeschüttet werden, allen voran Dopamin, das auch als Glückshormon bezeichnet wird. Aus energetischer Sicht geht unser gesamter Körper mit der Schwingung der Musik in Resonanz, denn wir hören nicht nur mit den Ohren. Wir haben auch an vielen anderen Stellen Vibrationsrezeptoren.

Manchmal kann es auch gut tun, Musik zu wählen, die der aktuellen Stimmung entspricht, also etwa traurige oder melancholische Songs. Wenn Du allerdings länger darin hängen bleibst, werden sie Dich noch tiefer in negative Emotionen und Gedankenspiralen hineinziehen und genau das ist mit Sicherheit ungesund. Daher organisiere deine Playlists so, dass sie immer heiterer und heiterer werden. Sei auch sehr vorsichtig bei Musik, die mit negativen Erfahrungen oder Erinnerungen in Zusammenhang steht!  

Wenn Du zu diesem Thema  tiefer eintauchen möchtest und mehr Hintergründe über die heilsame Wirkung von Musik bei verschiedenen Situationen und Krankheiten erfahren möchtest, empfehle ich Dir das Buch von Stefan Kölsch „Good Vibrations“: die heilende Kraft der Musik“ [2] oder eines seiner Videos.

UND IMMER WIEDER GIBT ES PARTY!

Von Party im Sinne der heutigen Jugend mit ihren Massenveranstaltungen bin ich weit entfernt. Aber das ausgelassene Tanzen, Mitsingen und sich von der Musik tragen lassen habe ich dort (wieder)gelernt, wo man es am wenigsten vermuten würde: im Rahmen der energetisch-spirituellen Ausbildungen mit Roy Martina. Er vertritt die Meinung, dass man diesen „irdischen“ Ausgleich braucht, besonders, wenn man viel spirituell arbeitete, meditiert, Selbsterfahrung macht etc. Und Party machen ist perfekt dafür. Daher gab es nach jeder Einheit in seinen Workshops ein Medley aus Shakira, Lady Gaga, Pink, Cher, Electronic Music, Hip-Hop und so weiter.

Diese Erfahrung war ein musikalischer Quantensprung, den mein Mann und ich von diesen Seminaren mit nach Hause genommen haben. Von Zeit zu Zeit machen wir jetzt auch zu Hause Party, nur für uns beide. Einfach weil es Spaß macht!

Vielleicht ist das auch etwas für Dich?

Und, wenn Du möchtest, lass uns Deine musikalischen Vorlieben und Erinnerungen in den Comments lesen, denn so kommen wir alle auf neue Ideen.

Herzlichst
Helga

[1] The Queen´s Platinum Jubilee Concert gesehen? https://www.youtube.com/watch?v=Sig24-pQDBo


[2] Seth Stephens-Davidowitz: Spotify study reveals our musical tastes peak as teens. (2018) https://bigthink.com/culture-religion/spotify-study-reveals-our-musical-tastes-peak-as-teens/

[3] Stefan Kölsch: Good Vibrations: die Heilende Kraft der Musik (2020)

Ernährung im Alter - worauf es ankommt!

Älter werden ist ein aufregender Prozess in dem auch Ernährung eine zentrale Rolle spielt um sich vital und glücklich zu fühlen. Daher möchte ich Euch heute, nach meinem Post Essen im Alter- eine Lovestory, auch das Video über das Gespräch mit meiner Freundin und Ernährungsexpertin Alina Leitinger zeigen, in dem Ihr viele Tipps dazu findet.

Take away

  • Sei dir immer bewusst: Alles, was wir essen hat eine Auswirkung! Und der Körper muss mit jedem Bissen zurecht kommen!

  • Iss nicht nur mit dem Kopf! Man kann auch das Essen virtuell probieren und dabei spüren, wie der Körper darauf reagiert. Stell Dir z.B. vor, Du würdest gerne eine Eierspeise oder eine Leberkässemmel essen und fragst den Körper, was er dazu meint. Mit ein bisschen Übung bekommst Du ganz klare Ja- oder Nein-Antworten.

  • Hör dem Körper mehr zu und akzeptiere, dass sich etwas ändert. Sieh es nicht als Verzicht, wenn Du etwas nicht mehr verträgst, sondern probiere neugierig aus, was Dir jetzt gut tut.

  • Der Grundumsatz sinkt mit jeder Lebens-Dekade und wir brauchen immer weniger Kalorien, aber dafür mehr Nährstoffe, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe, gesunde Fette, wie Omega-3 Fettsäuren etc. damit die Zellen optimal arbeiten und repariert werden können. Daher sind einige Nahrungsergänzungsmittel nicht nur „nice to have“, sondern essentiell.

  • Wenn man die Ernährungsgewohnheiten über die Jahre beibehält, setzen sich unweigerlich mehr Kilos an.

  • Mit Liebe kochen und mit Freude essen ist die Basis für jede gute Ernährung. Diese Schwingungen übertragen sich auf das Essen und Liebe geht dann, nicht nur sprichwörtlich, durch den Magen.

  • Außerdem bereitet sich der Körper beim Kochen auf die Verdauung vor. Wenn man hingegen Fast Food oder To-Go-Food isst, braucht man mehr, um ein Sättigungsgefühl zu bekommen und isst so automatisch mehr.

  • Ernährungsberatung ist nicht nur zum Abnehmen sinnvoll, sondern immer, wenn sich etwas nicht stimmig anfühlt.

  • Und wenn man sich unsicher ist, EnergetikerInnen können mit kinesiologischen Test oder z.B. dem Tensor aktuelle Verträglichkeiten von Lebensmitteln austesten.

 
 

Hier zusammengefasst die 5 wichtigsten Tipps von Alina für Ernährung, wenn man älter wird:

  1. Das Essen soll so natürlich wie möglich sein und so wenig Zusatzstoffe wie möglich enthalten, weil die Zellen „sensibler“ werden.

  2. Dein Essen soll so bunt wie ein Regenbogen sein! Und schau auch, dass die Zusammensetzung vielfältig ist.

  3. Einige Nahrungsergänzungsmittel sind praktisch unverzichtbar, weil sie einerseits in der normalen Nahrung nicht ausreichend enthalten sind (z.B. Omega-3 Fettsäuren) und andererseits der Bedarf an Nährstoffen und Mineralstoffen steigt, während man generell weniger Nahrung braucht.

  4. Hör auf Deinen Körper! Er zeigt sowieso an, was er gut verträgt und was nicht.

  5. Führe ein Ernährungstagebuch und notiere über einen Zeitraum: Wie fühle ich mich nach welchen Lebensmitteln? oder Wie, wann und warum esse ich was?

Wenn Ihr Fragen zum Thema Ernährung habt, schreibt diese bitte in den Kommentar, wir werden sie gerne beantworten.

Herzlichst
Helga

ANTWORTE AUF EURE FRAGEN

Ihr Lieben, inzwischen sind einige Fragen zu mir gekommen, die Alina für Euch mit dem folgenden Video beantwortet. Es geht um Unverträglichkeiten, Laktoseintoleranz und Heißhunger vor dem Schlafen gehen.

 
 

Warum vergeht die Zeit im Alter schneller?

„Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht! Das kann doch nicht schon wieder ein Monat / ein Jahr ... her sein? Wann haben wir uns das letzte Mal gesehen? “ Egal wen ich in meinem Alter treffe, für alle scheint die Zeit schneller dahinzulaufen als früher. Früher, da hatten wir doch mehr Zeit, oder?

Das mit der Zeit ist eine wirklich komische Sache. So exakt man sie messen kann, so vielschichtig und unterschiedlich fühlt sie sich für jeden von uns an: oft erscheint sie zu kurz, mal vergeht sie überhaupt nicht, gelegentlich scheint sie stehen zu bleiben, aber meistens nicht dann, wenn es am Schönsten ist. Und weil auch das Zeitgefühl im Alter eine große Rolle für unser Wohlbefinden und unsere Zufriedenheit spielt, möchte ich dem Phänomen heute nachgehen: Warum vergeht die Zeit immer schneller, je älter man wird? Und wie machen wir mehr aus unserer Zeit?

Take away:

  • Der so genannte Erinnerungseffekt lässt die Zeit lang oder kurz erscheinen – unabhängig vom Alter

  • Wenn Du willst, dass dir die Zeit lang und wertvoll vorkommt, dann raus aus der Routine und immer wieder Neues suchen

  • Etwas machen, das mit Sinn erfüllt

 

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Die Zeit von 60 bis 90 ist genau so lang,
wie die von 30 bis 60 und die von der Geburt bis 30! 

Sind diese drei Abschnitte gleich lang für Dich? Welcher kommt dir am längsten vor?

Auch wenn es meistens heißt, für Kinder dauert die Zeit immer viel länger, mir kommt der Lebensabschnitt von 30 bis 60, also mein Berufs- und Familienleben am weitaus längsten vor. Gefühlt macht er mein Leben aus! Vielleicht, weil er so unglaublich reichhaltig war und damit in meiner Erinnerung einen mächtigen Stellenwert hat! Und trotzdem kommt ja noch ein weiterer ganzer Lebensabschnitt dazu!

Wenn man in Pension geht, hat man noch (etwa) ein Drittel des Lebens vor sich! Das ist eine simple Rechnung und trotzdem sind viele überrascht, wenn ich ihnen das vorrechne. Ja natürlich, wir wissen nicht, ob wir wirklich 90 Jahre oder älter werden und daher macht diese Unsicherheit diesen Lebensabschnitt unberechenbarer als die davor. Umso mehr macht es Sinn, jede Minute leben und nicht nur vergehen zu lassen.

Wirklich spannend finde ich, dass das Alter für mich durch diese Überlegungen zu neuer Bedeutung gekommen ist. (siehe auch Posts Alter ist ein Job, die 5 Säulen für ein vitales & glückliches Alter und Gewonnene Jahre). Und immer wieder taucht die Frage auf, wie erfülle ich diese vor mir liegende Zeit mit Sinn und Lebensfreude, damit sie am Ende auf besondere Weise genau so reichhaltig ist, wie die zwei Abschnitte davor?

WARUM DIE ZEIT ALS ERWACHSENER SO SCHNELL VERGEHT

Die gängige Meinung ist, dass wir die Zeit an unserem Lebensalter messen, dass also für einen 10-Jährigen, ein Jahr 1/10 seines Lebens ist, während es für mich bereits 1/67 ist, also relativ viel weniger. Das mag sein, wichtiger als der Zeitfaktor ist allerdings der Erinnerungseffekt, also was man alles in dieser Zeit erlebt hat und der ist abhängig davon, wie viel Routine, was und wie viel Neues man erlebt hat. Retrospektiv rekonstruieren wir also die Dauer von Zeitspannen auf Basis erinnerter Ereignisse in einem vergangenen Zeitabschnitt. Je mehr wir uns an unterschiedliche Ereignisse erinnern, desto länger schätzen wir den Zeitabschnitt.

Je mehr Routine, desto schneller vergeht in der Erinnerung die Zeit! Mit dem Alter steigt meist der Anteil an Routine ziemlich stark an, während wir immer weniger wirklich Neues erleben. Als Kind und Jugendlicher und auch noch im Beruf, ist man permanent mit Neuem konfrontiert, das man intensiv erlebt und das entscheidenden Einfluss auf unser Leben hatte. Zusätzlich ist aber auch wichtig, dass dieses Neue Bedeutung hat und möglichst Begeisterung auslöst. Natürlich erleben wir im Alter auch Neues, aber nicht immer gewollt und angenehm.

Es mag für andere nur eine Kleinigkeit sein, aber für mich war z.B. das erste Mal Rote Rüben ernten am Bauernhof mit 66 etwas ganz besonders Begeisterndes, weil es mich aus meinen kopflastigen Tätigkeiten herausgerissen hat!

Routine und weniger Neues sind also zwei Faktoren, die uns die Zeit im Rückblick schrumpfen lassen. Zwei weitere Faktoren sind Stress und Anspannung. Sie bewirken, dass uns Ereignisse weniger bewusst bleiben, weil wir sie weniger detailreicher und mit weniger Achtsamkeit erlebt. Und glaubt ja nicht, dass Pensionisten weniger Stress haben!

SO MACHST DU MEHR AUS DEINER ZEIT

Ob wir im Alter die Zeit kurz oder lang empfinden hat also mit Sinn, Bedeutung, Qualität und Ruhe zu tun. Und all das liegt in unserer eigenen Entscheidung!

Wenn wir das zusammenführen, dann scheinen für mich die folgenden 7 Punkte entscheidend dafür, wie ich meinem Leben so viel Qualität gebe, dass ich mich nicht nur im Jetzt, sondern auch in Zukunft rückblickend, darüber freuen kann:

  • Immer wieder aus der Routine ausbrechen und NEUES erleben

  • Begeisterung in diesem Neuen finden, denn „Begeisterung ist der Dünger für unser Gehirn“ (Gerald Hüther)

  • Dinge tun, die für einen Sinn machen. Nach Viktor Frankl ist es existentiell für uns Menschen Sinn zu finden, zu realisieren und zu erleben. Dieser Sinn kommt nicht von außen, sondern den können wir nur in uns finden - das geht in jedem Alter!

  • Keine Zeit im Alter verschwenden mit unwichtigen Dingen oder Dingen und Themen, die man nicht beeinflussen oder ändern kann. Übrigens eine der Empfehlungen aus einer Studie über glückliche Hundertjährige!

  • Achtsam das Jetzt erleben und seine vielen Details aufnehmen

  • Der Vergangenheit Bedeutung geben, etwa durch das Schreiben von Memoiren (siehe Memoiren - mehr als Erinnerung)

  • Sich auch aussöhnen mit jenen Zeiten, die vielleicht nicht so schön waren

Das sind meine Gedanken, die Zeit langsamer vergehen zu lassen. Aber ehrlich, es gibt auch Situationen, da sind wir froh, wenn die Zeit sehr schnell vergeht :)

Herzlichst
Helga

Zu diesem Thema gibt es ein gutes Video
Dr. Derek Muller/Veritasium
Why Life Seems to Speed Up as We Age – can we slow it down? https://www.youtube.com/watch?v=aIx2N-viNwY

 

Putzen - ein unterschätzter Jungbrunnen?

Putzen gehört üblicher Weise nicht gerade zu den coolsten Tätigkeiten, nach denen man sich nach einem anspruchsvollen, arbeitsreichen Berufsleben sehnt oder etwas, das die Pension mit Sinn erfüllt. Außerdem sind viele von uns daran gewöhnt, dass genau diese Tätigkeiten von hilfreichen „Geistern“ erledigt werden. Mehr durch Zufall und wegen Corona bin ich allerdings draufgekommen, dass genau diese Tätigkeit einen auch dazu bringt, sich intensiv mit den eigenen Sachen auseinanderzusetzen - und vor allem ist es ein regelmäßiges Workout. Gerade mit dem Älter werden ist regelmäßige Bewegung eine wichtige Sache und da bietet sich diese Tätigkeit dafür geradezu an. Erstaunlich: ich kann diesen regelmäßigen Aktionen jetzt wirklich etwas abgewinnen, denn im Grunde ist es nur eine Frage, was man daraus macht.

Take away

  • Putzen macht fit!

  • Putzen verschafft Dir Wertschätzung für die eigenen Sachen.

  • Putzen ist immer auch eine Gelegenheit zum Ausmisten.

  • Putzen erfüllt Dein Zuhause mit mehr Energie

 

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Wer hätte gedacht, dass mir Putzen einmal wirklich Freude machen würde? Vor ein paar Jahren hätte ich das rundweg verneint!

Während unseres Berufsalltages mit unseren Managementjobs, vielen Business-Reisen, Schule, Sport und Freizeitaktivitäten war einfach keine Zeit dafür. Gott sei Dank hatten wir Hilfe für unseren Haushalt!

Aber mit der Pension ist jetzt alles anders geworden.

Ursprünglich hatten wir es nicht geplant, aber unser Alltag hat sich so verändert, ganz besonders auch während Corona, dass wir plötzlich aufgefordert waren, uns selbst um unsere Wohnung zu kümmern. Mein Mann und ich machen das jetzt zu zweit als fixen Punkt in unserem Wochenprogramm. Das Putz-Programm ist klar aufgeteilt, auch die Zuständigkeiten und damit es nicht langweilig wird machen wir jedes Mal zusätzlich auch irgendetwas anderes. Man glaubt es nicht, aber  inzwischen haben wir sogar „Lust auf Putzen!“ Klingt komisch, ist aber so:) 

DAS BRINGT ES UNS

  • Unmittelbarer Erfolg! Man sieht sofort, was man getan hat. Das konnte man in unseren Jobs nicht immer sagen und bei vielen anderen Tätigkeiten ist das auch oft nicht sicht- und spürbar. Aber nach den 4 Stunden Hausarbeit setzen wir uns zufrieden zu einem Kaffee zusammen, schauen uns um und genießen unseren Erfolg. Es fühlt sich wirklich besser an, wenn rundherum alles wieder sauber erstrahlt.

  • Ein richtiges Workout! Bewegung muss nicht immer Joggen und Yoga oder Krafttraining, Radfahren oder Wandern sein, putzen ist ebenfalls teilweise echt anstrengend. Hut ab vor allen, die das beruflich machen! „Man sollte beim Putzen die gymnastischen Übungen nicht unterschätzen“ meint auch meine Freundin und Physiotherapeutin. Immer wieder bücken und aufrichten, vom Boden aufstehen, etwas aus hohen Schränken holen, etwas in tiefen Schränken verstauen, der Kraftaufwand beim Geschirr ein- und ausräumen, das Strecken, Dehnen und Balancieren, all das bringt etwas. Und wer möchte, kann das Programm durch Kniebeugen, Hocke, Liegestütz an den Kästchen oder einige Tanzschritte zwischendurch - etc. etc. – erweitern. All das lässt sich leicht zwischendurch einbauen. Kraft, Ausdauer, Konzentration und Koordination lassen sich überall trainieren! Und als strahlende und vitale Senioren brauchen wir das alles auch regelmäßig.
    Also, wenn es Euer Körper zulässt: in 4 Stunden kommt eine Menge Bewegung zusammen. Wenn Ihr so durch die Wohnung fegt, verbrennt ihr in der Stunde bis zu 300 Kalorien, meinen die Experten. Solltet Ihr dazu etwas nachlesen wollen oder Ideen dafür brauchen, Anne-Marie Millard [1] oder auch Stefan Rehbein [2], haben bereits Bücher über Haushalt-Workouts und Sport im Alltag verfasst.

  • Schafft innige Beziehung zu den eigenen Sachen. Richtig gut finde ich, dass man sich intensiv mit den eigenen Sachen auseinandersetzt. Wenn man jedes Ding nach und nach in die Hand nimmt, über die Flächen streicht und sie pflegt entsteht eine wertschätzende Beziehung. Man kann sich dabei auch immer wieder an den eigenen Sachen erfreuen. Wenn man beim Aufräumen etwas tiefer gräbt, findet man manchmal Dinge, von denen man gar nicht gewusst hat, dass sie da sind. Immer wieder komme ich so auf neue Ideen und gebe diesen Dingen eine neue Beachtung.  Aus energetischer Sicht tragen auch alle Räume und Gegenstände Energie und diese persönlich aufzuladen zahlt sich für das Wohlfühlen einfach aus.

  • Regelmäßige Gelegenheit zum Ausmisten! Beim intensiveren Hinschauen sieht man auch unmissverständlich, wie viel sich immer wieder ansammelt. Daher bietet sich im Rahmen des Putzens auch regelmäßig die Gelegenheit Dinge wegzugeben, die man nicht mehr braucht oder um sich haben will. So kann man ein Stück betrachten und sich z.B. nach Marie-Kondo-Manier fragen: Machst du mich glücklich? oder Warum bist du da?  (siehe Blog – Aufräumen) Dadurch wird unsere Wohnung gezielt luftiger und leichter.

Ich kann aus eigener Erfahrung nur empfehlen, so ein Programm in das Pensions-Job-Profil (siehe Blog Pension & Alter sind ein Job) aufzunehmen - wenn es körperlich möglich ist - und es so lange als möglich beizubehalten. Sich der eigenen Wohnung auch auf diese Weise zu widmen macht echt Freude.

Herzlichst
Helga

[1] Anne-Marie Millard: Putz dich schlank! Fit und schlank mit Staubsauger und Wischmopp! (2008)

[2] von Stefan Rehberger, Balz Wydler: Hopmop: Topfit ohne Sport  (2016)

 

Detox für Deinen Energiekörper

Detox für den Körper ist schon weit verbreitet und auch jetzt im Frühling denken viele daran, den Körper innerlich zu reinigen. Aber wer macht das bewusst mit dem eigenen Energiekörper? Also jenen Energiefeldern, die den physischen Körper steuern und dafür sorgen, dass wir aktiv, kreativ, voll Power und gesund sind. Auch diesen Energiekörper müllen wir über die Zeit mehr und mehr zu - mit toxischen Gedanken, Emotionen und Erinnerungen. Und die allgegenwärtigen aktuellen Probleme laden auch dazu ein.

Energetisches Detox ist für alle Altersstufen empfehlenswert, aber natürlich haben wir mit der steigenden Zahl von Lebens-Jahrzehnten und den damit verbundenen Erfahrungen auch mehr „energetischen Müll“ angesammelt. Daher gehört für mich energetisches Detox in jedem Fall zum Grundrepertoire um vital und strahlend zu bleiben.

Wie das auf einfache Weise geht, ohne Analyse und ohne Worte, sondern rein durch das Regeln des Energieflusses, zeige ich Euch heute.

Take away

  • Unseren Energiekörper sollten wir genauso pflegen wie unser Äußeres

  • Es sind negative Gedanken, Emotionen, Verhaltensmuster und Erinnerungen, die „alte Energie“ festhalten und über kurz oder lang schaden können

  • Mit dieser einfachen energetischen Detox-Übung kannst Du Dein Energiefeld von alten Energien befreien und bewusst neu auftanken

 

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ERNEUERUNG IST ANGESAGT

Es ist Frühling und alles soll wieder strahlend und sauber werden. Den Balkon, der über den Winter vergammelt ist, habe ich bereits geputzt und jetzt kommen die Fenster und Vorhänge dran.

Und wie ist es mit uns und unserem Körper? Ich kenne inzwischen viele Personen, die die Fastenzeit dazu nützen um dem Körper einen inneren Frühjahrsputz zu gönnen: sie fasten, machen Saftkuren oder lassen bestimmte Lebensmittel weg, um den Körper zu entgiften. Auch ich habe auch gerade eine Basen-Kur gemacht, also 14 Tage lang auf alle Lebensmittel verzichtet, die säurebildend sind, wie Zucker, Fleisch, Käse, Kaffee, Alkohol. Das Gefühl danach war wunderbar. Diese Kur gehört ab jetzt sicher in meinen Jahresablauf, denn bewusstes Essen ist auch eine Lovestory.

Und genau das sollten wir regelmäßig auch mit unserem Energiekörper machen. Da er unsichtbar ist und wir ihn primär nur über das Spüren oder über die physischen Auswirkungen erfahren, ist es nicht so einfach, sich seiner Präsenz immer bewusst zu sein. Vielleicht hilft es, sich dieses Bild von seiner Größe und Mächtigkeit vor Augen zu halten. Nach den Erkenntnissen der Biofield Science [1], einem jungen Wissenschaftszweig der komplementären und alternativen Medizin, hat er die Form wie das Erdmagnetfeld, ragt weit über uns hinaus, und ist ständig im Fluss (mehr dazu in meinem Post Hast Du genug Energie?).

 

MIT FRISCHER ENERGIE ALTE ENERGIE ENTSORGEN!

Wir nehmen ununterbrochen Energie (elektromagnetische und feinstoffliche) aus der Umgebung auf, verwerten sie, speichern Teile davon und geben einen weiteren Teil auf unterschiedlichste Art wieder ab. Genauso wie wir Luft einatmen, verwerten und ausatmen oder wie wir Nahrung aufnehmen, verwerten und abgeben. All das geschieht automatisch, solange wir leben, auch ohne unseren bewussten Einfluss. Aber - ebenso wie beim Atmen – können wir Einfluss darauf nehmen, sowohl was die Qualität, als auch was die Menge anbelangt, um gesünder zu sein und unsere Lebensqualität auszubauen.

Frische Energie strömt über viele Kanäle in den Körper, etwa aus dem Erdmagnetfeld oder über die Chakren. Aber auch alle Zellen und Atome stehen permanent im Austausch mit universellen Energiefeldern. Diese frische Energie ist reines Potenzial, eröffnet neue Möglichkeiten, fördert neue Ideen und hat eine Qualität wie „frische Bergluft“ oder frisches Wasser aus einer Quelle. Wir brauchen sie

  • für alle körperlichen Prozesse, die gesamten Zellaktivitäten, das Funktionieren der Muskeln, Organe, des Gehirns etc.

  • und für all unsere Handlungen, Aktionen und unsere Kreativität.

Beide Energie-Formen machen die Qualität unseres Lebens aus! Man erkennt sie sofort, denn mit viel frischer Energie fühlst Du Dich rundum wohl, hast jede Menge Ideen und kannst diese auch mit Leichtigkeit umsetzen.

Wenn man allerdings die Aufmerksamkeit lange auf negative Emotionen, negative Gedanken, die man nicht loslassen will, oder auch alte, obsolete Glaubens- oder Verhaltensmuster, an denen man trotzdem hängt und die einem nicht gut tun, ausrichtet, rezykliert man Energie. Ich nenne diesen Anteil Alte Energie.

Diese alte Energie bleibt im Energiekörper „hängen“, verdichtet sich und verhindert, dass frische Energie aufgenommen wird und fließen kann. Diese „Energieklumpen“ schränken nicht nur die Leistungsfähigkeit ein, sondern führen auch zu Niedergeschlagenheit, Schwere oder Lustlosigkeit. Sie können in weiterer Folge auch zu echten körperlichen Problemen führen, weil der Körper nicht mehr ausreichend mit Energie versorgt wird.

Stell Dir einen Raum vor, in dem geraucht wird (das ist heute nicht mehr so oft der Fall, aber vielleicht erinnerst Du Dich noch an die Zeit, in der Büros, Lokale und selbst Wohnzimmer voll Rauch waren). Nach einiger Zeit bekommt man kaum noch richtig Luft und hat das Bedürfnis die Fenster aufzureißen und frische Luft hereinzulassen. Wenn man länger drinnen bleibt, riecht man selber nach Rauch und über lange Dauer belegt er die Lunge. So ähnlich ist das mit „alter Energie“, also Energie von trüben Gedanken, die einem nicht aus dem Sinn gehen oder von negativen Emotionen und von veralteten Verhaltensmustern, die man aber immer und immer wiederholt. Man bewegt sich so zusagen immer in derselben Energie, die wie das verrauchte Zimmer dichter und dichter wird und schließlich zusammenpackt.

In allen energetischen Schulen geht es daher darum, diese verdichtete Energie (man spricht von Blockaden) aufzulösen und für neuen Fluss von Energie zu sorgen.

 

ENERGETISCHES DETOX

Energetisches Detox gelingt durch Entspannung und Energieaustausch!

Nur wenn Du dich wirklich entspannst (und damit meine ich nicht Bewegung, Fernsehen oder sich mit Freunden treffen, sondern tiefe körperliche Entspannung, sowie gedankliche Ruhe), nimmst Du Energie auf, die nicht durch irgendeinen Filter bereits „gefärbt“ ist (siehe auch Entspannung hoch3).

Je mehr frische Energie du in Dein System bringst,
desto mehr alte scheidest du aus.
So simpel ist das!

Die Übung, die ich Euch heute empfehle, ist sehr einfach

•       Setz Dich ungestört und entspannt hin und entspanne zusätzlich Deinen gesamten Körper schrittweise von den Fußspitzen bis zum Scheitel und bring dabei die Gedanken zur Ruhe.

•       Dann stell Dir vor, dass deine „alte Energie“ nach unten sinkt und durch deine Füße tief in die Erde hinein fließt. Das alleine schon bewirkt, dass der Kopf freier wird.

•       Atme dann langsam und bewusst frische Energie tief in Deinen Bauch ein und mit dem Atem lass die Energie durch Deinen ganzen Körper und darüber hinaus durch dein gesamtes Energiefeld strömen. Wenn Gedanken aufkommen, lass diese weiterziehen, bleib nicht daran hängen, sondern komm immer wieder zum Atem zurück.

•       Wenn es irgendeinen Teil gibt, der sich blockiert anfühlt oder eine Reaktion zeigt, atme ganz sanft weiter frische Energie in diesen Teil und stell Dir vor, dass sich die restliche dort befindliche „alte Energie“ mehr und mehr auflöst.

Das wars schon!

Hier ist auch auch gesprochene Anleitung, in der ich noch detaillierter auf den Energieaustausch in einzelnen Körperbereichen eingehe. Wenn hier die Organe genannt werden, so meine ich immer den energetischen Teil davon.

 
 

Diese Übung kannst du jederzeit machen, zum Beispiel, wenn Du eine anstrengende Zeit erlebst, Dich von irgendeinem alten Muster trennen oder einfach etwas verändern möchtest. Manchmal spürt man auch, dass die Energie blockiert ist, etwa dann, wenn die Dinge nicht so leicht laufen und es „sich spießt“ oder dunkle Gedanken durch den Kopf gehen. Wenn Du Dich auf diese Weise entspannst, hörst Du automatisch auf, alte Energie zu rezyklieren und wirst aufnahmefähig für frische Energie.

Aus eigener Erfahrung und der Reaktionen all jener, die das mit mir schon gemacht haben, kann ich bestätigen, dass man sich danach wie am Morgen nach einer guten Nacht fühlt, das Fenster geöffnet hat, die abgestandene Luft hinauslässt und frische, prickelnde Luft hereinströmt.

Herzlichst
Helga


[1] Beverly Rubik, Shamini Jain, Davide Muehsam, Richard Hammerschlag: Biofield Science and Healing: History, Terminology, and Concepts; in Global Advances in Health and Medicine 2015 / National Institut of Health
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4654789/

 

Essen im Alter - eine Lovestory

Nachdem ich zu einem Interview über Essen und Ernährung im Alter von meiner Freundin und Ernährungsexpertin Alina Leitinger eingeladen wurde, habe ich mich ausgiebig mit diesem Thema beschäftigt. Die interessantesten Gedanken, die sich daraus ergeben haben, möchte ich Euch in diesem Post weitergeben, weil Essen das A&O für ein gutes Leben ist und wir täglich jede Menge Entscheidungen dazu treffen. Und weil sich im Alter doch einiges verändert.

Es geht mir aber keineswegs um Ernährungskonzepte, Rezepte & Co, denn die findet man in Massen, sondern vielmehr darum, warum und wie Ernährung ab 60 zu einer echten Love-Story wird.

Take away

  • Mit 65 sollten wir „einen Hamburger“ täglich weniger essen, aber dafür mehr Nährstoffe: wie geht das?

  • Wenn man manches nicht mehr verträgt, ist das ein Anlass, kreativ Neues auszuprobieren.

  • Speisen transportieren Schwingungen – daher koch und iss mit Liebe!

 

Foto: Robert Pražak

 

BEIM ESSEN IST JEDER SEIN EIGENER EXPERTE

Im Vorfeld habe ich mit vielen Freunden und Alina darüber gesprochen, was sich an der Ernährung mit steigendem Alter verändert und worauf man achten sollte. Dabei hat sich eines sehr deutlich gezeigt: Jeder und jede ist anders! Wie groß die Unterschiede sind merkt man ganz besonders bei Einladungen, wenn man nachfragt wer was verträgt oder auch nicht. Und natürlich spielen auch Krankheiten, und dadurch erforderliche Diäten, eine größere Rolle als früher.

Die individuellen Bedürfnisse sind auch verständlich, denn jeder konditioniert den eigenen Körper über Jahrzehnte durch Essen, Gedanken, Glaubenssätze, Emotionen und viele andere äußere Umwelteinflüsse. Dieses Potpourri ist einzigartig und die .Reaktionen darauf kommen mit dem Alter stärker heraus. Natürlich gibt es Grundregeln und wissenschaftliche Ernährungspläne (so einen findet Ihr in den Fußnoten), aber im Grunde genommen ist jeder Experte für sich selber - und das mit jahrzehntelanger Erfahrung.

Daher lasst Euch nicht auf irgendwelche Allgemeinplätze in Magazinen oder im Internet ein, oder was man essen soll oder nicht, sondern findet Eure persönliche Lovestory zwischen Körper und Ernährung und schaut bewusst auf Eure persönlichen Bedürfnisse. Was fühlt sich gut an?

VORLIEBEN UND VERTRÄGLICHKEIT ÄNDERN SICH

Wie haben sich Deine Ernährungsgewohnheiten in den letzten Jahren verändert? Gibt es Lebensmittel, die Du nicht mehr magst oder verträgst? Wie gehst Du damit um?

Ich merke definitiv Veränderungen, während etliche Freunde, mit denen ich gesprochen habe, und teilweise um einiges älter sind als ich, nach wie vor alles essen können. Was ich früher noch locker vertragen habe, selbst Convenience Food, Fertigprodukte, frisches Gebäck oder Fertigkuchen, fühlt sich heute einfach nicht mehr gut an. Mein Verdauungssystem rebelliert zum Teil heftig. Daher habe ich mir angewöhnt, schon beim Einkaufen darauf zu achten. Wenn ich aus reinem Gusto so eine Packung in die Hand nehme, spüre kurz nach, was mein Körper dazu sagt, bevor sie im Einkaufskorb landet. Und nicht selten lege ich sie zurück! Aber auch frischer Knoblauch oder Zwiebel im Salat sind nicht mehr meines – sondern nur mehr blanchiert.

Das Ganze hat aber auch etwas richtig Gutes: ich koche fast nur mehr frisch und backe sogar manchmal. Während meiner Berufszeit habe ich das sehr selten gemacht. Oft wundere ich mich, wie wenig Aufwand es ist frisch zu kochen. Nockerl zum Beispiel, sind wirklich in wenigen Minuten gemacht, die muss ich nicht fertig kaufen. Früher dachte ich schon beim Lesen des Rezeptes, wie aufwendig das sein muss.

Ohne wirkliche Absicht hat sich mein Fleischkonsum allmählich von selbst reduziert und Gemüse ist die Nummer eins am Speiseplan. Die Möglichkeiten, daraus herrliche Speisen zu kreieren sind heute unendlich. Das war zu unserer Kinderzeit ja überhaupt nicht so. Erinnert Ihr Euch noch, Sellerie und Karotten waren oft nur ausgekochtes Suppengrün und Rote Rüben nur eingelegter Salat! Das Schlimmste für mich war damals „Kochsalat mit Erbsen und Einbrenn“. Vor kurzem habe ich einen Kochsalat am Markt gefunden und mir gedacht, dieses Kindheitstrauma werde ich jetzt ausräumen und habe ihn als in 2 Hälften auf dünnen Zitronenscheiben gebraten! Einfach herrlich! Daran hätte früher niemand gedacht!

So gesehen sind Dinge, die wir nicht mehr so gut vertragen oder mögen auch eine Aufforderung Neues zu erkunden und auszuprobieren. Statt sich zu ärgern oder es zu bedauern, kann man es einfach akzeptieren und dem Einfallsreichtum die Tore öffnen.

 

Mit Alina Leitinger im Gespräch über Essen im Alter- eine Lovestory

 

DIE ZWICKMÜHLE: WENIGER ESSEN ABER GLEICH VIELE ODER MEHR NÄHRSTOFFE!

Nachdem wir im Alter weniger Muskelmasse haben, brauchen wir weniger Kalorien. Das war mir klar, aber wieviel das ist, war mir bisher nicht so klar: mit 65 braucht eine Frau täglich um etwa 300 kcal (also 15%) und ein Mann fast 500 kcal (also ca. 20%) weniger als unsere 25 jährigen Pendants. Das wäre so etwa ein normaler Hamburger für die Dame, respektive ein großer Hamburger für den Herren. Oder eine kleine Mahlzeit. Oder, wohl noch besser, einfach das Naschen reduzieren, denn genau das schlägt am meisten an.

Auch wenn man keine Kalorien zählt, ist weniger essen alles andere als einfach, ganz besonders, wenn man ab der Pension (wie im Homeoffice jetzt auch) viel zu Hause ist und die Kalorien nur so in den (Kühl-)Schränken lauern, um „befreit zu werden“. Mir hat geholfen, radikal vorzugehen und einfach weniger einzukaufen, so dass weniger zu Hause ist. Das Beste ist immer noch keiner Versuchung widerstehen zu müssen. Und wir können jetzt ja viel öfter einkaufen gehen, wenn wir etwas brauchen.

Die beste Möglichkeit um weniger zu essen ist ja hinlänglich bekannt, nur jetzt sollte man es echt auch machen: langsamer essen, länger kauen und wirklich aufzuhören, wenn man satt ist, egal was auf dem Teller ist. Das klingt so leicht, aber da melden sich so viele Prägungen aus der Kindheit und Gewohnheiten aus dem früheren stressigen Alltag. „Alles was auf den Teller kommt wird aufgegessen!“ (kennt Ihr diesen Spruch?) oder hektisches Hinunterschlingen, wenn man nebenbei E-Mails beantwortet. Dieses „neue Essen“ muss man sich erst einmal gönnen und vielleicht sogar neu lernen.

DAS BESTE IST GERADE GUT GENUG!

Unser Körper ist darauf angewiesen, was wir ihm zu essen geben. Denn es sind die Lebensmittel, die den gesamten Stoffwechsel befeuern und das Immunsystem stärken.

Alles, was wir essen das
hat eine unmittelbare  Auswirkung auf den Körper.
Wirklich alles!

Ich bin mir aber nicht sicher, dass wir uns dessen immer bewusst sind. Wie könnte es sonst sein, dass man manchmal so viel Schrott hineinstopft? Dem Körper muten wir damit oft richtig viel zu. Dabei ist er außergewöhnlich robust und hat in den letzten Jahrzehnten vieles verziehen – siehe 50Plus Feiere Deinen Körper! Wenn wir den Körper aber jetzt in seiner Funktion unterstützen wollen, dann heißt es noch bewusster zu essen, denn je!

WO BEKOMME ICH MEHR NÄHRSTOFFE HER?

Weniger essen und mehr Nährstoffe – was für ein Spagat! Alina sagt mir zu diesem Thema, dass die Nährstoffe natürlich von der Auswahl und Qualität der Lebensmittel abhängen, also Gemüse, besonders Bio-Gemüse - hat einfach mehr Vitamine und Mineralstoffe. Aber anderes bleibt trotzdem manchmal auf der Strecke.

 
 

Daher empfiehlt sie sehr individuell zu schauen, was durch Nahrungsergänzungsmittel kompensiert werden kann oder sogar muss. Das erforderliche Maß an OMEGA-3 Fettsäuren deckt man einfach nicht mit Gemüse. Auch Vitamin D, Selen oder Ballaststoffe gehören zu den Klassikern, die für die meisten Menschen im Alter zusätzlich wichtig sind. Aber wie gesagt, wir sind alle unterschiedlich und daher kann man keine Empfehlung „über den Kamm scheren.“ Ich selber nehme seit zwei Jahren regelmäßig OMEGA-3 Fettsäuren und es tut mir in vielerlei Hinsicht gut. Insbesondere haben sich meine Cholesterinwerte signifikant verringert. Ein Besuch bei einer Ernährungsexpertin zahlt sich da definitiv aus.

Alina hat mich besonders darauf hingewiesen, mir wirklich die Nährwerttabellen und Zutatenlisten anzuschauen und Lebensmittel zu wählen, die möglichst wenig Zutaten haben. Das heißt für mich: „geh nie ohne Lesebrille einkaufen“, denn genau das ist meistens unleserlich klein geschrieben ;) 

DEM ESSEN LIEBE UND FREUDE MITGEBEN

Es geht aber nicht nur um die Auswahl hochwertiger Lebensmittel, alleine das Kochen und das Essen sind ein Akt der Liebe für unseren Körper. Beim Kochen und Zubereiten übertragen wir Energie auf die Speisen. Seit den Forschungen von Masaru Emoto (1990) ist bekannt, dass Wasser auf die Schwingungen von Gedanken und Gefühlen reagiert und somit zum Informationsträger wird. Dabei ändert sich natürlich nicht die chemische Zusammensetzung, aber die Form von Clustern, die Wassermoleküle bilden. Nachdem praktisch alle Nahrungsmittel Wasser enthalten und viele sogar über 80 oder 90%, werden sie im wahrsten Sinne zum Überträger von Schwingungen, also zum Beispiel von positiven oder negativen Emotionen. Daher spielt es eine große Rolle, ob das Essen in Eile,  Stress, Frust oder Gleichgültigkeit gemacht wird oder mit Freude und Hingabe. Es fühlt sich immer gut an, ein Essen zu genießen, das mit Vergnügen zubereitet wird und die Liebe und Fürsorge des Kochs oder der Köchin (das kann man auch selber sein) auf den fertigen Speisen einen positiven Abdruck hinterlässt. Der Spruch „Liebe geht durch den Magen“ wird so auf neue Art und Weise relevant.

Früher wurde in vielen Familien vor dem Essen gebetet und Gott für das Essen gedankt. Dieser Akt ist fast völlig abhanden gekommen. Aus energetischer Sicht ist aber eine ähnliche dankbare Einstimmung auf das Essen wirklich sinnvoll. Einerseits stimmt sich der Körper auf die Nahrungsaufnahme ein und andererseits können wir mit schönen Gedanken diese Nahrung aufwerten.

Umgekehrt heißt das, iss‘ niemals etwas zu schlechten Nachrichten! Schau Dir also z.B. keine Nachrichten an, oder stell‘ auch Gespräche beim Essen ab, die negativ oder bedrückend sind. Denn wir schlucken diese Informationen im wahrsten Sinne hinunter und müssen all das verdauen!

Mit Liebe kochen! Mit Liebe essen!
Essen soll Freude bereiten, Spaß machen
und ein emotionaler Genuss sein!

Immer wieder höre ich von alleinstehenden Freunden oder Freundinnen: „Kochen, nur für mich alleine? Das tu‘ ich mir nicht an!“ Wenn sich die Familiensituation nach Jahrzehnten ändert, kann es echt schwierig sein sich umzustellen und Sinn darin zu finden, für sich alleine zu kochen. Manchmal fehlt einfach auch die Lust dazu. Die kleinen Mengen sind vermeintlich mühsam zuzubereiten oder es bleibt viel übrig und man muss das Essen auf mehrere Tage verteilen. Egal, liebe Leserin oder Leser, ich möchte Dich motivieren, Dir selbst nur das Beste zu gönnen. Und dazu gehört eben auch das liebevolle Kochen. Betrachte es als einen Liebesbeweis an Deinen Körper, für den sich jede Mühe lohnt - also eine Lovestory.

Ich denke also, dass es einfach richtig ist, wenn die Auswahl und Zubereitung unseres Essens in der Prioritätenliste ganz oben steht. Und die Verantwortung dafür, wie man sich ernährt, die kann man sowieso weder abgeben noch delegieren! Auch nicht an einen Partner! Denn schließlich sind es genau diese täglichen Entscheidungen, mit denen wir absolute Autorität und Selbstbestimmung über einen großen Teil unserer Gesundheit haben. Essen ist natürlich nicht allheilbringend, aber trotzdem eine enorm wichtige Basis für unsere Gesundheit und Vitalität. Schließlich regt das Essen auch unsere Sinne an, hat mit Freude, Genuss, Spaß und Neuem zu tun. Wie der lachende Buddha, gönn‘ dir das volle Leben und dazu gehört auch gutes und gesundes Essen!

Herzlichst
Helga

 

Die 10 Regeln der ÖGE Österreichische Gesellschaft für Ernährung https://www.oege.at/wissenschaft/10-ernaeherungsregeln-der-oege/

https://www.umweltbildung.at/wp-content/uploads/2021/02/Fotos-sprechen-lassen_phase3_1.pdf

 

Die 10 Regeln der DGE Deutsche Gesellschaft für Ernährung

https://www.dge.de/fileadmin/public/doc/fm/10-Regeln-der-DGE.pdf

https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/10-regeln-der-dge/

Memoiren - mehr als nur Erinnerungen

Hast Du schon darüber  nachgedacht deine Autobiografie oder deine Memoiren zu schreiben? Nein? Ich auch nicht! Aber ich habe diesen Prozess bei meiner Schwester miterlebt, die vor 3 Jahren damit begonnen hat und nun fast fertig ist.  Warum sie das gemacht hat, was dabei so interessant war und wie sich die Motivation während des Schreibens geändert hat, möchte ich euch heute berichten. Denn ich glaube, dass es für jeden interessant ist, das eigene Leben zu reflektieren, um daraus Klarheit und Kraft zu erfahren und es zu würdigen.

Take away

  • Selbstreflexion als Entwicklungsaufgabe im Alter.

  • Herausfinden, was im eigenen Leben wirklich zählt.

  • Weil man sich das Positive vor Augen führt und weniger Positives nun mit Abstand neu bewerten kann.

 
 

LEBENSRÜCKBLICK GEHÖRT ZU DEN WICHTIGSTEN AUFGABEN IM ALTER

Es gibt die verschiedensten Motivationen dafür, den Lebensrückblick niederzuschreiben. Viele Menschen wollen Erinnerungen und besondere Erlebnisse für ihre Nachkommen festhalten. Aber noch viel häufiger liegt die Motivation darin, sich an die schönen und/oder auch an die weniger schönen Zeiten zu erinnern und so ein neues Verständnis dafür zu schaffen oder damit abzuschließen. Wenn man das ehrlich und ohne Werturteil über sich und andere zu Papier bringt, merkt man schnell, wie gut man so manches bewältig hat und wie wunderbar sich manche Wendungen im Leben ergeben haben.

Das Memoirenschreiben ist inzwischen in der Altersforschung als identitätsstiftende und besonders sinnvolle Tätigkeit anerkannt. Es geht nicht um sentimentales Schwelgen in der Vergangenheit, sondern um Selbstreflexion als Entwicklungsaufgabe im Alter. In einer Dissertation zu diesem Thema heißt es: „Dieses autobiografische Erinnern hat eine besondere Wirkung auf das Wohlbefinden und kann als wesentliche Ressource zur Gestaltung des eignen Alters beitragen und zählt zu den bedeutendsten, sinnstiftenden Tätigkeiten im Alter.“  [i]

MEMOIREN ODER AUTOBIOGRAPHIE – ZWEI VERSCHIEDENE DINGE

Es gibt zwei Arten diesen Lebensrückblick zu gestalten. Wenn man von Autobiographie spricht, dann meint man einen Bericht über das Leben, chronologisch, detailliert, in dem Daten und Fakten eine wichtige Rolle spielen. Bei Memoiren geht es um einen Bericht aus dem Leben, also Erinnerungen über bestimmte Ereignisse oder Epochen, in denen das persönliche Erleben im Vordergrund steht. Das kann das Berufsleben sein, das Familienleben, das können Reiseerinnerungen oder einfach besondere Ereignisse sein.

ERFAHRUNGEN MIT DEM MEMOIREN SCHREIBEN

Meine Schwester Daya ist vor 50 Jahren der Liebe wegen von Österreich nach Japan gezogen, also zu einer Zeit, in der das noch mehr als ungewöhnlich war. Dementsprechend ungewöhnlich war auch ihr Leben zwischen zwei so unterschiedlichen Kulturen. Telefonieren war kaum möglich, Videochats wie heute waren unbekannt, also blieben nur Briefe um zu kommunizieren. Unsere Mutter hat alle Briefe von Daya gesammelt und so existieren über 1.000 handgeschriebene Briefe über ihr Leben in Japan! Vor 3 Jahren hat sie begonnen anhand dieser Briefe ihre Lebensgeschichte und vor allem auch den europäischen Hintergrund für ihre Kinder und Enkelkinder zusammenzufassen. Dass daraus mehr geworden ist und sie viele persönliche Erkenntnisse gewonnen hat, hat sie selbst überrascht.

Ich habe viele, lange Gespräche mit meiner Schwester dazu geführt und möchte euch das Wichtigste berichten.

Daya, was waren für dich die interessantesten Erkenntnisse durch das Schreiben deiner Memoiren?

Natürlich hat man eine Vorstellung davon, wer man eigentlich ist und weiß, was im Leben bedeutsam war. Aber beim Memoirenschreiben muss man notgedrungen eine Auswahl treffen. Das Gewicht, das ich manchen Erinnerungen gab - wohingegen ich andere als unwichtig beiseite geschoben habe - zeigte mir deutlich, was mir ganz persönlich von größter Bedeutsamkeit erschien. Was in meinem Leben wirklich zählt!

Das waren in meinem Fall nicht unbedingt berufliche Erfolge oder die vielen Reisen, auch wenn sie mich mit Freude und Stolz erfüllen. Für mich war es geradezu lebenswichtig, dass meine japanisch-österreichische Familie beide Kulturen zu ihrem Recht kommen ließ. Von überragender Bedeutung waren deshalb familiäre Traditionen, die ich offensichtlich ganz gezielt als Gegengewicht zur japanischen Umgebung einsetzte und förderte, obwohl mir das damals gar nicht voll bewusst war. Ich hatte immer schon das Gefühl, dass unsere Familienfeste (Fasching, Weihnachten, Geburtstage,...) etwas Besonderes waren, aber wie besonders wurde mir erst klar, als ich Seite um Seite mit Beschreibungen und Fotos davon füllte. Die Kreativität, mit der wir sie gestaltet haben, hat auch meine Lehrtätigkeit enorm beeinflusst und zieht sich wie ein roter Faden durch mein ganzes Leben. Seit mir das in dieser Klarheit bewusst ist, kann ich auch viel besser damit umgehen, dass mit dem Alter viele Veränderungen kommen. Manche Sportarten gehen nicht mehr wie früher, weite Reisen derzeit auch nicht. Aber wenn ich sehe, wie meine Kinder diese Traditionen übernehmen und ihr eigenes daraus machen, ist mein Lebenstraum erfüllt.

Lernt man auch weniger positive Dinge und Lebensumstände besser einzuschätzen?

Oh ja, auch die konnte ich durch das Schreiben aufarbeiten, sie von mir ablösen und meinen Frieden damit schließen. Das vermutlich Wichtigste war, dass mir klar wurde, dass es selbst in einem Leben, das man im Rückblick als erfüllt und glücklich beurteilt, auch Schwierigkeiten und teilweise sehr große Herausforderungen gegeben hat. Aber alle Situationen haben sich in irgendeiner Form und durch mein Zutun positiv aufgelöst. Mir ist klar geworden, welche Methoden ich einsetze, um mit Problemen fertig zu werden und dass ich darauf vertrauen kann. Das hilft mir auch heute mit aktuellen Herausforderungen klar zu kommen. Zu wissen, dass es auf die eine oder andere Weise immer gut weiter geht, gibt ein unglaubliches Gefühl von Sicherheit.

Und schließlich ist durch das Niederschreiben der vielen schönen Erlebnisse meine Dankbarkeit enorm gestiegen. Ich trage so viele schöne Erinnerungen in mir.

Wie bist Du es praktisch angegangen?

Ich habe drei Bereiche gewählt. Der erste Abschnitt meiner Memoiren handelt von unserer Familie und geht zurück bis ins 19. Jahrhundert. Es ging mir darum das Leben unserer Großeltern und Eltern wiederzugeben und in das soziale Umfeld von damals einzuordnen, damit dieser österreichische Teil der Familie für meine eigenen Kinder und Enkel in Japan zugänglich ist. Dabei habe ich selber erstaunlich viel über unsere Eltern erfahren und sie besser verstehen gelernt. Sie haben zwei Weltkriege und die Zeit der Depression in ihrer Jugend miterlebt und trotzdem danach so viel aufgebaut und uns mitgegeben. Es ist über ihre Vergangenheit selten gesprochen worden, und dennoch hat alles, was sie erlebt haben, uns mitgeprägt. Was mich an diesem Teil so fasziniert hat, ist, dass ich vieles von ihnen in mir erkenne und trotzdem meinen eigenen Weg gegangen bin.

Die Kapitel über meine Kindheit und Jugend waren mehr oder weniger von Nostalgie geprägt, wobei ich versucht habe, den Lebensstil der damaligen Zeit miteinzubeziehen. Ein Leben ohne Plastik, ohne Flugreisen, ohne Computer kann man sich ja heutzutage kaum mehr vorstellen.

Am Spannendsten war es mein Erwachsenenleben zu beschreiben, Die Briefe, in denen ich den Eltern mein Leben in Japan beschrieben habe, haben mich berührt, als wäre ich in eine Zeitmaschine geraten. Das war wirklich ich selber; so habe ich damals gedacht; das war mir damals wichtig genug, es schriftlich festzuhalten. Erstaunlicherweise habe ich bemerkt, dass ich mich problemlos mit meinem jüngeren Selbst identifizieren konnte. Meine Einstellung gegenüber vielen Dingen hatte sich nicht grundlegend verändert, ich habe nur dazugelernt. Diese Texte haben längst vergessen geglaubte Einzelheiten wieder wachgerufen. Sofort war alles wieder da, Bilder, Gefühle, selbst Töne oder Gerüche, so unmittelbar als hätte ich es erst gestern erlebt. Viele Male hatte ich beim Lesen den Eindruck, einen Film vor meinem inneren Auge ablaufen zu sehen.

Durch das Auswählen und Niederschreiben hat sich meine Motivation nach und nach weg von der einfachen Nacherzählung der Vergangenheit zu einer Art Selbstfindung verschoben. Es ging mir immer mehr um den Stellenwert, den gewisse Erlebnisse in meinem Leben hatten. Wo habe ich bewusst oder unbewusst Weichen gestellt? Warum bedeutete das Eine so viel und das Andere so wenig? Welche Mechanismen nützten mir in welchen Situationen?

Was würdest Du jemandem raten, der jetzt Lust bekommen hat, seine Memoiren zu schreiben? Wo soll man beginnen? Wohin führt es?

Memoiren zu schreiben ist ein Prozess, auf den man sich einlassen muss. Es fließt viel Zeit hinein, aber Zeit, die einem selber voll und ganz zugutekommt. Wichtig ist auch der Austausch mit anderen – so wie wir beide das gemacht haben - das schärft nochmal den Blick. Damit der Umfang nicht so überwältigend groß erscheint, kann man natürlich auch bei einzelnen Abschnitten anfangen, die einem, aus welchem Grund auch immer, leichtfallen oder wichtig sind. Und sollte man wirklich auf Themen stoßen, die einem schwerfallen, etwa jemandem zu vergeben, dann ist das ein guter Anlass sich Hilfe zu suchen und es wirkt befreiend.

Die Arbeit an meinen Memoiren ist noch nicht abgeschlossen, aber schon jetzt weiß ich, dass sie mir einen Weg in meine tiefste Seele geöffnet hat, den ich sonst nicht gefunden hätte.

Liebe Daya, ich danke Dir für Deine Einblicke und auch dafür, dass Du den ersten Teil meiner Memoiren, nämlich jenen über unsere Familie, bereits geschrieben hast. Die beiden anderen Teile – Kindheit/Jugend und mein Erwachsenenalter – stehen nun durch Deine Anregungen fix auch auf meiner Job-im-Alter Liste.

JEDER LEBENSRÜCKBLICK IST SPANNEND UND WERTVOLL

Vielleicht ist es einfacher, wenn man auf schriftliche Dokumente wie Briefe und Tagebücher zurückgreifen kann, aber ich bin sicher, dass Fotos oder Filme, Erinnerungen, Gespräche oder einfach nur der Fokus auf bestimmte Ereignisse im Leben ebenfalls sehr gute Reflexionen ermöglichen, Und vielleicht war das Leben von Daya in Japan außergewöhnlich, aber ist nicht jedes Leben außergewöhnlich und einzigartig? Und damit wert betrachtet zu werden?

Herzlichst
Helga

[i] Geneviève Grimm-Montel: Funktionen des Erinnerns im erzählten Lebensrückblick älterer Menschen. Narrative Selbstdarstellung und Integration autobiografischer Erfahrungen. Dissertation an der Universität Zürich (2012) https://www.zora.uzh.ch/id/eprint/76278/1/Grimm-Dissertation.pdf

Jour Fixe mit dem Inneren Kernteam

 „Körper-Seele-Geist in Einklang bringen“, das klingt so simpel, so klar, so als wüssten alle genau, was damit gemeint ist. Wisst Ihr das? Was bedeutet das für Euch? Und was bringt es, die alle in Einklang zu bringen?

Wie unterschiedlich das Menschen sehen können, ist mir erst klar geworden, als ich im Rahmen des Projektes MITEINANDER [1] den Arbeitskreis „Zusammenarbeit von Ärzten- Psychotherapeuten- Energetikern um gesund und vital alt zu werden“ geleitet habe. Alle hatten ein gänzlich anderes Bild davon, speziell was die Begriffe Seele und Geist anbelangt. In der Medizin ist die Seele nicht existent und Geist ist das was das Gehirn leistet. In der Psychotherapie wird der Begriff Seele synonym mit Psyche verwendet und bezieht sich auf Gefühlsregungen und Emotionen. Geist adressiert meist den Verstand. C.G Jung hat aber auch noch die geistige Ebene des Höheren Selbst, sowie kollektive, geistige Ebenen definiert. In der Energetik wird unter Seele die Essenz eines Menschen verstanden, ein vom Körper unabhängiges Informationsfeld, das ihn ausmacht und Geist als Bewusstsein bis hin zur universellen Energie, von der jeder Mensch ein Teil ist.

In jedem Fall drücken diese 3 Begriffe aus, wie man sich selber sieht und welche Möglichkeiten man anerkennt, um das Leben und den Körper zu steuern.

Daher möchte ich heute der Frage des Philosophen Richard David Precht nachgehen und euch mein energetisches Bild dazu zeigen.

Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?
Richard David Precht

Take away

  • Bevor man über Körper-Seele-Geist spricht: frag nach, was darunter verstanden wird

  • Die Beschäftigung mit den inneren Instanzen gehört zum Job im Alter

 

Photo by Josh Calabrese on Unsplash

 

DAS INNERES KERNTEAM

Das INNERE KERNTEAM ist für mich so etwas wie ein inneres Betreuer-Team, das in allen Lebenssituationen und Lebensphasen wegweisend ist. Der Körper ist gewisser Maßen das Boot im Foto, das von vielen inneren Instanzen gesteuert wird. Daher ist für mich die Auseinandersetzung mit ihnen so wichtig, weil sie unmittelbare physische Auswirkungen haben, die ganz besonders im Alter mehr und mehr sichtbar werden. Sie sind die „Hintermänner“ im Körper und haben das eigentliche Sagen.

Für all die folgenden Begriffe gibt es unendlich viele Deutungen. Daher nehme ich es pragmatisch und wähle Formulierungen, die es mir möglich machen zu erkennen, wer gerade das Sagen hat und wer was ändern kann. Dieses Bild über das INNERE KERNTEAM ist für mich über viele Jahrzehnte gewachsen und geht, wie Ihr sehen werdet, über die Begriffe Körper-Seele-Geist hinaus.

Zum Innere Kernteam gehören für mich:

  • Höheres Selbst      – der unsterbliche Eigentümer

  • Seele                       – der CEO & Zeitenwanderer

  • Innerer Coach        – der neutrale Beobachter

  • Verstand                 – der Denker, Planer & Erwachsene

  • Ego                          – das Selbstbild & der Selbstdarsteller

  • Inneres Kind           – die Lebensfreude & unterbewusste Programme

DAS INNERE KERNTEAM UND SEINE AUFGABEN IM ALTER

Höheres Selbst – der unsterbliche Eigentümer
Es ist unser ewiges ICH, eine zeitlich und räumlich unbegrenzte Kraft und verbunden mit allem, was ist. Nachdem es zu seiner Existenz keine wissenschaftliche Erklärung gibt und geben kann [2], liegt es mehr in der Vorstellung von jedem selbst, sich ein Bild vom Höchsten Selbst zu machen. Wenn wir uns in Ruhe und Einkehr diesem Höheren Selbst zuwenden, erhalten wir eine Weisheit, die viel umfassender ist als das, was wir in der materiellen Welt erleben oder über rationales Denken erfassen können. Alleine dadurch kommt eine Gefühl von Sicherheit, Verbundenheit und Geführt-Sein, das mithilft, Frieden und tiefe innere Liebe zu finden. Je älter wir werden, desto wichtiger scheint mir diese Ausrichtung.

Seele – der CEO & Zeitenwanderer
Wie oft sprechen wir von der Seele, ohne genau zu wissen, was wir damit meinen: „Mir liegt etwas auf der Seele. Du sprichst mir aus der Seele. Sich alles von der Seele reden. Den Seelenfrieden finden; ...“. Offensichtlich wissen wir alle, dass Etwas in uns ist, das eine besondere Stimme hat. Der Begriff selbst ist, wie ich oben bereits geschrieben habe, höchst unterschiedlich definiert bzw. anerkannt. Für mich ist die Seele der inkarnierte Anteil meines Höheren Selbst. Also ein Teil, der in dieser Welt Erfahrung machen möchte. Dazu bringt sie, ähnlich wie ein CEO, Lebensaufgabe und Bedingungen sowie Erfahrungen aus früheren Leben ein und sucht Ahnenlinien von Mutter und Vater, also meinen Körper im jetzigen Leben. Die Erfahrungen während dieses Lebens nimmt die Seele dann nach dem Tod mit.  Daher liegt für mich der Sinn des Lebens primär darin, Erfahrungen zu machen. So gesehen ist das Leben voll interessanter Entdeckungen für die Seele. Mit dem Tod verlässt sie den Körper und wechselt wieder in eine höhere Dimension. Wenn man sich mit der Seele beschäftigt (z.B. das Konzept des Seelenalters oder die Chakrenarbeit), bekommt man eine Vorstellung von der eigenen Lebensaufgabe. Und schon allein das Wissen um ihre Existenz und um unsere eigene spirituelle Dimension nimmt dem Tod den Aspekt des Endgültigen.

Innerer Coach – der neutrale Beobachter
Dieses Mitglied des Kernteams ist nicht so bekannt, hat aber aus meiner Sicht eine ganz wichtige Position. Es ist eine Art neutrale Instanz, die uns hilft, in schwierigen Situationen Abstand zu nehmen, sodass wir weniger emotional oder rational sondern weiser agieren.

Wenn wir emotional reagieren spulen wir blitzschnell alte Muster ab, auf die wir kaum Einfluss nehmen können und die nicht immer gut sind. Der Verstand andererseits setzt auf analytische, logische Ketten, ist dafür jedoch viel langsamer und auch nicht immer treffsicher. Der Innere Coach hingegen beobachtet die Situation aus einer übergeordneten, neutralen Position: Was läuft denn da gerade ab? Er spürt und sieht aus der Ruhe und Neutralität Zusammenhänge auf vielen Ebenen, auch außerhalb des Alltäglichen und Rationalen. Er schöpft aus unserem kreativen Potenzial um sich auszudrücken und das Ergebnis seiner Arbeit sind unmittelbare, klare Bilder oder Einsichten. Aus dieser Position sind ganz andere Lösungen möglich als der Verstand oder die Emotionen liefern können. Das verstehe ich unter weise.

Den Inneren Coach zu aktivieren ist eine reine Übungssache und je öfter man ihn befragt, desto weiser können wir agieren. Achtsamkeitsübungen helfen, diese Stärke auszubauen.

Verstand – der Denker & Planer, der Erwachsene
Auf wenig anderes sind wir so stolz wie auf unseren Verstand und unser Wissen. Von klein auf werden wir darauf getrimmt, dass viel Wissen und ein scharfer Verstand die höchsten Güter sind. Und so spielt sich unser Verstand oft als der Größte im Team auf - was er tatsächlich aber nicht ist! Die eigentliche Aufgabe des Verstandes ist es für Ordnung, Struktur und Orientierung zu sorgen. Er hilft uns beim Analysieren, planvollen Handeln, bei Vorsorge und beim Umsetzen. Er ist ein perfekter Buchhalter und Stratege, aber wenn es um spirituelle Themen geht, kommt der Verstand an seine Grenzen. Im Grunde bin ich ein großer Fan des Verstandes, habe aber in vielen Jahren Meditation gelernt, dass es Sinn macht, ihn immer wieder in die Schranken zu weisen und das Denken auszuschalten, um die anderen Teammitglieder stärker zu Wort kommen zu lassen.

Nach Umfragen in Deutschland hat jeder zweite Angst vor Demenz, also vor Verlust des Verstandes.[3] Alleine die Angst vor etwas kann bereits viele Einschränkungen auslösen, weil die energetische Versorgung dadurch blockiert wird. Das Bild und die Arbeit mit dem inneren Kernteam kann viel dazu beitragen, dass genau diese Angst verringert wird und das wiederum wirkt sich positiv auf unsere kognitiven Leistungen aus,

EGO – das Selbstbild & der Selbstdarsteller
Das EGO ist vermutlich das schwierigste Teammitglied, wenn es um die 2. Lebenshälfte und das Alter geht. Es sieht sich als das einzige ICH (was es ebenfalls nicht ist!) und bestimmt wie wir uns verhalten und fühlen. Der Alterungsprozess als solches und die Veränderungen des Körpers, der Schönheit, Fitness und Status treffen ein ausgeprägtes EGO besonders hart, weil es von Vergleichen lebt. Wenn es sich über Aussehen (Jugendlichkeit), Job, Vermögen oder Anerkennung definiert, braucht das Ego im Alter daher eine starke Anpassung, die nicht immer leicht ist. Kommt es damit nicht zurecht, ist es abwertend und kann so destruktiv gegen den eigenen Körper wirken.

Ich empfehle jedem, zu Beginn der Pension dem Ego besonders einfühlsame Beachtung zu schenken, damit es mit der neuen Situation besser zurecht kommt. Praktisch heißt das, sich ein positives Bild vom Alter zuzulegen und Vorbilder zu suchen, die das Neue verkörpern. Zusätzlich gilt es, sich mit der Frage auseinander zu setzen: Wer bin ich, wenn ich die bisherige berufliche Rolle nicht mehr habe oder den Sport nicht mehr machen kann, oder nicht mehr in Kleidergröße 36 passe, oder wenn ich das Bisherige nicht mehr machen oder haben kann?“  Kläre mit dem Ego welche Bedürfnisse jetzt wichtig sind und probiere auch Neues aus, das dein Ego positiv überrascht.

Inneres Kind – die Lebensfreude & unterbewusste Programme
Das Innere Kind steht symbolisch für zwei Persönlichkeitsaspekte: unsere kindliche Lebensfreude und die emotionalen Muster und Glaubenssätze, die wir als Kind aufgrund von unzähligen Reaktionen auf Erlebnisse im Unterbewusstsein abgespeichert haben.

 
 

Das glückliche Innere Kind ist voll kindlicher Neugier, Begeisterungsfähigkeit, Staunen, Lebendigkeit, Spontaneität, liebt Abenteuer und ist ganz im Hier und Jetzt. Diese Potenziale sind ein Leben lang in uns vorhanden und können jederzeit aktiviert werden. Genau dieses Innere Kind darf und soll jetzt, im Alter,  wieder intensiv zum Vorschein kommen. Daher widme Dich immer wieder den Fragen: Was löst im mir große Freude aus? Woran habe ich richtigen Spaß?  Und gib dem auch ausreichend Raum. (siehe Post: Abheben – Darum brauchen wir Vergnügen, Humor und Spaß)

 
 

Das Innere Kind hat aber auch negative Erfahrungen gemacht. Z.B hat es Ängste, Verletzungen und Zurückweisung erlebt oder vielleicht wurde die Sehnsucht nach Liebe, Anerkennung und bedingungsloser Annahme nicht gestillt. Ich spreche hier gar nicht von großen traumatischen Erlebnissen. Oft sind es die kleinen, wiederholten Situationen, die langfristig hängen bleiben, wie Streit, Spott anderer Kinder oder Angst vor Autoritätspersonen, um nur einige zu nennen!  Mit all dem musste das Kind zurechtkommen und hat sich zum Schutz bestimmte Verhaltensmuster zugelegt. Verletzte Innere Kinder drücken sich durch Traurigkeit, Angst, Frustration, Ärger, Neid, eventuell Aggression oder Abhängigkeiten aus.

Nach 5 oder 6 Jahrzehnten scheinen all diese früh angelegten Eigenschaften wie selbstverständlich zur eigenen Persönlichkeit zu gehören und werden unter dem Aspekt „Ich bin halt so!“ oft akzeptiert. Wir glauben zwar, wir reagieren rational und logisch, aber in Wirklichkeit ist es das Unterbewusstsein und damit auch das Innere Kind das wesentlich schneller reagiert, als der Verstand das kann.[4] Nur, mit 60Plus ist dieses Verhalten zumeist weder notwendig, noch sinnvoll. Auch ein negatives Selbstbild wie z.B.: „Ich bin nicht gut genug, Ich verdiene es nicht., Ich muss immer helfen!“  brauchen wir im Alter nicht mehr.

„Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit!“ [5]

Sowohl energetisch als auch psychologisch ist es möglich sich mit dem Inneren Kind zu befassen und sich von belastenden Mustern zu befreien, die im Alter nicht mehr sinnvoll und passend sind. Sich dafür Unterstützung zu suchen ist Prävention pur, denn anhaltende negative Emotionen sind Hauptverursacher von Krankheiten.

JOUR FIXE MIT DEM KERNTEAM

Alle inneren Teammitglieder arbeiten autonom und wirken permanent im Hintergrund. Im Grund brauchen wir uns nicht um sie zu kümmern. Aber wir können uns mit jedem einzelnen intensiv auseinander setzen. Je nachdem, was sich gerade im Alltag zeigt, kann z.B. Achtsamkeit den Inneren Coach auf den Plan rufen oder man sorgt für eine Korrektur für´s EGO, wenn man merkt, dass man sich selbst abwertet oder geht einem häufigen, emotionalen Trigger nach. All das ist allerdings keine einmalige Angelegenheit, sondern gehört viel mehr in einen Jour Fixe. So wie wir es im Beruf auch gewöhnt waren uns regelmäßig zu treffen und zu überlegen: „Was steht an? Was können wir besser machen? Wo geht´s weiter.“  Wenn wir uns auf die Team-Mitglieder einstellen, kommen ganz von selber neue Ideen, Bilder oder Botschaften – und der eigentliche Nutznießer ist der Körper und damit unsere Gesundheit. Nimm Dir also echt Zeit dafür - ich wünsch Dir schöne Jour Fixes!

Herzlichst
Helga

[1] PROJEKT MITEINANDEER – IDEE Initiative f. dynamische Persönlichkeitsentwicklung (2019-2021). https://www.idee.co.at/index.php/miteinander-statt-gegeneinander.html

[2i Johannes HUBER: Woher wir kommen. Wohin wir gehen. Die Erforschung der Ewigkeit. edition a 2018 (Seite 14)

 [3] Studie des Allensbach-Instituts im Auftrag des Centrums für Strategie und Höhere Führung (glh)- Jänner 2020 https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/demenz-kriegsangst-umfrage-sorgen-deutsche-100.html

[4] KAHNEMANN Daniel : Schnelles Danken – Langsames Denken; Siedler Verlag; München (2012)

[5] Dieser Satz wird sowohl Erich Kästner, als auch Milton Erickson, dem Begründer der modernen Hypnotherapie, zugesprochen

Entspannung³ gehört zum Repertoire!

Entspannung³ steht für mich für die Kombination von physischer, emotionaler und mentaler Entspannung, also tiefer innerer Ruhe auf allen Ebenen. Diese Entspannung ist eine Art, nichts zu tun, nichts zu denken und die ganze Geschäftigkeit und Aktivität für eine bestimmte Zeit loszulassen. Sie gehört meiner Meinung nach in unserer Zeit zu den wichtigsten persönlichen Tätigkeiten! In der aktuellen Situation, im Berufsalltag und ganz besonders im Alter. Letzteres mag paradox erscheinen, weil viel äußerer Stress wegfällt, aber wir müssen auch an den inneren Stress denken. Sorgen, Ängste, Anspannung, all das hört mit der Pension nicht auf, sondern wird manchmal auch unerwartet mehr. Sich also rechtzeitig Methoden anzueignen, um selbst immer wieder zu einer tiefen Ruhe zu kommen, gehört aus meiner Sicht zu den Basistätigkeiten, etwa wie Zähneputzen und Bewegung machen.

Take away

  • Entspannung³ - Das sollte jede und jeder richtig gut können!

  • Methoden um Stress aktiv loslassen zu können gehören auch zum Repertoire im Alter

  • Zwei Übungen für die schnelle und die tägliche Entspannung³

 

Photo by Juan chavez on Unsplash

 

ENTSPANNUNG³ – SO WICHTIG WIE NOCH NIE

Ursprünglich wollte ich nur einen Beitrag über Entspannung im Alter schreiben. Nach zwei Jahre Corona und in der ganz aktuellen, politisch turbulente Zeit, gibt es aber so unglaublich viele Spannungen in der Welt (sensitive Menschen spüren das sogar körperlich), dass Entspannung für alle ein Thema ist.

Entspannung³ bedeutet für mich neben der Lockerung der muskulären Anspannung, dem Erholen, dem ruhiger werden, dem „aus-der-Gedankenspirale-aussteigen“ auch, dass wir uns nur in diesem Zustand gut mit Energie aufladen können. Es ist eine gute Möglichkeit, das eigene Energiesystem aufzufüllen, auszubalancieren und zu sich selbst zu finden ohne äußeren Ansprüchen folgen zu müssen. Nur in einem entspannten Zustand sind wir auch in der Lage gute Entscheidungen zu treffen.

ENTSPANNUNG3 AUCH UND GERADE IM ALTER

Für alle, die voll im Berufsleben stehen, mag es merkwürdig sein über Entspannung im Alter zusprechen. Die Pension scheint doch genau die Zeit zu sein, wo aller Stress und ein Großteil der Verantwortung mit einem Schlag wegfällt (z.B. keine Budget-, Projekt- oder Aufgabenverantwortung beruflicherseits, aber auch auf privater Seite z.B. für Kinder, die meist schon selbständig oder sogar aus dem Haus sind). Und ja natürlich, dieser Stress, in einem System funktionieren zu müssen, ist weg und für viele stellt sich eine große Erleichterung ein. Eine Freundin hat das so gut beschrieben: „Der erste Tag in der Pension fühlt sich an wie Freiheit pur.“ Für andere allerdings bedeutet gerade das enormen Stress.

Neben diesem äußeren Stress, gibt es aber immer noch den inneren Druck und der ist nicht weniger bedeutsam und kann im Alter auch noch ansteigen. Aus meiner Sicht gibt es dazu drei Aspekte:

1.      Die Gewohnheit – Unser Körper und unser energetisches System sind über Jahrzehnte mit Stresshormonen „gedopt“ worden und suchen verzweifelt nach dem bekannten Gefühl.
Es kann aber auch sein, dass man aufgrund der vielen Aktivitäten bisher gar nicht bemerkt hat, wie angespannt man tatsächlich war. Das war schlicht der normale Grundzustand!
So beginnen manche in der Pension hyperaktiv zu werden und nicht selten hört man: „Keine Zeit!“ Wenn man diese Körpergewohnheit zu Beginn der Pension nicht auflöst, gibt es auch im Alter überall Stressoren, mit denen man das Gefühl im Körper aufrecht erhalten kann. So höre ich immer wieder von Jüngeren: „Worüber ihr euch alles aufregt?!“

2.     Neue Stressoren – Ich bemerke an mir und an vielen Bekannten, dass in dieser neuen Lebensphase völlig neue Stressoren auftauchen können, wie z.B. plötzliche Krankheit (allein eine Diagnose kann den Stress-Pegel in ungeahntem Ausmaß nach oben schießen lassen!), Veränderungen, Verluste oder Konflikte, aber auch die Angst vor dem Sterben. All das bekommt einen Stellenwert, den es bisher noch nicht gab!

Kollektive Stressoren – Die Anspannungen der letzten Jahre, und ganz besonders die aktuelle politische Situation, wirken sich auf uns alle aus und selbst den ruhigsten und ausgeglichensten Menschen fällt es oft sehr schwer, sich der allgemeinen Angst zu entziehen.

WAS BEDEUTET KONTINUIERLICHER INNERER STRESS FÜR UNS?

Innerer Stress hat, wie kaum etwas anderes, einen Einfluss auf unsere Gesundheit und er engt unsere Sichtweisen ein. Wenn wir also die Jahre vor uns gesund, offen und positiv erleben wollen, gehört ein gutes Stressmanagement spätestens ab Tag 1 der Pension dazu!

Körperlichen Stress merkt man sehr deutlich an den Muskeln und zeigt sich auch über die Körperhaltung. Erinnert Ihr Euch noch an den Post: Gute Haltung ist besser als Botox!  Beim Zwiebelschneiden habe ich bemerkt, wie ich die Schultern hinaufziehe und völlig angespannt dastehe, ohne mir bewusst zu sein warum eigentlich.

Emotionaler Stress und negative Gedanken lösen chemische Prozesse in unserem Körper aus. Wenn die lange anhalten zeigen sie sich früher oder später als Symptome.

Energetisch gesehen verhindert Stress, dass wir ausreichend Lebensenergie aufnehmen!

30-TAGE-FOKUS AUF ENTSPANNUNG

Vor einem Monat habe ich begonnen, sehr konsequent auf meinen Stresspegel zu achten. Ich habe täglich etwa 30 Minuten meditiert mit der Intention, auf allen Ebenen innerlich zur Ruhe zu kommen und frische Energie durch meinen Körper strömen zu lassen. Ich habe dabei gesehen, dass sich immer noch früher gewohnter Anspannung zeigt, aber insbesondere aktuell neue Anspannung dazu kommt. Und das, obwohl ich bereits mit 25 erstmals Autogenes Training gelernt habe und in den letzten 20 Jahren viel meditiert habe. Es ist daher egal, wie erfahren man mit Meditation ist, Entspannungsmethoden für alten und neuen Stress sollten zur täglichen Praxis gehören, wie Duschen und Zähneputzen. Man duscht ja auch nicht immer nur dann, wenn alle rundherum schon sagen, „Du riechst ein bissl streng!“ :)

ENTSPANNUNG³ GEHÖRT ZUM REPERTOIRE IM ALTER

Für viele besteht Entspannung darin ein gutes Buch lesen, ein gutes Glas Wein zu trinken, einen Spaziergang oder Sport zu machen. Das ist wunderbar, keine Frage! Ich glaube aber, dass es zusätzliche Methoden braucht, um akuten oder auch lang andauernden Stress aktiv aufzulösen.  

Ich stelle Dir hier zwei meiner bewährten Methoden vor, es gibt aber natürlich sehr viel mehr. Such Dir eine Methode aus, die sich für Deine tägliche Praxis gut eignet und die Du gerne machst. Damit Du ein Gefühl für die Wirksamkeit der Methoden bekommst, kannst Du vor und nach der Übung deinen aktuellen Stresslevel einschätzen, indem Du - ohne viel nachzudenken - nachspürst, wo Du auf einer Skala von 1-10 gerade stehst (1 ist total entspannt und 10 bedeutet totaler Stress).  

Herzfokussiertes Atmen (Quick Coherence)[i]
Stressige Emotionen erzeugen ein chaotisches Muster der Herzfrequenzvariabilität, das sich im Körper und im gesamten Energiefeld des Herzens ausbreitet. Alle Zellen sind davon beeinflusst! Durch diese Atemübung kann man schnell einen sogenannte, kohärenten (harmonischen) Herzrhythmus hervorrufen, der nach innen und außen Ruhe ausstrahlt.

 

HeartMath [2]

 

2 bis 5 Minuten dieser Übung reichen meist schon und mit etwas Übung kannst Du das sogar mit offenen Augen machen - wann immer dir danach ist.

  1. Richte deine Aufmerksamkeit auf deine Herzgegend. Versuche dir vorzustellen, dass die Energie von deinem Kopf in dein Herz hinunterfließt.

  2. Stelle dir vor, wie dein Atem in und aus deinem Herzbereich und deinem Herzen ein- und ausströmt. Atme etwas langsamer und tiefer als gewöhnlich und finde einen Atemrhythmus, der für Dich angenehm ist.

  3. Denke jetzt an etwas richtig Schönes, das Du mit einem positivem Gefühl (wie Liebe, Sicherheit, Freiheit ...) verbindest. Das kann eine Person sein, eine Situation, ein Moment in der Natur... Lass nun einfach dieses Gefühl durch deinen ganzen Körper strömen während du weiter durch das Herz ein- und ausatmest.

Entspannung³ -Meditation

Entspannung kann man nicht erzwingen, das geht einfach nicht.. Ebenso kann man sich ja auch nicht zwingen nicht zu denken. Und man kann Entspannung auch nicht einfach anschalten. Es ist etwas, dem man sich hingibt und dem man Raum gibt um sich auszubreiten.

Ich habe für Euch eine Meditation aufgenommen, die etwa 15 Minuten dauert und ich lade euch ein, mit mir eine Reise zur inneren Ruhe und zum Aufladen mit frischer Energie zu machen.

 
 

Love 2.0 - micromoments of love

Wenn es um Liebe geht, haben wir alle unsere eigenen Vorstellungen und Erfahrungen und trotzdem gibt es immer noch mehr, was man für das größte aller Gefühle tun kann. Neben Selbstliebe ist es natürlich die Liebe zu unseren Partnern und Kindern, die immer wieder eine Auffrischung brauchen kann, ganz besonders, wenn sich mit der Pension und im Alter so vieles verändert.

In diesem Post stelle ich Euch daher einen völlig neuen Blickwinkel der Liebe vor, den die Expertin für positive Psychologie, Barbara Fredrickson, in ihrem Buch LOVE 2.0 beschreibt. Aus ihrer Forschung zeigt sich, dass der Körper Liebe als Mikromomente der Wärme und Verbundenheit wahrnimmt. Die positiven Auswirkung dieser Momente auf unsere gesamte Körperchemie sind genauso wichtig, wie gutes Essen und saubere Luft - und natürlich besonders wenn wir älter werden.

Take away

  • Buchempfehlung: Love 2.0 oder Die Macht der Liebe

  • Mikromomente der Liebe entstehen durch „Positivitätsresonanz

  • Das ist das Minimum: 3 Mikromomente der Liebe jeden Tag

 
 

DIE LIEBE ÄNDERT SICH  MIT DEM ALTER?

Vor kurzem war Valentinstag, das Fest der Liebe, von dem ich immer, etwas abfällig, geglaubt habe, das es nur eine kommerzielle, importierte Idee der letzten Jahrzehnte ist. Aber nein, das Fest der Liebe am 14. Februar hat eine jahrhundertelange Tradition und wurde bereits im 19. Jahrhundert umfangreich gefeiert!

Mich hat dieser Valentinstag nun angeregt, über das Thema Liebe im Alter nachzudenken. Denn mit dem Schritt in die Pension verändern sich meistens auch die Beziehungen: man ist viel mehr zusammen, die Kinder sind aus dem Haus und selbständig, es gibt neue Aufgaben für jeden, die Romantik ist nicht mehr neu, viel Selbstverständliches hat sich eingeschlichen und möglicherweise haben auch körperliche Probleme Einschränkungen mit sich gebracht, in jedem Fall gibt es Veränderungen. Daher muss man sich auch in der besten Beziehung in den kommenden 30-40 Jahren teilweise immer wieder neu (er)finden. Gilt das auch für die Liebe?

Egal, wo man sich auf der Liebesskala befindet, von Liebe können wir nicht genug haben. Denn Liebe ist für uns Menschen mindestens so wichtig wie Sonnenlicht, Sauerstoff und gutes Essen und wichtiger als alle anderen positiven Emotionen. Die Liebe, die wir erfahren oder nicht erfahren, ändert unsere Zellarchitektur und damit unsere körperliche Gesundheit, Vitalität und Wohlbefinden. Love 2.0 ist also angesagt!

EIN NEUER BLICK AUF DIE LIEBE

LOVE 2.0 - Creating Happiness and Health in Moments of Connection[1] ist  der englische Titel eines Buches von Barbara Fredrickson, führende Wissenschaftlerin im Bereich Positive Psychologie, das mir in diesem Zusammenhang besonders gefällt und das ich Euch deshalb kurz vorstellen möchte. Die deutsche Fassung heißt: Die Macht der Liebe – ein neuer Blick auf das größte Gefühl.

Wenn wir an LIEBE denken haben wir alle unsere eigenen inneren Bilder, Gefühle und viele Erfahrungen dazu. Oft wird sie verbunden mit einer oder mehreren Personen, mit Romantik, Heirat, sexuellem Verlangen, mit Kindern, Enkeln manchmal auch Tieren und anderen. Sie kommt aber auch mit den Assoziationen von zusammengehören, geborgen sein, vertraut sein, dauerhaft, bedingungslos und manch anderem daher. Und oft wird sie im anderen gesucht und man kann sie demnach auch verlieren.

Wir definieren Liebe also für uns auf vielfältigste Weise, aber unser Körper kennt nur eine einzige Form von Liebe, die er  erlebt und braucht:

Die Liebe ist für unseren Körper
der Mikromoment von Wärme und Verbundenheit,
wenn wir mit einem anderen Menschen ein positives Gefühl teilen
und uns dadurch in Resonanz und tief verbunden fühlen.

 MIKROMOMENTE DER LIEBE

Das Buch beschreibt Liebe als ein erneuerbares Gefühl, das weniger mit Romantik umso mehr aber mit Biochemie und dem bewussten Umgang miteinander zu tun hat. Diese Momente tiefer, inniger Verbindung, die primär über den Augenkontakt gehen, kann man unabhängig vom Bekanntheitsgrad der Person erleben: „Ob Du Deinem Liebsten zärtlich in die Augen siehst oder mit dem Busfahrer oder der Verkäuferin Blicke austauschen, um Dich freundlich über eine Aktion zu verständigen, ist im Prinzip gleich.“

Das finde ich schon spannend, denn das Gefühl von Liebe habe ich in Interaktionen, etwa mit unserem Briefträger, noch nie gefühlt ……

Das Prinzip aber begeistert mich, nämlich, dass man das Gefühl „Liebe“ auf vielfältige Weise erzeugen kann und nicht alles z.B. vom Glück abhängt, den einzigen, wahren Partner gefunden zu haben!

Für diese Mikromomente muss es drei Dinge gleichzeitig geben und vor allen, dass man sich rundum sicher fühlt. Denn Liebe braucht Sicherheit!

  1. Man teilt eine positive Emotion mit einem anderen Menschen (das kann vieles sein, ein gemeinsames schönes Erlebnis, Dankbarkeit, Interesse, Inspiration... ) und tauscht liebevolle Blicke …

  2. … mit aufrichtigem Interesse am anderen, tiefem gegenseitigem Verständnis, Wärme, Mitgefühl und Fürsorge.

  3. Und genau daraus entsteht eine sogenannte Synchronie zwischen beiden, ein Gefühl von EINS sein. Die Gehirnwellen und Herzfrequenz laufen synchron und das das Liebeshormon Oxytocin wird produziert,

All das zusammen nennt Barbara Fredrickson die Positivitätsresonanz. Diese Resonanz positiver Energie geht hin und her und erzeugt so etwas wie elektrische Spannung. Diese Momente sind energiespendend und davon profitiert unser Körper. Mit jedem weiteren Mikromoment empfinden wir immer ähnlicher, wir harmonisieren miteinander, fühlen synchron.

WAS BRINGT DAS IN LANGJÄHRIGEN BEZIEHUNGEN?

Dieser neue Blick auf die Liebe ist sehr materiell und erklärt uns die chemischen Prozesse. Obwohl ich jemand bin, der eher die energetischen und spirituellen Aspekte sucht, spricht mich dieser neue Ansatz sehr an, weil er das große Thema Liebe auch auf etwas reduziert, was man selber leicht machen kann.

Die Idee, Liebe so in den Alltag zu bringen und damit z.B. auch eine 20, 30 oder 40 jährige Beziehung zu beleben, finde ich ziemlich genial. Ich habe mich oft gefragt, warum die Beziehung zu meinem Mann in der Pension so eine positiven Richtung genommen hat und so intensiv geworden ist.  Wahrscheinlich machen wir genau das intuitiv: Wir sammeln Micromoments of Love – jeden Tag! Und die viele gemeinsame Zeit macht das klarerweise leichter möglich als früher.

Als ich dieses Buch gelesen habe, wurde mir das nur noch deutlicher bewusst und mir wurde klar, dass diese Momente nicht einfach nur nett und schön sind, sondern eine besondere Bedeutung haben. Die Liebe (auch) als Positivtätsresonanz zu sehen motiviert mich, meinen Mann häufiger zu umarmen, ihm lächelnd in die Augen zu sehen, es erinnert mich dran, die vielen kleinen gegenseitigen Gesten nicht selbstverständlich zu nehmen.  Und vor allem auch die gemeinsamen Momente von Vergnügen, Spaß und Humor, um die es im letzten Post gegangen ist, bewusst zu feiern. Aber das stärkste Hindernis, diese Liebesmomente zu erfahren, liegt im sogenannten Kokon-Verhalten (Cocooning), wenn man sich in sich selbst vergräbt - das kann auch „Abtauchen in elektronische Medien“ sein - und nach außen abschottet.

Daher empfehle ich eine Bestandsaufnahme:

  • Welche Momente von Warmherzigkeit und Wohlwollen mit dem Gefühl von Positivitätsresonanz hast du in letzter Zeit erlebt?

  • Wie viele solche Mikromomente der Liebe gab´s mit deinem Partner/Partnerin tagtäglich?

  • Wie viele Mikromomente der Liebe gab´s mit anderen tagtäglich?

MEHR LIEBE IM ALLTAG!

Ich glaube, das Kreieren von Mikromomenten der Liebe ist ganz entscheidend für eine Partnerschaft, in der man gemeinsam älter wird. Und ich empfehle daher, mindestens 3 Gelegenheiten jeden Tag „beim Schopf“ zu packen, in denen man sich mit dem Partner/Partnerin auf diese Weise verbindet – mit Warmherzigkeit, Respekt und Wohlwollen.

Das Schöne an dem Konzept liegt für mich auch darin, diese Mikromomente mit vielen anderen Menschen erleben zu können und sie sind nicht weniger wichtig. Das war, in dieser Deutlichkeit, neu für mich. und ich bin gerade dabei, das mehr und mehr auszuprobieren.

In diesem Sinne, und ganz besonders weil gerade Valentinstag war, wünsche ich Euch viele belebende Mikromomente der Liebe.

Herzlichst
Helga

 

[1] Barbara Fredrickson: Love 2.0 Finding Happiness and Health in Moments of Connection 2013,

Deutsche Ausgabe: Die Macht der Liebe – ein neuer Blick auf das größte Gefühl; Campus 2013

Darum brauchen wir Vergnügen, Humor und Spaß!

Die vergangenen beiden Jahre haben in vielerlei Hinsicht eine Menge Einschränkungen und Schwere gebracht. Wir sind einem Trommelfeuer negativer Nachrichten und Erfahrungen ausgesetzt gewesen und es ist höchste Zeit, meine ich, den Fokus nicht nur auf Fallzahlen und einzelne Maßnahmen zu legen. Wir müssen vor allem aus dem Feld der Angst und der Sorgen aussteigen und unsere innere Zuversicht für neue Wege finden.

Mir fallen dazu zwei Ansatzpunkte ein. Erstens, immer wieder für Entspannung zu sorgen, selbst oder gerade wenn der Stress besonders hoch ist. Und zweitens, sich immer wieder aus negativem aktuellen Geschehen herauszuheben und die Säule VERGNÜGEN mit Momenten von Freude, Spaß und Begeisterung bewusst zu stärken. Und für uns Senioren gilt ja sowieso: Schönes Neues und Begeisterung halten jung.

Take away

  • Energie folgt der Aufmerksamkeit!

  • Es gib eine Biochemie des Vergnügens

  • Sich aus negativen, kollektiven Feldern bewusst herausnehmen und für Spaß und Lachen sorgen

 

Foto: Helga Pražak

 

WIR HABEN EINE PANDEMIE DER NEGATIVEN EMOTIONEN

Ich weiß natürlich nicht, wie es jedem von Euch in den letzten zwei Jahren ergangen ist. Mir erscheint diese Zeit jedenfalls sehr angespannt und - energetisch gesprochen – geprägt von einem starken Feld kollektiver Angst. Das merke ich einerseits in vielen Gesprächen. Und andererseits schüren verschiedenen Medien diese Angst auf unglaubliche Art und Weise - statt für Zuversicht und Neuausrichtung zu sorgen. Um mit Hans Rosling[i], Professor für internationale Gesundheit, zu sprechen, sie bedienen unseren Instinkt nach Negativität, also unsere Neigung das Schlechte intensiver wahrzunehmen als das Gute. Welche guten Nachrichten hast Du in der letzten Woche oder im letzten Monat gehört? Und wenn ja, wie intensiv hast du sie wahrgenommen?

Wenn wir uns anschauen, was Angst, Wut und Aggression mit dem Energiefeld jedes und jeder Einzelnen anstellt, dann haben wir nicht nur eine Corona-Pandemie, sondern auch eine Pandemie der negativen Emotionen und die wird überhaupt nicht adressiert. Obwohl selbst die Wissenschaft weiß, dass Körper und Geist keinesfalls zu trennen sind und negative Emotionen die Abwehrkräfte reduzieren und Ursache vieler Krankheiten sind.

WENN DIE ZUKUNFT POSITIV SEIN SOLL MÜSSEN WIR EINE POSITIVE EINSTELLUNG HABEN

Es ist wirklich nicht einfach, sich in einem kollektiven Umfeld voll Angst, Niedergeschlagenheit, Wut u. v. m zu entspannen und sich auf Momente des Glücks oder der Freude zu konzentrieren und eine positive Grundhaltung zu bewahren. Und wenn man das macht, wirkt es manchmal auf andere so, als würde man sich der allgemeinen Lage nicht bewusst sein und die Augen verschließen vor dem, was passiert (wie oft habe ich das selbst gehört!).

Wenn wir aber unsere Zukunft positiv gestalten wollen, müssen wir das auch positiv angehen. In diesem Zusammenhang passt der Kernsatz der Energetik perfekt:

Energie folgt der Aufmerksamkeit!
Das, worauf Du Deine Aufmerksamkeit richtest,
wird größer und stärker. 

Wenn unsere Aufmerksamkeit dem Negativen und seinen Auswirkungen gewidmet ist, werden diese wachsen – das können wir doch nicht wirklich ernsthaft wollen!

Ich glaube daher, jetzt ist jeder Einzelne gefordert, aktiv für eine positive Ausrichtung zu sorgen. Und daher habe ich für mich beschlossen, mich nach zwei spaßreduzierten Jahren bewusst der Säule VERGNÜGEN zuzuwenden. Ihr kennt vermutlich meine 5 SÄULEN für ein vitales und glückliches Alter schon, also Gesundheit-Sinn-Liebe-Vergnügen-Ressourcen. Und diese gelten natürlich nicht nur für das Alter :). Auf welcher Säule liegt für Euch gerade der Fokus?

VERGNÜGEN HÄLT GESUND

Meine Säule VERGNÜGEN beinhaltet alles, was mit Spaß, Humor, Erholung, Schönem und Neuem zusammenhängt. Etwa überraschende Erlebnisse, die einen zum Lachen bringen oder gute neue Erfahrungen, die unseren Geist anregen.

Das Leben ist nicht dazu da,
mit einer Maske der Niedergeschlagenheit gelebt zu werden.

Was würde Dir jetzt oder in nächster Zeit Freude machen? Denk dabei auch kleine Dinge, wie zum Beispiel Freunde zu einem Spieleabend einzuladen, die Tür zu öffnen und die Winterluft zu spüren, Deine Lieblingsmusik so laut zu hören, dass Dein Körper sich dazu ganz automatisch bewegen möchte? Oder such Dir bewusst etwas aus, was Du noch nie gemacht hast, damit Du nicht in ein Lamento fällst, weil das, was Du vor Corona gerne gemacht hast, jetzt vielleicht (noch) nicht möglich ist.

Was bringt Dich zum Lachen? Wisst Ihr eigentlich, dass Lachen nachgewiesene körperliche Vorteile bringt? Nach Dr. Chrstiane Northrup (Gynäkologin und Autorin von Goddesses never age) zählen dazu die Senkung des Blutdrucks, die Stärkung des Immunsystems, die Verringerung von Entzündungen, die Verbesserung des Gedächtnisses und des Kreislaufs sowie eine bessere Sauerstoffversorgung des Blutes. Lachen lindert auch Schmerzen, indem es die Beta-Endorphine, die Wohlfühl-Neurotransmitter, erhöht. Tiefes Lachen aus dem Bauch heraus überflutet uns mit Stickstoffmonoxid (NO). Das Gefühl, dass Stickstoffmonoxid freigesetzt wird, dauert oft nur kurze Zeit, aber es sind wunderbare Sekunden! Und es setzt eine Wirkungskette anderer Wohlfühlchemikalien im Körper in Gang. Es gibt also so etwas wie “Die Biochemie des Vergnügens“. [ii]

Scheu Dich daher nicht, Vergnügen an die Spitze Deiner To-Do Liste zu setzen! Spaß zu haben ist gesund. Es ist auch das, was uns alterslos hält. Lachen erhöht Deine Schwingung. Und sollte sich nichts anderes anbieten, dann schau Dir ein YouTube Video von lachenden Leuten oder Babys an, das ist ansteckend und wirkt immer.

Humor ist im Vergleich zu Spaß weniger laut, aber nicht weniger effektiv. Für mich bedeutet Humor, den Unzulänglichkeiten und den alltäglichen Schwierigkeiten und Missgeschicken mit heiterer Gelassenheit zu begegnen, vor allem, wenn man daran nichts ändern kann. Jedenfalls kann man sich von humorvollen Geschichten anstecken lassen und so auch über absurde Momente schmunzeln. Das wäre schon einmal ein sehr guter Anfang, denke ich.

Wir können uns also immer wieder vor Augen halten: Vergnügen zu erleben ist auch entscheidend für die Gesundheit. Es ist ein Geschenk an uns selbst und an die Menschen um uns herum.

 
 

EINMAL RICHTIG ABHEBEN!

Zum Vergnügen zählen für mich auch Interessantes und Neues zu erleben. Gleich zu Jahresbeginn wollte ich genau das tun und Abheben und zwar im wörtlichen Sinn. Daher habe ich meinen Mann und meinen Sohn eingeladen mit mir „Fliegen“ zu gehen - abzuheben beim Indoor Skydiving. Für mich lag darin sowohl der Kick des Neuen, etwas, was ein bisschen über meine Komfortzone hinausgeht zu erleben, aber besonders auch mit meinen beiden Männer etwas gemeinsam zu erleben und gemeinsam Spaß zu haben. Und ja, es hat sich voll ausgezahlt! Ein wirklich eindrucksvolles Erlebnis im Windkanal bei 200 km/h zu fliegen und zu erfahren, wie bereits jede minimale Bewegung Auswirkungen hat.

Für mich hat dieses Abheben und Fliegen aber auch einen symbolischen Charakter für dieses Jahr. Es geht mir genau darum mehr solcher Momente zu finden, die einen aus dem Alltag herausreißen. Und natürlich muss es nicht immer so spektakulär sein! Es ist für mich aber auch Symbol dafür, im Strom der Entwicklung immer eine stabile Position zu finden und den Aufwind zu nutzen. Wichtig ist dabei die Haltung, sowohl die innere als auch die äußere, und die muss man natürlich halt immer wieder nachjustieren.

Dieses Erlebnis war für mich ein sehr guter Jahresauftakt und ich bin schon gespannt, was dieses Jahr an Vergnügen und schönem Neuen noch kommt.

Herzlichst
Helga


[i] [i] Hans Rosling: Factfulness: Wie wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist | Der Bestseller zum Erreichen einer offenen Geisteshaltung für Ansichten und Urteile, die nur auf soliden Fakten basieren (2019)

[ii] Dr. Christiane Northrup, Goddesses never age. Hay House Inc. 2015

 

let’s celebrate!

FEIERE DICH SELBST! – GEBURTSTAGE SIND EIN PERFEKTER ANLASS FÜR SELBSTLIEBE

Bei mir steht gerade wieder ein Geburtstag an, deshalb will ich mich heute intensiver mit diesem Thema befassen. Was feiere ich eigentlich und warum? Ist Euch aufgefallen, dass im Alter Geburtstag scheinbar in viel kürzeren Abständen stattfindet als früher? Als Kind haben wir endlos darauf gewartet, aber jetzt scheint er „alle paar Monate“ vor der Türe zu stehen und erinnert uns an unser Alter! Und das sollen wir feiern?

Je mehr ich in dieses Thema eingetaucht bin, desto klarer ist mir geworden, dass Geburtstag feiern neben allen fröhlichen Aspekten insbesondere ein Akt der Selbstliebe ist. Eine besondere Möglichkeit sich selbst und das eigene Leben zu schätzen. Und weil wir davon nicht genug bekommen können, findet Ihr in diesem Post auch 4 Ideen, was man dafür machen kann. LET´S CELEBRATE!

Take away

  • Man ist nie zu alt oder zu jung um ausgiebig Geburtstag zu feiern

  • Geburtstag ist ein Fest der Selbstliebe

  • Schenk Dir selbst eine Geburtstagsglückwunschkarte

 

Photo by Morgan Lane on Unsplash

 

WAS BEDEUTET GEBURTSTAG FÜR DICH?

  • Gehört ihr zu denen, die gerne Geburtstag feiern oder zu denen, die ihn nicht feiern und warum?

  • Was bedeutet Geburtstag für Euch?

  • Wie wichtig ist er?

Ich finde, Geburtstage sind das persönlichste überhaupt und niemand hat einem vorzuschreiben, wie man das feiert - oder auch nicht.

Wenn ich allerdings die Bedeutung, die Geburtstage im Lauf des Lebens haben und wie sie gefeiert werden, näher betrachte, fällt mir eine Art U-Kurve auf, ähnlich der U-Kurve des Glücks. Als Kind ist er ganz wichtig (am Anfang besonders auch für die Eltern), dann kommt die Partyzeit, das Abhängen mit Freunden, dann rückt er immer weiter in den Hintergrund, wird manchmal fast vergessen, bis er oft erst in höherem Alter wieder wichtig wird. Wenn es nicht gerade ein „runder Geburtstag“ ist, dann spielt sich bei vielen „jungen Alten“ zum Geburtstag nicht gerade viel ab.

„Runde Geburtstage“ sind überhaupt eine eigene Sache. Irgendwie spürt man, dass es etwas Besonderes ist, eine neue Lebens-Dekade zu betreten, auch wenn sich im Außen objektiv meistens nichts ändert. Manche feiern sie im großen Stil, egal um welche Dekade es sich handelt und andere lassen ihn am liebsten völlig links liegen und übergehen ihn gekonnt und einige schließlich bekommen richtig Panik. Fast immer jedoch erwarten Freunde und Familie, dass man ihn groß feiert und man muss erklären warum oder warum man nicht feiern will. Ich gehöre zu denen, die immer gerne feiern, ganz besonders diese runden Geburtstage.

Ich erinnere mich noch an frühere Zeiten, in denen einige „feine Damen“ ihren Geburtstag absolut nicht feiern wollten, damit niemand ihr richtiges Alter kannte. Aber dieser Aspekt ist, Gott sei Dank, mit dem neuen Altersbewusstsein praktisch verschwunden. Unter dem Slogan „60 ist das neue 50 oder 70 das neue 60!“ sind wir inzwischen stolz auf unsere Jahre und Frische. Daher, ganz ehrlich, wenn es etwas zu feiern gibt, dann genau das: nämlich dass wir älter werden!

Eine Freundin hat mir folgende super Idee für diesen Post gegeben:

“Altern heißt sich über sich selbst klar werden.“ (Simone de Beauvoir),
Ist es nicht wunderbar, dass jeder Geburtstag uns dem eigenen Ich immer näher bringt und damit zu den Wünschen und Sehnsüchten, die es noch zu leben gilt?

Wie ist das mit dem besonderen Zauber, der den Geburtstag früher ausmachte? Ich glaube es liegt daran, dass wir von klein an erlebt haben, dass an diesem Tag etwas anders ist - im Idealfall man mehr Beachtung bekam - ganz abgesehen von Geschenken und Überraschungen. Auch heute noch ist Geburtstag wohl der einzige Tag, an dem wir, voll akzeptiert von allen, egoistisch sagen können wie und was wir haben wollen und was uns glücklich macht? Wenn das kein Grund ist, genau das zu tun?!

Man ist nie zu alt für einen schönen Geburtstag!

ICH LIEBE MEINEN GEBURTSTAG

Mein Geburtstag fällt in den Jänner, also einerseits in eine Zeit, in der alle von den vielen Feiertagen schon etwas müde sind, aber er fällt andererseits auch in den Fasching und das gibt viele Möglichkeiten zum Feiern. Als ich klein war, gab es daher immer ein Faschingsfest. Diese schönen Erinnerungen motivieren mich bis heute, dass ich mich jedes Jahr wieder auf diesen Tag freue und häufig auch ordentlich feiere. Wie froh bin ich heute immer noch, dass wir unmittelbar vor der Corona-Krise genau das gemacht haben. Diese Erlebnisse nimmt einem keiner mehr!

Irgendwann ist mir klar geworden, dass es nicht nur darum geht von den anderen gefeiert zu werden, und dass andere den Geburtstag für mich gestalten, sondern dass es darum geht mich selbst und mein Leben zu würdigen! Und das ganz besonders auch dann, wenn es nicht gerade so super läuft.

Seit damals ist der schönste Moment an meinem Geburtstag das Aufwachen am Morgen. Denn der erste Gedanke ist: „Das ist mein Tag, mein ganz persönlicher Feiertag und den genieße ich in vollen Zügen!“  An diesem Tag nehme ich mir heraus, nur Schönes zu fühlen und möglichst auch zu machen. Soweit es geht verdränge alles, was gerade nicht so gut läuft. Ich freue mich über alle Geburtstagswünsche und die Liebe von meiner Familie, über all die Überraschungen, die sie für mich vorbereiten, über jeden Anruf, jede SMS und auch, dass so viele Freunde und Bekannte an mich denken!  

UNS SELBST ZU FEIERN HEISST, UNS SELBST ZU LIEBEN!

Uns selbst zu feiern hat viel mit Selbstliebe zu tun und genau das ist oft nicht so leicht. Zu oft haben wir gelernt, uns an anderen zu orientieren und nicht die eigenen Wünsche und Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellen zu dürfen. Mich selbst zu lieben hingegen heißt: mich mit allen Stärken und Schwächen anzunehmen, den eigenen Wert zu erkennen, mich zu loben, zu trösten und zu verwöhnen, auf die eigenen Bedürfnisse einzugehen und liebevoll mit mir selbst umzugehen, dankbar sein für das, was ich kann und habe. Wer sich selbst liebt behandelt sich selbst in der Regel gut, nimmt Rücksicht auf andere, erlebt mentale Freiheit und versprüht Ausstrahlung. Es ist die positive Zuwendung zu der wichtigsten Person in unserem Leben - dem eigenen Ich.

Selbstliebe braucht keine „Likes“ von anderen!
Die einzig wichtigen „Likes“ sind die, die ich mir selber gebe!

Selbstliebe ist etwas, das wir im Grunde permanent haben sollte. Aber ehrlich, ich kenne niemanden, mich eingeschlossen, der das immer kann. Daher sind Eckdaten, wie ein Geburtstag, ein guter Anlass sich das wieder vor Augen zu führen und „hochzufahren“.

Meine Ideen für Selbstliebe zum Geburtstag

1.      Was haltest Du von einer Geburtstags-Glückwunschkarte an dich selbst? Wenn Dir nicht einfällt, was Du Dir schreiben kannst, denke einfach, was Du deiner besten Freundin/deinem besten Freund gerne schreiben würdest. Und wichtig ist natürlich auch die Form der Geburtstagskarte! Sie muss genauso sorgfältig und liebevoll gestaltet sein, als würdest du sie verschenken, was du gewissermaßen ja auch tust.

2.     Du könntest eine Liste machen mit den 10 Dingen, die Du an Dir liebst, oder die Du wunderbar an Dir findest. Es können aber auch andere liebevolle Worte sein in Sinne: Was ich mir immer schon sagen wollte!

3.     Eine andere gute Möglichkeit ist es, sich sogenannte „Empowering Questions“ (bestärkende, ermächtigende Fragen) zu stellen, als bewusstes Gegengewicht zu dem so allgegenwärtigen und oft abwertenden inneren Dialog (Schon wieder ein Jahr älter! Wir werden halt auch nicht jünger.)  Hier sind ein paar Beispiele:  Wieso bereitet mir dieser Geburtstag besondere Freude? Wieso wird mein Leben von Jahr zu Jahr schöner und erfüllender? Warum bin ich großartig? Warum bin ich so glücklich? Warum lieben mich meine Freunde? Warum bin ich voller Lebensfreude? Wie bewirke ich in meinem Alter so viel Positives? Warum bin ich jederzeit voller Vertrauen und Zuversicht? Sich solche Fragen selbst zu stellen, zu beantworten und währenddessen dem kritischen Verstand einen Maulkorb zu erteilen (!), sind großartig um sich selbst neu zu sehen.

4.     Auch das hat mit Selbstliebe zu tun und ist wie ein Geschenk: Du kannst die Gelegenheit dazu nützen, Dir selbst manches zu verzeihen und loszulassen, was vielleicht aus heutiger Sicht nicht so toll gelaufen ist. Denn eines ist klar: wir handeln in jeder Situation immer nur so, wie wir im Moment gerade können und erst später sind wir klüger.

Das sind ein paar Ideen von mir, vielleicht hast aber auch du ein paar Ideen dazu, warum es auch für uns „junge Alten“ schön ist, unseren Geburtstag zu feiern!  

Ich jedenfalls mache mich jetzt an meine eigene Glückwunschkarte, plane eine kleine Feier (im erlaubten Rahmen – eh klar!) mit meinem Lieblingsessen, etwas Fasching und ein paar Spielen. Und dann werde ich genussvoll die Kerzen auf meiner Geburtstagstorte ausblasen und einen wunderbaren Wunsch für mein nächstes Jahr machen. Ganz im Sinne des Spruchs, den ich gerade von Freunden bekommen habe:

Wenn dir das Leben einen GEBURTSTAG gibt, mach ein Fest daraus!

Herzlichst
Helga

Mehr über Selbstliebe findet ihr z.B. bei Robert Betz, oder Barbara Fredrickson

Mehr über Glück findet ihr in meinen Blogs Wie werde ich im Alter glücklich und Was ist Glück?

Ein etwas anderer Jahresrückblick

Ich schreibe seit 30 Jahren Jahresrückblicke für meine Familie und habe dabei die Erfahrung gemacht, dass es auch in schwierigen Jahren immer etwas Positives gab, auf das es sich lohnt zurückzublicken.

Auch, oder vielleicht gerade weil 2021 für viele ein nicht so entspanntes Jahr war, scheint mir ein Rückblick gut, um das Positive in den Vordergrund zu rücken.  Denn nach schwierigen Zeiten oder auch nach einschneidenden Erlebnissen „scheint immer wieder die Sonne“. Es kommen neue und gute Phasen, oft in einer Form, mit der man nicht gerechnet hat. 

In diesem Post möchte ich Euch über meine Erfahrungen mit Rückblicken berichten, meine persönliche Einsichten zeigen, die ich 2021 gewonnen habe, sowie einige Fragen auflisten, die helfen können einen etwas anderen Blick auf das abgelaufene Jahr zu werfen.

Take away

  • Egal wie schwierig eine Phase ist, rückblickend gibt es immer etwas Positives.

  • 15 Fragen, die Dir helfen können einen etwas anderen Blick auf das vergangene Jahr zu legen, abseits von Themen wie Impfen, Lockdowns, Politchaos, Klimadiskussionen u.a.

 

Photo by Kelly Sikkema on Unsplash

 

IM RÜCKBLICK LIEGT DIE KRAFT FÜR NEUES

Meine Jahresrückblicke enthalten alle für mich wichtigen und bewegenden Situationen, sowie Fotos meiner Familie. Was ursprünglich als Weihnachtsbrief für Freunde angefangen hat (das war so üblich, als wir jung waren), entwickelte sich über die Jahre zu einer richtigen Familienchronik. Meistens sind es die stillen Tage zwischen Weihnachten und Neujahr, die ich dafür nütze um den Kalender durchzugehen, Fotos zu sortieren und meinen Mann und meinen Sohn nach ihren High- und Lowlights zu befragen. All das fasse ich in drei bis vier Seiten zusammen. Diese Bestandsaufnahme ist für mich bereichernd, denn sie bringt so vieles zum Vorschein, was vielleicht untergehen würde, setzt einen Strich unter Dinge, die man abschließen möchte und zeigt, wie viel Schönes wir erleben und wie reichhaltig das Jahr doch war - selbst in Jahren, die auf den ersten Blick „beschissen“ waren.

Über die Jahrzehnte sieht man auch den roten Faden der persönlichen Entwicklung, der sich durchs ganze Leben zieht. Oft sind es die ungewollten, schwierigen Abzweigungen, die wichtig waren und man erkennt darin die eigenen Potenziale und Strategien, damit umzugehen. Aber vor allem tut es einfach gut, sich die kleinen und großen Momente nochmals in Erinnerung zu rufen. Dieser Abschluss ist gleichzeitig ein schöner Start in das neue Jahr: Vergangenes bewusst machen und sich auf das Neue freuen!

WAS ICH AUS 2021 MITNEHME

Als wir gemeinsam mit Freunden zu Silvester in den Wiener Weinbergen den Sekt öffneten, um auf das Neue Jahr anzustoßen, hatten wir die vage Hoffnung und den Wunsch, dass sich das allgemeine Corona-Chaos legen würde. Wir wussten nicht, dass der Nebel, der uns damals die Sicht auf Wien verdeckte, metaphorisch ankündigte, dass das nicht so schnell gehen würde.

Trotz der vielen Corona-Regeln und Einschränkungen im Laufe des Jahres, die spontane Aktivitäten ziemlich schwer gemacht haben, komme ich auf eine ganze Menge von Erlebnissen, die heuer neu und schön waren. Ich habe z.B. begonnen diesen Blog zu schreiben, konnte auf einem Biobauernhof mitarbeiten und dort Neues erleben, habe wunderbare neue Menschen getroffen und herrliche Tage mit meiner Familie verbracht . Doch auch wenn wir als Pensionisten sicherlich viel weniger Probleme mit den Corona-Vorgaben hatten, sind die allgemeine Unzufriedenheit, die Impfdebatten und die permanenten negativen Medienberichte nicht spurlos an uns vorübergegangen.

In schwierigen Zeiten greife ich unter anderem gerne auf die Weisheiten von Viktor Frankl zurück[i].  Heuer ging es mir ganz besonders um den Einstellungswert:

 Wenn uns keine äußere Freiheit bleibt und
wir keinen Einfluss auf das äußere Geschehen haben,
bleibt uns immer noch die innere Freiheit damit umzugehen.

Die Art, wie man auf Geschehnisse reagiert
liegt immer bei einem selber.

 Dazu gehören zwei Schritte:

  • einerseits die Akzeptanz, also anzunehmen was ist (Achtung: es geht nicht um Resignation oder schön reden)

  • und andererseits sich folgende Frage zu stellen: “Wozu fordert mich diese Situation jetzt auf?”

In diesem Jahr hatten wir viel Gelegenheit, genau das zu üben. So vieles in unserem Umfeld können wir derzeit nicht ändern! Ich habe in diesem Jahr daher gelernt, mich aus all den hitzigen Debatten zurückzuziehen, nicht weil ich feige bin oder nicht zu meiner Meinung stehe, sondern weil es reine Energievernichtung ist. Statt dessen war mein Ziel, meine innere Ruhe, Kraft und Energie immer möglichst hoch zu halten und damit auf diese Weise meinen positiven Beitrag in diesen gesellschaftlich turbulenten Zeiten zu leisten.

Für uns war das Jahr 2021 auch durch den Abschied von Roberts Mutter geprägt, die mit 99 Jahren gestorben ist. Den Sterbeprozess so unmittelbar mitzuerleben, hat uns auch nachdenklich gemacht. Immer mehr frage ich mich, warum wir diesen Teil des Lebens gesellschaftlich so ausblenden. Warum gibt es keinen Sterbe-Vorbereitungskurs, so wie es einen Geburts-Vorbereitungskurs gibt? Alles lernen wir, nur das nicht! Vielleicht ist das auch ein Grund, warum uns Corona so sehr zusetzt! Ich habe mich heuer jedenfalls intensiv damit auseinandergesetzt und wenn ich so weit bin, werde ich Euch mein Erkenntnisse in diesem Blog zusammenfassen, denn es gehört für mich zum „Job im Alter“.

15 FRAGEN, DIE ICH MIR DIESES JAHR STELLE

Während in den letzten Jahren mein Jahresrückblick überwiegend auf Erlebnisse, Erreichtes und Veränderungen ausgerichtet war, will ich mich diesmal auch mehr mit den inneren Aspekten befassen und mir dazu die folgenden 15 Fragen stellen. Vielleicht inspirieren sie auch Dich, Dein Jahr aus neuen Blickwinkeln zu reflektieren.

  1. Welche 5 Worte beschreiben für mich dieses Jahr am besten?

  2. Was waren die wichtigsten Augenblicke oder Situationen in diesem Jahr für mich?

  3. Was war in diesem Jahr meine Lieblingsbeschäftigung und hatte ich genug Zeit dafür?

  4. Was ist mir gut gelungen und worauf bin ich stolz?

  5. Was kann ich heute, was ich letztes Jahr noch nicht konnte?

  6. Was habe ich für meine Gesundheit auf allen 4 Ebenen gemacht: körperlich, emotional, mental und spirituell?

  7. Wie viel Liebe habe ich gegeben und wie viel Liebe habe ich erhalten?

  8. Wer waren in diesem Jahr die wichtigsten Menschen für mich?

  9. Was hat mir richtigen Spaß gemacht?

  10. Habe ich Neues ausprobiert?

  11. Habe ich aufgeräumt und losgelassen; sowohl im eigentlichen, als auch im übertragenen Sinn?

  12. Was waren meine größten Herausforderungen?

  13. Welche meiner Ängste haben sich als falsch herausgestellt?

  14. Was waren die interessantesten Fortbildungen, Bücher, Filme, Aufführungen und Begegnungen und was habe ich daraus mitgenommen?

  15. Wofür bin ich dankbar?

Ich glaube, dass wir mit diesen Fragen und ihren Antworten Einblicke gewinnen, die abseits des normalen Alltags tieferen Sinn erkennen lassen und genau das ist das Entscheidende.  

Diesen Blog zu schreiben wurde eines der Highlights dieses Jahres für mich. Und ich möchte mich bei Euch allen sehr herzlich fürs Lesen und speziell auch für eure Rückmeldungen auf den unterschiedlichen Kanälen bedanken.

Ich wünsche Euch, dass Ihr bei Eurem Rückblick auf das vergangene Jahr die schönen Seiten erkennt und viel Kraft und Freude für das kommende Jahr mitnehmt.

Herzlichst
Helga

[i] Daniela Philipp: SinnPulse 02 – Sinn und Krise. Ermutigende Impulse für eine gelingende Zukunft trotz Krise; Live relations 2020

Die Schönheit des Alters

Es ist meist nicht ganz einfach, sich mit dem hohen Alter auseinanderzusetzen. Viele Bilder erreichen uns, bei denen wir uns denken: „So will ich keinesfalls werden!“  Daher finde ich es sinnvoll und beruhigend, sich schöne Bilder des Alters vor Augen zu führen um andere gängige Bilder des Alters zu korrigieren. Diese schönen Bilder möchte ich Euch heute zeigen.

Take away

  • Die Chancen 100 Jahre alt zu werden steigen rapide an. Und wie wollen wir dann sein?

  • Diese Hundertjährigen zeigen uns, dass es nicht die Umstände sind, die glücklich machen – eine wichtige Botschaft gerade in diesen chaotischen Zeiten.

  • 14 Gründe, die wir von Hundertjährigen für ein vitales und glückliches Alter lernen können.

 

Karsten Thormaehlen (Knesebeck (2017)
100 Jahre Lebensglück: Weisheit, Liebe, Lachen

 

Auf meinen letzten Post Vorbilder, brauchen wir die noch?“ habe ich viele Feedbacks bekommen. Viele haben sich angesprochen gefühlt und mir von ihren Vorbildern erzählt, aber ich habe auch Aspekte gehört, die ich im Blog nicht berücksichtigt habe. So etwa, dass Vorbilder auch dazu anregen können sich zu überschätzen oder dass alte Menschen, die großartige körperliche Leistungen zeigen, auch einen neuen Standard setzen, dem keineswegs jeder gewachsen ist. Damit gibt es jetzt nicht mehr nur den „Jugendwahn“, sondern „Druck“ kommt quasi aus dem eigenen Lager :). Wie ich schon gesagt habe, sind für mich Vorbilder nur dazu da, um meinen eigenen Weg bewusster und mutiger zu gehen – nicht, um bedingungslos nachzueifern! Ich danke allen für diese Diskussionen und Rückmeldungen, denn genau um diese Auseinandersetzung geht es mir.

DIE SCHÖNHEIT VON HUNDERTJÄHRIGEN

Die Zahl der Hundertjährigen steigt rasant an. Weltweit sollen es nach Daten der UN derzeit über 533.000 sein, das sind so viele Menschen wie derzeit in Salzburg, Graz und Klagenfurt zusammen wohnen. Auch wenn es immer schon „steinalte“ Menschen gegeben hat (meine Urgroßmutter wurde Anfang 1900 bereits 98, meine Großmutter später 100), ist die Zahl weltweit in den letzten 20 Jahren sprunghaft angestiegen. Im Jahr 2000 waren es erst etwa 150.000! Die Chancen, dass einige von uns so alt werden, stehen also ziemlich gut! Kein Wunder, dass sich viele Bücher und Studien mit diesen Hundertjährigen auseinander setzen: Was macht sie aus? Was ist das Rezept ihres langen, und häufig gesunden langen Lebens?  Und auch wenn es aus meiner Sicht keineswegs notwendig ist, dass wir dieses Alter anstreben, uns mit den Lebensweisheiten von Hundertjährigen auseinanderzusetzen, bringt in jedem Fall etwas.

Kein anderes Buch über Hundertjährige hat mich bisher so berührt wie die Fotografien von Karsten Thormaehlen. Ursprünglich Werbefotograf, hat er sich auf Fotos von alten Menschen spezialisiert, die durch ihre Echtheit, Herzlichkeit und vor allem Schönheit bestechen. Thormaehlen sagt in einem Interview in SWR2:

Das Schöne am Alter ist die Entspanntheit, dass es nicht mehr darum geht, etwas verkaufen zu müssen, auch nicht sich selbst!“

Mir ist besonders aufgefallen, dass diese Gesichter neben einer bestechenden Gelassenheit den Eindruck vermitteln, dass diese Menschen frei von Angst sind.  Dabei haben gerade diese Menschen teilweise schwere Schicksale gehabt, zwei Weltkriege mit Zerstörung und Aufbau erlebt, enorme gesellschaftliche und private Veränderungen durchgemacht ... und doch spiegelt sich Fröhlichkeit, Wachheit, Stolz und Neugierde in ihren Gesichtern. Könnten wir uns da nicht etwas abschauen und vieles etwas lockerer nehmen, was uns gerade jetzt so schrecklich vorkommt? Sind nicht gerade diese Menschen Zeugen, dass es immer gut weitergeht?

Damit schließt dieses Buch für mich unmittelbar an meinen letzten Post über Vorbilder an. Und diese Portraits vermitteln noch etwas: Wie schön  kann das Alter sein..

WAS WIR VON HUNDERTJÄHRIGEN LERNEN KÖNNEN

 Zu den Fotos gibt es kleine Biographien und immer wieder ist die Frage nach dem „Geheimrezept“ des hohen Alters enthalten. Auf die eine oder andere Art und Weise haben alle ein eigenes Rezept, wie sie sich ihr gesundes Alter erklären, von der Gymnastik am Morgen, über Chorsingen bis zu speziellen Lebensmitteln. Wenn man die Summe dieser Erklärungen allerdings tiefer betrachtet, stellt man fest, dass gute Laune, Optimismus, positive Weltsicht und geistige sowie körperliche Aktivität diese Leute gesund alt werden ließen. So banal das jetzt klingen mag, schauen wir uns doch um, wie viel gute Laune, Optimismus, positive Weltsicht finden wir gerade in unserer Gesellschaft? Da könnte mehr gehen!

In den letzten drei Jahren habe ich einen Arbeitskreis von Ärzten, Psychotherapeuten und Energetikern geleitet (MITEINANDER – Vital und glücklich alt werden). Gemeinsam sind wir den Themen Lebenseinstellung, Prävention und Behandlung im Alter nachgegangen und haben auch recherchiert, was Hundertjährige vital und glücklich hält.  Hier ist die Liste von – teilweise überraschenden – Eigenschaften, die wir gefunden haben:

  • Sie sind Meister darin zu akzeptieren, was ist!

  • Sie verschwenden keine Zeit auf Dinge und Themen, die sie nicht beeinflussen oder ändern können.

  • Sie machen sich keine Gedanken darüber, was andere über sie denken oder sagen.

  • Sie sind vollkommen authentisch und legen keinen großen Wert darauf, ob sie gemocht werden oder nicht.

  • Sie verschwenden keine Energie darauf, die Erwartungen anderer zu erfüllen.

  • Sie sehen das Glas immer zumindest halbvoll.

  • Sie sind Meister des Loslassens und können und wollen sich immer wieder auf Neues einlassen.

  • Sie leben in Gelassenheit, weil sie zulassen, was nicht ideal ist.

  • Selbst im Mangel steckt für sie eine neue Chance.

  • Sie leben und lieben aus tiefem, innerem Frieden und Herzenskraft.

  • Sie genießen die kleinen Dinge des Lebens: Zeit, Natur, das Zusammensein mit Freunden u.v.m.

  • Sie sind dankbar für alle Segnungen und akzeptieren zugleich die Herausforderungen des Lebens!

  • Sie können selbst gut mit Schmerzen umgehen und nehmen sie als Lehrmeister an.

  • Sie sind voll Neugierde, was in unserer Welt vor sich geht und freuen sich jeden Tag aufs neue, dass sie auf der Welt sind.

Allen gemeinsam ist auch, dass sie mit den körperlichen Veränderungen viel gelassener umgehen, als wir denken, und diese für das lebensfrohe Gefühl weniger ausschlaggebend sind.

Wenn Ihr also etwas Zeit und Lust habt, dann geht doch diese Liste einmal Punkt für Punkt durch und überlegt, wie gut Ihr darin seid und wo noch Luft nach oben ist.

Ich wünsche Euch viele inspirierende Gedanken dabei!

Herzlichst Helga